Stock-Options als Baustein im Vergütungssystem für Führungskräfte
Am Beispiel der Dresdner Bank und der Allianz
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Britta Beck
- Abgabedatum: April 2002
- Umfang: 96 Seiten
- Dateigröße: 858,1 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Berufsakademie Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5740-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5740-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5740-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Beck, Britta April 2002: Stock-Options als Baustein im Vergütungssystem für Führungskräfte, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Aktienoptionen, Incentives, Vergütung, Managementvergütung
In den Warenkorb
48,00 €
Diplomarbeit von Britta Beck
Einleitung:
Shareholder Value und Globalisierung sind Begriffe, die das heutige Wirtschaftsgeschehen prägen. Doch was bedeuten sie und welche Veränderungen bringen sie mit sich?
Die Globalisierung als zunehmende Verflechtung der Güter- und Kapitalmärkte spielt nunmehr auch im Bereich der Personalrekrutierung eine stärker werdende Rolle, denn Ländergrenzen verlieren bei der Arbeitsuche qualifizierter Führungskräfte immer mehr an Bedeutung. Aus diesem Grund hat der internationale Wettbewerb um engagiertes und kompetentes Führungspersonal stark zugenommen. Werden allerdings die Verdienstmöglichkeiten fähiger Führungskräfte und andere Rahmenbedingungen betrachtet, steht es um den Standort Deutschland im internationalen Vergleich eher schlecht. Deutsche Unternehmen sind jedoch auf hochqualifiziertes Führungspersonal angewiesen, denn sie sind es, die strategische Entscheidungen treffen und dadurch über Erfolg oder Misserfolg bestimmen.
Um dem zukünftigen Mangel an hochmotivierten und begabten Führungskräften vorzubeugen und im internationalen Wettbewerb um High Potentials konkurrenzfähig zu bleiben, müssen sich deutsche Unternehmen hinsichtlich ihrer Vergütungsstrategien den internationalen Gepflogenheiten anpassen.
Zudem hat sich in den letzten Jahren auch in Deutschland verstärkt die Ausrichtung der Unternehmenspolitik am Shareholder Value durchgesetzt. Dadurch ist die Position der Eigenkapitalgeber gefestigt worden, denn ihre Gunst ist für die Existenz eines Unternehmens unerlässlich, da Kapital benötigt wird, um Investitionen tätigen zu können. Um der bedeutenden Stellung der Aktionäre gerecht zu werden, müssen sämtliche Unternehmensaktivitäten auf ihre Interessen ausgerichtet werden, weshalb die Implementierung eines entsprechenden Anreizsystems für das Management sinnvoll ist.
In dieser Arbeit soll ein solches Anreizsystem vorgestellt werden. Stock-Option Pläne (SOP) werden in der Praxis immer häufiger zur Bewältigung der zu Beginn erwähnten Probleme eingesetzt. Ziel der Arbeit ist die Prüfung der Eignung dieses Vergütungsinstruments.
Richten Führungskräfte ihre Entscheidungen durch das Partizipieren an SOP wirklich vermehrt an den Eigentümerinteressen aus? Unter welchen Voraussetzungen ist die Implementierung von SOP sinnvoll und wie müssen diese Pläne ausgestaltet sein, damit sie die gewünschte Wirkung haben? Es soll untersucht werden, ob in Deutschland die passenden Rahmenbedingungen gegeben sind, um SOP als attraktiven Bestandteil in deutsche Vergütungssysteme zu integrieren und ob deutsche Unternehmen solche Pläne schon erfolgreich umsetzen.
Gang der Untersuchung:
In der Arbeit wird vor allem die Sichtweise der Aktionäre und des Unternehmens betrachtet. Der Blickwinkel des betroffenen Managements wird nur ansatzweise einbezogen, da die Motivation neben der Vergütung durch viele andere Umstände beeinflusst wird, die hier nicht ausführlich betrachtet werden sollen.
Um entscheidende Aussagen über die Eignung von SOP als Vergütungsbestandteil von Führungskräften treffen zu können, ist es notwendig, Begriffe wie Vergütung und Stock-Options zu definieren. Außerdem erscheint es sinnvoll, einen kurzen historischen Abriss über traditionelle Vergütungsstrukturen und moderne Vergütungsansätze für das Management zu geben. Diese Punkte werden im zweiten Kapitel behandelt.
Im dritten Teil der Arbeit wird der Einsatz von Aktienoptionsplänen in der Managementvergütung betrachtet. In diesem Zusammenhang werden in Kapital 3.1 die unterschiedlichen Zielsetzungen für diese Art der Eigenkapitalbeteiligung aufgeführt. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem Shareholder Value Gedanken und der Pricipal-Agent-Beziehung.
Eine entscheidende Rolle beim Erfolg von SOP spielen die Rahmenbedingungen und die Ausgestaltungsmöglichkeiten, worauf in Kapital 3.2 eingegangen wird. Es werden zunächst die verschiedenen Arten von SOP näher erläutert und es wird auf die allgemeinen Anforderungen an wertorientierte Entlohnungssysteme eingegangen. Im weiteren Verlauf werden gesellschafts- und aktienrechtliche Bedingungen und die Ausgestaltungsmerkmale betrachtet.
Um Beispiele zu geben, wie Aktienoptionspläne in der Praxis ausgestaltet sein können und um zu prüfen, ob die theoretischen Erkenntnisse von den Unternehmen umgesetzt werden, wird im vierten Kapital kritisch auf die SOP der Dresdner Bank und der Allianz eingegangen.
Im letzten Abschnitt werden die wichtigsten Aussagen der Arbeit zusammengefasst und es wird ein Ausblick gegeben.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | 4 | |
| Abbildungsverzeichnis | 5 | |
| Tabellenverzeichnis | 6 | |
| 1. | Einleitung | 7 |
| 1.1 | Problemstellung | 7 |
| 1.2 | Ziel der Arbeit | 8 |
| 1.3 | Aufbau der Arbeit | 8 |
| 2. | Definitionen und historische Entwicklung | 9 |
| 2.1 | Definition von Vergütung | 9 |
| 2.2 | Definition von Stock-Options | 10 |
| 2.3 | Von der traditionellen zur modernen Vergütung | 11 |
| 3. | Der Einsatz von Stock-Options in der Managementvergütung | 14 |
| 3.1 | Zielsetzungen von Stock-Option Plänen | 14 |
| 3.1.1 | Allgemeine Ziele der Mitarbeiterbeteiligung | 8 |
| 3.1.2 | Shareholder Value und wertorientierte Unternehmensführung | 17 |
| 3.1.3 | Principal - Agent - Beziehung | 20 |
| 3.2 | Rahmenbedingungen und Ausgestaltungsmöglichkeiten | 23 |
| 3.2.1 | Arten von Stock-Option Plänen | 23 |
| 3.2.2 | Allgemeine Anforderungen an wertorientierte Anreizsysteme | 26 |
| 3.2.3 | Möglichkeiten der Optionsbeschaffung | 28 |
| 3.2.4 | Beschaffung der Aktien | 29 |
| 3.2.4.1 | Erwerb eigener Aktien | 29 |
| 3.2.4.2 | Kapitalerhöhung | 30 |
| 3.2.5 | Inhalte des Hauptversammlungsbeschlusses | 33 |
| 3.2.5.1 | Zweck der Kapitalerhöhung und Festlegung des Ausgabepreises | 33 |
| 3.2.5.2 | Kreis der Bezugsberechtigten | 34 |
| 3.2.5.3 | Erwerbs- und Ausübungszeiträume | 36 |
| 3.2.5.4 | Erfolgsziele | 38 |
| 3.2.6 | Weitere Ausgestaltungsmerkmale | 41 |
| 4. | Die Long-Term-Incentive Pläne der Dresdner Bank AG und der Allianz Group | 43 |
| 4.1 | Der Stock-Option Plan der Dresdner Bank von 1998 | 43 |
| 4.1.1 | Die Dresdner Bank AG | 43 |
| 4.1.2 | Allgemeine Aussagen zum Stock-Option Plan | 44 |
| 4.1.3 | Kreis der Berechtigten | 44 |
| 4.1.4 | Zeichnungs- und Ausübungsfristen | 45 |
| 4.1.5 | Erfolgsziele und Ermittlung des Wandlungspreises | 46 |
| 4.1.6 | Sonstige Ausgestaltungsmerkmale | 47 |
| 4.1.7 | Zusammenfassende Bewertung | 48 |
| 4.2 | Langfristiger Incentive Plan der Allianz 2001 | 49 |
| 4.2.1 | Die Allianz | 49 |
| 4.2.2 | Allgemeine Aussagen zum Long-Term-Incentive Plan | 50 |
| 4.2.3 | Ausübungszeiträume | 52 |
| 4.2.4 | Erfolgsziele | 52 |
| 4.2.5 | Sonstige Ausgestaltungsmerkmale | 54 |
| 4.2.6 | Zusammenfassende Bewertung | 55 |
| 4.3 | Der Long-Term-Incentive Plan nach der Übernahme der Dresdner Bank AG durch die Allianz Group | 56 |
| 4.3.1 | Ziele der Übernahme | 56 |
| 4.3.2 | Der neue Long-Term-Incentive Plan | 57 |
| 5. | Resümee | 58 |
| Literaturverzeichnis | 61 | |
| Internetverzeichnis | 68 | |
| Anhang 1 | Die Entwicklung der Alterspyramide in Deutschland | 70 |
| Anhang 2 | Total Rewards | 71 |
| Anhang 3 | Beteiligungsmodelle für die Belegschaft und für Führungskräfte | 72 |
| Anhang 4 | Die steuerliche Behandlung von Stock-Options | 73 |
| Anhang 5 | Top Ten Banken Europas | 75 |
| Anhang 6 | Top Ten Versicherungen Europas | 76 |
| Anhang 7 | Mitglieder der Allianz Group | 77 |
| Anhang 8 | Position der Allianz Group nach Übernahme der Dresdner Bank | 78 |
| Anhang 9 | Ertragschancen beim LTIP der Allianz | 80 |
| Anhang 10 | Fragebogen zu variabler Vergütung | 81 |
| Anhang 11 | Auswertung des Fragebogens | 83 |
durch diesen Informationsvorsprung einen wirtschaftlichen Vorteil erlangen.220 Diese Tatsache wird von der Öffentlichkeit kritisch betrachtet, obwohl die Ausübung von Aktienoptionen überhaupt keinen Insiderverstoß gemäß Wertpapierhandelsgesetz darstellen kann, da es sich bei diesen Aktienoptionen nicht um Insiderpapiere handelt. Das ist der Fall, weil die Optionen nicht zum Handel am Kapitalmarkt zugelassen sind, was laut § 12 WpHG für Insiderpapiere bezeichnend ist. Vielmehr gelten die nach Ausübung erworbenen Aktien als Insiderpapiere, sodass insiderrechtliche Probleme erst bei Veräußerung eben dieser auftreten können.221 Trotzdem beinhalten viele SOP diese Handelsfenster, die üblicherweise nach Veröffentlichungen wie Jahresabschlüssen und Zwischenberichten, aber auch nach Hauptversammlungen liegen.222 Das Vertrauen der Anleger und die Funktionsfähigkeit des Wertpapiermarktes sollen nicht beeinträchtigt werden. Außerdem haben die begrenzten Ausübungszeiträume den Vorteil, dass der mit der Ausübung verbundene Verwaltungsaufwand reduziert wird.223 [...]
Die Laufzeit des Programms muss nicht durch die Hauptversammlung beschlossen werden, aber in der Praxis sind Laufzeiten zwischen drei und zehn Jahren üblich.215 Optionen können hinsichtlich ihrer Ausübungstermine in den europäischen Typ und den amerikanischen Typ unterteilt werden. Während europäische Optionen erst am Ende der Laufzeit ausgeübt werden können, hat der Optionsinhaber bei der amerikanischen Option das Recht, das innerhalb der gesamten Optionslaufzeit zu tun.216 Aktienoptionen im Rahmen von Beteiligungsprogrammen für Mitarbeiter oder Führungskräfte sind in aller Regel amerikanischen Typs, wobei jedoch die Mindestsperrfrist von zwei Jahren eingehalten werden muss.217 Optionen europäischen Typs stoßen auf wenig Akzeptanz, da sich die Programmteilnehmer geknebelt fühlen, vor allem wenn die SOP eine längere Laufzeit haben.218 Neben der anfänglichen Sperrfrist wird selbst bei Optionen amerikanischen Typs die Ausübung auf bestimmte Zeiträume beschränkt. Dabei handelt es sich um Handelsfenster, die die Aufgabe haben, insiderrechtliche Probleme zu verhindern.219 Mitglieder der Geschäftsführung gehören gemäß § 13 WpHG zu den Primärinsidern, da sie aufgrund ihrer Tätigkeit über Wissen verfügen, welches den anderen Marktteilnehmern nicht zur Verfügung steht. Sie könnten [...]
le hat. Der Aktienkurs kann jedoch hauptsächlich durch die operativen und strategischen Entscheidungen der Geschäftsleitung bestimmt werden, weshalb gerade diese als Teilnehmer von SOP prädestiniert sind.206 In der Praxis kommt es allerdings zunehmend vor, dass alle Mitarbeiter an SOP beteiligt werden. Dieser Trend setzt sich vor allem in Wachstumsunternehmen durch. Dadurch soll das “Wir-Gefühl“ gestärkt und dem negativen Gedanken einer ZweiKlassengesellschaft entgegengewirkt werden.207 Diese Entscheidung muss jedes Unternehmen selbst treffen, denn dieser Punkt hängt maßgeblich von der Zielsetzung des SOP ab. Neben der Entscheidung, wer teilnahmeberechtigt sein soll, muss im Hauptversammlungsbeschluss ebenfalls die Aufteilung der Stock-Options auf die verschiedenen Kreise der Bezugsberechtigten festgelegt werden. Dabei genügt eine prozentuale oder zahlenmäßige Angabe.208 3.2.5.3 ERWERBS- UND AUSÜBUNGSZEITRÄUME Die Hauptversammlung muss auch Entscheidungen über den Erwerbszeitraum treffen, also Beginn und Ende der Möglichkeit, das angebotene Bezugsrecht zu zeichnen.209 Um das Ausnutzen von Insiderwissen zu vermeiden, werden oft die Zeiträume festgelegt, in denen die anderen Marktteilnehmer über aktuelle Unternehmenskennzahlen verfügen.210 Ferner sind von der Hauptversammlung die Ausübungszeiträume zu beschließen. Unter dem Ausübungszeitraum wird die Zeitspanne verstanden, in der die Bezugsrechte ausgeübt und somit die Aktien aus der bedingten Kapitalerhöhung erworben werden können. Um der geforderten Langfristigkeit des Anreizsystems Rechnung zu tragen, gibt das Gesetz eine Mindestwartefrist von zwei Jahren zwischen Optionseinräumung und Optionsausübung vor.211 Meistens ist es vorgesehen, dass die Bezugsrechte verfallen, wenn die Mitarbeiter das Unternehmen während der Sperrfrist verlassen, wodurch sie stärker an das Unternehmen gebunden werden.212 Die Sperrfrist bietet jedoch eine interessante Ausgestaltungsmöglichkeit, die bisher von deutschen Unternehmen nur wenig genutzt wird. Üblich ist, dass nach Ende der Sperre sofort 100 % der Optionen ausgeübt werden können (Cliff Vesting).213 Das wird erfahrungsgemäß auch von der Mehrheit wahrgenommen, da man in Deutschland mit diesem Vergütungsinstrument noch wenig vertraut ist und die meist ambitionierten Erfolgsziele ein zusätz206 207 [...]
In den Warenkorb
48,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832457402
Arbeit zitieren:
Beck, Britta April 2002: Stock-Options als Baustein im Vergütungssystem für Führungskräfte, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Aktienoptionen, Incentives, Vergütung, Managementvergütung



