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Zusammenhang zwischen praktizierter Landwirtschaft und Ernährungssituation einer Bevölkerung

Am Beispiel der Dörfer Bayangam und Mamovo, Kamerun

Zusammenhang zwischen praktizierter Landwirtschaft und Ernährungssituation einer Bevölkerung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Valerie Lehmann-Horn
  • Abgabedatum: Juni 2000
  • Umfang: 160 Seiten
  • Dateigröße: 14,9 MB
  • Note: 1,4
  • Institution / Hochschule: Technische Universität München Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5351-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5351-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5351-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Lehmann-Horn, Valerie Juni 2000: Zusammenhang zwischen praktizierter Landwirtschaft und Ernährungssituation einer Bevölkerung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: nutrition, Lateritböden, Gesundheit, Einkommen, Gemüse

Diplomarbeit von Valerie Lehmann-Horn

Einleitung:

Um der Frage nach dem Zusammenhang zwischen praktizierter Landwirtschaft und der Ernährungssituation einer Bevölkerung nachzugehen, wurden für diese Arbeit zwei Dörfer in der Provinz West Kameruns ausgewählt. Sie unterscheiden sich in Höhenlage, Klima, Boden, Ethnie und Religion.

Das eine Dorf, Bayangam, liegt auf einem Gebirgszug mit kargen Lateritböden. Die Bewohner gehören zum Volk der Bamiléké und sind größtenteils Christen. Das andere Dorf, Mamovo, liegt in den weiten ebenen eines fruchtbaren Vulkangebietes. Die Bewohner gehören zum Volk der Bamoun und sind größtenteils Muslime. Die Voraussetzungen für die Landwirtschaft waren also in Mamovo viel besser, als in Bayangam.

Mit Hilfe von Umfragen und notierten Tagesrationen und Einkaufslisten wurde die Situation der Dorfbewohner in Bezug auf Landwirtschaft, Gesundheit, Ernährung und Einkommen untersucht. Da die Verfasserin die Untersuchungen allein durchgeführt hat, musste die Anzahl der Stichproben so begrenzt bleiben, dass sie keinen statistisch gesicherten Aussagewert haben. Aufgrund der deutlichen Unterschiede zwischen beiden Dörfern und der während des insgesamt sechsmonatigen Aufenthaltes erworbenen Einsicht in die dortigen Lebensverhältnisse kann trotzdem ein eindeutiges Ergebnis gefolgert werden: Eine erfolgreiche Landwirtschaft ist unter den hier vorliegenden oder ähnlichen Verhältnissen auf Dauer ein besserer Garant für eine ausreichende Ernährung als dies durch anderweitige Arbeit erreicht werden könnte. Dies liegt nicht nur an den Möglichkeiten der Selbstversorgung, sondern auch v.a. am krisenfesten Einkommen, das die Landwirtschaft bietet. Besonders der Anbau von Gemüse ist ein lukratives Geschäft und gleichzeitig für die Ernähung von großer Wichtigkeit.

Die persönliche Motivation dieses Thema zu bearbeiten, entstand durch die Bekanntschaft mit einem an Rachitis erkrankten Kind aus Bayangam. Die Frage nach den Ursachen dieser Mangelkrankheit führte unweigerlich zu der Frage nach der Landwirtschaft und Ernährungssituation in Bayangam.

Inhaltsverzeichnis:

1. Ziel und Methode 1
1.1 Allgemeines über den Zusammenhang zwischen praktizierter Landwirtschaft und Ernährungssituation einer Bevölkerung 1
1.2 Ziel der Arbeit 1
1.3 Vorgehensweise 1
1.4 Besondere Schwierigkeiten bei der Umfrage 2
2. Kamerun - kurz vorgestellt 4
2.1 Geographie 4
2.2 Geschichte 5
2.2.1 Nördliche Gebiete 5
2.2.2 Südliche Gebiete 6
2.2.3 Kolonialzeit 7
2.3 Politik 8
2.4 Wirtschaft 9
2.4.1 Allgemeine Entwicklung 9
2.4.2 Landwirtschaft 10
2.4.3 Industrie 10
2.4.4 Aktuelle Daten 11
3. Die Provinz West 16
3.1 Das Land der Bamiléké 16
3.2 Das Land der Bamoun 17
4. Die Ernährungssituation der Provinz West im Landesvergleich 19
4.1 Biologische Faktoren 20
4.2 Nicht-biologische Faktoren 22
4.2.1 Geographische Faktoren 22
4.2.2 Soziale und ökonomische Faktoren 23
5. Die Dörfer Bayangam und Mamovo 27
5.1 Bayangam 27
5.1.1 Geographische Lage 27
5.1.2 Klima 27
5.1.3 Hydrographie 28
5.1.4 Wasserqualität 29
5.1.5 Böden 29
5.1.6 Landwirtschaft 30
5.1.7 Demographie 30
5.1.8 Soziale Beobachtungen 31
5.1.9 „Les Funérailles“ - eine kulturelle Besonderheit 36
5.1.10 Mission 37
5.1.11 Hygiene und Gesundheit 38
5.2 Mamovo 42
5.2.1 Geographische Lage 42
5.2.2 Klima 42
5.2.3 Hydrographie 43
5.2.4 Böden 43
5.2.5 Landwirtschaft 43
5.2.6 Demographie 44
5.2.7 Die Bororo 45
5.2.8 Soziale Beobachtungen 46
5.2.9 Religion 47
5.2.10 Medizinische Versorgung 47
6. Ergebnisse der Umfrage 49
6.1 Bayangam - Ergebnisse der Umfrage 49
6.1.1 Zusammensetzung der befragten Haushalte 49
6.1.2 Berufe 49
6.1.3 Alter und Schulbesuch 49
6.1.4 Anzahl der bewirtschafteten Felder 50
6.1.5 Erwerbsweise der Felder 50
6.1.6 Verwendung von Dünger 50
6.1.7 Angebaute und konsumierte Kulturpflanzen 51
6.1.8 Haustiere und Fleischverzehr 53
6.1.9 Fischverzehr 53
6.1.10 Milchprodukte 54
6.1.11 Öle 55
6.1.12 Wunsch nach anderen Lebensmitteln 55
6.1.13 Energiequellen 55
6.1.14 Trinkwasserqualität 56
6.1.15 Art des Wasserzugangs 56
6.1.16 Mahlzeiten pro Tag 56
6.1.17 Medizinische Versorgung 57
6.1.18 In der Familie häufig auftretende Krankheiten 57
6.2 Mamovo - Ergebnisse der Umfrage 59
6.2.1 Zusammensetzung der befragten Haushalte 59
6.2.2 Berufe 59
6.2.3 Alter der Schulkinder 59
6.2.4 Anzahl der bewirtschafteten Felder 60
6.2.5 Erwerbsweise der Felder 60
6.2.6 Verwendung von Dünger 61
6.2.7 Angebaute und konsumierte Kulturpflanzen 61
6.2.8 Haustiere und Fleischverzehr 63
6.2.9 Fischverzehr 63
6.2.10 Getreideprodukte 63
6.2.11 Milchprodukte 64
6.2.12 Öle 64
6.2.13 Wunsch nach anderen Lebensmitteln 64
6.2.14 Energiequellen 64
6.2.15 Art des Wasserzugangs 64
6.2.16 Mahlzeiten pro Tag 65
6.2.17 In der Familie häufig auftretende Krankheiten 65
6.2.18 Bayangam und Mamovo im Vergleich 65
7. Die am häufigsten zubereiteten Gerichte in Bayangam und Mamovo 67
7.1 Eine vergleichende Studie des Gesundheitsamtes Bafoussam 67
7.2 Häufigste Gerichte 67
7.3 Übergangsnahrung für Kinder von 6-10 Monaten 68
7.4 Häufigkeit der Mahlzeiten 68
7.5 Ernährungsphysiologische Analyse der typischen Gerichte 69
7.6 Häufigkeit des Verzehrs bestimmter Nahrungsmittel 70
8. Auswertung von Tagesrationen 72
8.1 Allgemeine Ernährungsprobleme 72
8.1.1 Zeitaufwendige Essenszubereitung 72
8.1.2 Unregelmäßige Essenszeiten 72
8.1.3 Keine Zwischenmahlzeiten 72
8.1.4 Überlastete Mütter 73
8.1.5 Unzureichende Bildung 73
8.2 Folgen 73
8.2.1 Verringertes Leistungspotential 73
8.2.2 Asthenie - Erschöpfung aus Energiemangel 74
8.2.3 Kinder erleiden häufig Hunger 74
8.2.4 Mangelnde Fürsorge für Kleinkinder 74
8.2.5 Einseitige Ernährung 74
8.3 Situation in Bayangam 75
8.3.1 Darstellung 76
8.3.2 Auswertung 83
8.4 Situation in Mamovo 98
8.4.1 Darstellung 98
8.4.2 Auswertung 102
8.5 Ergebnis 107
9. Auswertung der ökonomischen Situation 109
9.1 Situation in Bayangam 109
9.1.1 Darstellung der eingekauften Lebensmittel pro Woche während eines Monats in Bayangam 110
9.1.2 Darstellung der verkauften Lebensmittel pro Woche während eines Monats in Bayangam 112
9.2 Situation in Mamovo 113
9.2.1 Darstellung der eingekauften Lebensmittel pro Woche während eines Monats in Mamovo 114
9.2.2 Darstellung der verkauften Lebensmittel pro Woche während eines Monats in Mamovo 116
9.3 Lebensmittelpreise in der Provinz West 118
9.4 Kosten für den Bau eines Hauses auf dem Land in der Provinz West 119
9.5 Die Situation in Bayangam und Mamovo im Vergleich 119
10. Besondere Ernährungsproblematik der Provinz West - Kalzium/Vitamin D3-Mangel (Rachitis) 121
10.1 Auffälligkeit 121
10.2 Bekämpfungsmöglichkeiten 122
10.2.1 Präventive Bekämpfungsmöglichkeiten 122
10.2.2 Akute Bekämpfungsmöglichkeiten 123
10.3 Aktion für betroffene Kinder 126
11. Zusammenfassung der Ergebnisse und Lösungsansätze 127
11.1 Umfrageergebnisse 127
11.2 Vergleich der am häufigsten zubereiteten Gerichte 127
11.3 Auswertung der Tagesrationen 128
11.4 Auswertung der ökonomischen Situation 128
11.5 Lösungsansätze 129
11.5.1 Plädoyer für eine Verbesserung der Ernährung 129
11.5.2 Einsatz von Kleinkreditsystemen 130
11.5.3 Erweiterung der Tierhaltung 133
11.5.4 (Selbst-)Bewusstseinsbildung 134
11.5.5 Sensibilisierung der Bevölkerung 134
11.5.6 Verantwortung der Regierung 137

Automatisiert erstellter Textauszug:

rung oder an Veranstalter von Trauerfeiern. Nicht jeder kann sich die Investition in die Tierhaltung leisten. Ein Ferkel hat z.B. einen Einkaufspreis von etwa 15.000 F CFA (= 48 DM). Ein Stall und das richtige Futter müssen außerdem zur Verfügung stehen. Die Investition lohnt sich allerdings, wenn das Tier gesund die Schlachtreife erreicht: der Verkaufspreis beträgt dann etwa 80.000 F CFA (= 254 DM). Auch eine Investition in die Hühnerhaltung in größerem Umfang ist nicht günstiger. Das Krankheitsrisiko ist hier enorm hoch, so dass nicht nur hohe Ausgaben für Medikamente notwendig sind, sondern auch ein hohes Maß an Hygiene und Fachwissen. [...]

Der Großteil des Dorfes bekennt sich zum Islam. Zum Christentum bekennen sich lediglich 62 Gläubige, davon 29 Frauen. Obwohl die Religionszugehörigkeit großen Einfluss v. a. auf die Kindererziehung hat, sind Konflikte zwischen den Anhängern beider Religionen unbekannt. 5.2.10 Medizinische Versorgung Bei Beginn der Umfrage war das neugebaute Dispensaire erst zwei Monate lang geöffnet. Die Aufstellung einer Statistik war deshalb nicht möglich. Allerdings waren bereits fünf Fälle von Asthenie, also Erschöpfung durch unzureichende Nahrungsaufnahme, verzeichnet. Dieses Problem , das auch in Bayangam vorzufinden war, tritt besonders während wichtiger landwirtschaftlicher Perioden, wie Saat- und Erntezeit auf. Die Betroffenenarbeiten den ganzen Tag auf dem Feld ohne auf ihre eigene Versorgung mit Essen zu achten. Auftretende Erschöpfungssymptome werden dann oft falsch als Infektion interpretiert. Da in der Kultur der Bamoun ein Mann in der Küche nichts verloren hat, handelt es sich meist um Junggesellen, die aufgrund fehlender [...]

Da Mamovo nur über eine Grundschule verfügt, müssen ältere Schüler während der Schulzeit in benachbarte Orte wie Koutaba und Foumban zu Verwandten oder Bekannten ziehen. Dies betrifft vor allem die Jungen, denn sobald ein Mädchen die gesetzliche Schulpflicht im Alter von 16 Jahren erfüllt hat, wird sie auch während des Schuljahres aus der Klasse geholt. Dies gilt zumindest für die mehrheitlich islamische Bevölkerung des Dorfes, denn man gedenkt, durch eine anschließende Heirat vorehelichen Geschlechtsverkehr zu verhindern. Da die gesetzliche Kontrolle jedoch unzureichend ist, geht ein nicht unerheblicher Teil überhaupt nicht zur Schule. Vor allem die Kinder der Bororo besuchen nur selten die Schule. Die Jugend Mamovos ist in einem Klub der “jungen Eliten Mamovos“ vereinigt. Sie veranstalten verschiedene Treffen und haben ein wegweisendes Ortsschild organisiert, das den Namen ihres Vereins trägt. Da die geteerte Landstraße etwa vier km vom Dorfrand entfernt ist und andere Freizeitmöglichkeiten fehlen, ist das Treffen mit gleichaltrigen Freunden die einzige Zerstreuung. Dies führt zu einer guten Gemeinschaft der Jugend und des Dorfes insgesamt. Ein weiterer Verein ist der Sparklub, deren Mitglieder jeden Samstag ihren Beitrag einzahlen. Jedes Mitglied hat einmal die Möglichkeit, über das gesammelte Geld zu verfügen. Hier sind Leute jeden Alters Mitglied. Die Sorge junger Männer ist vor allem die Finanzierung eines eigenen Hauses, ohne das sie nicht zum Familienvater aufsteigen können. [...]

Arbeit zitieren:
Lehmann-Horn, Valerie Juni 2000: Zusammenhang zwischen praktizierter Landwirtschaft und Ernährungssituation einer Bevölkerung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
nutrition, Lateritböden, Gesundheit, Einkommen, Gemüse

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