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Untersuchungen zur Frosteindringung in den Straßenaufbau

Untersuchungen zur Frosteindringung in den Straßenaufbau
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Markus Spiegl
  • Abgabedatum: November 2001
  • Umfang: 109 Seiten
  • Dateigröße: 2,4 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Wien Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5638-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5638-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5638-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Spiegl, Markus November 2001: Untersuchungen zur Frosteindringung in den Straßenaufbau, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Asphaltstraßenbau, Straßenbau, Frost, Frostschäden, Oberbau

Diplomarbeit von Markus Spiegl

Einleitung:

Das Ziel der am Institut für Straßenbau und Straßenerhaltung der Technischen Universität Wien verfassten Diplomarbeit war es, eine Methode zur Berechnung der Frosteindringtiefe in bituminöse Straßenbefestigungen zu finden und die wichtigsten Einflussfaktoren auf die Frosteindringung anhand einer Sensitivitätsanalyse zu ermitteln.

Zu diesem Zweck wurden unterschiedliche Berechnungsmethoden der Frosteindringung, nämlich die Näherungsformel von Behr, die Stefan-Formel, die Berggren-Formel, das Verfahren von Hain, das Wärmedämmschichtprogamm von BASF, das Verfahren nach Brown, die Methode nach Skaven-Haug und die Formel von Pusakow in Bezug auf die notwendigen Eingangsparameter und die Berechnungsergebnisse verglichen. Die nach diesen Methoden ermittelten Frosteindringtiefen in einem Modellaufbau wurden den an einem realen Versuchsaufbau gemessenen gegenübergestellt. Dabei zeigte sich, dass das Berechnungsverfahren von Skaven-Haug das geeignetste ist, weil mit einer geringen und leicht verfügbaren Anzahl an Eingangsdaten eine sehr gute Näherung für die Frosteindringtiefe erzielt werden kann.

Daher wurde diese Methode für eine Sensitivitätsanalyse zur Ermittlung der wichtigsten Einflussfaktoren auf die Frosteindringtiefe angewendet. Die Analyse ergab, dass der Wassergehalt und die Wärmeleitfähigkeit der Straßenbaumaterialien sowie der Frostindex der Luft die Frosteindringtiefe am stärksten beeinflussen, hingegen die Dicke der einzelnen Straßenbauschichten eine untergeordnete Rolle spielt. Die Auswirkungen der oben genannten Einflussfaktoren stellen sich folgendermaßen dar. Ist der Wassergehalt in der unteren Tragschicht und im Untergrund hoch, so resultiert daraus auf Grund des hohen Energieaufwands für das Gefrieren des Wassers eine kleine Frosteindringtiefe. Mit zunehmenden Wassergehalt steigt jedoch die Wärmeleitfähigkeit der verwendeten Straßenbaumaterialien. Ab einem bestimmten Wassergehalt ist der Einfluss der Wärmeleitfähigkeit stärker und der Frost dringt wieder tiefer in den Straßenaufbau ein. Ein ansteigender Frostindex der Luft bewirkt ebenfalls eine größere Frosteindringtiefe. Die Sensitivitätsanalyse hat gezeigt, dass ab einem Frostindex von 100 °C Tagen jeder Straßenoberbau vollständig durchgefroren ist und der Frost in den Unterbau eindringt. Wenn der Straßenoberbau dicker ausgeführt wird, dringt der Frost um annähernd das selbe Maß der Verdickung tiefer in den Untergrund ein. Die Ergebnisse dieser Diplomarbeit können bei der Dimensionierung des Straßenaufbaus zur Abschätzung der Frosteindringtiefe sowohl bei Neubauten, als auch bei Oberbauverstärkungen bestehender Straßen Verwendung finden.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung und Zielsetzung 1
2. Frosteinwirkung im Straßenkörper 2
2.1 Eislinsenbildung 3
2.2 Frosthebungen 4
2.3 Tauschäden 6
3. Berücksichtigung des Frostes in europäischen Straßenbaurichtlinien 8
3.1 Österreich 8
3.2 Schweiz 13
3.3 Frankreich 22
3.4 Deutschland 30
4. Berechnung der Frosteindringung in den Straßenaufbau 37
4.1 Begriffsdefinitionen 37
4.2 Wärmedämmschichtprogramm WDSP 48
4.3 Näherungsformel von Behr 55
4.4 Näherungsformel nach Hain 59
4.5 Beziehung nach Brown 65
4.6 Stefan-Formel 66
4.7 Berggren-Formel 67
4.8 Methode nach Skaven-Haug 69
4.9 Methode von Pusakow 72
4.10 Vergleich der Berechnungsmethoden 72
5. Sensitivitätsanalyse zur Ermittlung der Einflussfaktoren auf die Frosteindringtiefe 83
5.1 Gewählter Modellaufbau 83
5.2 Frostindex und Schichtdicke 84
5.3 Wassergehalt und Wärmeleitfähigkeit 86
5.4 Kombination aller Einflussfaktoren 90
5.5 Schlussfolgerung 92
6. Zusammenfassung 93
Literaturliste 96
Anhang 99

Automatisiert erstellter Textauszug:

Der Frostindex gibt die Strenge der Frostperiode bzw. Kälteperiode an. Er ist als Differenz zwischen Maximum und Minimum der Temperatursummenkurve einer Kälteperiode definiert. Eine Frostperiode ist die Zeitspanne, in der die mittlere Tagestemperatur immer kleiner Null ist. Die Kälteperiode ist als Zeitraum mehrerer aufeinander folgender Frostperioden definiert. Zwischen den einzelnen Frostperiode darf es zu keinem durchgreifenden Auftauen kommen (siehe Abbildung 4.1). In Deutschland und Österreich werden Frostperioden dann als zusammenhängend angesehen, wenn sie nicht durch mehr als zwei aufeinanderfolgende Plusgradtage unterbrochen werden. Im Gegensatz dazu gibt es in Frankreich und in Holland als Kriterium für die Dauer einer Frostperiode einen Tauindex (TI). Dieser Tauindex ergibt sich als Summe der mittleren Tagestemperaturen während einer Tauperiode. Sollte der TI zwischen zwei Frostperioden größer als der FI der vorangegangen sein, dann müssen sie als zwei getrennte betrachtet werden. [...]

Die Geschwindigkeit und die Tiefe der Frosteindringung wird insbesonders von der Ganglinie der Luft- bzw. Oberflächentemperatur der Straße beeinflusst. Für Berechnungen zur Frosteindringung wird üblicherweise die Lufttemperatur der Oberflächentemperatur gleichgesetzt, obwohl genaugenommen diese nicht mit der Straßenoberfläche übereinstimmt. Das Verhältnis der Lufttemperatur und der Oberflächentemperatur variiert bei Frosteinwirkung, je nach den vorherrschenden Wetterbedingungen. Einen sehr starken Einfluss haben die Strahlungsbedingungen, sowie die Wind- und die Schneeverhältnisse seitlich der Straße. Untersuchungen der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen in Deutschland geben das Verhältnis von Luft- zur Straßenoberflächentemperatur zwischen 0,6 und 1,0 an [5]. Aus Messungen an 8 deutschen Wetterstationen geht hervor, dass bei länger anhaltenden Kälteperioden mit einem Verhältnis TL : TO von 0,8 gerechnet werden kann. Demnach ist bei Frosteinwirkung die Temperatur an der Straßenoberfläche um rund 20% höher, als die der Luft. Die Oberflächentemperatur der Straße beeinflusst die thermophysikalischen Momentaneigenschaften der Straßenbaustoffe und damit auch die Frosteindringung in die Straßenbefestigung. [...]

In Deutschland sind Richtwerte für die Mindestdicke des frostsicheren Straßenaufbaus auf einem frostgefährdeten Untergrund festgelegt. Diese Mindestdicken sind in Abhängigkeit der örtlichen Randbedingungen wie Frosteinwirkungszone, Lage der Gradiente usw. zu erhöhen oder zu verringern. Eine ähnliche Überlegung stellten Litzka und Chlan für den Straßenbau in Österreich an [35]. Die Standardaufbauten für den Straßenoberbau gemäß RVS 3.63 sind unter Berücksichtigung der verminderten Untergrundtragfähigkeit in der Frühjahrstauperiode für mittlere klimatische Verhältnisse dimensioniert. Bei strengeren klimatischen Bedingungen sind bei frostempfindlichem Untergrund zur Vermeidung von Frost- und Tauschäden zusätzliche Maßnahmen erforderlich, wie eine Vergrößerung der Dicke des frostsicheren Straßenaufbaues (siehe Tabelle 3.17) [35]. Diese Überlegungen wurden jedoch bisher nicht in die österreichische Straßenbaurichtlinie aufgenommen. FI (°C⋅d) [...]

Arbeit zitieren:
Spiegl, Markus November 2001: Untersuchungen zur Frosteindringung in den Straßenaufbau, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Asphaltstraßenbau, Straßenbau, Frost, Frostschäden, Oberbau

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