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Der Aussagegehalt von Kapitalflussrechnungen im Rahmen der Jahresabschlussanalyse

Der Aussagegehalt von Kapitalflussrechnungen im Rahmen der Jahresabschlussanalyse
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Alexander Bauer
  • Abgabedatum: März 2002
  • Umfang: 69 Seiten
  • Dateigröße: 578,2 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Johannes Gutenberg-Universität Mainz Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5546-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5546-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5546-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Bauer, Alexander März 2002: Der Aussagegehalt von Kapitalflussrechnungen im Rahmen der Jahresabschlussanalyse, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Liquiditätsananlyse, Unternehmensbewertung, Cash Flow, DRS 2

Diplomarbeit von Alexander Bauer

Einleitung:

Gemäß § 264 Abs.2 HGB hat der Jahresabschluss einer Kapitalgesellschaft (Konzernabschluss analog § 297 Abs.2 Satz 2 HGB) „ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ... zu vermitteln“. Neben der Bilanz als Darstellung der Vermögenslage und der GuV als Darstellung der Ertragslage sollen durch die Publizierung einer Kapitalflussrechnung (KFR) in erster Linie Informationen über die Finanzlage gegeben werden. Dies geschieht durch einen verbesserten Einblick in die Investitions- und Finanzierungstätigkeiten der Unternehmung und deren Auswirkungen auf die Liquidität.

Im Rahmen der Liquiditätsanalyse soll sie neben den statischen Kennzahlen wie z.B. den Deckungsrelationen eine dynamische Analyse der Zahlungsströme im Unternehmen ermöglichen.

In Deutschland sind Unternehmen zur Aufstellung einer KFR durch § 297 Abs.1 Satz 2 HGB explizit verpflichtet. Er bezieht sich jedoch nur auf börsennotierte Mutterunternehmen. Die Aufstellungs- und Gliederungsformen regelt der DRS 2, welcher inhaltlich aus der Stellungnahme HFA 1/1995 des IDW entstand. Er stellt die Basis dieser Arbeit dar.

Eine weitere Verpflichtung zur Aufstellung einer KFR entsteht durch den § 292a HGB (KapAEG), wonach ein Mutterunternehmen auch einen befreienden Konzernabschluss nach IAS oder US-GAAP aufstellen kann. Auch nach diesen Standards ist die Aufstellung einer KFR verpflichtend und in IAS 7 und SFAS No.95 geregelt. Der DRS 2 ist mit deren Anforderungen kompatibel.

Gang der Untersuchung:

Im Rahmen der Arbeit werden zuerst die Möglichkeiten einer externen Erstellung einer KFR aus den veröffentlichten Jahresabschlussdaten dargestellt. Dies ist notwendig, falls keine KFR publiziert wird (werden muss). Hierbei wird auch detailliert auf die dabei auftretenden Probleme eingegangen, sowie auf die Systematik und Darstellungsmöglichkeiten einer KFR.

Daran anschliessend werden ausführlich die Interpretationsmöglichkeiten und aus einem solchen Rechenwerk ableitbare Kennzahlen erarbeitet (s. Inhaltsverzeichnis).

Abschliessend werden noch auf einer KFR basierende Verfahren der Unternehmensbewertung erörtert.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis IV
1. Einleitung 1
2. Erstellung und Erscheinungsformen von Kapitalflussrechnungen 2
2.1 Erstellung von Kapitalflussrechnungen 2
2.1.1 Originäre vs. derivative Ermittlung 2
2.1.2 Die Beständedifferenzenbilanz 4
2.1.3 Die Veränderungsbilanz 4
2.1.4 Die Bewegungsbilanz 4
2.1.5 Erweiterung der Bewegungsbilanz zur Kapitalflussrechnung 5
2.1.5.1 Einbeziehung der Kontenumsätze 5
2.1.5.2 Einbeziehung der Gewinn- und Verlustrechnung 5
2.1.5.3 Saldierung der zahlungsunwirksamen Vorgänge 7
2.1.5.4 Die Ausgliederung eines Finanzmittelfonds 7
2.1.6 Besonderheiten einer Konzernkapitalflussrechnung 8
2.1.6.1 Ableitung der Konzernkapitalflussrechnung 8
2.1.6.2 Änderung des Konsolidierungskreises 9
2.1.6.3 Währungsumrechnung 10
2.2 Erscheinungsformen von Kapitalflussrechnungen 11
2.2.1 Kontoform vs. Staffelform 11
2.2.2 Die Gliederung 11
2.2.3 Direkte vs. indirekte Darstellung 12
2.2.4 Sonderausweis des Jahres-Cash-Flow nach DVFA/SG 13
2.2.5 Sonderausweis des EBITDA 14
3. Bilanzanalytische Probleme bei der externen Erstellung 15
3.1 Saldierung der erweiterten Bewegungsbilanz 15
3.2 Zuordnungsprobleme bestimmter Zahlungsströme zu den betrieblichen Bereichen 17
3.2.1 Zinsen und Dividenden 17
3.2.2 Ertragsteuern 18
3.2.3 Forderungen und Verbindlichkeiten 18
3.3 Der Jahres-Cash-Flow nach DVFA/SG 19
4. Analyse und Aussagegehalt einer Kapitalflussrechnung 20
4.1 Aussageziele einer Kapitalflussrechnung 20
4.2 Die Analyse der einzelnen Bereiche der Kapitalflussrechnung 22
4.2.1 Der Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 22
4.2.2 Der Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit 24
4.2.3 Der Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit 25
4.2.4 Der Finanzmittelfonds 26
4.2.5 Exkurs: Das Lebenszykluskonzept als Interpretationshilfe 27
4.3 Der Cash-Flow nach DVFA/SG 28
4.3.1 Aussagegehalt des Cash-Flow nach DVFA/SG 28
4.3.2 Beispiel zur Analyse 29
4.4 Kennzahlenanalyse der Kapitalflussrechnung 32
4.4.1 Kennzahlen zur Analyse der Innenfinanzierungskraft 32
4.4.1.1 Der Investitionsgrad 32
4.4.1.2 Wachstumsquote und Bruttoinvestitionen 33
4.4.1.3 Exkurs: Die Portfoliobetrachtung 35
4.4.1.4 Mandatory funds flow 36
4.4.1.5 Discretionary funds flow 37
4.4.2 Kennzahlen zur Analyse der Verschuldungsfähigkeit 38
4.4.2.1 Der dynamische Verschuldungsgrad 38
4.4.2.2 Die Cash-Burn-Rate 39
4.4.3 Kennzahlen zur Analyse der Ergebnisqualität 40
4.4.3.1 Quality of Earnings 40
4.4.3.2 Die Finanzierungspolitik 42
4.4.4 Kennzahlen zur Analyse der Rentabilität 43
4.4.4.1 Die Umsatzrentabilität 43
4.4.4.2 Free-Cash-Flow-Raten 43
4.5 Ansätze zur Bestimmung und Analyse des Unternehmenswertes 45
4.5.1 Das Discounted Cash-Flow-Verfahren 45
4.5.2 Das Ertragswertverfahren 49
4.5.3 Die Wertlückenanalyse 51
4.5.4 Bruttomarktwert und Free-Cash-Flow-Multiple 51
5. Fazit und Ausblick 53
Anhang 56
Literaturverzeichnis 61

Automatisiert erstellter Textauszug:

einbezogen werden.68 Dies ist insofern vorteilhaft, da er von den jährlichen Schwankungen dieser Posten nicht beeinflusst wird und er somit eine nachhaltigere Aussage bzgl. der Innenfinanzierungskraft des Unternehmens gibt. Sein Nachteil liegt indes darin, dass auch zahlungsnahe Erträge und Aufwendungen enthalten sind und so die Verbindung zur Liquidität leidet. Doch sein Sonderausweis in Verbindung mit dem zahlungsorientierten Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit und dem Fonds „cash and cash equivalents“ eröffnet weitere Analysemöglichkeiten.69 Falls das Unternehmen freiwillig einen Cash-Flow nach DVFA/SG publiziert und darüber hinaus seine Ermittlung im Einzelnen darstellt, so wäre der externe Analyst in der Lage, die ungewöhnlichen zahlungswirksamen ao Posten aus der Überleitung vom Jahres-Cash-Flow zum Cash-Flow nach DVFA/SG zu identifizieren.70 Sie könnten dann bezüglich ihrer Nachhaltigkeit beurteilt werden. Haben diese Korrekturen einen großen Umfang und werden sie nicht auf ihre verursachenden Vorgänge aufgeschlüsselt, so hat das Unternehmen hier einen erheblichen Gestaltungsspielraum.71 Eine tiefergehendere Analyse einer KFR unter Zuhilfenahme des Cash-Flow nach DVFA/SG wird nun anhand eines Beispiels erläutert. [...]

Investitionen (Erweiterungs-, Wachstums- und Rationalisierungsinvestitionen) ab. In der Degenerationsphase werden Kapazitäten abgebaut. Die durch Desinvestitionen zufließenden Mittel übersteigen i.d.R. die (Erhaltungs-)Investitionen, so dass der Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit positiv ausfällt. Der operative Cash-Flow sowie die Gewinne gehen langsam zurück. Die positiven Mittelzuflüsse dieser beiden Bereiche tragen zur Tilgung von Verbindlichkeiten und zur Ausschüttung an die Eigner bei. Bei der Zuordnung eines Unternehmens zu einer der Phasen ist zu beachten, dass ein Unternehmen i.d.R. mehrere Produkte bzw. Segmente hat, die sich in unterschiedlichen Lebenszyklusphasen befinden. Es muss also die durchschnittliche Positionierung der gesamten Unternehmung oder auch der gesamten Branche im Rahmen dieses Modells berücksichtigt werden. So befinden sich beispielsweise Gentechnologieunternehmen eher in der Wachstumsphase, Stahl- oder Textilunternehmen eher in der Degenerationsphase. Unternehmen aus dem Versorgerbereich, wie z.B. Tabak oder Erfrischungsgetränke, befinden sich dagegen eher in der Reifephase, in welcher sie sich durch Marketing auch lange halten können. Diese Zuordnungen sind also im Einzelfall zu entscheiden und abzuwägen. Allgemeingültige Aussagen können aber auch aus diesem Schema nur begrenzt gewonnen werden. Es kann jedoch bei plausibler Zuordnung wertvolle Anhaltspunkte für eine tiefergehende Analyse liefern. [...]

4.2.5 Exkurs: Das Lebenszykluskonzept als Interpretationshilfe Aufgrund der vielfältigen möglichen Konstellationen können bei der Analyse der Teilbereiche der KFR sowie deren Interdependenzen meist keine allgemeingültigen Interpretationsschemata aufgestellt werden. Die Interpretation der KFR ist abhängig von der jeweiligen Unternehmenssituation. Das aus dem Marketing und dem strategischen Management bekannte Lebenszykluskonzept für Produkte kann nun typisierend auf Unternehmen übertragen werden.67 In der Einführungsphase, d.h. bei Start-up Unternehmen, sind i.d.R. der Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit sowie aus der Investitionstätigkeit negativ. Lagerbestände und Produktionskapazitäten müssen aufgebaut werden. Die Kapitalintensität sowie die Lagerhaltungspolitik des Unternehmens bestimmen dabei die (negative) Höhe der Cash-Flows. Es benötigt in dieser Phase i.d.R. einen positiven Zahlungsmittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit. Dort kann auch erkannt werden, aus welchen Quellen (z.B. mit langfristigen Krediten) sich das Unternehmen finanziert hat. In der Wachstumsphase erwirtschaftet das Unternehmen allmählich Gewinne. Da jedoch weiterhin Kapazitäten und Lagerbestände aufgebaut werden, bleiben die Cash-Flows aus dem operativen sowie dem Investitionsbereich weiterhin negativ. In der Reifephase lässt das Wachstum allmählich nach. Der (nun positive) operative Cash-Flow trägt zur Deckung von (Erhaltungs-)Investitionen und zur Tilgung von Verbindlichkeiten bei. Bei besonders kapitalintensiven Unternehmen übersteigt der operative Cash-Flow den Gewinn um ein Vielfaches. Grund hierfür sind in erster Linie die Abschreibungen. Ob und wann der Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit positiv wird, hängt von der Kapitalintensität und Nutzungsdauer der Erhaltungsinvestitionen sowie vom Umfang der anderen [...]

Arbeit zitieren:
Bauer, Alexander März 2002: Der Aussagegehalt von Kapitalflussrechnungen im Rahmen der Jahresabschlussanalyse, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Liquiditätsananlyse, Unternehmensbewertung, Cash Flow, DRS 2

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