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Altwerden in der Migration. Lebenssituation älterer MigrantInnen in der Bundesrepublik Deutschland

Ein neues Aufgabenfeld für die Altenhilfe

Altwerden in der Migration. Lebenssituation älterer MigrantInnen in der Bundesrepublik Deutschland
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Nicole Bischoff
  • Abgabedatum: Februar 1995
  • Umfang: 125 Seiten
  • Dateigröße: 8,5 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Eberhard Karls Universität Tübingen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1714-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1714-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1714-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Bischoff, Nicole Februar 1995: Altwerden in der Migration. Lebenssituation älterer MigrantInnen in der Bundesrepublik Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: AusländerInnen, Altenhilfe, Migration, alte Menschen

Diplomarbeit von Nicole Bischoff

Einleitung:

In größeren Städten gehören sie allmählich zum Straßenbild. Im Sommer treffen sie sich auf öffentlichen Plätzen, die Frauen sitzen zusammen und unterhalten sich, die Männer spielen Boccia und dergleichen. Manchmal gehen sie auch allein oder mit ihren Enkelkindern in den städtischen Parkanlagen spazieren. Sie, die in jungen Jahren in die Bundesrepublik als sog. GastarbeiterInnen kamen, sind älter geworden und sie sind zunehmend in der Öffentlichkeit zu sehen. Die meisten wollten eigentlich im Alter in ihre Heimatländer zurückkehren. Doch nun zeigt sich, daß die Mehrheit ihren letzten Lebensabschnitt, entgegen ihren eigenen Erwartungen und der offiziellen Ausländerpolitik, in der Bundesrepublik verbringen wird. Ihre Lebenssituation, die Hintergründe für die Entscheidung zu bleiben, und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Altenhilfe sollen in dieser Diplomarbeit erörtert werden.

Altern ist ein lebenslanger Prozeß, das Alter ein bestimmter Lebensabschnitt. Der Alterungsprozeß muß auf dem Hintergrund der unterschiedlichen Lebensbedingungen wie - Faktoren der Lebensbiographie - Altersbilder und Altersvorstellungen - ökologische Faktoren (Wohnungsgröße und -ausstattung, Wohnungsumfeld etc.) - soziales Umfeld gesehen werden. Für die Betrachtung des Alters der ArbeitsmigrantInnen der ersten Generation heißt das, die kulturellen und ethnischen Hintergründe, sowie die Migrationserfahrungen zu berücksichtigen.

Die älteren MigrantInnen sind erst in den letzten Jahren in das Blickfeld der Forschung und Sozialpolitik gerückt. Die älteren ArbeitsmigrantInnen sind die Menschen, die Anfang der 50er Jahre von der Bundesrepublik zu Arbeitszwecken angeworben wurden. Sie sind aus Italien, Spanien, Portugal, Griechenland, Ex-Jugoslawien und der Türkei nach Deutschland gekommen. Die Zahl derer, die aller Wahrscheinlichkeit nach im Rentenalter in der Bundesrepublik bleiben werden, steigt kontinuierlich an. Ihre Anwesenheit wird das Bild der hier lebenden Altenpopulation in den nächsten Jahrzehnten mitprägen. Am 30. September 1990 lebten 3.325.916 AusländerInnen aus den genannten Anwerbeländern in der Bundesrepublik. Davon sind bisher nur 3% im Rentenalter (60 Jahre und älter), aber der Anteil der 50-59jährigen, die in den nächsten Jahren das Rentenalter erreichen werden, beträgt 11,4 %. Werden die mittleren Jahrgänge der ausländischen Bevölkerung mitberücksichtigt, läßt sich der Trend zu einer steigenden Zahl der AusländerInnen im ruhestandsfähigen Alter erkennen.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort
1. Einleitung 1
2. Geschichtlicher Abriß und Hintergründe 4
2.1 Forschungsstand und Literaturüberblick 4
2.2 Geschichte der GastarbeiterInnen 6
2.3 Migrationsbiographien 9
2.4 Traditionelle Altersbilder 12
3. Leben in der Bundesrepublik Deutschland 16
3.1 Rechtliche Lage 16
3.2 Finanzielle Situation 21
3.3 Wohnsituation 24
3.4 Gesundheitszustand 27
3.5 Sprachkenntnisse 31
3.6 Soziale Kontakte und Freizeitverhalten 34
3.6.1 Soziale Kontakte 35
3.6.2 Freizeitverhalten 36
3.7 Familiäre Beziehungen 37
3.7.1 Familienstruktur: lange Trennungszeiten - Alleinstehende 38
3.7.2 Familienbindungen und intergenerationelle Solidarität 39
3.7.2.1 Pflegebereitschaft der zweiten Generation 41
3.8 Leben in ethnischen Enklaven 42
3.8.1 Bedeutung ethnischer Kolonien für ältere Migrantlnnen 44
3.8.2 Der Begriff der Ethnizität 44
3.8.2.1 Die ethnische Rückbesinnung im Alter 45
3.8.2.1.1 Ethnische Renaissance der Nachfolgegenerationen 47
3.8.2.2 Ethnizität - Ressource oder Belastung im Alter 48
3.8.2.2.1 Ethnizität als Ressource 49
3.8.2.2.2 Ethnizität als Belastung 50
3.9 Bedeutung der Rückkehrorientierung 50
3.10 Verbleibgründe 52
3.10.1 Verbleib aus familiären Gründen 52
3.10.2 Verbleib aus gesundheitlichen Gründen 53
3.10.3 Verbleib aus finanziellen Gründen 54
3.10.4 Verbleib wegen der Entfremdung vom Herkunftsland 54
3.11 Pendelmigration 55
4. Ältere ausländische Frauen 57
4.1 Migrationsbiographien und -hintergründe 57
4.1.1 Bedeutung der Pensionierung 58
4.2 Stellung der älteren ausländischen Frau in der Familie 60
4.3 Bedeutung sozialer Kontakte für ältere Migrantinnen 64
4.4 Situation älterer verwitweter Migrantinnen 65
5. ÄItere MigrantInnen-Konsequenzen für die Altenhilfe 68
5.1 Sozialplanerische Aspekte der Altenhilfe 69
5.1.1 Vernetzung der verschiedenen Dienste 70
5.1.1.1 Fort- und Weiterbildung des Personals der Altenhilfe und Ausländerarbeit 71
5.1.2 Verbesserung der Wohnsituation 73
5.1.3 Förderung der Selbsthilfepotentiale 74
5.1.4 Mehr Informationen über das deutsche Altenhilfesystem für die ausländische Bevölkerung 76
5.2 Offene Altenhilfe 77
5.2.1 Begegnungsstätten 77
5.2.2 Bildungs- und Kulturangebote 79
5.2.3 Ambulante soziale Dienste 81
5.3 Teilstationäre Altenhilfe 82
5.4 Stationäre Altenhilfe 83
5.5 Achtung der Religiosität - Sterbebegleitung 85
5.6 Rechtliche Forderungen 86
5.7 Resümee 87
6. Schlußwort 92
7. Literatur 94
8. Anhang 103

Arbeit zitieren:
Bischoff, Nicole Februar 1995: Altwerden in der Migration. Lebenssituation älterer MigrantInnen in der Bundesrepublik Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
AusländerInnen, Altenhilfe, Migration, alte Menschen

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