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Einleitung:
Im Rahmen dieser Diplomarbeit ist es mir ein Anliegen herauszustellen, welche Hilfemöglichkeiten für Scheidungskinder angeboten werden, denn auch diese haben Bedürfnisse, Ansprüche und Wünsche, bezüglich der elterlichen Trennung und Scheidung. Edelgard Placke- Brüggemann hat diese Wünsche zusammengefasst, z.B.:
„Redet mit mir. Ich kriege schon seit längerer Zeit mit, dass etwas in unserer Familie nicht stimmt. Wenn ihr nicht mit mir redet, wachsen meine Fantasien ins Unerträgliche.“.
„Sagt mir ausdrücklich, dass ich keine Schuld an der Trennung habe, auch wenn ich mitbekommen habe, dass ihr euch oft über meine Erziehung gestritten habt.“.
„Haltet meine Wut, meine Angst, meine Stimmungsschwankungen aus, so versuche ich meine Konflikte zu bewältigen.“.
„Helft mir zu sehen, dass mit der Trennung endlich der Streit zu Hause aufhören kann, dass dies auch eine Chance für einen Neubeginn darstellt.“.
Die Kinder sind das schwächste Glied in der Kette der Betroffenen. Gerade deshalb benötigen sie Hilfe und Unterstützung, damit die elterlichen Konflikte, sowie die Trennung/ Scheidung für sie nicht zu einer lebenslangen Belastung werden.
Die Ergebnisse der Scheidungsforschung, welche sich mit der Dynamik des Scheidungsprozesses und den Folgen für alle Beteiligten befassen, geben Hinweise für den Umgang mit Scheidungsfamilien. Desweiteren berücksichtigen die Fachkräfte der Institutionen, welche Maßnahmen für Scheidungsfamilien anbieten, diese Ergebnisse. So bemühen sich z. B. Familiengerichte, Jugendämter, Beratungsstellen, Anwälte, Psychologen und Sozialarbeiter, den betroffenen Kindern und den Eltern gerecht zu werden.
Mit der Einführung des neuen Kindschaftsrechts vom 1.7.1998 veränderten sich einige Bedingungen für die Betroffenen.
So wird z. B. deutlich herausgestellt, dass das Kind ein Recht auf Umgang mit beiden Eltern auch nach einer Trennung/ Scheidung hat. Desweiteren besitzen Eltern einen Rechtsanspruch auf Beratung in Fragen der Partnerschaft, Trennung und Scheidung. Inwieweit sich diese neuen Bedingungen deeskalierend auf die streitenden Eltern auswirken, wird sich erst mit der Zeit zeigen. Die positive Wirkung des Gesetzes hängt mit der Umsetzung in die Praxis und der gelingenden Kooperation aller Institutionen, die in die Arbeit mit Scheidungsfamilien eingebunden sind, zusammen.
Im Mittelpunkt meiner Arbeit steht, wie bereits erwähnt, die bestehenden Hilfeangebote für Scheidungskinder unter Berücksichtigung der Veränderungen durch das neue Kindschaftsrecht. In diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, dass aufgrund des umfangreichen Themas nicht alle Aspekte berücksichtigt werden können. Außerdem habe ich eine Bestandsaufnahme bezüglich bestehender Hilfeangebote für Scheidungskinder im Raum Koblenz durchgeführt, um einen Einblick über bestehende Angebote und deren Nutzung in der Praxis zu erhalten.
Gang der Untersuchung:
Nach dem kurzen einführenden Überblick, durch Kapitel 1, gliedert sich die Arbeit in weitere sieben Teile auf.
Der erste Teil (Kapitel 2) stellt die Entwicklung der emotionalen Eltern- Kind- Beziehung von der vorindustriellen- bis in unsere heutige Zeit dar. Desweiteren wird das kindliche Erleben der Scheidung beschrieben. Ebenso wird auf die zur Zeit diskutierten Modelle von Ehescheidung eingegangen.
Im Blickfeld des zweiten Teils (Kapitel 3) stehen die Ergebnisse der Scheidungsforschung wie alters- und entwicklungsspezifische Reaktionen, Reaktionen in den einzelnen Trennungs- und Scheidungsphasen, sowie geschlechtsspezifische Reaktionen der Kinder. Außerdem werden einige Aspekte bezüglich des elterlichen Entfremdungssyndroms angeführt.
Im dritten Teil (Kapitel 4) werden die unterschiedlichen Schutz- und Risikofaktoren, sowie die Bewältigungs- und Verarbeitungsmöglichkeiten des Kindes bezüglich der elterlichen Trennung und Scheidung näher betrachtet.
Einen Schwerpunkt dieser Arbeit bilden die unterschiedlichen Hilfeangebote für Scheidungskinder im vierten Teil (Kapitel 5). Diese werden entsprechend den Scheidungsphasen in die Ambivalenzklärungs- , Regelungs- und Bewältigungshilfen unterteilt. Da es sehr viele unterschiedliche Angebote und Konzepte diesbezüglich gibt, können nur einige dieser beispielhaft dargestellt werden.
Die Institutionen, welche Maßnahmen für Scheidungskinder anbieten, werden im fünften Teil (Kapitel 6 ) vorgestellt. Die Veränderungen, die durch die Kindschaftsreform 1998 in Kraft traten, werden mitberücksichtigt. Im Mittelpunkt der Arbeit dieser Einrichtungen steht unter anderem „Das Wohl des Kindes“, deshalb wird dieser unbestimmte Rechtsbegriff kurz umrissen.
Einen weiteren Schwerpunkt dieser Arbeit stellt der sechste Teil ( Kapitel 7) dar. Die von mir durchgeführte Bestandsaufnahme zu Hilfeangeboten für Scheidungskinder wird näher erläutert. Ziel dieser war es, einen Überblick über bestehende Hilfeangebote und deren Nutzung in der Praxis zu erhalten. Desweiteren werden die Ergebnisse dargestellt.
Meine Meinung bezüglich des gewählten Themas fließt in den siebten Teil (Kapitel 8) mit ein.
Das Hauptanliegen meiner Arbeit ist es aufzuzeigen, welche Hilfeangebote für Trennungs- und Scheidungskinder bestehen. Denn nicht nur die Eltern, sondern auch die Kinder benötigen Hilfe und Unterstützung vor, während und nach einer Trennung und Scheidung.
Inhaltsverzeichnis:
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