Der Beitrag von Venture Capital für Innovationen am Beispiel von Patentierungen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Sebastian Arend
- Abgabedatum: August 2001
- Umfang: 102 Seiten
- Dateigröße: 637,9 KB
- Note: 1,5
- Institution / Hochschule: Hochschule für Bankwirtschaft (HfB) Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5908-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5908-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5908-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Arend, Sebastian August 2001: Der Beitrag von Venture Capital für Innovationen am Beispiel von Patentierungen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Patente, Optionspreistheorie, Innovationsfinanzierung
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Diplomarbeit von Sebastian Arend
Einleitung:
Innovationen bzw. das Vermögen, Innovationen hervorzubringen, sind Charakteristika einer Marktwirtschaft. Schumpeter (1993) geht soweit, sie als ihr Wesen zu interpretieren. Es ist daher von eminentem Interesse, die Innovationskraft eines Unternehmens und darüber hinaus die Innovationskraft einer Volkswirtschaft zu kennen. Bei der Beurteilung der Innovationskraft ist es notwendig, geeignete objektive Indikatoren zu finden, um Innovation messen zu können. Ein solcher Indikator können Patente sein.
Per definitionem haben Patente mit Erfindungen zu tun. Es liegt also nahe, die Inventions– und Innovationskraft eines Unternehmens oder einer Volkswirtschaft anhand der erteilten Patente zu messen. Von besonderem Interesse vor dem Hintergrund steigender Investitionen in Venture Capital (VC) in der letzten Dekade ist dabei die Frage, wie viele Innovationen von Unternehmen, die sich dieser Finanzierungsform bedienen, generiert werden, gemessen an der Anzahl der erteilten Patente.
Kern dieser Arbeit ist die Schätzung des Beitrags von VC für Innovationen am Beispiel von Patentierungen mithilfe eines ökonometrischen Ansatzes. Damit schließt die Arbeit in dieser Form eine Lücke in der bisherigen Forschung, in dem sie den Innovationsbeitrag von VC in Deutschland anhand eines objektiven Kriteriums misst.
Weitere Ziele sind die Analyse von Innovationen im mikro- und makroökonomischen Kontext und die finanztheoretische Begründung der Notwendigkeit von VC zur Innovationsfinanzierung.
Gang der Untersuchung:
Dazu wird zunächst im ersten Teil der Arbeit der Begriff der Innovation definiert und in seinen mikro- und makroökonomischen Dimensionen beleuchtet. Hierbei werden Stimuli für Unternehmen, Innovationen zu tätigen, betrachtet und Charakteristika von Innovationen und des innovativen Prozesses herausgearbeitet. Darüber hinaus werden gesamtwirtschaftliche Effekte von Innovationen, speziell Einflüsse von Innovationen auf das Phänomen der Konjunktur, betrachtet.
Daran schließt sich im zweiten Teil eine Definition des Begriffs VC, der finanztheoretisch eingeordnet und dessen grundsätzliche Bedeutung für Innovationsfinanzierung begründet wird, an. Es wird optionspreistheoretisch gezeigt, dass gerade VC bei der Finanzierung riskanter Projekte, wie sie Innovationsfinanzierungen darstellen, anderen Finanzierungsformen und speziell der Fremdkapitalfinanzierung überlegen ist. Es folgt darauf eine Analyse der gegenwärtigen Bedeutung von VC in Deutschland.
Gegenstand des dritten Teils der Arbeit ist die Beurteilung des Innovationsindikators Patente. Hierbei wird die Tauglichkeit von Patenten als ökonomischer Indikator im mikro- und makroökonomischen Zusammenhang gezeigt.
Der vierte Teil hat eine empirische Untersuchung für die Bundesrepublik Deutschland von 1984 bis 1999 zum Gegenstand. Es wird zunächst ein geeigneter Ansatz zur Schätzung des Innovationsbeitrages von VC am Beispiel von Patentierungen aufgestellt und kritisch beleuchtet. An eine Vorstellung des Datensatzes schließt sich die Formulierung der für diese Arbeit relevanten Hypothesen und deren Überprüfung an. Die gefundenen Ergebnisse werden dann mit Ergebnissen aus den USA (Kortum/Lerner, 2000, 1998) verglichen. Anschließend werden die wirtschaftspolitischen Implikationen dieser Arbeit im fünften Teil diskutiert. Abgeschlossen wird die Arbeit durch eine Zusammenfassung der gefundenen Ergebnisse.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung, Problemstellung, Zielsetzung und Gang der Arbeit | 5 |
| 1.1 | Einleitung | 5 |
| 1.2 | Problemstellung | 12 |
| 1.3 | Zielsetzung | 13 |
| 1.4 | Gang der Arbeit | 13 |
| 2. | Theoretische Begründung und gegenwärtige Bedeutung von Venture Capital als Instrument der Innovationsfinanzierung | 15 |
| 2.1 | Definition des Begriffs Innovation | 15 |
| 2.1.1 | Mikroökonomische Dimensionen von Innovationen | 15 |
| 2.1.2 | Makroökonomische Dimensionen von Innovationen | 23 |
| 2.2 | Definition des Begriffs Venture Capital | 33 |
| 2.2.1 | Finanztheoretische Einordnung | 36 |
| 2.2.2 | Begründung der Notwendigkeit von Venture Capital als Instrument der Innovationsfinanzierung | 36 |
| 2.3 | Die gegenwärtige Bedeutung von Venture Capital in Deutschland | 41 |
| 2.3.1 | Der Markt für Venture Capital und seine Entwicklung | 41 |
| 2.3.2 | Komparative Analyse von Venture-Capital-finanzierten Unternehmen | 43 |
| 3. | Patente als Indikator für Innovationen | 44 |
| 3.1 | Definition des Begriffs Patent | 44 |
| 3.2 | Patente als mikroökonomischer Indikator | 47 |
| 3.3 | Patente als makroökonomischer Indikator | 52 |
| 4. | Empirische Untersuchung für Deutschland für den Zeitraum 1984 – 1999 | 55 |
| 4.1 | Die Patentproduktionsfunktion | 55 |
| 4.1.1 | Benennung der Variablen und Aufstellen der Funktion | 55 |
| 4.1.2 | Diskussion für markante Werte | 56 |
| 4.1.3 | Kritik und Limitationen des Ansatzes | 57 |
| 4.2 | Datensatz | 58 |
| 4.3 | Hypothesenformulierung | 61 |
| 4.4 | Korrelationsanalyse | 61 |
| 4.5 | Ein linearer Ansatz | 63 |
| 4.6 | Hypothesentest und Ergebnisse des linearen Ansatzes | 65 |
| 4.7 | Komparative Analyse | 68 |
| 5. | Innovationen & Venture Capital: Wirtschaftpolitische Implikationen | 71 |
| 6. | Zusammenfassung | 79 |
| 7. | Anhang | 82 |
| 8. | Literaturliste | 90 |
Der institutionalisierte Markt für VC in Deutschland besteht angebotsseitig im wesentlichen aus 250 Kapitalbeteiligungsgesellschaften. Die erste wurde bereits 1965 gegründet. Jedoch erreichte das Beteiligungsvolumen der Beteiligungsgesellschaften in Bezug auf ihr Beteiligungsportfolio erst 1985 die Höhe von DM 1 Milliarde. Auch zu Beginn der neunziger Jahre verlief die Entwicklung verhalten. Vermutlich durch die Schaffung des Neuen Marktes in Frankfurt begründet, erlebte die VC-Branche in den Jahren ab 1997 einen wahren Boom, gemessen am Volumen der NeuInvestitionen.100 So wurden 1999 insgesamt DM 9,055 Milliarden neuer Mittel in VC investiert. Beim Blick auf die Herkunft der Mittel fällt die große Bedeutung der Banken auf. 1998 stammten 51,1% der Mittel der VC-Fonds von Kreditinstituten, Versicherungen und Pensionsfonds stellten jeweils rund 14% der Mittel bereit. Die Industrie selbst stellte 8,32% des Fondsvolumens bereit, private Anleger waren mit 7,54% und der Staat immerhin mit 3,6% beteiligt. Tendenziell scheint die Dominanz der Banken jedoch abzunehmen. So waren 1999 nur noch knapp 32% der neuen Mittel von Kreditinstituten bereitgestellt; eine größere Bedeutung als in den Vorjahren kamen Pensionsfonds (22,87%), dem öffentliche Sektor (11,55%) und privaten Anlegern (9,22%) zu. Nach Finanzierungsanlässen untergliedert, teilen sich die investierten Mittel zum größten Teil auf Expansionsfinanzierungen (42,71%) und StartUp-Finanzierungen (17,52%) auf, gefolgt von MBO’s (15,26%) und Bridge-Finanzierungen (10,26%). [...]
marginal von höheren Erträgen des Unternehmens. Sein Profit ist im wesentlichen bestimmt durch den vereinbarten Zinssatz über die Laufzeit des Kredites. Erhöht sich nun das Risiko seiner Investition, wird die Wahrscheinlichkeit, dass er zum Fälligkeitszeitpunkt den Nominalbetrag des Kredites, zuzüglich der vereinbarten Zinsen, vereinnahmt, geringer. Argumentiert man über die statistische Verteilung von Kreditrisiken, bedeutet eine Erhöhung der Volatilität eine Verschiebung des Erwartungswertes des Kredites zum Rückzahlungszeitpunkt zuungunsten des Kreditgebers. Der Anreiz, Innovationsprojekte mit Krediten zu finanzieren, ist also für den potentiellen Fremdkapitalgeber gering. Seinem auf die Zinsen begrenzten Gewinn steht die hohe Wahrscheinlichkeit des Totalverlustes des investierten Kapitals gegenüber. Des weiteren haben Fremdkapitalgeber in der Regel keinen gesellschaftsrechtlichen Einfluss auf den Kreditnehmer, sondern allenfalls einen faktischen. Kreditgeber können, zumindest nach deutschem Recht, nur erschwert Einfluss auf Unternehmensentscheidungen über „Credit Covenants“97 nehmen. Hinzu kommt, dass junge, innovative Unternehmen in der Regel nur über immaterielle Vermögensgegenstände (technologiespezifisches Wissen der Gründer etc.) verfügen98. Diese Vermögensgegenstände können nicht als Besicherung eines Kredites dienen, was Fremdkapitalgeber zusätzlich abschreckt, sich in innovativen Projekten zu engagieren.99 Eigenkapital, speziell in der Form des VC, ist ein ideales Instrument zur Finanzierung von Innovationen. Eigenkapitalinvestments können im Kern als Realoptionen interpretiert werden. Dies kann anhand der folgenden Abbildungen, die sich jeweils auf eine einjährige Investitionsdauer beziehen, veranschaulicht werden. Auf der Abszisse sind jeweils die Zeit und der Wert des Investments abgetragen (in €), auf der Ordinate die Wahrscheinlichkeit. Gezeigt werden jeweils zwei Verteilungen ( 1, 2 ) mit ihren (unterschiedlichen) Erwartungswerten ( E1 , E 2 ), mit differierenden Volatilitäten ( σ 1 , σ 2 ) und deren unterschiedlicher Auswirkung auf den Wert des Investments. [...]
Aktien selbst können als eine Option auf die Erträge des Unternehmens betrachtet werden. Verdient das Unternehmen gut, sind die Erträge der Aktionäre hoch; es besteht keine obere Grenze des theoretischen Unternehmensgewinns und damit des Ertrags der Aktionäre. Verdient das Unternehmen jedoch ausgesprochen schlecht, sind die Erträge des Aktionärs entsprechend niedrig. Jedoch ist sein Verlustpotential begrenzt: Besteht nämlich keine Nachschusspflicht zur Deckung auftretender Verluste, kann der Aktionär maximal den Kaufpreis, den er für die Aktie entrichtet hat, verlieren. Somit kann von einer „Optionalität der Aktie“ selbst gesprochen werden. Erhöht sich nun die Volatilität der Aktie, so hat der Aktionär eine höhere Chance auf größere Unternehmensgewinne. Bei entsprechender Risikoneigung wird er diese Chance theoretisch unendlicher Gewinne weit höher bewerten als das Risiko des Totalverlustes. Aufgrund dieser Optionalität der Aktie könnten sogenannte GrowthInvestoren durchaus bereit sein, einen Preisaufschlag für riskante Aktien im Gegensatz zu weniger riskanten zu zahlen, wenn sie über die entsprechende Risikoneigung (risk-loving) verfügen. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832459086
Arbeit zitieren:
Arend, Sebastian August 2001: Der Beitrag von Venture Capital für Innovationen am Beispiel von Patentierungen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Patente, Optionspreistheorie, Innovationsfinanzierung



