Einsatzmöglichkeiten und Lösungsansätze zur Bereitstellung und Nutzung von Location Based Services
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Christoph Baß
- Abgabedatum: August 2001
- Umfang: 98 Seiten
- Dateigröße: 1,1 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Universität Paderborn Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4825-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4825-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4825-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Baß, Christoph August 2001: Einsatzmöglichkeiten und Lösungsansätze zur Bereitstellung und Nutzung von Location Based Services, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: mobile commerce, Mehrwertdienste, Mobilfunk, mobile business
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Diplomarbeit von Christoph Baß
Einleitung:
Zu Beginn des neuen Millenniums soll der Markt der mobilen Kommunikation unseren zukünftigen beruflichen und privaten Alltag entscheidend (mit)prägen. Hohe Investitionen, z.B. bei der Einführung der kostspieligen Breitbandnetze (UMTS), haben nicht nur bei Mobilfunkunternehmen Erwartungen geweckt, die größer sind als das ohnehin schon rasante Tempo der technischen Innovationen.
Im Alltag wird sich herausstellen, inwieweit die „schöne neue Welt“ mit der Realität vereinbar sein wird. Mobile Business und Location Based Services leben ganz wesentlich von der Akzeptanz der Nutzer. Im Zeitalter der Informationsgesellschaft darf der Kunde nicht von einer nicht mehr zu bewältigenden Informationsflut überrollt werden. Er braucht seine Privatsphäre, seine Nischen, in die er sich zurückziehen kann.
Mobilfunkbetreiber, die immer wissen, wo sich ihre Kunden befinden, sind verantwortlich für die Vision des gläsernen Kunden – den es jedoch aufgrund der gesetzlichen Grundlagen nicht geben wird. Nur in engen Grenzen erlaubt die Rechtslage die Benutzung der Kundendaten.
Location Based Services müssen ihre „Informationsware“ ihren Kunden verkaufen und sie dabei möglichst eng an sich binden. Es gibt aber den LBS Kunden heute noch nicht. Vielmehr haben wir es mit Kunden zu tun, die sehr kritisch sind und in vielen Fällen ihre Geschäftspartner permanent wechseln.
Das Kundenverhalten ist also nur sehr schwer berechenbar. Es gibt deutliche Unterschiede zwischen den Generationen von Handy-Nutzern. Die Selbstverständlichkeit, mit der das Handy in den Alltag der unter 30-Jährigen eingezogen ist, kontrastiert deutlich mit der Generation der „Non-User“. Letztere werden jedoch in wenigen Dekaden „aussterben“.
Bei aller Komplexität der Problematik des M-Business – worunter wir auch LBS subsumieren können – lässt sich jedoch eins festhalten. Es gibt noch keine Idee einer „mobilen Welt“, die mit grenzenlosen Möglichkeiten lockt, wie es das World Wide Web des Internet getan hat. Gleichwohl zeigen sich Einsatzmöglichkeiten und Lösungsansätze zur Bereitstellung und zur Nutzung von LBS, die es in dieser Arbeit zu betrachten gilt. Interesse, Offenheit und Neugierde sowie Bereitschaft zu Investition und Engagement sind auf dem Markt vorhanden. Die Anbieter müssen sie jetzt nutzen – „get the ball rolling now!“ Vor dem Hintergrund, dass die Anbieter von mobilen Diensten unter starkem Kostendruck und sinkenden Gewinnen auf der Suche nach neuen Diensten sind, die neue Märkte erschließen und alte wieder zu mehr Umsatz verhelfen sollen, ist es sehr wichtig zu untersuchen, welche allgemeinen Möglichkeiten die Location Based Services bieten und welche Einnahmequellen es geben könnte.
Auf der einen Seite ist es bedeutsam herauszustellen, welche Unternehmen am Entstehungsprozess eines Location Based Service beteiligt sind und wie sie dadurch profitieren können. Auf der anderen Seite müssen die potenziellen Kunden identifiziert und ihr Nutzen, den sie durch die Location Based Services haben können, herausgestellt werden.
Darüber hinaus sollen eigene Schlussfolgerungen und Ideen - aufbauend auf den in der Literatur zu findenden Erkenntnissen - Lösungsansätze zur Bereitstellung und Nutzung von Location Based Services liefern. Für X werden spezielle Lösungsansätze kritisch aufgezeigt. Ferner sollen auch allgemein gültige Empfehlungen für eine Bereitstellung von LBS gegeben werden.
An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass aufgrund der Aktualität der Thematik die zur Verfügung stehende Literatur, zum größten Teil in englischer Sprache, aus Studien und Berichten von Unternehmensberatungsgesellschaften und Marktforschungsunternehmen und Informationen bestand, die über das World Wide Web verfügbar waren. Wissenschaftliche Primärliteratur war somit nur in geringem Umfang verfügbar. Diese Literaturlage stellt aber auch gerade die Herausforderung dar, eigene Erkenntnisse, Schlussfolgerungen und Lösungsansätze bieten zu können.
Gang der Untersuchung:
Nach Erörterung der Problemstellung und der Zielsetzung des konzeptionellen Fokus der Arbeit, werden in Kapitel zwei die Einordnung und Einsatzmöglichkeiten von Location Based Services (LBS) herausgearbeitet. Hierbei ist es auch sinnvoll die Bedeutung des Mobile Business darzustellen, da LBS als ein Teilbereich des Mobile Business angesehen werden kann. Die Erfolgsfaktoren und die potenziellen Chancen des Mobile Business können somit wesentlich zum Erfolg oder Misserfolg von LBS beitragen.
In einem Szenario werden unterschiedliche Möglichkeiten der Nutzung von LBS im Alltagsleben beschrieben. Dieses Szenario gibt einen guten Überblick über die unterschiedlichen Einsatzgebiete ortsgebundener Dienste. Aufgrund der möglichen Vielfalt der LBS erfolgt eine Kategorisierung dieser in die vier Hauptbereiche Sicherheit, Location Based Charging, Informationsdienste und Tracking.
Abschnitt drei beschreibt die Teilnehmer an der Bereitstellung und Nutzung der Location Based Services. Dabei werden die neun wichtigsten Player beschrieben. Mit Hilfe dieser Erläuterungen können die am Herstellungsprozess beteiligten Unternehmensgruppen und deren Aufgaben, Chancen und Risiken erläutert werden. Somit wird die Komplexität der Bereitstellung von LBS verdeutlicht.
Danach folgend wird auf die potenziellen Endkunden und deren Nutzen durch ortsgebundene Dienste eingegangen. Es wird versucht eine Segmentierung der Endverbraucher vorzunehmen. Ferner soll evaluiert werden, in wie weit eine Einteilung der Kundengruppen und darüber hinaus die Zuordnung dieser Segmente zu den Einsatzgebieten der LBS als nützlich erscheint.
Der vierte Abschnitt beschäftigt sich mit den Zahlungsmodalitäten. Wie in jedem anderen Dienstleistungsbereich, so auch hier, soll mit den LBS Geld verdient werden. Diese Möglichkeiten werden allgemein und für die Einsatzbereiche aus Kapitel zwei erläutert.
Mit Hilfe der gewonnen Erkenntnisse werden im fünften Kapitel Lösungsansätze zum Einsatz von LBS bei X dargestellt. Zunächst wird das Geschäftsmodell von X erläutert, um daran angepasst, zielgruppengerichtete Lösungsansätze bieten zu können. Es wird geklärt, ob zum jetzigen Zeitpunkt eine Umsetzung der LBS mit SMS oder WAP als sinnvoll erscheint. Verschiedene LBS wie Mobile Rabatt Coupons, Location Based Dating und der Eventguide werden kritisch dargestellt. Ferner werden Empfehlungen zu Abrechnungsmodellen gegeben. Schließlich erfolgt eine kritische Betrachtung des Einsatzes von LBS bei X.Das sechste Kapitel betrachtet allgemein gültige Konsequenzen für die Implementierung von Location Based Services. Die Arbeit endet mit einer Schlussbetrachtung und einem Ausblick im siebten Abschnitt.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Tabellenverzeichnis | IV | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| 1. | Einleitung und Aufbau der Arbeit | 1 |
| 1.1 | Problemstellung und Motivation der Arbeit | 1 |
| 1.2 | Zielsetzung der Arbeit | 2 |
| 1.3 | Struktur der Arbeit | 3 |
| 2. | Einsatzmöglichkeiten von Location Based Services | 5 |
| 2.1 | Einordnung | 5 |
| 2.1.1 | Location Based Services als Teil des Mobile Business | 5 |
| 2.1.2 | Leistungsmerkmale | 6 |
| 2.1.3 | Marktentwicklung des Mobile Business | 10 |
| 2.1.4 | Marktenwicklung der Location Based Services | 15 |
| 2.2 | Einsatzbereiche der Location Based Services | 16 |
| 2.2.1 | Szenario: Ein Tag in der Stadt | 16 |
| 2.2.2 | Einsatzmöglichkeiten der Location Based Services | 19 |
| 2.2.2.1 | Sicherheit | 19 |
| 2.2.2.2 | Location Based Charging | 20 |
| 2.2.2.3 | Informationsdienste | 21 |
| 2.2.2.4 | Tracking | 23 |
| 3. | Lösungsansätze zur Kategorisierung von Marktteilnehmern | 25 |
| 3.1 | Anbieter | 25 |
| 3.1.1 | Location-Technologie Anbieter | 25 |
| 3.1.2 | Operator | 26 |
| 3.1.3 | Handyhersteller | 27 |
| 3.1.4 | Netzwerkstrukturanbieter | 28 |
| 3.1.5 | Anwendungsentwickler | 29 |
| 3.1.6 | Content-Anbieter | 30 |
| 3.1.7 | Markenportale | 31 |
| 3.1.8 | Werbebranche | 33 |
| 3.1.9 | Offline-Unternehmen | 34 |
| 3.2 | Kunden | 35 |
| 3.2.1 | Kundensegmentierung | 35 |
| 3.2.2 | Adaptionsmöglichkeiten | 39 |
| 3.2.3 | Evaluation | 41 |
| 4. | Lösungsansätze zur Bewertung von Zahlungsmodalitäten | 43 |
| 4.1 | Bezahlung durch den Endnutzer | 44 |
| 4.2 | Bezahlung durch Dritte | 47 |
| 4.3 | Kostenlose Nutzung | 48 |
| 4.4 | Adaptionsmöglichkeiten | 49 |
| 5. | Einsatzmöglichkeiten und Lösungsansätze am Beispiel von der Firma X | 52 |
| 5.1 | Beschreibung des Geschäftsmodells von X | 52 |
| 5.1.2 | Der Kundennutzen | 52 |
| 5.1.3 | Alleinstellungsmerkmale von X | 52 |
| 5.1.4 | Wettbewerber | 52 |
| 5.2 | Location Based Services für die Firma X | 52 |
| 5.2.1 | SMS als Servicetechnologie | 52 |
| 5.2.2 | Mobile Location Based Rabattcoupons | 55 |
| 5.2.3 | Location Based Dating | 59 |
| 5.2.4 | Eventguide | 65 |
| 5.2.5 | Kritische Betrachtung | 70 |
| 6. | Konsequenzen für die Implementierung von Location Based Services | 71 |
| 6.1 | Datenschutz und Privatsphäre | 71 |
| 6.2 | Finanzielle Aspekte | 73 |
| 6.3 | Applikationen | 74 |
| 6.4 | Substitute | 75 |
| 6.5 | Endgeräte | 75 |
| 7. | Schlussbetrachtung und Ausblick | 78 |
| 8. | Literaturverzeichnis | 81 |
| 9. | Glossar | 85 |
lokale Präsenz. Katrin aus dem Szenario findet ein Paar Schuhe zu einem Sonderpreis in einem ihr unbekannten örtlichen Schuhgeschäft. Ebenso kann sie in einem Buchladen ein Buch finden, in dem sie einmal blättern kann und das sie nicht mehr über amazon.com bestellen muss. LBS-Botschaften sind der Initiator für diese Aktionen und Käufe. Das Internet ist nun nicht mehr allein auf dem PC verfügbar. Es kann mitgenommen werden und folgt dem Handynutzer an jeden Ort. Lokale Präsenz gewinnt wieder an Bedeutung. Die sofortige Verfügbarkeit der Ware ist ein weiterer Vorteil. Die Möglichkeit, bei einem Kauf Komplimentärprodukte und Zufallsprodukte zu verkaufen, ist sicherlich bei einem Offline- Unternehmen größer als im Internet. Ortsgebundene Werbung und Angebote sowie Sponsoring von Inhalten mit Informationsdiensten erlauben es diesen Anbietern, Boden wieder gut zu machen, der ihnen von reinen Internetanbietern genommen worden war. Die bisherigen Bricks and Mortar Merchants bekommen durch LBS eine Chance, ihr Haus weiterhin stabil zu erhalten oder sogar noch auszubauen.53 [...]
Internetservices eine weite Verbreitung im Massenmarkt für Mobilkommunikation erreichen.50 Permission-Marketing ist eine weitere Alternative zur Massenvermarktung. Eine individuelle Kundenansprache innerhalb eines interaktiven Kommunikationsprozesses bildet die Grundlage des Erlaubnismarketing. In der Form des Pull Advertising gibt der Empfänger dem Sender sein Einverständnis zum Erhalt von Werbung. SMS Services, WAP-fähige Mobiltelefone, E-Mail, Fax oder Telefon sind Medien, die das Versenden von Werbemaßnahmen ermöglichen. Der Empfänger ist an dem Erhalt dieser persönlichen Botschaften interessiert und hat eine entsprechende positive Grundeinstellung. Er gibt die Erlaubnis und erwartet dann die für ihn relevanten Informationen. So fällt die Aktivierung zum Kauf des Produktes bzw. der Dienstleistung leichter. Der Verbraucher wird im Rahmen der langfristigen, interaktiven Werbekampagne für die Aufmerksamkeit, die er den wichtigen Werbebotschaften entgegen bringt, in irgendeiner Weise belohnt.51 [...]
In einem wettbewerbsorientierten Markt gestaltet sich der Ausbau von Marktanteilen aufwendiger als die Ausweitung bestehender Geschäftsbeziehungen. Das erste Ziel im One-to-One Marketing ist die Steigerung des Umsatzanteils an einem Kunden (Share of Customer). Die Steigerung des Marktanteils ist eher zweitrangig. In Anlehnung an den Share of Customer bezeichnet der Average-Revenue-Per-User (ARPU) im Mobilfunk den durchschnittlichen Umsatz pro Handy-Benutzer. Da der derzeitige ARPU sinkt, müssen die Mobilfunkbetreiber möglichst umgehend neue Services über ihre Netze anbieten.49 Premiumdienstleistungen im M-Business Bereich gehören zu den erfolgverheißenden Angeboten. Der Nutzer ist bereit, ein dem Dienst angemessenes Entgelt zu zahlen. Die Navigation im mobilen Internet muss einfach und schnell geschehen. Dies ist mit Hilfe vorselektierter und personalisierter Informationen möglich. Nur so können mobile [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832448257
Arbeit zitieren:
Baß, Christoph August 2001: Einsatzmöglichkeiten und Lösungsansätze zur Bereitstellung und Nutzung von Location Based Services, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
mobile commerce, Mehrwertdienste, Mobilfunk, mobile business



