Produktionsfaktor Wissen
Wertvolle Ressource und Wettbewerbsfaktor in einer schnelllebigen Zeit
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Andrea Boche
- Abgabedatum: März 2000
- Umfang: 103 Seiten
- Dateigröße: 649,6 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4221-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4221-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4221-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Boche, Andrea März 2000: Produktionsfaktor Wissen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Wissenskapital, Wissen, Wissensmanagement, Wissensbarrieren
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Diplomarbeit von Andrea Boche
Einleitung:
Die Organisation eines Unternehmens kann als das Spiegelbild seines Umfeldes verstanden werden. Spätestens mit Beginn der 90er Jahre hat sich das Unternehmensumfeld jedoch grundsätzlich geändert. Das Wissenszeitalter ist angebrochen und löst die industrielle Gesellschaft mit ihren traditionellen Produktionsfaktoren ab.
Die gegenwärtige Ökonomie zeichnet sich durch einen zunehmenden externen und internen Flexibilisierungsdruck aus. Beispielhaft für den externen Änderungsdruck auf die Unternehmen sind die Globalisierung und Aggressivität der Märkte (Überkapazitäten), die Virtualisierung von Geschäftsverbindungen, die Verkürzung der Produktlebenszyklen, Outsourcing, die Konzentration auf Kerngeschäfte, die Deregulierung von Märkten und ein rasanter technologischer Fortschritt. Ein interner Änderungsdruck ist erkennbar an der sinkenden Halbwertzeit von Wissen, der steigenden Lebensqualität oder der Zunahme beruflicher und privater Ängste der Mitarbeiter. Die Unternehmen sind dadurch in starkem Maße gefordert, frühzeitig diese Umfeldveränderungen sowie deren Einflüsse auf die eigenen Leistungspotentiale zu erkennen und dynamisch darauf zu reagieren. Die Befriedigung ausdifferenzierter Kundenbedürfnisse wie auch die Intensivierung des globalen Wettbewerbs stehen stellvertretend für die Herausforderungen einer Zeit, in der Management zunehmend zum Management des Wandels geworden ist. Die Unternehmen sind gefordert neben der ständigen Reproduktion der eigenen Handlungsfähigkeiten auch das Wissensmanagement, als ein Konzept der Zukunft, zu erkennen und anzuwenden.
Ziel dieser Arbeit ist es, Wissen als Ressource im Produktionsprozess zu verstehen, welche durch ihren effizienten Einsatz zu einer revolutionären Veränderung der Ökonomie führen kann. Daneben wird die Notwendigkeit einer Umsetzung von Wissensmanagement analysiert und bewertet. Im Zentrum der Arbeit steht die Frage, worin der Wert von Wissen liegt und welche organisationsinternen Rahmenbedingungen im Unternehmen geschaffen werden müssen, damit Wissen effektiv gewonnen und bewirtschaftet werden kann. Dabei gilt es einen Ablauf zu beschreiben, der von einem Management des Wissens über wissensbasierte Produkte zu einer Wissensmanagement-Ökonomie und folglich zu einer Kommerzialisierung des Wissens führt, um dann die Potentiale dieser Entwicklung aufzuzeigen.
Gang der Untersuchung:
Wissen bedeutet für jeden Menschen etwas anderes. Daher erfordert die Gestaltung des Produktionsfaktors Wissen im Unternehmen in einem ersten Schritt die Auseinandersetzung mit der genauen Definition dieser Größe sowie eine klare Abgrenzung von den traditionell oft synonym verwendeten Begriffen Daten und Information. Neben einer Bestimmung und Unterscheidung ausgewählter Wissensarten wie beispielsweise explizites und implizites Wissen werden Instrumente und Methoden ihrer Generierung dargestellt und beurteilt.
Besonderer Schwerpunkt des dritten Kapitels der Arbeit liegt in der Manifestation von Wissen als Produktionsfaktor, als Ressource und als Kernkompetenz im Unternehmen. Hierbei wird der Einfluss des gesellschaftlichen Wandels und der zunehmenden ökonomischen Dynamik berücksichtigt, deren Auswirkungen aufgezeigt und bewertet. Neben einer Analyse des Wertes und der Bewertungsmethoden von Wissen für und in einem Unternehmen wird die Bedeutsamkeit einer Bewirtschaftung der immateriellen Ressource Wissen dargelegt. Abschließend werden die Barrieren bei der Wissensdiffusion, unter Berücksichtigung individueller und organisationaler Bedürfnisse und Interessen, und deren Ursachen erläutert und Handlungsalternativen aufgezeichnet.
Im vierten Kapitel der Arbeit wird das Wissensmanagement als Managementmodell in Verbindung mit angrenzenden Organisationsmodellen dargestellt. Dies erfolgt unter Einbeziehung der Instrumentarien, Infrastrukturen und organisatorischen Gestaltungsansätze der einzelnen Modelle. Nach einer umfassenden Beschreibung und Differenzierung des Informationsmanagement, des Qualitätsmanagement und dem Modell der Lernenden Organisation wird abschließend das ganzheitliche Wissensmanagement als ein Ansatz dargestellt, welcher humanorientierte, organisatorische und technologische Aspekte in sich vereint.
Aufbauend auf dem Grundmodell des ganzheitlichen Wissensmanagement werden im fünften Kapitel der Arbeit die einzelnen Wissensmanagementmodelle ausgewählter Autoren und deren differierende Sichtweisen in einem strukturierten Überblick aufgezeigt. Ergänzend erfolgt eine Bewertung dieser Modelle hinsichtlich ihrer Realisierbarkeit und Reichweite. Hierbei werden die Ansätze des Japaners Nonaka und des Deutschen Pawlowsky detaillierter analysiert, so dass sich am Beispiel dieser Ansätze die Gemeinsamkeiten, konträren Ansichten und Berührungspunkte zu einem verständlichen Gesamtbild des Themenkomplexes Wissensmanagement zusammenfügen. In einer umfassenden Beschreibung des Ansatzes des Schweizers Probst, dessen Modell sich als ein Standardwerk dieses Forschungsgebietes etabliert hat, werden abschließend praxisrelevante Instrumentarien und Herangehensweisen vorgestellt.
Entwicklungstendenzen und Handlungsbedarf für weiterführende Forschungen und Implementierungen zum Thema Wissen und Wissensmanagement bilden den Abschluss dieser Arbeit.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Tabellenverzeichnis | V | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Wissen | 4 |
| 2.1 | Daten - Information - Wissen | 4 |
| 2.1.1 | Daten | 5 |
| 2.1.2 | Information | 6 |
| 2.1.3 | Wissen | 7 |
| 2.2 | Wissensarten | 9 |
| 2.2.1 | Implizites und explizites Wissen | 10 |
| 2.2.2 | Unternehmensinternes und unternehmensexternes Wissen | 12 |
| 2.2.3 | Aktuelles und zukünftiges Wissen | 14 |
| 2.2.4 | Erfahrungswissen und Rationalitätswissen | 16 |
| 3. | Produktionsfaktor Wissen | 18 |
| 3.1 | Wissen als strategischer Wettbewerbsfaktor | 18 |
| 3.2 | Ressource Wissen | 21 |
| 3.3 | Wissen als Kernkompetenz | 25 |
| 3.4 | Wissen und Zeit | 27 |
| 3.5 | Wissensgesellschaft | 28 |
| 3.6 | Wissenskapital | 30 |
| 3.7 | Wissensbarrieren | 33 |
| 4. | Wissensmanagement | 38 |
| 4.1 | Allgemeine Einführung | 38 |
| 4.2 | Wissensmanagement - Informationsmanagement | 40 |
| 4.3 | Wissensmanagement - lernenden Organisationen | 42 |
| 4.4 | Wissensmanagement - Qualitätsmanagement | 43 |
| 4.5 | Ganzheitliches Wissensmanagement | 45 |
| 5. | Modelle des Wissensmanagement | 49 |
| 5.1 | Die Spirale des Wissens nach Nonaka und Takeuchi | 52 |
| 5.2 | Integratives Wissensmanagement nach Pawlowsky | 55 |
| 5.3 | Bausteine des Wissensmanagement nach Probst | 58 |
| 5.3.1 | Wissensziele | 59 |
| 5.3.2 | Wissensidentifikation | 60 |
| 5.3.3 | Wissenserwerb | 62 |
| 5.3.4 | Wissensentwicklung | 64 |
| 5.3.5 | Wissens(ver-)teilung | 66 |
| 5.3.6 | Wissensbewahrung | 68 |
| 5.3.7 | Wissensnutzung | 71 |
| 5.3.8 | Wissensbewertung | 73 |
| 5.3.9 | Wissenscontrolling | 76 |
| 5.4 | Wertung von Wissensmanagement-Modellen | 78 |
| 6. | Ausblick | 82 |
| Literaturverzeichnis | VI | |
| Internetquellen | XIV |
Wissensmanagement kann als die pragmatische Weiterentwicklung von Ideen des organisationalen Lernens verstanden werden. Im Zentrum des Interesses steht die Verbesserung der organisatorischen Fähigkeiten auf allen Ebenen des Unternehmens durch einen besseren Umgang mit der Ressource Wissen. Das Wissensmanagement beschäftigt sich gezielt mit jenem Teil der Lernprozesse, die als gestaltbar angesehen werden. Es versucht, den Unternehmen Ansatzpunkte für gezielte Interventionen in die organisationale Wissensbasis zu liefern und entwickelt hierfür praktikable und effektive Konzepte und Methoden.129 Das Wissensmanagement bietet eine Verbindung zwischen der Entwicklung von Wissen zur Kernkompetenz (strategisches Management) und den Überlegungen zur lernenden Organisation (Organisationstheorie).130 Organisationales Lernen thematisiert das Aneignen von Wissen mit dem Ziel des Unternehmens, sich den Umweltbedingungen anzupassen (verfeinerte [...]
Das Thema Wissensmanagement ist heute Gegenstand zahlreicher Publikationen. Auffällig ist hierbei, daß jedoch klassische betriebswirtschaftliche Erkenntnisse häufig nicht einbezogen werden. Die Bausteine des Wissensmanagement lassen sich mühelos zu einer neuen Deutung der Managementprozesse verwenden.109 Wissensmanagement kann als aktiver Prozeß gesehen werden, der alle Funktionen und Hierarchien entlang der Wertschöpfungskette durchzieht und in andere Managementprozesse eingebettet ist. Wissensmanagement ist ein komplexes strategisches Führungskonzept, mit dem ein Unternehmen sein relevantes Wissen ganzheitlich, ziel- und zukunftsorientiert als wertsteigernde Ressource gestalten kann. Wissensmanagement ist ein bedarfsgerechtes Mittel, um Unternehmensziele besser und schneller erreichen zu können. Es ist ein konzeptueller Rahmen, der alle Aktivitäten und Perspektiven umfaßt.110 [...]
der Bestand sowie die Beseitigung solcher verdeckten Handlungsstrukturen ist für ein Unternehmen mit hohen Kosten und Energieaufwand verbunden.99 Aus Sicht der Unternehmen sind Hemmnisse wie Zeitknappheit, fehlendes Bewußtsein, Unkenntnis über den Wissensbedarf, Machtaspekte, mangelnde Transparenz, fehlende Anreizsysteme, ungeeignete technologische Strukturen, Mitarbeiterspezialisierung, hierarchische Strukturen, eingleisige Finanzierung sowie Konkurrenz innerhalb der Arbeitsgruppen oder des Unternehmens von Bedeutung. In allen Bereichen eines Unternehmens können Barrieren auftreten: in der Organisation (fehlendes Schnittstellenmanagement), im Personalbereich (Fluktuation) oder im Technologiebereich (inkonsistente Daten). Hemmnisse können dadurch entstehen, daß der Wert von Wissen im Unternehmen nicht definiert ist und folglich auch keine Zeit in dessen systematische Gestaltung investiert wird. Daneben können die in Unternehmen bestehenden Anreizsysteme (monetäre und nicht-monetäre) kontraproduktiv wirken, da diese oft die Teamleistungen und damit auch den Teamgeist nicht fördern, sondern die Leistungen des Einzelnen verstärkt hervorheben und würdigen.100 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832442217
Arbeit zitieren:
Boche, Andrea März 2000: Produktionsfaktor Wissen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Wissenskapital, Wissen, Wissensmanagement, Wissensbarrieren



