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Einleitung:
Die politische Öffnung und der Reformprozeß der Länder des ehemaligen Ostblocks führte dazu, daß sich die Arbeitskräftemobilität mit Beginn der neunziger Jahre zwischen Ost- und Westeuropa sehr schnell entwickelte. Die Bundesrepublik Deutschland stieg unter dem Einfluß der Grenzöffnung zum Land mit den höchsten Zuwanderungsraten - bezogen auf die Bevölkerungszahl - auf. Sowohl die Bundesrepublik Deutschland als auch die Arbeitnehmer osteuropäischer Länder pofitieren von dieser Ost-West-Wanderung. Fehlende Arbeitsplätze in den Reformstaaten, sowie unbefriedigende Reallohnentwicklung veranlassen v.a. junge und qualifizierte Bürger aus osteuropäischen Staaten, ihre wirtschaftliche Situation und ihre Lebensbedingungen durch Arbeit im Westen zu verbessern. Aber auch die Bundesrepublik Deutschland begrüßt den Zustrom qualifizierter Arbeitskräfte, da auf dem deutschen Arbeitsmarkt Arbeitskräfteengpässe sowohl regional, sektoral, saisonal als auch quafifikatorisch bestehen.
Die deutsche Bauwirtschaft hat großes Interesse an einem zusätzlichen Arbeitsangebot aus Osteuropa, v.a. im Bereich der Facharbeiter. Es ist aber auch ein aussenpolitisches Ziel Deutschfarads, den osteuropäischen Ländern Hilfe anzubieten, um die Probleme, die aus der Umwälzung entstanden sind, gemeinsam zu lösen. Daher hat die Bundesregierung seit 1989 mit den Regierungen der Länder Bulgarien Slowakei Tschechien Bosnien-Herzegowina Kroatien Makedonien Slowenien Lettland Polen Rumänien Türkei Ungarn.
Vereinbarungen über die Entsendung von Arbeitnehmern zur Beschäftigung auf der Grundlage von Werkverträgen abgeschlossen. Dort ist geregelt, wann und .zu weichen Bedingungen die ausländischen Unternehmen ihre Arbeitnehmer zur Durchführung abgeschlossener Werkverträge in Deutschland einsetzen können. Die Vereinbarungen beinhalten außerdem, daß die deutschen Rechtsbestimmungen zu beachten sind. Sinn und Zweck ist es, die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen einem deutschen und einem ausländischen Unternehmen auf Werkvertragsbasis, auf eine klare vertragliche Grundlage zu stellen.
In der Öffentlichkeit gibt es derzeit eine intensive und heftige Diskussion über Mißbrauch, Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung, die unter dem Deckmantel der Werkverträge betrieben werden. Ausgelöst wurde diese Kontroverse durch Berichte über Razzien auf Baustellen, wodurch illegale Beschäftigung, Scheinwerkverträge zur ölegalen Arbeitnehmerüberlassung, Scheinselbständigkeit, Verschiebung von Arbeitnehmern auf verschiedenen Baustellen sowie manipulierte Lohnunterlagen aufgedeckt wurden.
Meine Aufgabe soll nun sein, zum einen das Werkvertragsabkommen mit osteuropäischen Staaten kritisch zu durchleuchten, d. h. sowohl die positiven Aspekte als auch die Schwachstellen des Werkvertragsabkommens aufzuzeigen (makroökonomische Betrachtungsweise), zum anderen - und dies ist der Hauptteil meiner Arbeit - möchte ich deutschen Bauunternehmen einen Ratgeber und Wegweiser für das Abschließen von Werkverträgen mit osteuropäischen Subunternehmern liefern, welcher alles Wissenswerte, wie z. B. zu beachtende Rechtsvorschriften, enthält (mikroökonomische Betrachtungsweise).
Zum besseren Verständnis des makroökonomischen Teils, habe ich das Thema zuerst aus mikroökonomischer Sicht behandelt. Diese Reihenfolge erscheint mir sinnvoll, weil der mikroökonomische Teil u. a. die Begriffsdefinitionen und die Verfahrensregelung beinhaltet.
Inhaltsverzeichnis:
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Abkürzungsverzeichnis |
I |
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Vorwort |
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Teil A: Mikroökonomische Betrachtungsweise |
1 |
| 1. |
Definitionen/ Abgrenzungen |
1 |
| 1.1 |
Werkvertrag |
1 |
| 1.1.1 |
Abgrenzung Werkvertrag / Arbeitnehmerüberlassungsvertrag l Werklieferungsvertrag |
1 |
| 1.1.2 |
Wer kann Werkverträge abschließen? |
5 |
| 1.2 |
Beschäftigungsformen ausländischer Arbeitskräfte |
5 |
| 1.2.1 |
Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer im eigenen deutschen Betrieb |
5 |
| 1.2.2 |
Beschäftigung ausländischer Arbeitskräfte, die in einem Arbeitsverhältnis zu einem ausländischen Unternehmen (Subunternehmen) stehen |
8 |
| 2. |
Historische Abfeitung |
9 |
| 3. |
Verfahrensregelung |
13 |
| 3.1 |
Verteilung der Kontingente und allgemeine Voraussetzungen |
13 |
| 3.2 |
Festsetzung des Kontingents |
15 |
| 3.3 |
Regelung über 50-Km-Zone |
15 |
| 3.4 |
Einbringung der Unterlagen |
16 |
| 3.5 |
Zuständiges Arbeitsamt |
17 |
| 3.6 |
Arbeitserlaubnis |
18 |
| 3.6.1 |
Erteilung der Arbeitserlaubnis |
18 |
| 3.6.2 |
Geltungsdauer und Geltungsbereich der Arbeitserlaubnis |
18 |
| 3.6.3 |
Wiedereinreise |
18 |
| 3.7 |
Welche aufenthaltsrechtlichen Voraussetzungen sind zu beachten? |
18 |
| 3.8 |
Lohnvergleich |
19 |
| 3.9 |
Quotenregelung |
21 |
| 3.10 |
Gebühren |
25 |
| 3.11 |
Arbeitsmarktschutzklausel |
26 |
| 4. |
Pflichten des ausländischen Unternehmens bzw. seiner Arbeitskräfte |
28 |
| 4.1 |
Betriebssitz |
28 |
| 4.2 |
Gewerbeanmeldung |
28 |
| 4.3 |
Handwerksordnung |
28 |
| 4.4 |
Steuerrecht |
30 |
| 4.4.1 |
Lohnsteuerabzug |
30 |
| 4.4.2 |
Umsatzsteuer |
32 |
| 4.4.3 |
Einkommensteuer und Körperschaftsteuer |
33 |
| 4.5 |
Sozialversicherungsrecht |
34 |
| 4.6 |
Mitführungspflichtige Dokumente |
34 |
| 5. |
Pflichten des deutschen Auftraggebers |
36 |
| 5.1 |
Selbstauskunft über seine betrieblichen Verhältnisse |
36 |
| 5.2 |
Prüfungspflichten beim Abschluß von Werkverträgen |
36 |
| 5.2.1 |
Gewerbeanzeige und Handwerksrolleneintragung |
36 |
| 5.2.2 |
Arbeitserlaubnis |
37 |
| 5.2.3 |
Meldepflichten |
37 |
| 5.3 |
Mitwirkungspflicht |
38 |
| 6. |
Folgen bei Verstößen |
39 |
| 6.1 |
Verstöße der ausländischen Subunternehmer gegen die Regierungsvereinbarungen |
39 |
| 6.2 |
Vertragsrechtliche Folgen bei Schwarzarbeit |
40 |
| 6.3 |
Vergaberechtliche Folgen bei Öffentlichen Aufträgen bei Vorliegen von Schwarzarbeit |
41 |
| 6.4 |
Bußgelder für Schwarzarbeit |
42 |
| 7. |
Inhalt des Nachunternehmervertrages |
43 |
| 7.1 |
Allgemeines |
43 |
| 7.2 |
Eignung des Nachunternehmers |
43 |
| 7.3 |
Leistungsgegenstand |
43 |
| 7.4 |
Vertretung |
43 |
| 7.5 |
Vertragserfüllung - Leistungsstörung |
44 |
| 7.6 |
Gefahrtragung |
44 |
| 7.7 |
Außerordentliches Kündigungsrecht |
44 |
| 7.8 |
Gewährleistung |
44 |
| 7.9 |
Zahlungen und Abführung der Mehrwertsteuer |
44 |
| 7.10 |
Zustellungsbevollmächtigter |
45 |
| 8. |
Muster eines Nachunternehmerangebotes I Nachunternehmervertrages |
46 |
| 9. |
Beiblatt zum Angebot osteuropäischer Subunternehmer |
52 |
| 10. |
Sonstige in der Praxis auftretende Probleme |
54 |
| 10.1 |
Gerichtliche Zuständigkeit bei Streitigkeiten |
54 |
| 10.2 |
Klagezustellung ins Ausland |
54 |
| 10.3 |
Vollstreckbarer Titel |
54 |
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Teil B: Makroökonomische Betrachtungsweise |
55 |
| 1. |
Die Mißbrauchsdiskussion |
55 |
| 2. |
Auswirkungen des Werkvertragsabkommens auf die deutsche Volkswirtschaft (Kennziffern) |
59 |
| 2.1 |
Allgemeines |
59 |
| 2.2 |
Umsatz je Arbeitsstunde |
59 |
| 2.2.1 |
Quantitatives Verhältnis zwischen Werkvertragsarbeitnehrnern und allen Beschäftigten im Baugewerbe am Beispiel von 1992 und daraus resultierendes Arbeitsvolumen und Bauvolumen der Werkvertragsarbeitnehmer |
60 |
| 2.2.2 |
Anteil der Lohnsumme am Umsatz |
60 |
| 2.2.3 |
Kommt es zu einer Verdrängung deutscher Bauarbeitnehmer durch Werkvertragsarbeitnehmer? |
62 |
| 3. |
Positive Aspekte und Schwachstellenanalyse des Werkvertragsabkommens |
64 |
| 3.1 |
Positive Aspekte |
64 |
| 3.1.1 |
Kostenentlastung |
64 |
| 3.1.2 |
Steigerung des Devisentransfers und des Realeinkommens |
64 |
| 3.1.3 |
Bessere Beschäftigungsperspektiven für osteuropäische Arbeitskräfte |
64 |
| 3.1.4 |
Unternehmerische Kooperation statt individuelles Beschäftigungsverhältnis |
65 |
| 3.2 |
Schwachstellenanalyse |
65 |
| 3.2.1 |
Werkverträge wirken illegalitätsfördernd |
65 |
| 3.2.2 |
Werkverträge wirken lohndrückend |
65 |
| 3.2.3 |
Werkverträge wirken wettbewerbsverzerrend |
66 |
| 4. |
Ansätze zur Beseitigung der Schwachstellen |
68 |
| 4.1 |
Legalisierung der Arbeitnehmerüberlassung in der Bauwirtschaft |
68 |
| 4.2 |
Verschärfung der Arbeitseriaubnisvorschriften |
69 |
| 4.3 |
Kombination von Quotierung und Kontingentversteigerung |
70 |
| 4.4 |
Effiziente Mißbrauchsbekämpfung |
71 |
|
Teil C: Schlußbetrachtung |
73 |
|
Teil D: Anhang mit Anhangverzeichnis |
75 |
|
Literaturverzeichnis |
104 |