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Die Persistenz von Börsenstandorten unter Berücksichtigung der regionalen, nationalen und internationalen Konkurrenzbeziehungen in Europa

Die Persistenz von Börsenstandorten unter Berücksichtigung der regionalen, nationalen und internationalen Konkurrenzbeziehungen in Europa
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Stefan Berndt
  • Abgabedatum: September 2001
  • Umfang: 92 Seiten
  • Dateigröße: 1,5 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5081-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5081-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5081-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Berndt, Stefan September 2001: Die Persistenz von Börsenstandorten unter Berücksichtigung der regionalen, nationalen und internationalen Konkurrenzbeziehungen in Europa, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Börsenstandorte, Börse, Globalisierung der Finanzmärkte, Börsengeschichte, Börsenstruktur der Zukunft

Diplomarbeit von Stefan Berndt

Gang der Untersuchung:

Das Ziel der Arbeit besteht in der Analyse von Faktoren, die die Persistenz von Börsenstandorten erklären oder deren Wandel bedingen. Die Zielsetzung wird durch eine chronologisch aufgebaute Gliederung erreicht. Im ersten Schritt wird die Historie des Börsenwesens von den ersten periodischen Wechselmessen bis zu den Wertpapierbörsen unserer Tage dargestellt und zum Teil an konkreten Standorten ausführlich erläutert. Daraus konnten die ersten Erkenntnisse über die Persistenz von Standorten gewonnen werden. Um das gegenwärtige Börsensystem mit seinen Aufgaben, Funktionen und damit seiner Raumverteilung besser zu verstehen, werden im Anschluß die grundlegenden Begriffe, Marktbeteiligte, Organisationen und Handelsverfahren knapp erläutert. Hierbei wird deutlich, daß gewisse Gruppen mehr Einfluß und Gewicht bei Entscheidungen über die Entwicklung des Börsenwesens haben und sich damit für die Persistenz oder den Wandel von Börsenstandorten verantwortlich zeigen. Darin kann das Problem der regionalen Standorte gesehen werden, die trotz eines starken Konsolidierungsprozeßes immer noch an ihren alten Strukturen festhalten. Diese Entwicklung war auf der nationalen Ebene bis vor einigen Jahren noch nicht in diesem Maße ausgeprägt. Um einen Überblick über die Situation der nationalen Leitbörsen zu geben, werden diese anhand von ausgewählten Kriterien verglichen. Dabei zeigte sich, daß London deutlich an der Spitze der europäischen Börsen steht, gefolgt von Frankfurt und Paris. Die gefundenen Stärken und Schwächen der Standorte sind notwendige Ausgangsinformationen, um in der Zukunft zu verstehen, warum die Standorte auf Transformation der Rahmenbedingungen mit Persistenz oder Wandel reagieren. Die zum Teil schon eingetroffenen und noch in Zukunft verstärkt auftretenden veränderten Umweltparameter werden im folgenden Punkt erfaßt. Börsen sehen sich heute einem verschärften globalen Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Kapitalströme können in Minuten um den Globus transferiert werden, ohne daß ein realwirtschaftliches Geschäft zugrunde liegt oder eine staatliche Regulierungsbehörde dies kontrolliert. Die Ordervolumen wachsen immens aufgrund der Ballung von gigantischen Kapitalmengen in den Händen weniger institutioneller Anleger an, die immer auf der Suche nach der höchsten Rendite sind. Der zunehmende Einsatz von Computern und die weltweite Vernetzung schaffen die Grundlagen für diese Entwicklung. Elektronische Handelsplattformen entstehen im virtuellen Raum als Konkurrenz zu den etablierten Börsen. Diese Faktoren zwingen die etablierten Börsen zur Anpassung ihrer Strukturen.

Um die Auswirkungen der geänderten Umweltfaktoren auf das gegenwärtige Börsensystem besser verstehen zu können, wird die Börsengeschichte in 5 Stufen in Anlehnung an Wirtschaftsstufen-Theorien eingeteilt, um eine Gesetzmäßigkeit ihrer Persistenz zu finden, die Aufschlüsse über künftige Entwicklungen gibt. Die identifizierten Stufen Handels- und Finanzzentren, Merkantilismus, Industriezeitalter, Anlehnung an Zentralbanken und Steuerungszentralen und die räumlich unabhängige Computerbörse mit deren spezifischen Standortfaktoren werden in der Gesetzmäßigkeit zusammengefaßt. Als Ergebnis der Analyse zeigte sich, daß die Persistenz von Börsen nicht nur von der traditionellen Bindung und dem Herausbilden von Börseninfrastruktur im Raum, sondern auch von der unterschiedlichen Ausprägung der Faktoren Schnittstelle mit dem Warenhandel, Netzwerkstruktur, Wirtschaftskraft des umgebenden Raumes und Anzahl der Marktteilnehmer in den jeweiligen Stufen abhängig ist. Dieses Ergebnis läßt auch eine Prognose über die nächste Stufe zu. Hier zeigt sich, daß sich der Druck zu Konsolidierung auf die regionalen Standorte noch verschärfen wird. Die Regionalbörsen können nur in ihren Standorten persistent sein, wenn sie ihre Strukturen grundlegend an die neuen Herausforderungen anpassen und ihren Schwerpunkt in der Kundenbetreuung durch den Vorteil der räumlichen Nähe sehen. Auf der nationalen Ebene haben die Leitbörsen ihre Stellung als landesherrlich lizenzierte Handelsstellen verloren und müssen jetzt im internationalen Wettbewerb ihre Effizienz und Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen. Dabei wird die Einbindung in ein internationales oder globales Computernetzwerk das alle Kauf- und Verkauforders zusammenführt, zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor werden. In einem weiteren Schritt wird ein globales Computernetzwerk mit angeschlossenen Börsen einen 24-Stunden-Handel „arround the World“ etablieren.

Inhaltsverzeichnis:

Tabellenverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis V
1. Abgrenzung des Themas 1
2. Börsengeschichte 4
2.1 Entstehung der ersten Börsen 4
2.2 Historie deutscher Börsenstandorte 5
2.3 Historie ausgewählter europäischer Börsenstandorte 8
3. Börsen, Begriff und Funktion Heute 11
3.1 Börsenbegriff 11
3.2 Marktteilnehmer 12
3.3 Organisation 14
3.4 Standorte europäischer Wertpapierbörsen 14
4. Konkurrenzbeziehung der Börsenstandorte 16
4.1 Kriterien zur Systematisierung 16
4.2 Das Problem der regionalen Börsenstandorte 17
4.3 Konkurrenzsituation der nationalen Leitbörsen 20
4.3.1 Identifizierte Kriterien 20
4.3.2 Wettbewerbssituation 25
4.4 Der internationale Konkurrenzvergleich 30
5. Veränderte Umweltparameter 31
5.1.1 Globalisierungder Finanzmärkte 31
5.1.2 Europäische Wirtschafts- und Währungsunion 32
5.1.3 Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie 34
5.1.4 Institutionalisierung 35
5.1.5 Außerbörslicher Handel 38
6. Persistenz versus Wandel von Börsenstandorten 39
6.1 Verwendbarkeit von wirtschaftsgeographischen Standorttheorien 39
6.2 Veränderte Standortanforderungen in 5 Phasen 40
6.2.1 Erste Finanz- und Handelszentern 41
6.2.2 Merkantilismus 43
6.2.3 Industriezeitalter 45
6.2.4 Anlehnung an Zentralbanken und nationale Steuerungszentralen 47
6.2.5 Räumlich unabhängige Computerbörsen 50
6.2.6 Gesetzmäßigkeit 53
7. Perspektiven der Börsenstandorte 57
7.1 Das Überleben der regionale Börsenstandorte 57
7.2 Der Kampf um die europ. Vormachtstellung 58
7.3 Internationale Konsolidierung von Börsenstandorten 62
8. Die Persistenz der europ. Börsenstandorte 62
Literaturverzeichnis 65
Anhang (siehe Abbildungs- und Tabellenverzeichnis) 73

Automatisiert erstellter Textauszug:

„a. Jede Wirtschaftsstufe muß empirisch-statistisch überprüfbare Merkmale aufweisen, die es ermöglichen, sie zeitlich abzugrenzen (Periodisierungskriterium); b. Die Merkmale müssen typisch für diese und nur für diese Wirtschaftsstufe sein (Unterscheidungskriterium); c. Die analytischen Beziehungen eines gegebenen Wirtschaftsstadiums müssen sowohl zum vorhergehenden als auch zum nachfolgenden Stadium eindeutig gekennzeichnet sein (Kausalkriterium). Die Aussage, daß ein Stadium als Vorbereitung für das nächste gilt, hat nur tautologischen Wert. Es genügt demnach nicht, die einzelnen Wachstumsstufen nur chronologisch aneinanderzureihen, sondern ihre Beziehungen zueinander müssen sachlogisch begründet werden; d. Daraus folgt, daß - im Idealfall - eine Prognose über den Beginn des nächstfolgenden Stadiums möglich sein sollte (Prognosenkriterium). Zumindest muß aber etwas über die Voraussetzungen im vorangegangenen Stadium ausgesagt werden, die zu erfüllen sind, um das nächste Wirtschaftsstadium zu ermöglichen.“ (KNALL 1962, S. 204) [...]

Quelle: Eigene Darstellung; Daten: DEUTSCHES AKTIENINSTITUT 2000, S. 08.8 gesamt Mit der Konzentration des Anlagekapitals in den Händen relativ weniger institutioneller Anleger nehmen die Transaktionsgrößen und die Transaktionsfrequenz immer stärker zu. Um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, ist es für Börsen von Bedeutung, sich in zunehmenden Maße an den Handelspräferenzen dieser Anleger-Gruppe zu orientieren. Die Präferenzen von institutionellen Investoren, wie Sicherheit und Schnelligkeit der Geschäftsabwicklung, insbesondere die impliziten und expliziten Transaktionskosten und mit überragender Bedeutung die Marktliquidität sind im wesentlichen mit den Kosten der Umschichtung von Portfolios zu begründen. Portfolios werden mit einem Perfomance Maß untereinander und mit Indixes17 verglichen. Für Fondsmanager ist es äußerst wichtig, daß ihre im Bestand befindlichen Aktienpakete schnell und günstig am Markt ge- oder verkauft werden können, um eine möglichst hohe Rendite für den Anleger zu erzielen. Das Problem [...]

Die regionalen, nationalen und internationalen Börsenplätze treten in eine neue Phase des verschärften Wettbewerbs. Die Rahmenbedingungen im Börsenhandel haben sich verändert. Globalisierung der Kapitalströme, Regulierung versus Deregulierung, der Einsatz von Automations- und Kommunikationstechnologie, die zunehmende Institutionalisierung und die Änderungen von rechtlichen Rahmenbedingungen zwingen die Börsen vermehrt, sich an den neuen Marktanforderungen auszurichten. Wie sich aus der historischen Darstellung erkennen läßt, haben sich Börsen und deren Strukturen immer wieder an veränderte Rahmenbedingungen angepaßt. Im folgenden Schritt sollen die aktuellen Umweltparameter erörtert werden, die auf das Börsenwesen einwirken. Es wird in Punkt 7 zu klären sein, ob die europäischen Börsen auf diese Einflußfaktoren mit Persistenz oder Wandel reagieren werden. [...]

Arbeit zitieren:
Berndt, Stefan September 2001: Die Persistenz von Börsenstandorten unter Berücksichtigung der regionalen, nationalen und internationalen Konkurrenzbeziehungen in Europa, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Börsenstandorte, Börse, Globalisierung der Finanzmärkte, Börsengeschichte, Börsenstruktur der Zukunft

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