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Die zukünftige Abwasserwirtschaft in den EU-Beitrittskandidaten Polen, Ungarn und Estland

Die zukünftige Abwasserwirtschaft in den EU-Beitrittskandidaten Polen, Ungarn und Estland
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Rainer Agster, Frank Hertlein
  • Abgabedatum: Februar 2000
  • Umfang: 159 Seiten
  • Dateigröße: 804,4 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule Bremen, University of Applied Sciences Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4996-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4996-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4996-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Rainer Agster, Frank Hertlein Februar 2000: Die zukünftige Abwasserwirtschaft in den EU-Beitrittskandidaten Polen, Ungarn und Estland, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: EU-Erweiterung, PPP, Abwasser, Umwelt, Wasser

Diplomarbeit von Rainer Agster, Frank Hertlein

Einleitung:

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der zukünftigen Abwasserwirtschaft der EU-BeitrittskandidatenPolen, Ungarn und Estland. Diese haben einen immensen Nachholbedarf um ihre Abwasserwirtschaftauf kommunaler Ebene an die Standards der EU anzugleichen. Speziell die Umsetzung derRichtlinie 91/271/EWG über die Behandlung von kommunalem Abwasser wird erhebliche Investitionenerfordern. Es wird dargelegt, dass die im Moment verfügbaren finanziellen Ressourcen für eine Umsetzungbis 2010 in Polen und Ungarn nicht ausreichen.

Die zur Zeit bestehenden Finanzierungswege müssen deswegen verbessert werden, um eineneffizienteren Einsatz der Ressourcen zu ermöglichen. Weiterhin werden als mögliche Lösungen verschiedene Organisationsmodelle mit mehr oder minder starker privater Beteiligung betrachtet. Während die Effizienzgewinne durch private Involvierung für alle Siedlungsgrössen als positiv bewertet werden, ist die Finanzierung von Investitionen durch private Investoren ein Problem. Als Haupthindernis für private Involvierung wurde die notwendige Kostendeckung für neue Investitionen erkannt. Es ist nicht möglich die Gebühren ausreichend zu erhöhen, da die maximale Haushaltsbelastung auf einem sozialverträglichen Niveau von unter 5% für Wasserdienstleistungen gehalten werden soll.

Deshalb erscheinen Konzessionen im Moment nur in Grossstädten durchführbar. Das Gleiche gilt für Kooperationsmodelle, wobei im Gegensatz zu Konzessionen bei diesem Modell auch weiterhin über staatliche Zuschüsse finanziert werden kann. BOT-Modelle können in Gross- und Kleinstädten zur Anwendung kommen. Managementverträge sind für alle Siedlungsgrössen bis hin zum ländlichen Raum interessant. Gerade in ländlichen und kleinstädtischen Gebieten sind innovative Lösungen gefragt, zwei Beispiele (rollender Kanal und Eesti Veevärk) werden hierzu vorgestellt.

Jedoch erscheint die Umsetzung der EU-Richtlinien mit den bestehenden Anforderungen und der jetzigen Organisation selbst bei maximaler privater Involvierung mittelfristig als nicht durchführbar Verschiedene Möglichkeiten zur Neudefinierung der Ziele und Umstrukturierung der Organisation werden vorgeschlagen: Anpassung der Umsetzungsfristen, Verstärkte Anwendung des Immissionprinzips, Trennung der Wasserversorgung von der Abwasserentsorgung und Schaffung von Kommunalverbänden .Da die komplette Umsetzung der EU-Richtlinien mittelfristig nicht durchführbar erscheint, müssen in den Beitrittsverhandlungen realistische Strategien entwickelt werden.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 10
2. Material und Methoden 11
3. Status quo 12
3.1 Staatsaufbau und rechtliche Grundlagen 13
3.1.1 Polen 15
3.1.1.1 Staatliche Gliederung 15
3.1.1.2 Rechtliche Grundlagen 16
3.1.1.3 Organe der Wasserwirtschaft 18
3.1.2 Ungarn 20
3.1.2.1 Staatliche Gliederung 20
3.1.2.2 Rechtliche Grundlagen 20
3.1.2.3 Organe der Wasserwirtschaft 22
3.1.3 Estland 24
3.1.3.1 Staatliche Gliederung 24
3.1.3.2 Rechtliche Grundlagen 24
3.1.3.3 Organe der Wasserwirtschaft 26
3.2 Bewertung 28
3.3 Eigentumsverhältnisse im Wassersektor 29
3.4 Rechtssicherheit für private Investoren 31
3.5 Gesamtwirtschaftliche Rahmendaten 33
3.5.1 Polen 33
3.5.2 Ungarn 33
3.5.3 Estland 34
3.5.4 Ländervergleich 35
3.6 Umweltausgaben 36
3.7 Anlagen 39
3.7.1 Wasserverbrauch 39
3.7.2 Anschlussgrad 41
3.7.3 Siedlungsstruktur 42
3.7.4 Art der Klärung 44
3.7.5 Bewertung 44
4. Festlegung der Rahmenbedingungen 45
4.1 Festlegung des Zeitrahmens 45
4.2 Übernahme des acquis communautaire/rechtliche Umsetzung 45
4.3 Kosteneinschätzung 49
5. Finanzierung 53
5.1 Eigenfinanzierung 53
5.2 Staatliche Zuschüsse 54
5.3 Umweltfonds 54
5.4 Ausländische Geldgeber 54
5.4.1 Zuschüsse 54
5.4.2 Internationale Institutionen 55
5.5 Kommunalkredit 56
5.6 Kommerzielle Kredite 56
5.7 Finanzierungsbeispiele außerhalb der MOE-Staaten 56
5.7.1 Entwicklungsfinanzierung 56
5.7.2 Staatliche Revolving-Fonds 57
5.8 Nationale Umweltfonds 59
5.8.1 Höhe der Abwasserabgaben 60
5.8.2 Erhebungseffizienz 60
5.8.3 Die Umweltfonds in Polen, Ungarn und Estland 61
5.8.4 Organisation des polnischen Umweltfonds 64
5.8.5 Die Bank für Umweltschutz BOS 67
5.8.6 Der Ökofonds in Polen (Ecofunduz) 67
5.8.7 Grenzen des Systems 67
5.9 Refinanzierung 68
5.9.1 Abwassergebühren 68
5.9.2 Kostenstruktur 70
5.9.3 Haushaltsbelastung 72
6. Alternativmodelle 77
6.1 Eesti Veevärk (Estnische Wasserbetriebe) 78
6.1.1 Programm für kleine Gemeinden 78
6.1.2 Gebührenentwicklung 82
6.1.3 Problempunkte 82
6.1.4 Bewertung des Systems 82
6.1.5 Unterschiede zum Kommunalverband 84
6.1.6 Anwendung in den MOE-Staaten 84
6.2 Rollender Kanal 85
6.2.1 Organisation 85
6.2.2 Anwendung in den MOE-Staaten 85
7. Lösungen mit privater Involvierung 87
7.1 Entwicklung des PPP 88
7.2 Interessen staatlicher und gesellschaftlicher Gruppen 91
7.3 Interessen privater Investoren 94
7.4 Entscheidende Faktoren für das Gelingen privater Involvierung 97
7.4.1 Wettbewerb 97
7.4.2 Regulierung 101
7.5 Verschiedene Organisationsformen des PPP 106
7.5.1 Managementverträge 107
7.5.1.1 Grundlagen 107
7.5.1.2 Anwendung in den MOE-Staaten 108
7.5.1.3 Beispiel: Monagas, Venezuela 109
7.5.1.4 Anwendungsbeispiel in den MOE-Staaten 111
7.5.2 Kooperationsmodell 114
7.5.2.1 Grundlagen 114
7.5.2.2 Anwendung in den MOE-Staaten 115
7.5.2.3 Beispiel: Budapest, Ungarn 115
7.5.3 Konzessionsmodell 120
7.5.3.1 Grundlagen 120
7.5.3.2 Anwendung in den MOE-Staaten 121
7.5.3.3 Beispiel: Buenos Aires, Argentinien 121
7.5.3.4 Bewertung der Anwendung in den MOE-Staaten 124
7.5.4 BOT-Modell 126
7.5.4.1 Grundlagen 126
7.5.4.2 Anwendung in den MOE-Staaten 127
7.5.4.3 Anwendungsbeispiel in den MOE-Staaten 128
7.6 Bewertung 129
8. Umstrukturierung der Wasserwirtschaft 130
8.1 Wasserwirtschaft auf Basis der Wassereinzugsgebiete 130
8.2 Anwendung des Immissionsprinzips 131
8.3 Unterschiedliche Zeitvorgaben innerhalb der Länder 131
8.4 Konzentration der öffentlichen Mittel 132
8.5 Bildung unabhängiger Einheiten 132
8.6 Bildung größerer Einheiten 132
8.7 Trennung Wasser/Abwasser 133
9. Ergebnisse 134
Glossary 137
Abbildungsverzeichnis 138
Tabellenverzeichnis 140
Literaturverzeichnis 141
Interviewverzeichnis 150
Anhang A i-vi

Automatisiert erstellter Textauszug:

In den letzten Jahren war ein weiterer Anstieg zu beobachten. Dieser ist durch Investitionen zu begründen, welche trotz Unterstützung aus verschiedenen Quellen, teilweise durch Kredite finanziert wurden [Kraav, 1999]. Für die zukünftige Entwicklung ist es in beiden Ländern wichtig, das Ansteigen möglichst zu verlangsamen. Eine Tendenz in diese Richtung ist für Ungarn aus Abbildung 5.11 bereits absehbar. Für Polen liegen keine Daten über die Entwicklung der Gebühren vor. Es ist jedoch davon auszugehen, dass hier ebenfalls eine über der Inflationsrate liegende Teuerung zu beobachten ist. Unvermeidliche weitere Gebührenerhöhungen sollten mit einer Informationskampagne einhergehen, um den Eindruck willkürlicher Steigerungen zu vermeiden. In Budapest war es in den letzten Jahren möglich, die Gebührensteigerung für Wasser und Abwasser auf dem Niveau des Preisanstieges zu halten [van der Crabben u. Feddern, 1999]. Daraus ließe sich nun ableiten, dass bei entsprechender Information der Bevölkerung, die Gebühren bis auf ein kostendeckendes Niveau erhöht werden können. Es gibt noch einen weiteren entscheidenden Gesichtspunkt: Wie belastbar sind die Haushalte? 5.9.3 Haushaltsbelastung Neben den tatsächlichen Gebühren ist das zukünftige Steigerungspotential von Bedeutung. Es wird allgemein davon ausgegangen, dass ein Haushalt maximal 5-8% des Einkommens für den Wassersektor, also die Versorgung mit Trinkwasser und die Entsorgung von Abwasser, verwenden kann. Bei jeglicher Investitionsplanung, sei dies nun durch private Investoren oder eine Firma in öffentlicher Hand, sind diese 5-8% der maximale Wert, welcher von den Kunden aufgebracht werden kann. Jegliche Kosten, die nicht durch diesen Wert abgedeckt werden, müssen aus anderen Quellen finanziert werden. Bei der Betrachtung der Haushaltsbelastungen gilt es darauf zu achten, nicht nur eine Durchschnittsberechnung durchzuführen. Speziell die unteren Einkommen sind gesondert zu berücksichtigen, da sonst eine Verzerrung der tatsächlichen Sachlage stattfindet. Gerade in den MOE-Ländern sind relativ große Einkommensunterschiede vorhanden. Methodologie Als Vergleichsgrundlage wurde ein Haushalt mit vier Personen verwandt. Dies ist eine Haushaltsgröße, welche in den EU-Staaten nicht der Realität entspricht. In Deutschland und Frankreich umfasst der durchschnittliche Haushalt 2,2 bzw. 2,4 Personen [Eurostat, 1998]. Obwohl die Werte für die MOE Staaten höher liegen, bewegen diese sich dort bei drei Personen pro Haushalt. Es erschien trotzdem sinnvoll, vier Personen als Grundlage zu nehmen, da die Berechnungen sich nicht an einkommensstarken Haushalten mit zwei Einkommen orientieren sollten. Auch wird diese Haushaltsgröße vom Statistischen Bundesamt im Statistischen Jahrbuch der BRD als Vergleichgröße verwendet [Stat. Bundesamt, 1999]. Als Einkommen wurde der für die jeweilige Bevölkerungsgruppe oder Region maßgebliche Durchschnittslohn verwandt. Hierbei wurde aufgrund des hohen Anteils der arbeitstätigen Partner das 1,5fache des jeweiligen Durchschnittslohnes als Haushaltseinkommen definiert. [...]

Neben der absoluten Höhe der Gebühren ist 40% Abwassergebührenderen Entwicklung in den letzen Jahren zu beanstieg trachten. Während zur Zeit des Kommunismus Wasser praktisch ein freies, sehr billiges Gut war 30% und die Abwasserentsorgung eine staatliche Dienstleistung darstellte, hat sich dies seit der Transformation erheblich geändert. In allen 20% VerbraucherpreiseStaaten sind die Gebühren für den Wassersektor anstieg gestiegen. Der Bürger empfindet dies als zusätz10% liche Belastung des Haushaltsbudgets, welches durch die allgemeine Teuerung bereits erheblich strapaziert worden ist. Für die zukünftige Ge0% 1994 1995 1996 1997 bührenentwicklung ist es deshalb von Interesse, wie schnell die Gebühren in den letzten Jahren, Abbildung 5.11: Vergleich Preisanstieg Abwasserverglichen mit der allgemeinen Teuerung, ge- /Verbraucherpreise Ungarn [KHVM, 1998] stiegen sind und welche Schlüsse sich für zukünftige Gebührenentwicklungen daraus ableiten lassen. In Ungarn haben sich die Abwassergebühren in den letzten Jahren schneller entwickelt als die allgemeinen Verbraucherpreise (Abb. 5.11). Seit 1995 stiegen die Gebühren jedes Jahr um über 25%. Der Wassersektor konnte allerdings von diesen Erhöhungen nur bedingt profitieren, da ein Großteil durch die Inflation wieder aufgewogen wurde. Somit war die reale Einnahmensteigerung für die Abwasserentsorger gering. Dennoch ist von einer für weitere Gebührenerhöhungen sensibilisierten Bevölkerung auszugehen. Das jährliche Ansteigen der Wasser- und Abwasserrechnung geht in den meisten Fällen für den Bürger nicht mit einer sichtbaren Verbesserung seiner Versorgungssituation einher. Im Trinkwassersektor liegt ein grösßeres Verständnis der Bevölkerung für Gebührenerhöhungen vor. Zum einen wird die Versorgung mit Trinkwasser als Dienstleistung betrachtet, zum anderen sind qualitative Verbesserungen für den einzelnen Bürger klarer ersichtlich. So wird eine verbesserte Trinkwasserqualität und eine erhöhte Versorgungssicherheit in jedem Haushalt bemerkt [van der Crabben, 1999]. Auf dem Gebiet der Abwasserentsorgung gestaltet es sich erheblich schwieriger, Fortschritte zu vermitteln. Die Verringerung der Geruchsbelästigung aus Gullis ist ein langsamer Prozess, der nicht immer bemerkt wird. Verbesserungen der Wasserqualität des Vorfluters werden vom Großteil, der von den höheren Gebühren betroffenen Bürger, nicht direkt als Steigerung ihrer Lebensqualität empfunden [Feddern, 1999]. Aus diesem Grund ist der Wille gering, für diese Leistungen ein entsprechendes Entgeld zu entrichten. Die Situation für Estland war in den Jahren 1996 und 1997 durch einen sehr hohen Anstieg der Gebühren gekennzeichnet. Innerhalb von zwei Jahren haben sich die Abwassergebühren dort mehr als verdoppelt. Auch durch das Herausrechnen der Inflation verbessert sich das Bild nur leicht. Vor 1992 existierte in Estland, wie auch in den beiden anderen MOE-Staaten, ein Subventionssystem für private Verbraucher; die Preise für gewerbliche Nutzer waren bis zu siebenmal höher als die für private. 1992 fielen diese Subventionen weg, dies führte zu einem Preisanstieg für private Nutzer. [...]

5.9.2 Kostenstruktur Die Kostenstruktur der Firmen des Abwassersektors ist für die Gebührenberechnung von großer Bedeutung. Aufgrund des “polluter-pays-principles” sind alle Kosten, die für die Abwasserentsorgung entstehen, auf den Erzeuger umzulegen. Als Grundlage für die Festlegung der Gebührenhöhe dienen von den Entsorgern geltend gemachte Kosten. Anhand der Kostenzusammensetzung lässt sich feststellen, wie die erhobenen Gebühren zu bewerten sind. Die Bewertung erfolgte anhand der Vergleichsländer Deutschland und Ungarn (Abb. 5.10). Als Grundvoraussetzung lässt sich feststellen, dass sich die Kostenstruktur bei Kostendeckung in beiden Ländern nicht grundlegend unterscheiden dürfte. Die Löhne in den MOE-Staaten sind erheblich niedriger (s. Tab. 3.7). Ebenfalls sind die Materialkosten für den laufenden Betrieb geringer. Auch bei den Baukosten für eine Kläranlage und das Kanalnetz liegt das Niveau definitiv unter dem Deutschlands, jedoch nicht stärker als bei den Personalkosten [Knorr, 1999]. So werden bei Neubauten fast alle maschinellen Teile und die Mess- und Regeltechnik aus den Staaten Westeuropas importiert [Tenno, 1999; Kazmierczyk, 1995]. Unter diesen Voraussetzungen soll nun die 100% Kostenstruktur Ungarns auf die Kostendeckungs25% 27% sonstige funktion untersucht werden. 80% Kosten Während in Deutschland die Abschreibungen und 10% Zinskosten über die Hälfte der Gesamtkosten 25% Materialkosten 60% 14% ausmachen, ist dieser Kostenbereich in Ungarn für gerade 16% verantwortlich. Trotz der Prä40% misse, dass die Investitionskosten in DeutschPersonalkosten 32% land auch im westeuropäischen Vergleich sehr 51% 20% hoch liegen (s. Box S. 69), erscheint der Anteil Abschreibung dieses Kostenbereiches in Ungarn zu niedrig, um 16% und Zinsen 0% für die gesamten Investitionen aufkommen zu Deutschland Ungarn können. Abbildung 5.10: Vergleich der Kostenstruktur Das Lohnniveau in Ungarn ist erheblich niedriger im Abwassersektor Deutschland/Ungarn als das in Deutschland. Selbst wenn von einem [Glanowski-Keller, 1999; *KHVM, 1998] höheren Personalstand in Ungarn ausgegangen wird, erscheint der Anteil des Personalsektors mit 32% als unproportional hoch. Ähnliches gilt für die Materialkosten. Die erheblich höheren Anteile von Material- und Personalkosten an den Gesamtkosten in Ungarn im Vergleich zu Deutschland bestätigen den Eindruck, dass nicht alle entstehenden Kosten in die Gebührenberechnung miteinfließen. Gerade bei den Kostenfaktoren Abschreibungen und Zinsen wird vermutlich nur ein Teil der tatsächlichen Kosten miteingerechnet. Zum weiteren Ausbau der Abwasserentsorgung und bei privater Involvierung müsste der Abschreibungs- oder auch Entwicklungsanteil an den Gebühren erhöht werden. Doch wie haben sich die Gebühren in der Vergangenheit entwickelt und bis zu welchem Grad sind weitere Steigerungen möglich? [...]

Arbeit zitieren:
Rainer Agster, Frank Hertlein Februar 2000: Die zukünftige Abwasserwirtschaft in den EU-Beitrittskandidaten Polen, Ungarn und Estland, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
EU-Erweiterung, PPP, Abwasser, Umwelt, Wasser

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