Die Bedeutung des Risikomanagements für die Beschaffungs- und Produktionslogistik
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Emil Bayer
- Abgabedatum: März 2002
- Umfang: 99 Seiten
- Dateigröße: 1,8 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Frankfurt am Main - University of Applied Sciences Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5400-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5400-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5400-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Bayer, Emil März 2002: Die Bedeutung des Risikomanagements für die Beschaffungs- und Produktionslogistik, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Kontrag, Logistik
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Diplomarbeit von Emil Bayer
Einleitung:
Die zunehmende Dynamik der Weltmärkte, die Globalisierung und die rasche Weiterentwicklung von Technologien im Internetzeitalter stellen die Unternehmen vor neue und sich ständig verändernde Herausforderungen. Einerseits bietet dies zahlreiche Chancen und Möglichkeiten, andererseits erwachsen aus dieser Entwicklung auch Risiken. So werden z.B. die Produkt- und Innovationszyklen immer kürzer, was eine schnelle Produktentwicklung voraussetzt. Wenn die Planungs- und Entwicklungsprozesse dabei nicht den neuen Gegebenheiten angepasst werden, kann diese schnelle Produktentwicklung eine gleichzeitig einhergehende steigende Fehleranfälligkeit verursachen. Im weiteren ist zu erkennen, das einerseits eine kundenorientierte Fertigung immer mehr Bedeutung erlangt, was durch die Berücksichtigung kundenspezifischer Anforderungen die Planbarkeit der Produktionsprozesse erschweren und u.U. durch komplexere Produktionsabläufe und erhöhte Rüstzeiten eine Verlängerung der Durchlaufzeiten bedeuten kann. Andererseits wird die vom Kunden akzeptierte Lieferzeit am Markt immer kürzer. Durch den internationalen Wettbewerb wird der Druck auf die Unternehmen verstärkt, die Kosten zu senken, was z.B. durch Global Sourcing, Verlagerung der eigenen Produktion ins Ausland oder Outsourcing erreicht werden soll. Durch den Einsatz dieser Strategien entstehen aber nicht unerhebliche Probleme durch internationale Verflechtungen und Abhängigkeiten von Vorlieferanten und Beschaffungsmärkten.
Aber nicht nur externe, sondern auch interne Veränderungen wie neue Organisationsstrukturen und neue Prozessabläufe können den Unternehmen dabei Probleme bereiten und Ursache neuer Risiken sein. Immer mehr Unternehmen sind sich dieser Problematik bewusst und erkennen, dass eine systematische Identifikation und Handhabung dieser Risiken von immenser Bedeutung ist. Allerdings wird auch deutlich, das bezüglich des Umgangs mit Risiken bei vielen Unternehmen eine Hilflosigkeit vorherrscht. So hat z.B. eine Umfrage von Arthur Andersen ergeben, dass von 160 am Nemax und Smax notierten Unternehmen, alle Befragten das Risikomanagement für wichtig erachten. In der gleichen Umfrage stellte sich allerdings heraus, das nur eine verschwindend geringe Anzahl der Unternehmen sich auch ernsthaft mit der Einrichtung eines solchen Risikomanagementsystems befassen.
Gerade vor dem Hintergrund des Inkrafttretens des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) zum 01.05.1998 ist dies sehr verwunderlich, da dieses Gesetz mit dem Ziel zur Verbesserung des Überwachungssystems zur frühzeitigen Erkennung und Handhabung von Unternehmensrisiken für Kapitalgesellschaften eingeführt wurde.
Es besteht also dringender Handlungsbedarf das von vielen gewünschte, aber nur von wenigen eingesetzte Risikomanagement näher zu betrachten und in die Praxis umzusetzen. Ziel dieser Arbeit ist es, den Themenbereich des Risikomanagements und insbesondere dessen Bedeutung für die logistischen Bereiche der Beschaffungs- und Produktionslogistik näher zu betrachten. Es soll im weiteren dargestellt werden, welche Risiken in der Beschaffung und der Produktion vorherrschen und welche Maßnahmen zu deren Handhabung ergriffen werden können.
Inhaltsverzeichnis:
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | IV | |
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | VI | |
| 1. | EINLEITUNG | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Gang der Untersuchung | 2 |
| 2. | GRÜNDE FÜR DEN EINSATZ EINES RISIKOMANAGEMENT-SYSTEMS | 4 |
| 2.1 | Gesetzliche Anforderungen durch das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) | 4 |
| 2.2 | Kundenspezifische Anforderungen am Markt | 6 |
| 2.3 | Risikomanagement als unternehmenswertsteigender Faktor | 8 |
| 3. | BEGRIFFLICHE DEFINITIONEN UND ABGRENZUNGEN | 11 |
| 3.1 | Risiko und Ungewissheit | 11 |
| 3.2 | Zusammenhang zwischen Risiko und Chance | 15 |
| 4. | GRUNDLAGEN DES RISIKOMANAGEMENTS | 16 |
| 4.1 | Der Begriff des Risikomanagements | 16 |
| 4.2 | Die Risikomanagementorganisation | 17 |
| 4.2.1 | Risikopolitische Grundsätze durch die Geschäftsleitung | 17 |
| 4.2.2 | Risikomanagement-Abteilung | 18 |
| 4.2.3 | Risikomanagement in den Unternehmensbereichen | 19 |
| 4.2.4 | Internes Überwachungssystem (IÜS) | 20 |
| 4.3 | Der Risikomanagementprozess | 23 |
| 4.3.1 | Festlegung einer Risikostrategie | 23 |
| 4.3.2 | Risikoanalyse | 24 |
| 4.3.2.1 | Risikoidentifikation | 24 |
| 4.3.2.2 | Risikobewertung | 27 |
| 4.3.3 | Risikohandhabung | 29 |
| 4.3.3.1 | Risikovermeidung | 29 |
| 4.3.3.2 | Risikoverminderung | 30 |
| 4.3.3.3 | Risikoüberwälzung | 30 |
| 4.3.3.4 | Risikoübernahme | 31 |
| 4.3.4 | Kontrolle der umgesetzten Risikomanagementmaßnahmen durcheinen Soll-Ist-Vergleich | 32 |
| 4.3.5 | Risikomanagement als dynamischer und kontinuierlicher Prozess | 34 |
| 5. | BEDEUTUNG DES RISIKOMANAGEMENTS FÜR LOGISTISCHE TEILFUNKTIONEN | 36 |
| 5.1 | Risiken und Störungspotentiale in der Logistik | 36 |
| 5.2 | Übersicht über Ursachen- und Wirkungszusammenhänge von Risiken und Störungen bei logistischen Beschaffungs- und Produktionsprozessen | 38 |
| 5.3 | Interdependenzen zwischen Beschaffung und Produktion | 42 |
| 5.4 | Risiken in der Beschaffung und der Produktion | 45 |
| 5.4.1 | Das Fehlmengenrisiko | 45 |
| 5.4.1.1 | Der Begriff des Fehlmengenrisikos | 45 |
| 5.4.1.2 | Ursachen des Fehlmengenrisikos | 46 |
| 5.4.1.3 | Wirkungen des Fehlmengenrisikos | 49 |
| 5.4.1.4 | Strategien zur Handhabung des Fehlmengenrisikos | 50 |
| 5.4.1.4.1 | Risikovermeidung | 50 |
| 5.4.1.4.2 | Risikoverminderung | 51 |
| 5.4.1.4.3 | Risikoüberwälzung | 53 |
| 5.4.1.4.4 | Risikoübernahme | 54 |
| 5.4.2 | Das Bedarfsrisiko | 55 |
| 5.4.2.1 | Der Begriff des Bedarfsrisikos | 55 |
| 5.4.2.2 | Ursachen des Bedarfsrisikos | 57 |
| 5.4.2.3 | Wirkungen des Bedarfsrisikos | 59 |
| 5.4.2.4 | Strategien zur Handhabung des Bedarfsrisikos | 61 |
| 5.4.2.4.1 | Risikovermeidung | 61 |
| 5.4.2.4.2 | Risikoverminderung | 61 |
| 5.4.2.4.3 | Risikoüberwälzung | 63 |
| 5.4.2.4.4 | Risikoübernahme | 63 |
| 5.4.3 | Das Qualitätsrisiko | 64 |
| 5.4.3.1 | Der Begriff des Qualitätsrisikos | 64 |
| 5.4.3.2 | Ursachen des Qualitätsrisikos | 65 |
| 5.4.3.3 | Wirkungen des Qualitätsrisikos | 68 |
| 5.4.3.4 | Strategien zur Handhabung des Qualitätsrisikos | 70 |
| 5.4.3.4.1 | Risikovermeidung | 70 |
| 5.4.3.4.2 | Risikoverminderung | 70 |
| 5.4.3.4.3 | Risikoüberwälzung | 72 |
| 5.4.3.4.4 | Risikoübernahme | 73 |
| 5.5 | Risikomanagement als Hilfsmittel zur Verbesserung der Prozessbeherrschung | 74 |
| 6. | FAZIT UND AUSBLICK | 76 |
| LITERATURVERZEICHNIS | VII | |
| EHRENWÖRTLICHE ERKLÄRUNG | XVII |
das Wareneingangslager des eigenen Unternehmens durchzuführen.203 Aus den Aufgaben der Beschaffungslogistik wird bereits deutlich, dass schon geringe Abweichungen bezüglich der geplanten oder vorgegebenen Kosten, der Termine, der Materialmengen oder auch der Materialqualität sowohl auf die unternehmenseigenen Produktions- und Absatzvorgänge als auch auf Unternehmensbereiche des Abnehmers negative Auswirkungen haben können. Gerade die industrielle Serienfertigung ist aufgrund der engen Integration aller Fertigungsstufen und der Verkettung weiter Abschnitte des Produktionsprozesses gegenüber Störungen in der Materialversorgung besonders anfällig.204 Dabei ist gleichzeitig zu beobachten, dass die Anforderungen an die Leistungsfähigkeit von Unternehmen oder auch ganzen Supply Chains hinsichtlich zu erstrebender Kostensenkungen und Lieferzeitverkürzungen bei gleichbleibend hohen Qualitätsansprüchen ansteigend sind. Auf der anderen Seite stehen die Unternehmen durch Beschaffungsstrategien wie dem Global Sourcing, durch eine geforderte hohe Variantenvielfalt und durch langfristige Preisvereinbarungen und Abnahmeverpflichtungen einer wachsenden Zahl an potentiellen Risiken gegenüber. Zusammenfassend kann also festgestellt werden, dass den gestiegenen Anforderungen an die Versorgungssicherheit ein erhöhtes Beschaffungsrisiko gegenüber steht.205 Aber auch im Bereich der Produktionslogistik sind zahlreiche potentielle Risiken vorhanden, die mitunter erhebliche Auswirkungen auf nachfolgende Unternehmenseinheiten oder unternehmensexterne Kunden haben können. Im Rahmen der Produktionslogistik werden die Material-, Waren- und Informationsflüsse vom Wareneingangslager in die Produktionseinheiten bis hin zum Warenausgangslager geplant, gesteuert und kontrolliert.206 Von zentraler Bedeutung ist hierbei der mehrstufige Transformationsprozess, bei dem unter Einsatz von menschlicher Arbeitsleistung und Betriebsmitteln Werkstoffe zu einem gewünschten Endprodukt transformiert werden.207 Dabei sollten nicht nur die potentiellen Störungen im eigentlichen Produktionsprozess, die z.B. durch den Ausfall von Maschinen [...]
Untersuchung der Risiken entlang der Wertschöpfungskette erforderlich.196 Dabei wird zumeist im Rahmen des operativen Risikomanagements die Kenntnis der Bereichs- bzw. Prozessverantwortlichen (der sog. Risk-Owner) über die jeweiligen Geschäftsprozesse genutzt, um eine möglichst präzise Analyse der Einzelrisiken zu ermöglichen.197 Auf die hierbei zu verwendenden Methoden und Hilfsmittel, wie z.B. die FMEA, ist bereits im Verlaufe dieser Arbeit eingegangen worden.198 Allerdings besteht bei dieser Vorgehensweise die Gefahr, dass die Geschäftsbereichsleiter nur die zu ihrem Verantwortungsbereich gehörenden Risiken erfassen,199 und bereichsübergreifende Ursachen oder Auswirkungen der Risiken nicht in ausreichendem Maße oder im schlimmsten Fall gar nicht berücksichtigt werden. Diesem Problem kann durch die Zuordnung der Verantwortlichkeit für solche geschäftsbereichsübergreifenden Risiken an eine bestimmte organisatorische Einheit, wie z.B. der Risikomanagementabteilung, entgegnet werden.200 Besonders auf der Ebene der beschaffungslogistischen und produktionslogistischen Prozesse werden die Verflechtungen und Ursachen- und Wirkungszusammenhänge einzelner Risiken auf andere betriebliche Bereiche oder nachgelagerte Unternehmen der Wertschöpfungskette deutlich. Aufgabe der Beschaffung ist die termingerechte und kostenminimale Bereitstellung der zur Fertigung notwendigen Produktionsfaktoren, wie z.B. Materialien und Dienstleistungen in der erforderlichen Qualität und Menge.201 Dabei umfasst der Beschaffungsvorgang sämtliche Abläufe von der Anforderungsbearbeitung der Bestellaufträge über die Bestellrechnung, die Angebotseinholung und -bewertung, die Lieferantenauswahl, die Bestellfreigabe und -überwachung bis hin zum Wareneingang und der Rechnungsprüfung.202 Definitionsgemäß ist in den beschaffungslogistischen Prozessen damit die Planung, Steuerung und Kontrolle aller Material- und Warenflüsse und der dazugehörigen Informationsflüsse von den verschiedenen Lieferanten bis in [...]
systemen nicht um eine völlig neuartige Erfindung handelt. Im weiteren wird klar, dass die Implementierung eines Risikomanagementsystems deshalb nicht zwangsläufig mit einem erheblichen zusätzlichen finanziellen Aufwand verbunden ist.191 Vielmehr sollten bestehende Systeme und Prozesse in den Risikomanagementprozess integriert werden. So überschneiden sich Risikomanagementsysteme z.B. auch mit Qualitätsmanagementsystemen und nutzen dabei auch teilweise dieselben Methoden.192 Dabei scheint die Forderung nach der Einrichtung eines systematischen Risikomanagements gerade auch für den Beschaffungs- und Produktionsbereich von Unternehmen von hoher Bedeutung. Denn in nahezu allen Branchen ist ein Trend zur Verringerung der Produktionstiefe zu erkennen, was zu einer Verlagerung von Wertschöpfungsanteilen innerhalb der Supply Chain zu vorgelagerten Zulieferern führt.193 Durch die Konzentration auf Kernkompetenzen und verstärktes Outsourcing soll die Flexibilität und die Wirtschaftlichkeit des eigenen Unternehmens verbessert werden.194 Andererseits entstehen durch diese engen Verflechtungen aber auch starke Abhängigkeiten von den Zulieferern und somit auch Risiken für den eigenen Wertschöpfungsanteil. Daher wird im folgenden Abschnitt auf die bereichsübergreifende Zusammenhänge bei Beschaffungs- und Produktionsprozessen eingegangen. [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832454005
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