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Die Beendigung unerwünschter Kundenbeziehungen aus der Sicht eines Dienstleistunganbieters

Die Beendigung unerwünschter Kundenbeziehungen aus der Sicht eines Dienstleistunganbieters
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Marcus Bencivenga
  • Abgabedatum: September 2000
  • Umfang: 87 Seiten
  • Dateigröße: 394,7 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-3057-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-3057-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-3057-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Bencivenga, Marcus September 2000: Die Beendigung unerwünschter Kundenbeziehungen aus der Sicht eines Dienstleistunganbieters, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kundenausschluss, Kundenbeziehungsmanagement, Kundenwert, Problemkunden

Diplomarbeit von Marcus Bencivenga

Zusammenfassung:

Die Tatsachen, dass erst durch eine langfristige Bindung des Kunden sein Ertragspotenzial ausgeschöpft werden kann, und dass die Kosten der Neukundenakquisition etwa das Fünffache jener Kosten betragen, die für die Pflege von Altkunden aufgewendet werden müssen, rücken in der heutigen Zeit das Thema der Kundenbindung in den Mittelpunkt der unternehmerischen Bemühungen. Kundenbindung wird als eine Voraussetzung für den Unternehmenserfolg angesehen. Aussagen wie: „Being able to fire a customer is a sign of business maturity” wirken daher eher befremdend. Doch diese Aussage bringt ein durchaus bedeutendes Thema zur Sprache. Kundenbindung ist nicht um jeden Preis notwendig. Es gibt für einen Dienstleistungsanbieter sowohl erwünschte als auch unerwünschte Kundenbeziehungen. Ausgaben für die Bindung von Kunden, zu denen eine erwünschte Beziehung besteht, sind durchaus gerechtfertigt, jedoch wirken Investitionen in unerwünschte Kundenbeziehungen kontraproduktiv und führen zu einer Verschwendung von knappen Ressourcen. Die Beendigung unerwünschter Kundenbeziehungen beugt einer Verschwendung dieser knappen Ressourcen, wie beispielsweise der Arbeitsleistung fähiger Mitarbeiter, vor. Nur so ist es dem Dienstleistungsunternehmen möglich seine Kräfte auf die wertvollen Kunden zu konzentrieren. Die Beendigung ist damit, ebenso wie die Kundenbindung, als eine Voraussetzung für den Unternehmenserfolg anzusehen.

Die Beendigung unerwünschter Kundenbeziehungen ist Betrachtungsgegenstand der vorliegenden Arbeit. Aufgrund der vielfältigen Kundenbeziehungen des Dienstleistungsanbieters ist der erste Schritt die Auswahl der unerwünschten Beziehungen. Dabei gilt es festzustellen, bei welchen Beziehungen ein angemessenes Verhältnis zwischen dem Leistungsangebot des Dienstleisters und der Gegenleistung des Kunden besteht. Um dies zu messen bedarf es einer umfassenden Bewertung, die nicht nur einen Erlös-Kosten-Vergleich anstellt, sondern die auch dienstleistungsspezifische Besonderheiten, wie die Beteiligung des Kunden am Erstellungsprozess berücksichtigt. So gibt es unterschiedliche Bereitschaft zur kooperativen Beteiligung von Seiten des Kunden. Ein schwieriger Kunde kann einen unverhältnismäßig hohen Bearbeitungsaufwand erzeugen. Dies zeigt bereits, dass neben den üblichen Größen, wie Kosten und Erlösen, weitere Kriterien zur Identifikation unerwünschter Beziehungen heranzuziehen sind. Der Ausschluss des Kunden ist die Folge der Identifikation. Er wird durch den Dienstleistungsanbieter veranlasst und auch gegen den Willen des Kunden durchgesetzt. Eine vom Anbieter gewünschte Beendigung kann damit für den Kunden durchaus unerwünscht sein. Diese gegenläufigen Ansichten und auch konträre Meinungen im Unternehmen über die Beendigung unerwünschter Kundenbeziehungen machen den Ausschluss nicht gewünschter Kunden zu einem komplexen Verfahren, das vielfältige Gefahren mit sich bringt. Um negativen Auswirkungen vorzubeugen, sind diese Gefahren beim Umsetzungsversuch der Beendigung zu berücksichtigen.

Entsprechend ist das Ziel dieser Arbeit, die unerwünschten Kundenbeziehungen durch eine umfassende Bewertung zu identifizieren, Maßnahmen und Gefahren der Beendigung vorzustellen und Handlungsempfehlungen zur Überwindung der Gefahren aufzuzeigen.

Inhaltsverzeichnis:

INHALTSVERZEICHNIS II
ABBILDUNGSVERZEICHNIS V
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS VI
1. EINLEITUNG 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Gang der Untersuchung 2
2. ALLGEMEINE GRUNDLAGEN 4
2.1 Anbieter von Dienstleistungen 4
2.1.1 Bestimmung des Dienstleistungsbegriffes anhand der konstitutiven Merkmale 4
2.1.2 Der Dienstleistungsanbieter als Interaktionspartner im Beziehungsdreieck 7
2.1.3 Implikationen für den Dienstleistungsanbieter aus der Integration des externen Faktors 8
2.2 Unerwünschte Kundenbeziehungen 10
2.2.1 Definition der Kundenbeziehungen 10
2.2.2 Definition der unerwünschten Kundenbeziehungen 11
2.2.3 Ursachen unerwünschter Kundenbeziehungen 12
3. IDENTIFIKATION UNERWÜNSCHTER KUNDENBEZIEHUNGEN IM DIENSTLEISTUNGSBEREICH 15
3.1 Bewertungsgrößen für Kundenbeziehungen im Dienstleistungsbereich 16
3.1.1 Ökonomische Bewertungsgrößen 16
3.1.1.1 Umsatz 16
3.1.1.2 Kundenerfolg 16
3.1.2 Vorökonomische Bewertungsgrößen 17
3.1.2.1 Referenzwert 17
3.1.2.2 Informationswert 18
3.1.2.3 Interaktionswert 19
3.2 Ermittlung der dienstleistungsbezogenen Bewertungsgrößen 21
3.2.1 Verfahren zur Ermittlung der ökonomischen Bewertungsgrößen 21
3.2.1.1 Kundendeckungsbeitragsrechnung 21
3.2.1.2 Kundenlebenszyklusrechnung 22
3.2.2 Ermittlung der vorökonomischen Bewertungsgrößen 23
3.2.2.1 Ermittlung des Referenzwertes 23
3.2.2.2 Ermittlung des Informationswertes 26
3.2.2.3 Ermittlung des Interaktionswertes 27
3.3 Bestimmung des dienstleistungsspezifischen Kundenbeziehungswertes und Auswahl der unerwünschten Beziehungen 28
3.3.1 Illegalität als Ausschlusskriterium 28
3.3.2 Ausgewählte Bewertungsverfahren zur Bestimmung des Kundenbeziehungswertes 29
3.3.3 Endgültige Bestimmung des Kundenbeziehungswertes und Auswahl der unerwünschten Kundenbeziehungen mittels eines Scoring Modells 31
4. VERORTUNG UND ZIELE DER BEENDIGUNG UNERWÜNSCHTER KUNDENBEZIEHUNGEN IM DIENSTLEISTUNGSBEREICH 33
4.1 Die Beendigung unerwünschter Kundenbeziehungen als Element des Kundenmanagements 33
4.2 Ziele der Beendigung unerwünschter Kundenbeziehungen 35
5. RAHMENBEDINGUNGEN FÜR DEN DIENSTLEISTUNGSANBIETER BEIDER BEENDIGUNG UNERWÜNSCHTER KUNDENBEZIEHUNGEN 38
5.1 Rechtliche Rahmenbedingungen 38
5.2 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen 39
5.3 Unternehmensinterne Rahmenbedingungen 40
6. MÖGLICHKEITEN, GEFAHREN UND HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN FÜR DIE BEENDIGUNG UNERWÜNSCHTER KUNDENBEZIEHUNGEN 42
6.1 Möglichkeiten der Beendigung unerwünschter Kundenbeziehungen 42
6.1.1 Passive Beendigung der unerwünschten Kundenbeziehungen 42
6.1.1.1 Leistungsgestaltung 43
6.1.1.2 Preisgestaltung 44
6.1.1.3 Gestaltung der Kommunikation 45
6.1.1.4 Gestaltung der Distribution 46
6.1.2 Aktive Beendigung der unerwünschten Kundenbeziehungen 47
6.2 Gefahren der Beendigung unerwünschter Kundenbeziehungen 47
6.2.1 Gefahren durch die Unzufriedenheit der ausgeschlossenen Kunden 48
6.2.2 Gefahren durch falsche Handlungen des Dienstleistungsanbieters 53
6.3 Handlungsempfehlungen für die Beendigung unerwünschter Kundenbeziehungen 56
6.3.1 Externe Handlungsempfehlungen 56
6.3.1.1 Externe Handlungsempfehlungen für die passive Beendigung 57
6.3.1.2 Externe Handlungsempfehlungen für die aktive Beendigung 60
6.3.1.3 Aktive Kommunikation der Beendigung 63
6.3.2 Interne Handlungsempfehlungen 64
6.3.2.1 Interne Handlungsempfehlungen zur erfolgreichen Umsetzung der externen Handlungsempfehlungen 65
6.3.2.2 Interne Handlungsempfehlungen zur Vermeidung falscher Handlungen 67
7. FAZIT 69
LITERATURVERZEICHNIS VII
VERZEICHNIS DER EXPERTENGESPRÄCHE XIII

Automatisiert erstellter Textauszug:

Eine weitere Möglichkeit liegt in der Veränderung des aktuellen Leistungsangebotes. So ist hier eine Rücknahme gewisser Leistungen oder der Ersatz höherer Leistungen durch geringere Leistungen vom Dienstleistungsanbieter zu veranlassen. Als Chance für eine Beendigung ist dabei die Externalisierung von Aufgaben zu verstehen. Vor allem solche Aufgaben, die der Dienstleistungskunde nicht selbst übernehmen will und bisher auch nicht übernehmen musste, lassen sich auf den Kunden übertragen. So kann die Ausführung bestimmter Kontovorgänge, wie Überweisungen und Daueraufträge, die bisher im persönlichen Kontakt vom Bankangestellten übernommen wurden, vom Kunden selbst, beispielsweise über ein Selbstbedienungsterminal, verlangt werden. Auch die Rücknahme von bereits gewährten Leistungen bietet sich an. So können dem Bankkunden seine Kreditkarten wieder entzogen werden, oder einem unerwünschten Dauergast in einem Hotel wird bei seinem nächsten Besuch ein anderes („schlechteres“) und nicht das von ihm immer belegte Zimmer zugeteilt. [...]

Durch die Leistungsgestaltung wird versucht den Kunden zur Beendigung der Kundenbeziehung zu veranlassen, da für ihn beispielsweise die Leistung der Konkurrenten attraktiver erscheint. Eine Möglichkeit bietet sich für den Dienstleister darin, dass er Zusatzleistungen zur eigentlichen Kernleistung nicht anbietet, die jedoch normalerweise üblich sind. Als Beispiel lässt sich der Bankbereich anführen. Die Kernleistung kann hier im Führen eines Girokontos liegen. Für die unerwünschte Kundenbeziehung bietet der Dienstleister die Zusatzleistung einer Eurocheckkarte aber nicht an. Aufgrund der anderen Wettbewerber, die der Allgemeinheit die Leistung der Eurocheckkarte in Aussicht stellen, kann der (unerwünschte) Kunde zu einer Beendigung der Beziehung veranlasst werden. Gerade im Zusammenhang mit den steigenden Kundenwünschen im Zeitablauf (z.B. Wunsch nach einer Kreditkarte zur vorhandenen Eurocheckkarte) bietet das Nichtzugestehen der Zusatzleistung eine Möglichkeit zur Beendigung. Dies lässt sich auch auf das Angebot von neuen Leistungen übertragen. So werden Leistungsinnovationen (z.B. Kreditkarte mit bestimmten Versicherungsleistungen) kundenindividuell nicht angeboten und dem 43 [...]

Kundenbeziehung ergreift, verbunden sind. Beispielhaft sei hier die Maßnahme der Preisgestaltung erwähnt. Der Dienstleistungsanbieter ist an den § 138 BGB gebunden, der den Kunden vor überhöhten Preisforderungen (Wucher) schützen soll. Durch diese Vorgabe sind die Möglichkeiten der Preisgestaltung für den Anbieter begrenzt. So lassen sich auch in anderen Bereichen gewisse Mindestanforderungen finden, die der Dienstleistungsanbieter, vor allem bei vertraglicher Bindung, zu erfüllen hat und die seine Handlungsmöglichkeiten einschränken. Ist der Dienstleistungsanbieter vertraglich zu einer Kundenbeziehung verpflichtet, so gibt es oftmals keine Möglichkeit zu einer sofortigen Beendigung, da der Dienstleistungsanbieter an gewisse Kündigungsfristen gebunden sein kann, sofern ihm der Kunde keinen Anlass zu einem sofortigen Abbruch der Beziehung gibt. [...]

Arbeit zitieren:
Bencivenga, Marcus September 2000: Die Beendigung unerwünschter Kundenbeziehungen aus der Sicht eines Dienstleistunganbieters, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kundenausschluss, Kundenbeziehungsmanagement, Kundenwert, Problemkunden

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