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Umsetzung und einzelbetriebliche Auswirkungen der Agrarreform in ausgewählten Mitgliedsländern

Umsetzung und einzelbetriebliche Auswirkungen der Agrarreform in ausgewählten Mitgliedsländern
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jörg Ehrhardt
  • Abgabedatum: Oktober 2004
  • Umfang: 96 Seiten
  • Dateigröße: 530,6 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Südwestfalen, Abteilung Soest Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1735-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1735-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1735-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Ehrhardt, Jörg Oktober 2004: Umsetzung und einzelbetriebliche Auswirkungen der Agrarreform in ausgewählten Mitgliedsländern, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Agenda 2000, Agrarpolitik, Entkopplung, Halbzeitbwertung, Modulation

Diplomarbeit von Jörg Ehrhardt

Einleitung:

Die Landwirtschaft spielt von jeher eine wichtige Rolle in unserer Gesellschaft. Um in der Nachkriegszeit eine sichere Nahrungsmittelproduktion und stabile Märkte zu schaffen, wurde ab 1957 in der sich bildenden EWG damit begonnen, eine Gemeinsame Agrarpolitik einzuführen. Der Landwirtschaftsbereich ist also der erste Wirtschaftsbereich auf dem eine gemeinsame europäische Politik betrieben wurde. Der Sektor war auch als einziger Markt nach den Prinzipien eines Binnenmarkts innerhalb der EWG organisiert. Der Agrarmarkt musste sich nicht der Konkurrenz aus den Drittstaaten stellen. Die GAP schützte vor dem Wettbewerb auf dem Weltmarkt, um die nötige Produktionssteigerung zu ermöglichen. Noch heute beansprucht die GAP den größten Posten der EU-Finanzmittel. Die mittelfristige Finanzplanung der EU bis 2008 sieht vor, dass 46% der Aufwendungen in den Bereich der Gemeinsamen Agrarpolitik fallen.

Änderungen der GAP sind schwer durchzuführen, weil der Landwirtschaftssektor auch heute noch der bedeutendste Bereich innerhalb der EU ist. Dennoch musste die GAP wegen sich ändernder äußerer und innerer Bedingungen angepasst werden.

In den 70er und vor allem in den 80er und 90er Jahren wurde in immer mehr Märkten ein Selbstversorgungsgrad von über 100% erreicht. Um die Überproduktion und steigende Subventionszahlungen zu stoppen und um auf den Druck der Hauptkonkurrenten wie den USA, Neuseeland, Australien, die eine Öffnung des europäischen Markts forderten, zu reagieren, wurde an Reformvorschlägen gearbeitet um einige Marktinstrumente zu modifizieren.

Äußere Faktoren wie die EU-Erweiterung und neue WTO-Verhandlungen sowie innere Faktoren wie Verbraucherverunsicherung durch BSE, MKS usw. schufen eine Diskussion über eine völlige Umkehr in der Landwirtschaft zu Beginn des neuen Jahrtausends.

Diese Diplomarbeit stellt zunächst die Entwicklung der GAP mit den Reformen von 1992, der Agenda 2000 und deren Halbzeitbewertung dar. Ebenso wird die durch die Halbzeitbewertung ermöglichte Einführung eines neuen Prämiensystems und die nationale Umsetzung in den EU-Mitgliedsländern Deutschland, Frankreich, Niederlande und England beschrieben.

Der darauf folgende Abschnitt vergleicht die verschiedenen nationalen Entkopplungsmodelle, der oben genannten EU-Mitgliedsländer. Anhand von drei Beispielbetrieben werden die Prämienzahlungen jedes Modells berechnet und untereinander verglichen, um die Absichten und Auswirkungen der Modelle herauszuarbeiten.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis. I
Abbildungsverzeichnis II
Tabellenverzeichnis IV
Abkürzungen und Begriffe. VI
1. Einleitung 1
2. Geschichtliche Entwicklung. 3
2.1 Anfänge einer Gemeinsamen Agrarpolitik ab 1957. 3
2.2 Weiterführung der GAP-Reform ab 1992 5
2.3 Agenda 2000. 6
2.3.1 Maßnahmen im Bereich der Marktordnungen 8
2.3.2 Maßnahmen im Bereich Modulation und Preisausgleichszahlungen. 13
2.3.3 Maßnahmen im Bereich ländlicher Raum 14
3. Halbzeitbewertung der Agenda 2000 17
3.1 Bewertung der Agenda 2000-Maßnahmen. 17
3.2 Die Legislativvorschläge der Kommission. 21
3.2.1 Vorschläge zur Reform der Marktorganisationen. 21
3.2.2 Vorschläge zur Entkopplung. 22
3.2.3 Vorschläge zur Modulation. 24
3.3 Der Luxemburger Agrarkompromiss 25
4. Agrarreform 2003. 32
4.1 Umsetzung in Deutschland. 32
4.1.1 Entkopplung 32
4.1.2 Umfang der Entkopplung. 32
4.1.3 Entkopplungsmodell 33
4.1.4 Regionale Umverteilung und nationale Reserve 40
4.1.5 Cross Compliance. 41
4.1.6 Modulation 43
4.2 Umsetzung in Frankreich 43
4.3 Umsetzung in den Niederlanden. 44
4.4 Umsetzung in Großbritannien. 46
4.5 Die nächste Halbzeitbewertung 47
5. Anwendung der nationalen Modelle auf Beispielbetriebe 48
5.1 Beispiel 1: Bullenmastbetrieb. 48
5.2 Beispiel 2: Ackerbaubetrieb 54
5.3 Beispiel 3: Milchviehbetrieb. 60
5.4 Vergleich der nationalen Modelle. 65
5.4.1 Vergleich anhand der Gesamtprämien 65
5.4.2 Vergleich anhand des Deckungsbeitrags 68
6. Zusammenfassung. 73
7. Quellenverzeichnis 75
8. Anhang 78

Automatisiert erstellter Textauszug:

Vor allem Frankreich wehrte sich mit deutscher Unterstützung gegen die vorgeschlagene Kürzung des Interventionspreises um 5%. Auch der Kompromissvorschlag einer Senkung um 2,5% wurde abgelehnt. Deswegen bleibt der derzeitige Interventionspreis von 101,31 €/t für Getreide erhalten. Der Grundbetrag für Ackerkulturen bleibt bei 63 €/t. Die monatlichen Zuschläge werden um 50% auf 0,46 €/t gekürzt. Die Reports werden weiterhin den Interventionspreisen von November bis Mai zugeschlagen. Roggen wird aus der Interventionsregelung ausgeschlossen, damit die Interventionsbestände nicht weiter anwachsen. Um nachteilige Auswirkungen der Maßnahmen abzufedern, bleiben bei Mitgliedsstaaten, deren Roggenerzeugung mehr als 5% ihrer gesamten Getreideerzeugung und 50% der gesamten Roggenerzeugung der EU ausmacht (→ Deutschland), 90% der Modulationsmittel im Lande. Mindestens 10% dieser Mittel müssen in den Roggenerzeugungsgebieten ausgegeben werden. (Europäische Kommission 2003a; Europäische Union 2003; BMVEL 2004a) [...]

Obst und Gemüse sowie Speisekartoffeln angebaut werden, werden nicht in die förderfähige Fläche einbezogen. Bei den Rinderprämien bestehen drei Optionen: Nach Option 1 können bis zu 75% der Sonderprämien für männliche Rinder produktionsgekoppelt gewährt werden. Option 2 ermöglicht es, die Prämie für Mutterkühe bis zu 100% und gleichzeitig die Schlachtprämie bis zu 40% gekoppelt zu halten. Nach Option 3 können 100% der Schlachtprämie gekoppelt bleiben. Bei Milch ist eine Entkopplung der Direktzahlungen erst nach Abschluss der mit der Agenda 2000 eingeleiteten Reform der Marktorganisation vorgesehen. Mitgliedsstaaten, die die Flächenprämie einführen, können abweichend dazu die Milchprämie, die ab 2004 eingeführt werden soll, schon vorher entkoppeln. Bei Schafen und Ziegen können die Direktzahlungen bis zu 50% gekoppelt bleiben. (Europäische Kommission 2003a; Europäische Union 2003; BMVEL 2004a) [...]

Nach den Vorschlägen der Kommission werden alle Direktzahlungen, die produktionsbezogenen wie auch die produktionsentkoppelten, beginnend ab 2004, jährlich um 3% gekürzt (dynamische Modulation). 2010 beträgt die Modulation in der Endstufe dann 20%. Die gekürzten Gelder dienen der Finanzierung weiterer Reformschritte bzw. der Einführung von Direktzahlungen in den Beitrittsländern oder sie fließen in die zweite Säule und dort in Agrarumweltprogramme. Vorgesehen ist ein Freibetrag von 5.000 €/Betrieb. Für jede weitere Arbeitskraft können die Mitgliedsländer einen weiteren Freibetrag von 3.000 € gewähren. Durch diese Regelung werden rund drei Viertel aller landwirtschaftlichen Betriebe von der Modulation freigestellt, aber insgesamt werden sie weniger als ein Fünftel der Direktzahlungen an die Landwirte betreffen. So kann die Modulation auch einer Korrektur der Mittelzuweisung zugunsten kleinerer Betriebe dienen. Nach Anwendung des Freibetrags und der Modulation wird sich der Höchstbetrag, der je [...]

Arbeit zitieren:
Ehrhardt, Jörg Oktober 2004: Umsetzung und einzelbetriebliche Auswirkungen der Agrarreform in ausgewählten Mitgliedsländern, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Agenda 2000, Agrarpolitik, Entkopplung, Halbzeitbwertung, Modulation

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