Chancen und Risiken der Schiffsbeteiligungen
Dargestellt am Beteiligungsangebot zum MS "HS Caribe"
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Dorothee Ahrens
- Abgabedatum: Mai 2002
- Umfang: 96 Seiten
- Dateigröße: 23,5 MB
- Note: 1,5
- Institution / Hochschule: Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik (HWP) Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5884-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5884-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5884-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Ahrens, Dorothee Mai 2002: Chancen und Risiken der Schiffsbeteiligungen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Schiffsbeteiligungen, geschlossene Fonds, Kapitalanlagen, Steuerrecht, Investitionsbuchung
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Diplomarbeit von Dorothee Ahrens
Einleitung:
Schiffsbeteiligungen als Kapitalanlage sind nicht mit Rentenpapieren zu vergleichen, die in ihrer Konzipierung einer sicheren Anlageform mit Vorsorgecharakter entsprechen. Obwohl die Schiffsbeteiligung seit langem nicht mehr zu den Exoten des grauen Kapitalsmarktes gehört, handelt es sich dennoch um eine weitgehend unreglementierte und undurchsichtige Form der Kapitalanlage. Die fehlende Markttransparenz und Standardisierung des Kapitalobjektes verschleiert viele Chancen und Risiken, die keine Garantie über eine feste Rendite zulassen. Der Renditebegriff, wie er im Zusammenhang mit Nominalanlagen gebräuchlich ist, muss im Bereich der Schiffsbeteiligungen neu definiert und um den Risikocharakter erweitert werden. Um das Rendite-Risiko-Profil einer Beteiligung quantifizieren zu können, müssen die Angebote der Initiatoren kritisch geprüft werden. Die Beteiligung an einem Schiffsfonds verlangt vom Anleger die gleiche unternehmerische Denkweise wie Aktien- oder Optionsgeschäfte.
Die Ausführungen zeigen, welche Eckdaten für die Beurteilung von Schiffsbeteiligungen relevant sind. Die Chance der beinahe steuerfreien Ausschüttungen und einer hohen Rendite steht dem Risiko fallender Charterraten, steigender Betriebskosten, Zins- und Währungsverlusten sowie der Nichtanerkennung der Fondskonstruktion durch die Finanzbehörde gegenüber. Um trotz der gegebenen Unsicherheiten eine vernünftige Anlageentscheidung treffen zu können, müssen die einzelnen Parameter in der Investitions-, Betriebs- und Verkaufsphase ausgewertet werden Anhand einer objektiven Untersuchung eines Beteiligungsangebotes sollen die möglichen Chancen und Risiken eines Schiffsfonds aufgezeigt werden.
Da die Initiatoren häufig versuchen, den potentiellen Anleger durch täuschende Prospektkosmetik und geschönte Renditen zum Investieren zu ermuntern, sind die kalkulierten Einnahmen und Ergebnisvorschauen zu hinterfragen. Eine gekaufte Anfangscharter, eine zu optimistisch angenommene Marktentwicklung oder zu hoch unterstellte Wechselkurse sind nur einige der möglichen Kunsteingriffe, mit denen die Emissionshäuser und Reedereien prospektierte Renditen von bis zu 15% konstruieren können.
Ziel der Arbeit ist es, die einzelnen Erfolgspositionen des Beteiligungsangebotes darzustellen. Kapital II soll den jeweiligen Unsicherheitsgrad in Form der möglichen Risiken verdeutlichen.
Um den Erfolg der Beteiligung für den einzelnen Anleger quantifizieren zu können, sind die rechtlichen und insbesondere steuerrechtlichen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. Deshalb werden die Darstellungen zu den wirtschaftlichen Eckdaten durch Erläuterungen zum Steuerrecht ergänzt. Kapitel III beschreibt die Unsicherheit, mit der die steuerliche Behandlung der Einkünfte aus dem Beteiligungsfonds behaftet ist.
Aus der Gesamtheit der wirtschaftlichen und steuerlichen Bedingungen lässt sich eine Ergebnisprognose erstellen. Für die Bestimmung der Wirtschaftlichkeit auf Gesellschaftsebene ist zunächst das Liquiditätsergebnis relevant. Unter Berücksichtigung der optimalen Inputfaktoren wird die maximal erreichbare Rendite errechnet, so dass die Chance einer Schiffsbeteiligung anhand des sogenannten „best case“ verdeutlicht wird. Die maximale Ergebnis- und Renditeerwartung lässt sich ebenso auf Basis des steuerlichen Ergebnisses, des persönlichen Steuersatzes und der Höhe der Ausschüttungen kalkulieren, womit der Erfolg der Beteiligung auf Anlegerebene quantifiziert werden kann. Die Differenzierung in Vor- und Nach-Steuerberechnung erfolgt demnach parallel zur Trennung der betriebswirtschaftlichen Gesellschafts- und privatwirtschaftlichen Gesellschafterebene.
Ausgehend vom „best case“ sollen die Unsicherheiten der einzelnen Parameter entsprechend berücksichtigt und in ihrem Ausmaß erfasst werden. Eine auf die Rendite des Anlegers gerichtete Sensitivitätsanalyse wird das Risikoprofil einer Schiffsbeteiligung abbilden. Abgeschlossen wird Kapitel IV mit einer „worst case“ Analyse, so dass das maximale Risiko ein Gesicht bekommt.
Inhaltsverzeichnis:
| Tabellen- und Abbildungsverzeichnis | I | |
| Abkürzungsverzeichnis | III | |
| I. | Einführung | 1 |
| 1. | Schiffsfonds als Kapitalanlage | 3 |
| 1.1 | Beteiligungskonzept und Vertragsverhältnisse | 3 |
| 1.2 | Entwicklung des Marktumfeldes | 9 |
| 2. | Gang der Arbeit | 13 |
| II. | Wirtschaftliche Grundlagen und Vertragspartner | 16 |
| 1. | Initiatoren und beteiligte Partner | 17 |
| 2. | betriebswirtschaftliche Eckdaten | 21 |
| 2.1 | Investitionsphase | 24 |
| 2.1.1 | Mittelherkunft | 24 |
| 2.1.2 | Mittelverwendung | 28 |
| 2.2 | Betriebsphase | 34 |
| 2.2.1 | Einnahmen | 35 |
| 2.2.2 | Ausgaben | 39 |
| 2.3 | Verkaufsphase | 42 |
| III. | Konzeptionelle Grundlagen | 43 |
| 1. | Rechtliche Grundlagen | 43 |
| 2. | Steuerliche Grundlagen | 45 |
| 2.1 | Einkunftsart und Gewinnerzielungsabsicht | 45 |
| 2.2 | Verlustzuweisungen | 47 |
| 2.3 | Steuerliches Ergebnis | 50 |
| 2.3.1 | Allgemeine Gewinnermittlungsvorschrift | 50 |
| 2.3.2 | Tonnageabhängige Gewinnermittlungsvorschrift | 53 |
| 2.4 | Besteuerung auf Anlegerebene | 57 |
| IV. | Ergebnis- und Wirtschaftlichkeitsberechnungen | 59 |
| 1. | Betriebswirtschaftliche Berechnungen auf Gesellschaftsebene | 59 |
| 1.1 | Liquiditätsprognose | 60 |
| 1.2 | Wirtschaftlichkeit | 60 |
| 2. | Privatwirtschaftliche Berechnungen auf Gesellschafterebene | 62 |
| 2.1 | Steuerliche Ergebnisprognose | 63 |
| 2.2 | Wirtschaftlichkeit | 64 |
| 3. | Berücksichtigung der Unsicherheit | 66 |
| V. | Schlussbetrachtung und Ausblick | 70 |
| Anhang | 72 | |
| Literaturverzeichnis | 83 |
Die Initiatoren des MS „HS Caribe“ haben sich dennoch für eine Form der Garantiestellung entschieden. Bei Nichterfüllung des Schiffsbauvertrages trägt i.d.R. der Fonds das Risiko der Rückzahlung der bereits geleisteten Baupreisraten durch die Werft.59 Die HANSA TREUHAND Schiffsbeteiligungs AG & Co. hat das damit verbundene Adressausfallrisiko durch eine Bürgschaftsübernahme abgesichert und erhält als Bürge eine entsprechende Vergütung.60 Deutlich wird, dass sowohl Platzierungs- als auch Herstellungsrisiken bestehen und durch entsprechende Garantien oder Bürgschaften abzugrenzen sind. Die Frage, welche Risikoabgrenzung sinnvoller oder eine Absicherung aller Risiken notwendig ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Eine KostenNutzen-Abwägung ist im Einzelfall durchzuführen und wird schließlich durch die Risikoaversion der Beteiligten entschieden. Die Risikoabgrenzung hat der Anleger stets mit einem Renditeverlust zu bezahlen. Daher sollte die Höhe der Risikovergütungen angemessen erscheinen. Das Agio von 3% der Kommanditeinlagen Abweichend zu den ist gemäß den [...]
verzerrt somit zu Beginn der Investitionsphase einen nicht unerheblichen Teil des Eigenkapitals. Aufgrund dieser eigenkapitalverzerrenden und renditeschmälernden Wirkung sollten die Fondskosten besonders kritisch betrachtet werden. Das Verhältnis zwischen Fondskosten und Kommanditkapital eignet sich als Indikator, der im Vergleich zu anderen Fondskonzepten Aufschluss über die Angemessenheit der Kostenstruktur gibt. Der prozentuale Anteil der Fondskosten am Kommanditkapital liegt bei der Beteiligungsgesellschaft des MS „HS Caribe“ bei ca. 24%. Schiffsbeteiligungen haben gegenüber anderen Produktlinien der geschlossenen Fonds einen relativ hohen durchschnittliche Weichkostenanteil am Eigenkapital von ca. 29,32%57 Die Fondskosten des MS „HS Caribe“ liegen somit unter der Durchschnittsgrenze, so dass im Vergleich zu anderen Schiffsfonds der Anleger von der günstigen Kostenstruktur profitieren kann. Im Vergleich zu anderen Beteiligungsangeboten ist der Verzicht auf eine Platzierungsgarantie ungewöhnlich. Als Zusicherung gegenüber der Gesellschaft, dass das Fondskapital vollständig gezeichnet wird, verpflichtet die Platzierungsgarantie den Garanten, einen eventuellen Platzierungsrest zu übernehmen.58 Das Risiko einer Inanspruchnahme der Garantie wird dem Garanten i.d.R. mit EUR 300.000 bis EUR 600.000 vergütet. Da die HASNA TREUHAND auf eine Platzierungsgarantie verzichtet hat, ist die Übernahme eines möglichen Platzierungsrestes nicht gewährleistet. Dem erhöhten Risiko steht eine wachsende Renditechance entgegen, die sich dem Anleger aufgrund der ausbleibenden Garantenvergütung stellt. [...]
ergeben sich erst bei den zusätzlichen Ablieferungskosten. Bauaufsicht und vorbereitende Bereederung werden der Reederei den vertraglichen Vereinbarungen entsprechend vergütet.54. Hinsichtlich der Erstausrichtung enthält der Gesellschaftsvertrag weder Leistungsnoch Entgeltvereinbarungen, so dass die Kosten auf Grundlage vergleichbarer Angebote geschätzt werden mussten. Für die Finanzierung der vor Ablieferung des Schiffes zu leistenden Baupreisraten ergeben sich Zinsbelastungen, die auf Basis des erwarteten Zinsniveaus und den angegebenen Daten zum Zahlungsmodus kalkuliert wurden.55 Die HANSA TREUHAND hat sich bei der Finanzierung der Baupreisraten für einen Währungssplitt entschieden. Um von dem niedrigen Zinsniveau im Bereich des JPY zu profitieren, werden die Raten sowohl in US$ als auch JPY finanziert. Da die Zahlung der Teilraten in US$ erfolgt, steht der Zinsersparnis ein/eine Währungsrisiko/-chance entgegen, das/die bei steigendem oder fallendem Wechselkurs zu tragen kommt. Die Kursverluste bzw. -gewinne gegenüber einer Dollar-Finanzierung werden laut Gesellschaftsvertrag von den Gründungsgesellschaftern übernommen, so dass die Fondsgesellschaft des MS „HS Caribe“ weder vom Kursrisiko betroffen ist noch die Chance auf spekulative Währungsgewinne nutzen kann.56 Der zweite wesentliche Ausgabenblock wird durch die Gründungs-, Anlaufund Platzierungskosten bestimmt, wobei es sich um fondsspezifische Kosten handelt, die vorwiegend als Leistungsvergütung an die Initiatoren gezahlt werden. Die Bezahlung der fondsbedingten Zusatzkosten erfolgt sofort und [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832458843
Arbeit zitieren:
Ahrens, Dorothee Mai 2002: Chancen und Risiken der Schiffsbeteiligungen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Schiffsbeteiligungen, geschlossene Fonds, Kapitalanlagen, Steuerrecht, Investitionsbuchung



