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Entwicklung eines Marknagels für den Humerus

Entwicklung eines Marknagels für den Humerus
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Eric Bartsch
  • Abgabedatum: Juli 1999
  • Umfang: 84 Seiten
  • Dateigröße: 1,3 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Westsächsische Hochschule Zwickau Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-3162-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-3162-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-3162-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Bartsch, Eric Juli 1999: Entwicklung eines Marknagels für den Humerus, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Marknagel, Fraktur, intramedullär, Traumarologie, Humerus

Diplomarbeit von Eric Bartsch

Problemstellung:

Die Marknagelung ist eine schonende Methode zur operativen Behandlung von Frakturen langer Röhrenknochen und gewinnt gegenüber der Versorgung mit einer Platte immer mehr an Bedeutung. Die wichtigsten Vorteile bestehen in einem sehr kleinen Zugang ohne nennenswerte Narbenbildung und einer geschlossenen Reposition der Fraktur.

Der Nagel wird immer an der bruchfernen Stelle inseriert, da er so im größeren Fragment geführt wird, um das kleinere Stück besser auffädeln zu können. Daraus resultieren zwei Operationsverfahren mit retrogradem bzw. antegradem Zugang, die jeweils abhängig von der Frakturhöhe zur Anwendung kommen.

Die Verriegelungsnägel unterscheiden sich in aufgebohrte und unaufgebohrte Marknägel, wobei heute ein eindeutiger Trend zur unaufgebohrten Technik zu verzeichnen ist.

Aus der Abschätzung der Belastungen und Beanspruchungen im Humerus ergibt sich die Schlußfolgerung, dass das Implantat nicht nach der Belastbarkeit dimensioniert werden kann. Vielmehr muß für die durch die Markraumgeometrie vorgegebenen Abmessungen ein funktionstüchtiges Implantat entwickelt werden, dessen Festigkeiten die Belastungen des Humerus während der Heilungszeit begrenzen.

Das derzeit größte Problem bei fast allen Humerus-Marknägeln besteht bei der Verriegelung am insertionsfernen Ende. Dabei muß ein vorhandenes, ca. 4mm großes Loch im Implantat von außen gesucht, und mit dem Bohrer getroffen werden, was mit einer hohen Strahlenbelastung für Arzt und Patienten und einem hohen Zeitaufwand einhergeht.

Es wurde ein neues Implantat entwickelt, dessen insertionsferne Verriegelung mit einer aus dem Nagel ausfahrbaren Drahtkralle realisiert wird. Die Vorteile dieser Variante sind die entfallende Freihand-Verriegelung mit deutlicher Absenkung der Strahlenbelastung für Arzt und Patient, kürzere OP-Zeiten und der Verzicht auf einen zweiten Eingriff am insertionsfernen Ende des Humerus mit intraoperativer Umlagerung des Patienten.

Aufgrund seines geringen Außendurchmessers von nur 6mm ist dieser Nagel unaufgebohrt und ohne Führungsdraht inserierbar. Durch einen Kompressionszusatz am Zielbügel läßt sich der Frakturspalt intraoperativ schließen. Unter dieser Vorspannung werden größere Bewegungen der Fraktur vermieden, die sonst zu einer Pseudarthrosenbildung führen können.

Inhaltsverzeichnis:

Kurzzeichenverzeichnis 1
1. Einleitung 2
2. Literatur- und Marktrecherche 5
2.1 Der Humerus-Marknagel 5
2.2 Die einzelnen Marknägel 6
2.3 Die Operationstechniken 12
3. Abschätzung der Belastungen und Beanspruchungen im Humerus 14
3.1 Berechnungsparameter 15
3.2 Berechnungsmodell 17
3.3 Ergebnisse 18
3.4 Auswertung 21
4. Anforderungen an einen Humerus-Marknagel 26
4.1 Pflichtenheft und Begriffsnetz 26
4.2 Präzisierung der Aufgabenstellung 28
5. Variantengewinnung 28
5.1 Bewertung der Varianten 30
5.2 Ideen zur Gestaltung der insertionsfernen Verriegelung 36
5.3 Patentrecherche 37
6. Dimensionierung und Konstruktion 38
6.1 Beschreibung der Funktion des Marknagels 39
6.2 Dimensionierung 40
6.3 Nachrechnung 41
6.4 Konstruktion und Fertigung der Prototypen 42
7. Zusammenfassung 44
8. Ausblick 45
Literaturverzeichnis 46
Anhang 48

Automatisiert erstellter Textauszug:

Im Gegensatz zur Endoprothetik soll das Implantat bei der Osteosynthese keine Dauerlasten übernehmen wie etwa ein Hüftprothesenkopf, sondern nur die Fraktur während der Heilungszeit (max. 6 Monate) von innen stabil schienen. Dabei sinkt die Belastung des Marknagels mit der Heilung der Fraktur sehr schnell ab und wird zunehmend wieder vom Knochen übernommen (Kapitel 3.4.). Daraus ergibt sich die Anforderung für das Material, eine höhere Festigkeit als Knochen aufzuweisen. Eine möglichst genaue Übereinstimmung der Eigenschaften von Implantatmaterial und Knochen ist primär nicht notwendig, sollte allerdings nicht vollkommen unberücksichtigt bleiben, da eine zunehmende Bereitschaft der Chirurgen zu verzeichnen ist, auch Marknägel im Körper zu belassen, um gerade bei älteren Menschen einen Zweiteingriff zu vermeiden. Hierbei kann es durch stress-shielding zum Massenabbau des Knochens kommen, wenn er längere Zeit nicht belastet wird. [...]

Erklärung: Da es sich bei dem verwendeten Berechnungsmodell um ein 2-dimensionales Modell handelt, konnte keinerlei Aussage über die Torsionsbelastungen getroffen werden. Es ist anzunehmen, daß Belastungen aufgrund von Rotationsbewegungen eine erhebliche Gefährdung der Stabilität darstellen. Deswegen wird bei der Entwicklung eines Implantates eine Hauptforderung die Gewährleistung einer rotationsstabilen Verriegelung sein. Um diese Einflüsse so gering wie möglich zu halten, wird den Patienten nach einer Humerus-Operation die Außenrotation des Unterarmes generell verboten (UniKlinik Regensburg). Desweiteren können nur Aussagen über statische-, aber nicht über dynamische Lastfälle gemacht werden. Wollte man jedoch die statische Belastung einer Handlast von 1kg durch eine dynamische Belastung erzeugen, so müßte man die leere Hand mit nahezu Erdbeschleunigung nach oben reißen. Mit wachsenden Handlasten wird somit die Bedeutung der dynamische Belastung vernachlässigbar klein. In dem verwendeten Berechnungsmodell wurde der Streckermuskel M. triceps brachii als Antagonist vernachlässigt, da er bei den häufigsten auftretenden Belastungen des Humerus (Heben, Tragen, Ziehen) keine primären Lasten übernimmt. Trotzdem kontrahiert er bei der Beugung mit, um die Zugbelastungen und das Biegemoment auf den Humerus durch Gegenzug abzuschwächen. Bei der Belastung eines Rohrquerschnittes durch eine exzentrische Kraft treten auf der kraftabgewandten Seite Zugspannungen auf (Abb. 27) [24]. Durch die gleichzeitige Kontraktion des Antagonisten wird auf dieser Seite eine entgegengesetzt wirkende Kraft eingeleitet. Die im Rohrquerschnitt [...]

Die größten Belastungen ergeben sich aus den ermittelten Ergebnisgleichungen für die Unterarmstellung von 90°, die Richtung der berechneten Biegemomente ist entgegen dem Uhrzeigersinn definiert. Die Betrachtung des Halten/Heben einer Handlast ist für die am häufigsten auftretenden Belastungen des Humerus (Heben, Tragen, Ziehen) charakteristisch [1]. Um eine realistische Alltagssituation zu betrachten, wird als Lastfall das Heben eines Kasten Bier mit einer Masse von ca. 19,5kg (Handelskette COOP, Schweiz) gewählt, was einer Handlast von 9,75kg pro Arm entspricht. Mit dieser Handlast im größten Belastungsfall der 90° Stellung ergibt sich eine: max. Längskraft (Zug) von max. Längskraft (Druck) von max. Querkraft von und ein max. Biegemoment von 128N 592N 106N 36Nm (Kraft- und Momentenverläufe Seite 22) [...]

Arbeit zitieren:
Bartsch, Eric Juli 1999: Entwicklung eines Marknagels für den Humerus, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Marknagel, Fraktur, intramedullär, Traumarologie, Humerus

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