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Gemeinwesenarbeit - Maßnahmen zur Integration von MigrantInnen

Gemeinwesenarbeit - Maßnahmen zur Integration von MigrantInnen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Yasemin Atan
  • Abgabedatum: August 2010
  • Umfang: 94 Seiten
  • Dateigröße: 1,1 MB
  • Note: 1,1
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Bielefeld - University of Applied Sciences Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8428-0656-6
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Atan, Yasemin August 2010: Gemeinwesenarbeit - Maßnahmen zur Integration von MigrantInnen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Bürgerengagement, Stadtteil, Zuwanderung, Stadtentwicklung, Integrationspolitik

Diplomarbeit von Yasemin Atan

Einleitung:

Soziale Arbeit ist ein Handwerk, das Problemlösungen in menschlichen Beziehungen sowie Beseitigung sozialer Benachteiligungen fördert. Sie steht im Schnittpunkt zwischen Individuum und Gesellschaft. Dabei sind die Prinzipien der Menschenrechte und sozialer Gerechtigkeit für die Soziale Arbeit von elementarer Bedeutung.

Die faktische Einwanderung der MigrantInnen und ihrer Familien verursacht als Folge soziale Probleme in Form von Segregation, sozialen Diskrepanzen, infrastrukturellen Versorgungsbarrieren und sozialen Konflikten zwischen der einheimischen und der zugewanderten Bevölkerung, die sich auf der regionalen Ebene niederschlagen. Die Soziale Arbeit nimmt die Herausforderung an, diesen Problemen entgegenzutreten und die MigrantInnen bei der Integration zu unterstützen.

Integration ist ein wechselseitiger Prozess, bei der zum Einen die Eigenbemühungen der Zuwanderer und zum Anderen auch die Aufnahmewilligkeit der Einheimischen gefördert werden muss. Da Integration vor Ort stattfindet, da wo sich der Lebensalltag des Menschen abspielt, liegt es nahe, dass der Fokus der Integrationsarbeit auf den besagten Sozialraum gerichtet wird.

Die Gemeinwesenarbeit (im Folgenden GWA genannt), als Arbeitsprinzip der Sozialen Arbeit, konzentriert sich auf die Bedürfnisse der Bevölkerung im Sozialraum und versucht Problemlösungen im Wohngebiet zu fördern sowie die BewohnerInnen zu Eigeninitiative zu ermutigen.

Mit der vorliegenden Forschungsarbeit soll am Beispiel der MigrantInnen in Nord-Düren des Kreises Düren in Nordrhein-Westfalen ermittelt werden, inwieweit sich die besagten Betroffenen für einen erfolgreichen Integrationsprozess engagieren. Zu diesem Anlass kommt den Rahmenbedingungen, die den Integrationsprozess maßgeblich beeinflussen, eine besondere Bedeutung zuteil. Anschließend wird erprobt, die hier gewonnenen Erkenntnisse auf die zukünftige Rolle der GWA in der Integrationsarbeit mit MigrantInnen zu übertragen. Um Lösungsmöglichkeiten zu finden, wurde für diese wissenschaftliche Arbeit ausgewählte Literatur verarbeitet und eine schriftliche Befragung mit anschließender Analyse im Stadtteil Nord-Düren durchgeführt.

Das Kapitel 2 stellt die theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema GWA dar. Hier wird die Entwicklung der GWA hin zum Arbeitsprinzip skizziert. Dazu werden die grundlegenden Formen und Dimensionen vorgestellt. Um die GWA als Arbeitsprinzip zu definieren, bedarf es der Betrachtung ihrer Qualitätsmerkmale und Handlungsebenen. Nachfolgend wird versucht die gegenwärtige GWA zu charakterisieren.

Das Kapitel 3 beschäftigt sich mit dem Thema Integration von MigrantInnen. Diesbezüglich wird zunächst ein allgemeiner Überblick über das Thema Migration und ihre Bedeutung für die Stadt bzw. den Stadtteil geboten. Hinterher wird ein kurzer Einblick in die Entwicklung der Zuwanderung in die Bundesrepublik gewährt. Darauffolgend werden die theoretischen Grundlagen der Integration erörtert. Anlässlich dazu werden klassische Ansätze aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet sowie das Vier-Stufen-Modell der Integration vorgestellt. Darüber hinaus wird zwischen Systemintegration und Sozialintegration unterschieden. Anknüpfend an die theoretische Auslegung, wird ein Auszug aus der gegenwärtige Integrationspolitik in Nordrhein-Westfalen geliefert. Das Bund-Länder-Programm ‘Soziale Stadt NRW’ ist ein Vorführmodell für das Engagement in der Integrationspolitik. Der Stadtteil Nord-Düren als ein Teilnehmer dieses Programms, dient dieser Forschungsarbeit als Fallbeispiel. Der Kreis Düren wird anhand seiner demographischen Entwicklung und seines kommunalen Integrationskonzeptes vorgestellt. Dies betreffend wird über die Kooperation des Programms ‘Soziale Stadt NRW’ mit dem örtlichen Büro für Gemeinwesenarbeit und Stadtentwicklung berichtet. Eine Überschau an ausgewählten Projekten in Nord-Düren rundet dieses Kapitel ab.

In Kapitel 4 wird abstrakt die Bedeutung der GWA für die Integration von MigrantInnen herausgearbeitet.

Der Versuch für das eingangs geschilderte soziale Problem Lösungsmöglichkeiten zu finden, spiegelt sich in der empirischen Datenerhebung und Analyse in Form der schriftlichen Befragung wieder. Das Kapitel 5 stellt die theoretische Ausarbeitung der Grundlagen einer empirischen Datenerhebung in Form der Fragebogen-Methode dar. In Kapitel 6 werden schließlich der wissenschaftlich erstellte Fragebogen ‘MigrantInnen und Bürgerengagement in Nord-Düren’ mit seiner Methodik und Thematik vorgestellt und die Ergebnisse ausgewertet.

Es wird versucht, stützend auf den theoretischen Grundlagen, die Ergebnisse der Befragung zu verallgemeinern.

Das Kapitel 7 bildet den Abschluss in Form eines zusammenfassenden Fazits.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 3
2. Gemeinwesenarbeit 5
2.1 Ursprung und Entwicklung 6
2.2 Formen der Gemeinwesenarbeit 7
2.2.1 Wohlfahrtstaatliche Gemeinwesenarbeit 8
2.2.2 Integrative Gemeinwesenarbeit 8
2.2.3 Aggressive Gemeinwesenarbeit 9
2.2.4 Katalytisch-aktivierende Gemeinwesenarbeit 9
2.3 Dimensionen der Gemeinwesenarbeit 10
2.3.1 Territoriale Gemeinwesenarbeit 10
2.3.2 Funktionale Gemeinwesenarbeit 11
2.3.3 Kategoriale Gemeinwesenarbeit 11
2.4 Gemeinwesenarbeit als Arbeitsprinzip 12
2.5 Gemeinwesenarbeit in der gegenwärtigen Zeit 20
3. Integration von MigrantInnen 23
3.1 Entwicklung der Zuwanderung in die BRD 26
3.2 Integration – Theoretische Grundlagen 28
3.2.1 Begriffsbestimmung 28
3.2.2 Klassische Integrationsansätze 29
3.2.3 Die vier Stufen der Integration 33
3.2.4 Systemintegration und Sozialintegration 34
3.3 Integrationspolitik in NRW 35
3.3.1 Grundsätze und Leitbild 35
3.3.2 Merkmale gelungener Integrationsarbeit 37
3.4 ‘Soziale Stadt NRW’ – Fallbeispiel: Der Stadtteil Nord-Düren 39
3.4.1 Kreis Düren – Demografische Entwicklung 41
3.4.2 Integrationskonzept des Kreises Düren: Ausgewählte Inhalte 43
3.4.3 Das Büro für Gemeinwesenarbeit und Soziale Stadtentwicklung 47
3.4.4 Durchgeführte und laufende Projekten – Vorstellung einer Auswahl 49
4. Die Bedeutung der Gemeinwesenarbeit für die Integration von MigrantInnen 51
5. Der Fragebogen als empirische Datenerhebung 53
5.1 Formen von Fragebogen 54
5.2 Formulierung der Fragen 55
5.3 Pro und Kontra der Fragebogenmethode 56
5.4 Die Durchführung einer schriftlichen Befragung 57
5.4.1 Bestimmung der Form 57
5.4.2 Skalenniveau der Frage 57
5.4.3 Gütekriterien einer Befragung 58
5.5 Datenauswertung 59
5.5.1 Auf dem Weg zum Datensatz 59
5.5.2 Deskriptivstatistische Datenanalyse 60
6. Der Fragebogen: MigrantInnen und Bürgerengagement in Nord-Düren 61
6.1 Methodisches Vorgehen 62
6.2 Auswertung 63
7. Fazit 80
8. Anhang 83
9. Literaturverzeichnis 86

Textprobe:

Kapitel 3.4, ‘Soziale Stadt NRW’ – Fallbeispiel: Der Stadtteil Nord-Düren:

Das Bund-Länder-Programm ‘Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - Soziale Stadt’ wurde 1999 vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und der Länder ins Leben gerufen mit dem Ziel, durch geförderte Maßnahmen und Projekte die Lebensbedingungen vor Ort umfassend zu verbessern. Die Finanzierung erfolgt durch Bund, Länder und Kommunen. Die gesetzlichen Grundlagen sind u.a. verankert in Art. 104b GG und §171e BauGB.

Durch die kleinräumige Segregation bilden sich in vielen Städten benachteiligte Stadtteile heraus. Diese kennzeichnen sich meist durch komplexe Problemlagen in den Bereichen Städtebau und Umwelt, infrastrukturelle Ausstattung, Lokale Ökonomie, Soziales, Integration und nachbarschaftliches Zusammenleben sowie Imagebildung. Das Programm ‘Soziale Stadt’ reagiert darauf mit einem integrierten Ansatz der umfassenden Quartiersentwicklung.

Ein wichtiges Handlungsfeld dieses Programms sehen Bund und Länder in der Integration von Migrantinnen und Migranten im Stadtteil. Die Bundesregierung sieht die Zuwanderung als Bereicherung, insbesondere deshalb, weil die Migration dem Abstieg Bevölkerungszahl in der BRD (aufgrund niedriger Geburtenraten und der gleichzeitigen Alterung) entgegentritt. Gleichzeitig wird die Integration der MigrantInnen in den Bereichen Arbeitsmarkt, Bildung und Sprache bis zu einem gewissen Grad als gescheitert gesehen. Der Bund sagt, dass das Zusammenleben konkret in den Stadtteilen stattfindet, sodass Interventionsmaßnahmen, Integrations- und Partizipationsangebote auch dort angesetzt müssen. ‘Dabei ist zu beachten, dass Integration vor Ort eine Querschnittsaufgabe ist, die auf städtischer Ebene eine ganzheitlich angelegte und ämterübergreifende Konzeption verlangt. Moderation und Koordination der auf Quartiersebene zu schaffenden Netzwerke sollten beim Quartiermanagement liegen. Zu dessen Aufgaben gehört auch, die Partizipation und Beteiligung von Zuwanderern zu verbessern und Migrantenorganisationen einzubeziehen.’ In diesem Rahmen wurde der Stadtteil Nord-Düren im Jahr 2007 offiziell in das Programm ‘Soziale Stadt NRW’ aufgenommen. Die Stadt Düren ist mit etwa 93.000 Einwohnern eine große Mittelstadt am Nordrand der Eifel zwischen Aachen und Köln in Nordrhein-Westfalen. Sie ist Verwaltungssitz des gleichnamigen Kreises und Mitglied der Euregio Maas-Rhein.

Die Stadt Düren zeigte mit der Beantragung der Aufnahme ihr großes Interesse an der Verbesserung ihres Stadtteils in den Bereichen wie Wohnsituation, soziales Miteinander, Neugestaltung der Spielplätze, das Wohnumfeld oder der Verkehrssituation. Seit der Aufnahme in das Bund-Länder-Programm ‘Soziale Stadt’ werden diese Handlungsfelder vom Bund finanziert. Das auf fünf Jahre angelegte ‘Integrierte Handlungskonzept‘ umfasst Projekte und Maßnahmen im Gesamtumfang von 4,2 Mio. €, wofür das Land Fördermittel von 80 % der Kosten in Aussicht stellt. Von den verbleibenden Kostenanteilen übernimmt die Stadt 642.000 € und andere Träger 177.000 €.’

Arbeit zitieren:
Atan, Yasemin August 2010: Gemeinwesenarbeit - Maßnahmen zur Integration von MigrantInnen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Bürgerengagement, Stadtteil, Zuwanderung, Stadtentwicklung, Integrationspolitik

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