Erlebnispädagogik - Ein Ansatz in der Sozialen Arbeit mit seelisch Kranken
Am Beispiel des Projekts "Pyrenäen"
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Friedrich Dunst, Bianca Maier, Bianca Maier
- Abgabedatum: März 1997
- Umfang: 166 Seiten
- Dateigröße: 6,2 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Akademie für Sozialarbeit Vorarlberg, ASAV Österreich
- ISBN (eBook): 978-3-8324-3223-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-3223-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-3223-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Friedrich Dunst, Bianca Maier, Bianca Maier März 1997: Erlebnispädagogik - Ein Ansatz in der Sozialen Arbeit mit seelisch Kranken, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Projekt, systemische Sozialarbeit, psychisch Kranke
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Diplomarbeit von Friedrich Dunst, Bianca Maier, Bianca Maier
Problemstellung:
Erlebnispädagogik für Menschen mit einer seelischen Behinderung: Was ist das? Ist das nicht zu „riskant“? Was bringt das? Wohin führt das? usw. waren einige der vielen Fragen, die uns im Vorfeld des Projekts „Pyrenäen“ gestellt wurden und die zum Teil auch wir uns stellten. Von Anfang an waren wir uns bewusst, dass es einer sorgfältigen Planung unter größtmöglicher Einbeziehung der schlussendlich „ausgewählten“ Teilnehmer bedurfte. Auch die Durchführung und Nachbereitung war uns ein sehr ernstes Anliegen - es sollte kein einmaliges Unternehmen werden.
Wir sind der Ansicht, dass Erlebnispädagogik ein vielversprechender Ansatz in der Sozialen Arbeit mit seelisch Kranken sein kann. Sie kann zur Verselbständigung zum eigenständigen Leben Wesentliches beitragen. Dieses oberste Ziel unseres Projektes war auch Anlass dafür, unsere dabei gesammelten Erfahrungen, kombiniert mit sozialarbeiterischem Wissen, das wir uns während der Ausbildung an der Akademie für Sozialarbeit Vorarlberg aneigneten, in die vorliegende Diplomarbeit münden zu lassen.
Gang der Untersuchung:
Im II. Kapitel werden die Begriffe „Soziale Arbeit“ und „seelisch Kranke“ definiert.
Das III. Kapitel beschreibt den erlebnispädagogischen Ansatz. Wir haben dazu eine möglichst allgemeine Form gewählt, um den LeserInnen einen umfassenden Einblick in die Erlebnispädagogik zu geben. Obwohl die Erlebnispädagogik ihre größte Verbreitung in der Jugendarbeit findet, lässt sie sich u.E. für weitere Zielgruppen - wie z.B. seelisch Kranke - einsetzen. Aufgrund des relativ geringen Bekanntheitsgrades der Erlebnispädagogik haben wir diesen Teil unserer Diplomarbeit sehr ausführlich gestaltet. Außerdem war es uns wichtig, neben der Durchführung des Projekts, den theoretischen Hintergrund dieser Arbeit nicht zu vernachlässigen. Wir wollen damit der Kritik einer bloßen Dokumentation der Praxis ohne Theoriebezug entgehen.
Das IV. Kapitel stellt einen Übergang vom beschreibenden Teil der Erlebnispädagogik hin zur sehr komplexen Aufarbeitung der Problematik eines Projektteilnehmers dar. Wir haben dazu die klassischen Arbeitsweisen Sozialer Arbeit gewählt. Hier wird versucht, die Erlebnispädagogik und ihre Verortung in diese Arbeitsweisen darzustellen. Damit wird nicht nur die Frage: „Was hat Erlebnispädagogik mit Sozialarbeit zu tun?“ beantwortet, sondern auch ein umfassender Einblick in die klassischen Arbeitsweisen Sozialer Arbeit geboten. Weiters sollen hier Verständnisfragen für die folgende, wissenschaftlich-theoretische Aufarbeitung der Situation eines Teilnehmers - zumindest teilweise - beantwortet werden. Diese Arbeitsweisen werden nach dem Raster: Problematik - Auswirkungen - Hauptziele - Hauptmittel - notwendiges Wissen - Verortung der Erlebnispädagogik dargestellt.
Im V. Kapitel wird in einer sehr präzisen Weise die Situation eines Teilnehmers vor dem Projekt dargestellt. Um den Anspruch einer Theorie der Sozialarbeit gerecht zu werden, haben wir dazu das agogische Schema gewählt. In der Was - Frage wird zuerst mit Hilfe eines Genogramms seine Stellung in seinem Familiensystem grafisch dargestellt, anschließend wird seine Lebensgeschichte beschrieben. Der ausführlichste Teil der Was - Frage beschäftigt sich, anhand der prozessualsytemischen Denkfigur - GABA - nach Silvia STAUB-BERNASCONI, mit der Ausstattung, der Austauschproblematik, den Verknüpfungs- und Machtproblemen sowie mit den Werte- und Kriterienproblemen dieses Teilnehmers. Gerade diese prozessual-systemische Sichtweise macht u.E. SozialarbeiterInnen zu spezialisierten GeneralistInnen. Abschließend wird noch auf die menschlichen Bedürfnisse nach OBRECHT eingegangen.
Im VI. Kapitel lässt sich die praktische Umsetzung der Erlebnispädagogik am Beispiel des Projektes „Pyrenäen“ nachvollziehen. Dieses Projekt, das wir als Ganzes betrachten - von der Vorbereitung bis zur Nachbereitung - und daher auch so beschreiben, soll den Sinn dieser Arbeit noch mehr unterstreichen. Wir haben dabei für die Beschreibung der einzelnen Motivationswanderungen, der Durchführung und des Nachfolgeprojektes die Form der wortgetreuen, zusammengefassten Tagebuchaufzeichnungen gewählt. Es erscheint uns wichtig, hier eine möglichst authentische (nachvollziehbare) Schreibweise in unsere Diplomarbeit einfließen zu lassen, um das Projekt in seiner Lebendigkeit darzustellen. Damit sich Interessenten noch besser in das Projekt hineinversetzen können, haben wir aus insgesamt fünf Stunden Filmmaterial einen einstündigen Film über das gesamte Projekt gemacht. Aus diesen praktischen Erfahrungen und theoretisch erarbeiteten Erkenntnissen wird abschließend noch auf konzeptionelle Besonderheiten verwiesen, die bei der Durchführung solcher Projekte mit seelisch Kranken beachtet werden müssen.
Wir hoffen, dass unsere Arbeit dazu beitragen kann, den Mut und die Bereitschaft bei Sozialtätigen zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit dieser Thematik zu fördern.
Inhaltsverzeichnis:
| Vorwort von Fritz | 5 | |
| Vorwort von Bianca | 7 | |
| I. | Einleitung | 9 |
| II. | Begriffsdefinitionen | 12 |
| III. | Die Erlebnispädagogik | 14 |
| 1. | Erlebnispädagogik im Spiegel der Geschichte | 14 |
| 1.1 | Erlebnispädagogische Wurzeln in der Antike | 14 |
| 1.2 | Der Egozentriker ROUSSEAU | 15 |
| 1.3 | THOREAU als „Prophet“ der 68er Generation | 17 |
| 1.4 | PESTALOZZI, ein Wegbereiter der modernen Erlebnispädagogik | 19 |
| 1.5 | Die Reformpädagogik - Grundelement der modernen Erlebnispädagogik | 21 |
| 1.5.1 | Existenzphilosophie und Er-leben | 22 |
| 1.5.2 | „Learning by doing“ - Erlebnispädagogischer Gedanke aus der amerikanischen Reformpädagogik | 23 |
| 1.5.3 | Reformpädagogische Strömungen | 23 |
| 1.6 | Kurt HAHN - geistiger Ziehvater der modernenErlebnispädagogik | 26 |
| 1.6.1 | „Erlebnistherapie“Erlebnis als Therapie ? | 27 |
| 1.7 | Stellung der Erlebnispädagogik in den letzten 50 Jahren | 31 |
| 2. | Der Begriff Erlebnispädagogik | 32 |
| 2.1 | Der Begriff Erleben / Erlebnis | 32 |
| 2.2 | Die verschiedenen Interpretationen der Erlebnispädagogik und ihre Abgrenzung zu anderen Begriffen | 34 |
| 2.3 | Outward Bound - ein geeigneter Begriff | 37 |
| 2.4 | Perspektiven | 39 |
| 3. | Standortbestimmung der Erlebnispädagogik | 40 |
| 3.1 | Gesellschaftliche Faktoren | 40 |
| 3.2 | Inhaltliche Leitgedanken der Erlebnispädagogik | 42 |
| 3.3 | Ziele der Erlebnispädagogik | 44 |
| 3.4 | Adressatenkreis | 46 |
| 3.5 | Frauen und Erlebnispädagogik | 47 |
| 3.6 | Die aktuelle Situation der Erlebnispädagogik in der Sozialen Arbeit mit seelisch Kranken | 52 |
| 4. | Kritikpunkte und Grenzen der Erlebnispädagogik | 53 |
| 4.1 | Grenzsituationen, Abenteuer und Risiko | 53 |
| 4.2 | Narzißmus und Überbeanspruchung | 54 |
| 4.3 | Die Transferproblematik | 55 |
| IV. | Die Verortung der Erlebnispädagogik in die klassischen Arbeitsweisen Sozialer Arbeit | 57 |
| 1. | Ressourcenerschließung als Arbeitsweise Sozialer Arbeit | 57 |
| 2. | Bewußtseinsbildung als Arbeitsweise Sozialer Arbeit | 59 |
| 3. | Modell-, Identitäts- und Kulturveränderungals Arbeitsweise Sozialer Arbeit | 61 |
| 4. | Handlungskompetenztraining und Teilnahmeförderung als Arbeitsweise Sozialer Arbeit | 63 |
| 5. | Soziale Vernetzung und der Ausgleich von Pflichten und Rechten als Arbeitsweise Sozialer Arbeit | 65 |
| 6. | Umgang mit Machtquellen und Machtstrukturen als Arbeitsweise Sozialer Arbeit | 68 |
| 7. | Kriterien- und Öffentlichkeitsarbeit als Arbeitsweise Sozialer Arbeit | 69 |
| V. | Erlebnispädagogik - Ein Ansatz in der Sozialen Arbeit mit seelisch Kranken | 71 |
| 1. | Falldarstellung | 71 |
| 1.1 | Die Was - Frage | 72 |
| 1.1.1 | Genogramm | 73 |
| 1.1.2 | Lebensgeschichte | 74 |
| 1.1.3 | Die Prozessualsystemische Denkfigur - GABA - | 78 |
| 1.1.3.1 | Ausstattungsprobleme | 78 |
| 1.1.3.2 | Austauschprobleme | 83 |
| 1.1.3.3 | Verknüpfungs- und Machtprobleme | 86 |
| 1.1.3.4 | Werte- und Kriterienprobleme | 90 |
| 1.1.4 | Menschliche Bedürfnisse | 93 |
| 1.1.5 | Zusammenfassende Problemdefinition | 98 |
| 1.2 | Die Warum - Frage | 99 |
| 1.3 | Die Woraufhin - Frage | 102 |
| 1.4 | Die Wer - Frage | 103 |
| 1.5 | Die Womit - Frage | 105 |
| 1.6 | Die Wie - Frage | 106 |
| 1.7 | Die Ob - Frage | 106 |
| VI. | Das Projekt „Pyrenäen“ | 109 |
| 1 | Eine Orientierung. | 109 |
| 1.1 | Beschreibung (was wie ist) | 109 |
| 1.2 | Erklärung (warum es so ist) | 109 |
| 1.3 | Prognose (wie es sein wird) | 110 |
| 1.4 | Die Ziele | 110 |
| 1.5 | Die Leitprinzipien | 111 |
| 1.6 | Finanzierung | 111 |
| 1.7 | Rechtliche Aspekte | 112 |
| 2. | Die Teilnehmer | 113 |
| 3. | Die Vorbereitungsphase | 115 |
| 3.1 | Das Auswahlverfahren | 115 |
| 3.2 | Die Projektgruppen | 115 |
| 3.3 | Der Info- Elternnachmittag | 116 |
| 3.4 | Supervision mit ärztlicher Leitung | 116 |
| 3.5 | Die erste Motivationswanderung | 117 |
| 3.6 | Die zweite Motivationswanderung (Generalprobe) | 120 |
| 3.6.1 | Der erste Tag | 120 |
| 3.6.2 | Der zweite Tag | 123 |
| 3.7 | Die dritte Motivationswanderung | 124 |
| 4. | Die Durchführung | 127 |
| 4.1 | Die erste Woche | 127 |
| 4.2 | Die zweite Woche | 131 |
| 5. | Der Transfer | 134 |
| 5.1 | Transfer während der Projektgruppen | 135 |
| 5.2 | Transfer während der Durchführung des Projekts | 135 |
| 5.3 | Das Nachfolgeprojekt „Faschina“ | 136 |
| 5.4 | Behindernde Faktoren | 140 |
| 6. | Meine Rolle als (einzige) Frau im Projekt | 142 |
| 7. | Der Film | 144 |
| 8. | Konzeptionelle Besonderheiten | 145 |
| 8.1 | Anforderungen an den/die LeiterIn von erlebnispädagogischen Projekten mit seelisch Kranken | 145 |
| 8.2 | Anforderungen für die Durchführung erlebnispädagogischer Projekte mit seelisch Kranken | 147 |
| VII | Resümee | 149 |
| LEGENDE | 155 | |
| LITERATURLISTE | 156 | |
| ERKLÄRUNG | 159 | |
| ANHANG | 160 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832432232
Arbeit zitieren:
Friedrich Dunst, Bianca Maier, Bianca Maier März 1997: Erlebnispädagogik - Ein Ansatz in der Sozialen Arbeit mit seelisch Kranken, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Projekt, systemische Sozialarbeit, psychisch Kranke



