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Kaffee

Ein funktionelles Lebensmittel?

Kaffee
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Sigrid Peklar
  • Abgabedatum: Dezember 2001
  • Umfang: 113 Seiten
  • Dateigröße: 745,1 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität Wien Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5345-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5345-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5345-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Peklar, Sigrid Dezember 2001: Kaffee, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Ernährungswissenschaften, Gesundheit, Kaffee

Diplomarbeit von Sigrid Peklar

Einleitung:

Das Kaffeegetränk hat sich zu einem der beliebtesten Genussmittel gewandelt. Nicht nur aufgrund des feinen Aromas und Geschmacks, sondern auch aufgrund seiner Wirkung auf das Zentralnervensystem hat Kaffee eine enorme Popularität entwickelt. Auch kann man Kaffee positive Eigenschaften zuschreiben. Es scheint, dass Kaffee auf die Entwicklung von Dickdarmkarzinomen einen eventuell protektiven Charakter ausübt. Bei Pankreaskarzinomen scheint es als würden Kaffeehöhen in niedrigeren Dosierungen protektiv wirken, bei höheren eher das Pankreaskarzinom fördern. Mit zunehmender Kaffeedosishöhe sank auch die Häufigkeit an Gallensteinen und Morbus Parkinson zu erkranken. Die Mechanismen, die für diese Effekte verantwortlich sind, beruhen teils auf Vermutungen und müssen daher noch ausführlich geforscht werden.

Kaffee in hohen Mengen genossen, steigert den Cholesterinspiegel, dies ist bei ungefilterter Kaffeezubereitung beobachtbar. Der lipidsteigernde Effekt ist vor allem auf die Diterpene Cafestol und Kahweol zurückzuführen. Eben diese Diterpene haben wahrscheinlich einen chemoprotektiven Charakter, aufgrund aktivitätssteigernder Wirkung auf das Gluthathion-S-Transferasesystem. Anstiege des Blutdrucks zeigen sich nur bei kaffeeabstinenten Personen, diese sind aber nur von kurzer Dauer. Es scheint, als würde der Körper eine Toleranz gegenüber der Koffeinzufuhr entwickeln. Kaffeezufuhr in geringen Mengen spielt wahrscheinlich keine Rolle bei der Entwicklung von koronaren Herzkrankheiten, Herzkreislauferkrankungen und Osteoporose. Bei einer Vielzahl von Risikofaktoren und ungesunder Lebensweise, sowie hohem Kaffeegenuss, kann dieser sehr wohl zu einer Risikosteigerung führen. Auch wurde beobachtet, dass ein hoher Kaffeegenuss mit einer steigernden Plasmahomocysteinkonzentration, aber auch mit einer möglichen Risikosteigerung bei rheumatoider Arthritis einhergeht.

Kaffee kann, trotz einiger positiver Aspekte wegen der noch immer bestehenden negativen Auswirkungen nicht als funktionelles Lebensmittel bezeichnet werden.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 5
2. DIE GESCHICHTE DES KAFFEES 6
3. FAKTEN UND DATEN RUND UM DEN KAFFEE 11
3.1 Begriffsbestimmung zum Kaffee 11
3.1.1 Beschreibung und Anforderung des Rohkaffee 11
3.1.2 Beschreibung und Anforderung des gerösteten Kaffee 11
3.2 Standortansprüche von Arabica- und Robusta-Arten 11
3.3 Mittelamerika : Costa Rica, Guatemala, Jamaika 13
3.4 Südamerika: Brasilien, Kolumbien 14
3.5 Afrika: Äthiopien 15
3.6 Asien und Indischer Ozean: Indonesien 15
3.7 Australien und Pazifik: Hawaii 15
4. WAS IST KAFFEE? 16
4.1 Die Botanik der Kaffeepflanze 16
4.2 Chemie und Inhaltsstoffe 18
4.2.1 Alkaloidhaltiges Genussmittel 20
4.2.2 Organische Säuren 22
4.2.3 Vitamine und Mineralstoffe 23
4.2.4 Kohlenhydrate 24
4.2.5 Wasser 25
4.2.6 Proteine 25
4.2.7 Fettstoffe 26
4.2.8 Weitere Bestandteile 28
4.3 Die Aromaqualität des Kaffeegetränks 29
5. VON DER PLANTAGE ZUM VERBRAUCHER 30
5.1 Die Ernte und Aufbereitung 30
5.1.1 Die trockene Aufbereitung 30
5.1.2 Die nasse Aufbereitung 30
5.2 Der Röstvorgang 31
6. BESONDERE ANGEBOTSFORMEN 33
6.1 Entkoffeinierter Kaffee, reizstoffarmer Kaffee 33
6.2 Kaffee- Extrakt oder Instantkaffee 33
6.3 Kaffee- Ersatzstoffe 34
7. WAS SIND FUNKTIONELLE LEBENSMITTEL ? 35
8. DIE PHYSIOLOGISCHEN WIRKUNGEN VON KAFFEE 39
8.1 Fakten und Metabolismus von Koffein 39
8.2 Die stimulierenden Effekte von Kaffee 40
9. KAFFEE UND KREBS 47
9.1 Kaffeekonsum und Dickdarmkrebs 47
9.2 Kaffeekonsum und Pankreaskrebs 52
10. KAFFEE, CHOLESTERIN UND DAS HERZ 56
10.1 Kaffee, Lipidfraktionen und Cholesterin 56
10.1.1 Cafestol und Kahweol 63
10.2 Kaffee, koronare Herz- und Herzkreislauferkrankungen 64
10.2.1 Kaffee und Blutdruck 72
11. KAFFEE UND HOMOCYSTEIN 78
12. KAFFEE UND OSTEOPOROSE 83
13. KAFFEE UND GALLENSTEINE 87
14. KAFFEE UND MORBUS PARKINSON 90
15. KAFFEE UND RHEUMATOIDE ARTHRITIS 95
16. SCHLUSSBETRACHTUNG 97
17. ZUSAMMENFASSUNG 98
18. SUMMARY 99
19. LITERATURVERZEICHNIS 100

Automatisiert erstellter Textauszug:

Kaffeekonsum, ungefähr 4 Tassen Kaffee oder mehr, wahrscheinlich mit einem niedrigerem Risiko an Dickdarmkarzinomen einhergeht. Widersprüchlicher hingegen dazu, sind die Ergebnisse von Kohortenstudien. Auf diesem Gebiet sollte noch intensiv geforscht werden, um Widersprüche auszuschließen bevor man Kaffee als krebspräventiv bezeichnet. Es wäre zu früh die Behauptung aufzustellen, Kaffee wäre krebspräventiv, aber für jene Patienten die auf einen Rat warten, im Bezug auf Kaffeekonsum, wird aufgrund der Studien vorgeschlagen, dass ein moderate bis hoher Konsum an Kaffee, wahrscheinlich das Krebsrisiko nicht beeinflusst. Es gibt viele Fallstudien die einen protektiven Zusammenhang sehen, jedoch konnte dies bislang nicht in Kohortenstudien bestätigt werden. [TERRY et al., 2001] In „Food, nutrition and the prevention of cancer: a global perspective” vom WCRF/ AIFCR (1997), fassen die Autoren das Ergebnis zahlreicher Studien im Zusammenhang von Kaffeekonsum und Dickdarmkrebsvorkommen, folgendermaßen zusammen: in 10 Studien von 1973 bis 1994, wovon 2 in den USA, 1 in Japan und die restlichen 7 in Europa ausgetragen wurden, fand man abnehmende Tendenzen von Dickdarmkrebs bei Kaffeekonsum. In weiteren 4 Studien, in den Jahren 1986, 1988 und 1992, fand man keinen (weder positiven noch negativen) Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und Dickdarmkarzinom. [...]

weiteren Verzerrung beitragen. Auch besteht die Möglichkeit, dass jene Personen mit höherem Risiko zu Dickdarmkrebserkrankungen, Kaffee vermeiden und so das Risiko von Kaffeezufuhren in höheren Mengen beschönigen. Gründe für Fehlinterpretationen könnten verschiedene Tassengrößen sein oder unterschiedliche Zubereitungsmethoden. Eine einzige Untersuchung von Kaffeezufuhrhöhen in verschiedenen Studien, reflektiert nicht die tatsächlichen Konsumhöhen über Jahre hinweg, da es durchaus zu Gewohnheitsänderungen kommen kann. Der Autor GIOVANNUCCI (1998) der Studie gab drei mögliche Gründe für eine eventuell protektive Wirkung von Kaffee an: 1. Kaffeeinhaltsstoffe können antimutagen wirken. Speziell relevant ist dies für die Mutagenität von heterozyklischen Aminen, die beispielsweise in gekochten Lebensmitteln (zum Beispiel bei der Zubereitung von Fleisch) entstehen. Unlösliche Ballaststoffe wie Hemicellulose und Polyphenole wie Chlorogensäure, Kaffeesäure adsorbieren die heterozyklischen Amine im Dünndarm und können so nicht mehr in das Blut absorbiert werden, sondern werden ausgeschieden. 2. Ein weiterer Effekt wird dem Kaffee zugeschrieben: Kaffeekonsum steigert wahrscheinlich den Cholesterinspiegel. Diese Erkenntnis hat man vor allem aus Studien, die speziell im skandinavischen Raum durchgeführt wurden. Dort wird Kaffee hauptsächlich als Espresso oder gekocht ohne anschließender Filtration getrunken und somit können Fettstoffe in das Kaffeegetränk übergehen. Der Mechanismus besteht darin: durch die Erhöhung des Cholesterinspiegels kommt es zu einer verminderten Tierversuch Exkretion mit einer der Gallensäure. Gallensäure wurde im in höheren Dickdarmkarzinomhäufigkeit [...]

vor allem auf das Konto der 12 Fallstudien, die 85 % der gesamten Meta Analyse ausmachen und deren relatives Risiko zwischen 0,4 und 0,7 liegt, die meisten hatten einen Durchschnittswert von 0,6. In 7 Fallstudien wurden Colonund Rectum - Krebs separat kontrolliert, das relative Risiko war nahezu identisch (Colon 0,81 - Rectum 0,80). Geschlechtsspezifische Unterschiede wurden nur in wenigen Studien berücksichtigt und ergaben aber keinen signifikanten Unterschied. In der Meta- Analyse wurden keine geschlechtsspezifischen Zusammenhänge untersucht. Die Prospektiv- oder Kohortenstudien konnten die Ergebnisse der Fallstudien nicht eindeutig mit einem RR von 0,97 unterstützen. Es muss festgehalten werden, dass die Studienteilnehmer der Kohortenstudien ein einziges Mal nach der Höhe des Kaffeekonsums gefragt wurden, ohne zu berücksichtigen, dass im Laufe der Zeit (die längste Laufzeit einer Studie war 20 Jahre) der Kaffeekonsum geändert werden könnte. Es konnten nur 5 Studien gefunden werden, die den gegebenen Kriterien entsprachen. Es gab zwar aussagekräftigere Studien, die das Ergebnis der Fallstudien unterstützt hätten, jedoch konnten diese aufgrund beispielsweise fehlender Altersanpassung nicht genommen werden. [...]

Arbeit zitieren:
Peklar, Sigrid Dezember 2001: Kaffee, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Ernährungswissenschaften, Gesundheit, Kaffee

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