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Die Informatisierung von Gesellschaft und Wirtschaft und ihre Auswirkungen auf die Arbeitsbeziehungen am Beispiel des Online-Journalismus

Die Informatisierung von Gesellschaft und Wirtschaft und ihre Auswirkungen auf die Arbeitsbeziehungen am Beispiel des Online-Journalismus
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Eva Bertram
  • Abgabedatum: August 2001
  • Umfang: 162 Seiten
  • Dateigröße: 1,6 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Ruhr-Universität Bochum Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4362-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4362-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4362-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Bertram, Eva August 2001: Die Informatisierung von Gesellschaft und Wirtschaft und ihre Auswirkungen auf die Arbeitsbeziehungen am Beispiel des Online-Journalismus, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Informatisierung, Online-Journalismus, Digitalisierung, Informationsgesellschaft

Diplomarbeit von Eva Bertram

Gang der Untersuchung:

Der Weg in die Informationsgesellschaft ist gekennzeichnet durch den Prozess der Informatisierung. Mit Informatisierung ist der Prozess der Entwicklung und Verbreitung der IuK-Technologien gemeint.

Dementsprechend soll die Auswirkung der Informatisierung auf die Gesellschaft, und ihre Teilbereiche Wirtschaft und Arbeit dargestellt werden. Die Veränderungen werden anschließend im Kapitel 6 Infodealer am Beispiel des Online-Journalismus veranschaulicht. Nach einem theoretischen Überblick über die Entwicklung des Begriffs der Informationsgesellschaft, der Darstellung des empirisch fassbaren Wandels in den einzelnen Teilbereichen und einer Einführung des Wissens- und Informationsbegriffs (Kapitel 2) folgt im zweiten Teil der Arbeit eine Diskussion über den Wandel in den gesellschaftlichen Teilbereichen (Gesellschaft, Wirtschaft und Arbeit, Kapitel 3-5).

In Kapitel 3 soll herausgearbeitet werden, was die technologischen Entwicklungen für die Gesellschaft bedeuten: Wird eine tiefe Kluft entstehen zwischen Wissenden und Nichtwissenden, Jung und Alt, technikversiert oder nicht? Droht der Gesellschaft eine Digitale Spaltung? In Kapitel 4 geht es um die wirtschaftlichen Veränderungen, die bedingt sind durch Globalisierung, Tertiärisierung und Informatisierung.

Gibt es die New Economy? Welche Aspekte hat die Internetökonomie, funktionieren Märkte nach neuen Mechanismen, wenn ja nach welchen? Die Veränderungen der Wirtschaft werden dementsprechend in Bezug auf die Arbeitsbeziehungen dargelegt.

Diese Aspekte werden in Kapitel 5 erörtert. Kommt es aus Rationalisierungsgründen zu einem massiven Arbeitsplatzabbau oder bringt die Informationsgesellschaft das erhoffte Beschäftigungswunder? Auch hier gibt es Gewinner und Verlierer und entsprechende Anforderungen an die jeweiligen Akteure.

Die im Theorieteil (Kapitel 2) herausgearbeitete Wissenszentrierung aller gesellschaftlichen Teilbereiche und der Wandel der Arbeitswelt führt zu dem Ergebnis, dass künftig der kompetente Umgang mit IuK-Technologien und das Filtern von Informationen zunehmende Bedeutung erfährt.

Dies soll exemplarisch im sechsten Kapitel am Beispiel des Online-Journalismus dargestellt werden. Unter der Überschrift Infodealer soll zum einen die Zentralität von hochwertigen Informationen anhand von Online-Publikationen deutlich gemacht und gleichzeitig ein Berufsprofil vorgestellt werden, das charakterisiert ist durch die Sammlung, Bewertung und Präsentation von Informationen.

Es geht um folgende Fragen: Wie unterscheidet sich eine Online-Zeitung vom Print-Produkt? Welche Anforderungen ergeben sich dadurch für den Journalisten? Verliert der Journalist angesichts der Tatsache, dass alle Informationen zu jeder Zeit im Internet zugänglich sind, seine Funktion? Verlieren Print-Produkte ihre Leserschaft? Und: Wie kann die Pressemoral der Kommerzialisierung der Netz-Inhalte standhalten?

Zusammenfassend werden Strategien erörtert, die notwendig sind, um eine drohende Digitale Spaltung der Gesellschaft zu vermeiden.

Inhaltsverzeichnis:

Erster Teil - Einführung 4
1. Einleitung 4
1.1 Thematik 5
1.2 Fragestellung der Arbeit und kurze Vorschau 7
2. Theorie zur Informationsgesellschaft 9
2.1 Informationsgesellschaft - Theorie 10
2.1.1 „Information economy“-Ansatz 11
2.1.2 Die postindustrielle Gesellschaft nach Bell 12
2.1.3 Stadientheorien 14
2.1.4 Zusammenfassende Kritik und eigene Definition 16
2.2 Informatisierung 21
2.2.1 „Harter“ Faktor: Technischer Wandel 21
2.2.2 „Weicher“ Faktor: Gesellschaftlicher Wandel 24
2.3 Information und Wissen als neuer Rohstoff 26
2.3.1 Unterscheidung zwischen Information und Wissen 26
2.4 Fazit: Die Informationsflut und ihre Reduktion 29
Zweiter Teil – Informatisierung 33
3. Soziokulturelle Auswirkungen der Informatisierung 34
3.1 Werte und Menschenbild 35
3.1.1 Normen – Werte – Kommunikation 35
3.1.2 Der vagabundierende homo connetcus 40
3.2 User und Loser –Chancen und Risiken 40
3.2.1 Risiken 40
3.2.2 Chancen 43
3.2.3 Neue soziale Ungleichheiten – Theorie 44
3.2.4 Digitale Spaltung – Empirie 47
3.3 Kollektive und Individuelle Anforderungen 51
3.4 Fazit: Vereinsamung vs. Zugehörigkeit 56
4. New or Old? – die Next Economy 59
4.1 New or Old Economy? 60
4.2 Die Next Economy 62
4.3 Kundenbindung – E-Loyality 69
4.3.1 Subjektive Barrieren 70
4.3.2 Erfordernisse 71
4.4 Fazit: Neue wirtschaftliche Spielregeln 74
5. Informatisierung der Erwerbsstrukturen 76
5.1 Aspekte der Informatisierung der Arbeitswelt 77
5.1.1 Flexibilisierung 79
5.1.2 Wissenszentrierung 85
5.1.3 Chancen, Risiken, Anforderungen 89
5.2 Fazit: Das Ende der Arbeit oder Arbeit ohne Ende? 93
Dritter Teil – Die Praxis 100
6. Die Infodealer 100
6.1 Charakteristika der Online-Zeitung 103
6.1.1 Merkmale von Online-Zeitungen im Vergleich zum Print-Produkt 103
6.1.2 Allgemeine Entwicklung von Online-Zeitungen 110
6.1.3 Fazit Online-Zeitungen 119
6.2 Der Online-Journalist 120
6.2.1 Aufgaben und Eigenschaften des Online-Journalisten: 121
6.2.2 Neue Berufsbilder im Journalismus: 126
6.3 Die Online-Leser 127
6.4 Fazit: Infodealer als zentrale Wissens-Protagonisten 129
Vierter Teil – Zusammenfassung und Formalien 135
7. Zusammenfassender Ausblick 135
7.1 Zusammenfassung 135
7.2 Diskussion der Ergebnisse 136
7.3 Ausblick 140
8. Anhang 142
9. Formalien 144
9.1 Literatur 144
9.2 Zeitungen/Zeitschriften/etc 152
9.3 „Linkografie“ 153
9.4 Abkürzungen und zu erklärende Wörter 153
9.5 Abbildungsverzeichnis 154

Automatisiert erstellter Textauszug:

Computer an, wenn der Kunde dafür Werbung akzeptiert und persönliche Daten preisgibt. Einen anderen Weg, um immer mehr Menschen zu Online-Nutzern zu machen, geht derzeit AOL. Beim Kauf eines PCs bekommt der Kunde einen nicht unerheblichen Rabatt auf das Gerät, wenn er sich gleichzeitig zu einem Vertrag mit AOL verpflichtet. Abgeschaut ist dieses System bei den Anbietern von Mobilfunknetzen. Diese subventionieren Mobil-Telefone und binden so ihre Kunden an ihre Verträge. Die Gratisökonomie ist jedoch auch unter dem Gesichtspunkt zu sehen, dass prinzipiell bislang nur solche Anbieter im Netz überleben konnten, die ihre Dienstleistungen und Informationen kostenlos anboten. Es herrscht auf Nutzerseite noch wenig Akzeptanz für Inhalte (Content) und Services zu zahlen. Die „Open-Source-Bewegung“, die unter anderem das Betriebssystem Linux53 hervorgebracht hat, trägt ebenso zur Relativierung der ökonomischen Macht etablierter De-facto-Standards bei. Der Linux-Erfinder Linus Torvalds stellt seine WindowsKonkurrenz-Software nicht nur kostenlos zur Verfügung, sondern jeder ist eingeladen, das System zu verbessern. So tüfteln seit mehreren Jahren weltweit Informatiker und Technikversierte an der Weiterentwicklung des Programms, stellen ihren jeweiligen Entwurf wieder ins Netz und damit anderen zur Weiterbearbeitung zur Verfügung. Zwischenfazit Durch die Vernetzungsmöglichkeiten der Wirtschaft im Internet versprechen sich viele Akteure eine Individualisierung der Massenmärkte und kundenspezifischere Dienstleistungen. Jeder Online-Kunde bekommt ein Profil, ein maßgeschneidertes Produkt und einen individuell ausgehandelten Preis. Während für die Unternehmen die Transaktionskosten sinken und sie allein durch technischen und personellen Aufwand ihren Service erheblich steigern können, bekommt der Konsument mehr Macht denn je. Beispiele hierfür sind Internetplattformen, in denen sich potenzielle Kunden zusammenschließen, um für das gewünschte Produkt einen möglichst niedrigen Preis festzusetzen.54 Die Anbieter koordinieren dann die Wünsche, handeln mit dem Hersteller einen möglichst geringen Preis aus und verdienen in der Regel zehn Prozent an der eingesparten Summe.55 Die Old Economy wird jedoch weder aussterben noch vollständig transformiert werden. Die bedeutenden zukünftigen Bausteine sind auch hier Information und Wissen. „In dieser digitalen Ökonomie erwirtschaften Individuen und Unternehmen Vermögen, indem sie ihr Wissen, die vernetzte menschliche Intelligenz und ihre ganze Kraft auf den Gebieten Industrie, Landwirtschaft und Dienstleistungen einsetzen“ (Tapscott 1999, 13f). [...]

den ihre Loyalität verlieren und zu anderen Anbietern wechseln, die Wechselbarrieren sind hier niedriger. Andererseits können sie über das Internet aber auch gezielter an Unternehmen gebunden werden (s.u. E-Loyality). Es entsteht ein neues Wirtschaften, das E-Commerce genannt wird. In Bezug auf das Wirtschaften im Netz wird auch von einem Informationsgütermarkt gesprochen, der bestimmte Eigenschaften hat.. Informationsgütermarkt Informationsgütermärkte sind als Netzwerke organisiert, die nach anderen ökonomischen Regeln als die klassischen Gütermärkte funktionieren. Das Internet ist ein Informationsgütermarkt, weil hier keine materiellen Güter, sondern Informationen gehandelt werden. Informationsgüter sind Informationsprodukte (z.B. Bücher, Musik, Nachrichten, Filme). Im Internet liegen sie in digitalisierter Form vor und das Geschäft mit ihnen hat durch die Netzwerkökonomie besonderen Aufschwung bekommen. Während die Entwicklungskosten für Informationsgüter vergleichsweise hoch sind – denn hier fließt viel Wissen und Humankapital mit ein – sind die Reproduktionskosten verschwindend gering. „Bits kann man verkaufen und gleichzeitig behalten. Original und Kopie sind nicht voneinander zu unterscheiden. Zudem tendieren die Grenzkosten für die Produktion weiterer Kopien gegen null. Man benötigt keine Lagerhallen: Bits haben kein Gewicht und bewegen sich mit Lichtgeschwindigkeit. Bits halten sich nicht an Grenzen, ihre Bewegungen lassen sich in einer vernetzten Wirtschaft praktisch nicht kontrollieren und behindern“ (Zerdick et al. 2001, 16). Das heißt: je größer die abgesetzte Menge, desto billiger wird jede weitere Kopie für den Anbieter. Solange der Preis nicht ins Bodenlose rutscht, kann der Anbieter gar nicht genug verkaufen. Daher bieten viele elektronische Dienstleister ihre Produkte zunächst für Preise oft unterhalb der Kosten an oder verschenken sie sogar. Den Profit können sie später mit verwandten Produkten nachholen, wenn ihnen der Markt erst einmal gehört.48 Denn es gilt: Wenn die Erzeuger der Informationsgüter ihre Produkte günstig reproduzieren können, können ihre Konkurrenten sie auch billig kopieren. Der Preis des Informationsgutes richtet sich demnach nicht nach den Reproduktionskosten – sonst würde eine (Musik-) CD nur etwa zwei Mark kosten – sondern nach dem individuellen Nutzen der Information für den Konsumenten. Wichtigstes Kriterium eines Informationsgütermarktes im Unterschied zu bisherigen materiellen Gütermärkten ist folglich, dass Knappheit ihre zentrale Lenkungsfunktion verliert (Information als ökonomisches Gut ist nicht knapp), und steigende Grenzkosten keine Rolle mehr spielen. Statt dessen entscheiden Aspekte wie kritische Massen, Systembindung (‚Lock-in’) und Standards über den Erfolg auf diesen Märkten (s. u.). Damit ändert sich grundlegend der Wettbewerb. Er „ (...) findet nicht mehr auf Märkten statt, sondern um Märkte. Auf Informationsgütermärkten wird der Marktanteil somit zum entscheidenden Wettbewerbsparameter“ (Schmidt 2001, 30). [...]

Die Euphorie um diesen Begriff und die damit verbundenen hohen Erwartungen sind mittlerweile gedämpft. Denn speziell durch die exponenziellen Gewinne auf den Aktienmärkten wurde der Beweis für den Erfolg und die Durchschlagskraft der neuen Ökonomie gesehen. Erwartet wurde die Beschleunigung der Innovations- und Produktionszyklen und dadurch bisher unerreichte Effizienzsteigerungen. Manche sahen sogar die Dematerialisierung der Wirtschaft und den Untergang der tradierten Abläufe und Organisationsformen der Old Economy voraus. Doch seit dem Jahrtausendwechsel und spätestens seit dem Frühjahr 2000 werden diese Hoffnungen abgeschwächt. Viele neu gegründete Internet-Firmen mussten schon nach kurzer Zeit Konkurs anmelden, die überdurchschnittlichen Börsengewinne (hauptsächlich an der Technologiebörse Nasdaq und am Neuen Markt in Frankfurt) kehrten sich in ihr Gegenteil. Seit Anfang 2001 scheint ein unaufhaltsamer Sturzflug die Technologiewerte zu kennzeichnen. Andere neu gegründeten Unternehmen wurden rechtzeitig von Großkonzernen der Old Economy geschluckt und konnten so ihren Untergang abfedern. Denn inzwischen sehen auch die großen, etablierten Konzerne die Verheißungen und Gefahren der neuen „Spielregeln“ (flache Hierarchien, neue Arbeitsorganisation, kleine Betriebsgrößen, flexible Arbeitszeiten, neue Entlohnungsoptionen etc.). Und im Vergleich zu vielen Start-Ups verfügen sie über Infrastrukturen, Logistikerfahrungen, breite Kundenstämme und oft auch über einen etablierten Markennamen. 61 [...]

Arbeit zitieren:
Bertram, Eva August 2001: Die Informatisierung von Gesellschaft und Wirtschaft und ihre Auswirkungen auf die Arbeitsbeziehungen am Beispiel des Online-Journalismus, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Informatisierung, Online-Journalismus, Digitalisierung, Informationsgesellschaft

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