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Der private Konsum und die Verschuldung

Der private Konsum und die Verschuldung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Gerlinde Bauer
  • Abgabedatum: August 1999
  • Umfang: 122 Seiten
  • Dateigröße: 765,2 KB
  • Institution / Hochschule: Johannes Kepler Universität Linz Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5181-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5181-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5181-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Bauer, Gerlinde August 1999: Der private Konsum und die Verschuldung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Schuldnerberatung, Verbrauch, Schulden, aufwendiger Verbrauch, Verbraucher

Diplomarbeit von Gerlinde Bauer

Einleitung:

Die Kaufentscheidungen der Konsumenten hängen von sehr vielen Faktoren ab, die an sich in den verschiedenen Kaufsituationen unterschiedlich wirken. Die Arbeit gibt einen Einblick über die unterschiedlichsten Kaufmotive und damit auch verbunden die Risiken eines entarteten Kaufverhaltens.

Die Zugehörigkeit zu einer sozial akzeptierten Gruppe, zu einem Stand oder Klasse genügt einer Vielzahl von Menschen schon lange nicht mehr. Vielmehr will man durch den Besitz oder Verbrauch von Konsumgütern die Wertschätzung innerhalb aber auch außerhalb der Bezugsgruppe erhalten und festigen. Der ansteigende Aufwand für den persönlichen Konsum zeigt, dass die symbolischen Funktionen des Konsums für den Großteil der Konsumenten wichtig geworden sind, der Aufwand der dafür betrieben wird hängt ganz wesentlich von der Persönlichkeit des einzelnen Konsumenten ab.

Viele Verbraucher verwenden Konsumgüter für ihre Identitätsbildung und benützen sie darüber hinaus zur Selbstdarstellung. Welche Auswirkung diese Einstellung nicht nur auf die Psyche des Menschen hat, sondern auch ganz stark die finanzielle Situation des einzelnen beeinträchtigen kann, beweisen Statistiken des Österreichischen Kreditschutzverbandes.

„Schulden machen ist nicht schwer, nur zurückzahlen kann es dann fast keiner mehr.“ Längst ist die Kreditaufnahme zu einer selbstverständlichen ökonomischen Alltagshandlung geworden, mit der nicht nur existentielle monetäre Notlagen überbrückt werden, sondern auch der individuelle Lebensstil finanziert wird.

Haupttilgungsfaktor beim privaten Kreditnehmer ist und bleibt das monatliche Einkommen, das zwar weitgehend konstant ist, aber durch Wegfall von Überstunden, Familienzuwachs, Scheidung aber auch den Verlust des Arbeitsplatzes usw. negativ beeinflusst werden kann.

Einen Ausweg aus der prekären Situation bieten Schuldnerberatungsstellen, die Überschuldeten helfen einen Weg aus der finanziellen Einbahnstraße zu finden. Welche Möglichkeiten ihnen dabei zur Verfügung stehen, wird in der Arbeit näher erläutert.

Inhaltsverzeichnis:

ABBILDUNGSVERZEICHNIS
EINLEITUNG I
1. DAS ENTSCHEIDUNGSVERHALTEN DER KONSUMENTEN 1
1.1 BEGRIFF DER KAUFENTSCHEIDUNG 2
1.2 ARTEN VON KAUFENTSCHEIDUNGEN 5
1.2.1 Extensive Kaufentscheidungen 5
1.2.2 Limitierte Kaufentscheidung 5
1.2.3 Habitualisierte Kaufentscheidung 6
1.2.4 Impulsive Kaufentscheidung 7
1.3 INVOLVEMENT UND PRODUKTWAHL 8
1.3.1 Persönliches Involvement 10
1.3.2 Reizabhängiges Involvement 10
1.3.3 Situative Involvement 10
1.3.4 Beziehung zwischen Involvement und Werbung 11
1.4 EINSTELLUNG ZU EINKOMMEN, VERMÖGEN UND KONSUMAUS-GABEN 11
1.4.1 Bedeutung des Einkommens 12
1.4.2 Einstellung zum Vermögen 14
1.4.3 Die Wahlhandlung bei Konsumausgaben 15
2. DIE INDIVIDUELLE KONSUMSOZIALISATION 19
2.1 KONSUMPÄDAGOGIK 19
2.2 WARENÄSTHETIK 19
2.3 KONSUM ALS LEBENSBESTANDTEIL 20
2.3.1 Der Mensch in der Rolle des Konsumenten 21
2.4 GRUPPENEINFLUß UND KONFORMITÄT 22
2.4.1 Individualität und Gruppenzugehörigkeit 24
2.4.2 Einfluß von Bezugsgruppen 25
2.4.2.1 Die Wirkung von Bezugsgruppen 25
2.4.2.2 Konformes Verhalten unter sozialem Gruppendruck 27
2.4.2.3 Vermittlung von Konsumnormen (innerhalb der Bezugsgruppe) 28
2.4.2.4 Höhere Einkommensschichten als fremde Bezugsgruppen 29
2.4.3 Geltungsstreben und gesellschaftlicher Status 30
2.4.3.1 Die Meinungsführerschaft 31
2.5 MERKMALE, ZIELE UND ENTWICKLUNG DES KOMSUMERISMUS 32
2.5.1 Systemmodell 32
2.5.2 Forderungen des Konsumerismus 34
2.6 KONSUMKRITIK 35
2.6.1 Marketing und Bedarfsweckung 35
2.6.2 Die Grenzen der Manipulation 36
2.6.3 Das Problem mit der Konsumentensouveränität 37
2.6.4 Der humanisierte Konsum 38
2.6.5 Der multi-dimensionale Konsument 39
3. KAUFSUCHT UND „GELTUNGSSÜCHTIGER VERBRAUCH“ 40
3.1 DER GESELLSCHAFTLICHE WERTEWANDEL ALS EINFLUßGRÖßE 40
3.2 EINFLUßFAKTOR LEBENSSTIL AUF KAUFVERHALTEN 41
3.2.1 Der personenbezogene Einflußfaktor 42
3.2.1.1 Personenwahrnehmung 42
3.2.1.2 Die Selbstwahrnehmungstheorie (Selbst-Theorie) 42
3.3 DER DEMONSTRATIV AUFWENDIG KONSUM („DAK“) 43
3.3.1 Soziale Grundbedingung 44
3.3.1.1 Gesellschaftliche Entwicklung 44
3.3.1.2 Statusunsicherheit, Statusunsichtbarkeit, Statusinkonsistenz 45
3.4 VERHALTENSEFFEKTE IM „DEMONSTRATIV AUFWENDIGEN KONSUM“ 46
3.4.1 Der Veblen-Effekt 46
3.4.2 Der Mitläufer-Effekt 46
3.4.3 Der Snob-Effekt 47
3.5 GÜTERGEBUNDENHEIT, PRODUKTIMAGE UND NUTZENDIMENSION 47
3.5.1 Markenartikel 47
3.5.2 Das Statussymbol 48
3.5.3 Aktualität des Nutzenkonzepts 49
3.6 DIE SUCHT NACH EINKAUFEN 51
3.6.1 Allgemeine Erklärung zur Suchtentstehung 51
3.6.1.1 Merkmale der Sucht und der Süchtigen 52
3.6.1.2 Das Wesen des Süchtigen 52
3.6.2 Die Kaufsucht im speziellen 53
3.6.2.1 Die Einkaufsskala 55
3.6.2.2 Typische Persönlichkeitsprofile 56
3.6.2.3 Frauen im Kaufrausch 57
3.6.2.4 Männer und Konsum 58
3.6.3 Einkaufen als hypomanischer Anfall 58
3.6.3.1 Konsumgüter als Mittel der Emotionsarbeit 59
3.6.4 Der Weg zur Zufriedenheit 60
3.7 KONSEQUENZEN VON KAUFSUCHT UND „DEMONSTRATIV AUFWENDIGEN KONSUM“ (AUFWENDIGER LEBENSSTIL) 61
3.7.1 Soziale Konsequenz 61
3.7.2 Die Verschuldungskonsequenz 61
4. DIE VERSCHULDUNG PRIVATER HAUSHALTE 63
4.1 DIE VERSCHULDENSSITUATION 63
4.2 DIE PRIVATVERSCHULDUNG IN ÖSTERREICH 63
4.3 ENTSTEHUNG DER ÜBERSCHULDUNG 64
4.4 VERSCHULDUNG PRIVATER BANKKUNDEN IM KONSUMENTEN-KREDIT 65
4.4.1 Der Verbraucherkredit 65
4.4.1.1 Begriff 65
4.4.2 Kreditaufnahmebereitschaft 65
4.4.3 Kreditvergabepolitik der Kreditinstitute 66
4.4.3.1 Prüfung der Kreditfähigkeit und Kreditwürdigkeit 66
4.4.3.2 Die Kreditsicherheiten 67
4.5 MAßNAHMEN DER KREDITINSTITUTE ZUM SCHUTZ VOR ÜBER-SCHULDUNG 68
4.5.1 Ursachenbezogene Maßnahmen 68
4.5.2 Wirkungsbezogene Maßnahmen 68
4.5.2.1 Fortführung des Kreditverhältnisses 69
4.5.2.2 Beendigung des Kreditverhältnisses 69
4.5.3 Gesetzliche Grundlagen bei der Kreditvergabe 70
4.5.3.1 Der Kreditvertrag 70
4.6 DIE BÜRGSCHAFT ALS KREDITSICHERUNG 71
4.6.1 Haftung des Bürgen 72
4.6.2 Alternativen zur Bürgschaft 73
4.7 KREDITPROBLEME 73
4.8 ZWANGHAFTES SCHULDENMACHEN 73
4.8.1 Negative psychische Auswirkungen 74
4.9 DER VERSANDHANDEL – EINE VERSCHULDUNGSGEFAHR 74
4.9.1 Frauen als Zielgruppe 75
4.9.2 Was gekauft wird 76
4.9.3 Der Versandhauskunde 76
4.9.3.1 Der beste Versandhauskunde 77
4.9.3.2 Säumige Kunden 77
4.9.4 Bonitätsprüfung 78
4.9.5 Zahlungsmodalitäten 78
5. DIE SCHULDNERBERATUNG 80
5.1 SCHULDNERBERATUNG IN OÖ 80
5.2 DER SCHULDNERBERATER 81
5.2.1 Beziehung Klient-Helfer 82
5.3 TÄTIGKEITSFELD 83
5.3.1 Beratung 83
5.3.2 Schuldenberatung 84
5.3.3 Schuldnerhilfe 84
5.4 URSACHEN EINER SCHULDNERKARRIERE 85
5.5 MAßNAHMEN DER KRISENINTERVENTION 86
5.5.1 Kontaktaufnahme 86
5.5.2 Situationsanalyse 86
5.6 PRÄVENTIVE SCHULDNERBERATUNG 87
5.6.1 Strukturbezogene Präventionsstrategien 88
5.6.2 Personenbezogenen Präventionsstrategien 88
5.7 DIE STRUKTUR DER KLIENTEN 89
5.7.1 Die durchschnittliche Verschuldung 89
5.7.2 Beruf und Haushaltseinkommen 90
5.7.3 Ursachen 90
5.8 WIRTSCHAFTLICHE SCHULDNERBERATUNG 91
5.8.1 Der Haushaltsplan 91
5.9 WEGE AUS DER ÜBERSCHULDUNG 92
5.9.1 Ratenmodell 92
5.9.2 Stundung 92
5.9.3 Umschuldung 93
5.9.4 „Privatkonkurs“ 93
5.10 DER PRIVATKONKURS 94
5.10.1 Existenzminimum 94
5.10.2 Möglichkeiten der Entschuldung 96
5.10.2.1 Der stille oder außergerichtliche Ausgleich 96
5.10.2.2 Außergerichtliches versus gerichtliches Verfahren 96
5.10.2.3 Gerichtliche Schuldenregulierungsverfahren – „Privatkonkurs“ 97
5.10.2.4 Privatinsolvenzen – aktueller Stand 104
5.11 LEBEN MIT DER ÜBERSCHULDUNG 104
6. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK 106
7. LITERATURVERZEICHNIS 109

Automatisiert erstellter Textauszug:

Sucht ist, insgesamt gesehen, ein gesellschaftspolitisches Problem ersten Ranges. Das klassische Dreieck der Suchtdynamik führt uns deutlich vor Augen, daß 1. ohne anfällige Personen es keine Sucht gibt 2. ohne entsprechendes Umfeld und gesellschaftliche „Suchtfreundlichkeit“ Sucht ebenfalls keine Chance hat 3. und letztendlich gibt es ohne Suchtmittel keine Substanzabhängigkeit116 Diese drei Kriterien sind für alle Suchtformen gleich, egal ob es sich um stoffgebundene Süchte, etwa die Abhängigkeiten von Drogen, Alkohol, ... oder um stoffungebundene wie etwa Arbeits-, Spiel-, Kaufsüchte etc. handelt. Der Weg von Personen in die Sucht ist auf eine Erschütterung im Bezugssystem zurückzuführen, meistens haben sie Verletzungen ihrer Persönlichkeit durch Übergriffe und Vernachlässigungen erlitten. Belastbare Menschen mit guten Strategien der [...]

Kaufsucht und „geltungssüchtiger Verbrauch“ Eine Voraussetzung für die Bewertung einer immateriellen Nützlichkeit von Gütern besteht in der emotionalen Vorstellung, die mit dem jeweiligen Produkt verbunden wird. Diese Vorstellungen werden in der Literatur als das Image des Produkts bzw. die Einstellung bezeichnet.111 Einstellung = Motivation + kognitive Gegenstandsbeurteilung Die Einstellung kann man als subjektiv wahrgenommene Eignung eines Gegenstandes zur Befriedigung einer Motivation umschreiben. Beachtenswert ist dabei aber, daß diese Gegenstandsbeurteilung auf verfestigte (gespeicherte) Ansichten zurückgeht. Beispiel: Ein Konsument hat eine stark positive Einstellung zur Automarke Volvo. Diese geht darauf zurück, daß er (1) ein sicheres Auto kaufen will (Motivation) und (2) weiß, daß Volvo ein sicheres Auto ist (gespeicherte Produktbeurteilung).112 Das Gut verfügt nicht nur über einen produktimmanenten Nutzen, sondern über ein Nutzenbündel. VERSHOFEN veröffentlichte bereits 1939 ein Nutzenschema, das neben dem Grundnutzen eines Objektes auch einen Zusatznutzen vorsah. Ertrag (Nutzen) Stofflich-technisch (Grundnutzen) seelisch-geistig (Zusatznutzen) der sozialen Sphäre (Geltungsnutzen) der persönlichen Sphäre (Erbauungsnutzen) aus Wertung (Zuversicht) ethischer Art (Ordnung) [...]

Kaufsucht und „geltungssüchtiger Verbrauch“ Durch symbolische Darstellungen werden nicht nur Ansichten von Dingen vermittelt, sondern auch Interpretationen der Sozialsphäre, wie Normen, Werte, Verhaltenserwartungen gegenüber den anderen Menschen. 107 Statussymbole bestehen in einer anonymen Gesellschaft in Äußerlichkeiten. Es ist klar, daß sich für Damen in erster Linie Bekleidungs- und Schmuckgegenstände eignen. Männer hingegen bevorzugen ebenfalls kostspielige äußere Dinge wie z. B. Autos. Exklusive Wohnungsausstattung, Kunstgegenstände, Antiquitäten, Fernreisen ..., eben alles was gut und teuer ist, eignet sich ganz besonders als Demonstrationsobjekt.108 Der Trend zum Ausdruck einer Lebenswelt und –weise nimmt immer mehr zu. Menschen bedienen sich Statussymbolen und Markenartikeln, um sich dahinter zu verstecken. Der einzelne ist heutzutage immer öfter Sachzwängen ausgesetzt. [...]

Arbeit zitieren:
Bauer, Gerlinde August 1999: Der private Konsum und die Verschuldung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Schuldnerberatung, Verbrauch, Schulden, aufwendiger Verbrauch, Verbraucher

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