Faktoren der Wohnstandortwahl hochqualifizierter Arbeitskräfte
Eine Untersuchung am Beispiel von Absolventen der TU Dortmund
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Witaliy Aizendorf
- Abgabedatum: August 2009
- Umfang: 215 Seiten
- Dateigröße: 3,3 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Technische Universität Dortmund Deutschland
- Bibliografie: ca. 120
- ISBN (eBook): 978-3-8366-4814-1
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Aizendorf, Witaliy August 2009: Faktoren der Wohnstandortwahl hochqualifizierter Arbeitskräfte, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Humankapital, Standortfaktoren, Mobilität, Wanderung, Absolventenbefragung
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Diplomarbeit von Witaliy Aizendorf
Einleitung:
„Junge, mobile Eliten können sich ihren Wohnort nach Gutdünken aussuchen und ihn wechseln – was bedeutet, dass die Städte in einem harten Konkurrenzkampf und die Besten stehen. Es ist eine Entwicklung, von der nur die attraktivsten Städte profitieren können“.
Während die Zahl der Arbeitsplätze im produzierenden Sektor in der Bundesrepublik kontinuierlich sinkt, steigt der Anteil der Stellen für hochqualifizierte Arbeitskräfte deutlich an. Im Zeitalter der Wissensgesellschaft und der Tertiärisierung wird die Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften in Deutschland auch in Zukunft weiter wachsen. Um diesem wirtschaftlichen Trend gerecht zu werden und den Bedarf an entsprechenden Arbeitskräften zu decken, benötigt die deutsche Wirtschaft steigende Zahlen an Hochschulabsolventen.
Doch an diesem Punkt besteht ein Problem: Bundesweit fehlt es an gut ausgebildeten Fachkräften, insbesondere mit Hochschulabschluss. Somit kann der steigende Bedarf an hochqualifizierten Kräften nicht gedeckt werden. Dieser Engpass verschärft sich durch den demografischen Wandel: Durch zunehmende Alterung und Schrumpfung der Bevölkerung nimmt der Anteil der Personen im erwerbsfähigen Alter in Deutschland stetig ab. (vgl. Website Bundesministerium des Innern). Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) prognostiziert für Deutschland einen Rückgang der arbeitsfähigen Bevölkerung bis 2020 um 6,2 %gegenüber 2005.
Vor diesem Hintergrund entwickeln sich junge, hochqualifizierte Arbeitskräfte zu einer verstärkt nachgefragten Zielgruppe für Unternehmen. Für viele wissensbasierte Betriebe ist die Verfügbarkeit gut ausgebildeter Fachkräften zu einem der wichtigsten Standortfaktoren geworden und steht häufig sogar noch vor den „klassischen“ harten Faktoren wie Bodenpreise und Verkehrsanbindung.
Somit hat die Wohnstandortwahl von Hochschulabsolventen maßgeblichen Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit von Städten und Regionen. Da Akademiker allgemein ein geringeres Arbeitslosenrisiko haben als andere Arbeitskräfte, sind sie auch aus fiskalischen Gründen für Kommunen besonders interessant. Eine starke Abwanderung junger Akademiker, wie z.B in vielen ostdeutschen Regionen, bedeutet für die Kommunen ein Rückgang von Steuereinnahmen und damit eine Einschränkung von Handlungsspielräumen bei der Stadt- und Regionalplanung. Als Folge bemühen sich die Städte und Regionen darum, möglichst viele junge Akademiker anzuwerben und zu halten.
Das Ruhrgebiet steht dabei vor einer besonderen Herausforderung. Hier vollzieht durch den Strukturwandel eine rasanten Übergang von einer alten Industrie- zu einer modernen Dienstleistung- und Wissensregion. So hat sich z.B. der Dortmunder Raum mittlerweile zur einem der führenden IT-Standorte Deutschlands entwickelt. Gerade Branchen wie die Informationstechnologie sind ist in hohem Maße auf akademische Arbeitskräfte angewiesen.
Gleichzeitig ist das Ruhrgebiet stärker vom demographischen Wandel betroffen als andere (westdeutsche) Ballungsräume, die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter ist unterdurchschnittlich. Im zunehmenden Wettbewerb der Regionen um akademische Arbeitskräfte bilden die Ruhr-Hochschulen das zentrale Reservoir für den hochqualifizierten Fachkräftenachwuchs der Region. Zum Wintersemester 2007/2008 studierten insgesamt 155.258 Studenten an den 14 Hochschulen des Ruhrgebiets, davon allein in Dortmund fast 30.000. Damit hat die Metropole Ruhr mehr Studenten als Berlin. Die Wettbewerbsfähigkeit dieses Raumes hängt entscheidend davon ab, ob es gelingt, die Absolventen ihrer Hochschulen an die Region zu binden.
In allen Universitätsstädten des Ruhrgebiets besteht ein positives Wanderungssaldo bei den 20 bis 25-Jährigen, aber ein negatives Wanderungssaldo bei den 25 bis 30 Jährigen. Diese Statistik deutet darauf hin, dass bei den Absolventen der Ruhr-Hochschulen ein Trend zur Abwanderung besteht. Auch Prossek spricht von einem anhaltenden „Abwandern kreativer, hochausgebildeter, künstlerischer Menschen aus einer Region[…]“.
Dies wiederum verschärft den oben erwähnten Fachkräftemangel sowie die demografische Schieflage im Rhein-Ruhr Raum, wie einige Statistiken belegen. Eine weitere Folge des Abwanderungstrends ist die vergleichsweise geringe Unternehmensgründungsaktivität und die relativ schwache Erfindertätigkeit. All dies trägt dazu bei, dass dem Ruhrgebiet trotz enormer Bemühungen, Innovationen, Unternehmen und gut ausgebildete Fachkräfte anzuziehen, im nationalen Wettbewerb der Regionen auch heute als „Schwundregion“ gilt, während die wachstumsstarken Ballungsräume Süddeutschlands ihren Wettbewerbsvorsprung weiter ausbauen können. Auch in den nächsten Jahren wird in den Kernstädten des Ruhrgebiets mit einem weiteren Bevölkerungsrückgang gerechnet- Als Handlungsbedarf lässt sich ableiten: das Ruhrgebiet muss als Wohnstandort der kreativen und hochqualifizierten Leistungsträger der Gesellschaft attraktiver werden. Es braucht mehr Menschen, die erfinden, entwickeln, kreieren, schaffen und gründen können, Menschen mit kreativen Ideen und potentielle Unternehmensgründer. Um das zu erreichen, muss man sich zunächst fragen, was solche Menschen in einer Region eigentlich vorfinden möchten, um sich dort niederzulassen. Was muss das Ruhrgebiet und hier vor allem der Raum Dortmund tun, um für sie als Wohnstandort interessanter zu werden?
Fragestellung und Ziel der Arbeit:
Das zentrale Ziel dieser Arbeit besteht darin, Faktoren der Wohnstandortwahl von hochqualifizierten Arbeitskräften zu ermitteln. Dies geschieht am Beispiel ausgewählter Absolventen der TU Dortmund. Wohnstandort im Sinne dieser Arbeit meint dabei nicht das Quartier oder die Stadt bzw. Gemeinde, sondern die gesamte Region, innerhalb derer enge Berufspendlerverflechtungen bestehen wie z.B. das Ruhrgebiet oder das Rhein-Main-Gebiet. Dementsprechend untersucht diese Diplomarbeit nicht die intraregionale oder lokale sondern die interregionale Standortwahl: nicht die Stadt-Umland-Wanderung, sondern die Wanderung über die Grenzen der Region hinaus stehen im Mittelpunkt.
Auf der Grundlage dieser Untersuchung sollen im zweiten Schritt, so weit wie möglich, Ansätze für allgemeine Handlungsempfehlungen in der Beispielregion abgeleitet werden, um mehr Absolventen zu halten bzw. anzuziehen.
Dabei sollen folgende zentrale Forschungsfragen beantwortet werden:
- Welche Faktoren spielen bei der Wohnstandortwahl von Hochschulabsolventen beim Übergang zwischen Studium und Beruf eine wichtige Rolle?
- Welches Gewicht haben die einzelnen Standortfaktoren? Haben harte Faktoren mehr Gewicht als weiche?
Aus diesen zentralen Forschungsfragen lässt sich eine Reihe von ergänzenden Unterfragestellungen ableiten:
- Welche Ansprüche stellt die Untersuchungsgruppe konkret an die Kultur- und Freizeitausstattung einer Region?
- Besteht bei der Untersuchungsgruppe eine Tendenz zur Abwanderung aus der Region?
Da anzunehmen ist, dass die regionale Herkunft einer Person ihre Standortpräferenzen beeinflusst und somit Einheimische ein anderes Standortwahlverhalten haben als Zugereiste, soll ebenso die folgenden Frage betrachtet werden:
- Inwiefern unterscheidet sich die Wohnstandortwahl der aus dem Ruhrgebiet stammenden Absolventen von jenen, die aus anderen Regionen zum Studium nach Dortmund zugezogen sind?
- Und welchen Einfluss hat die Herkunftsregion der Absolventen auf ihre Standortpräferenzen?
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | i | |
| Abbildungsverzeichnis | iii | |
| Tabellenverzeichnis | v | |
| Abkürzungsverzeichnis | vi | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Anlass und Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Fragestellung und Ziel der Arbeit | 3 |
| 1.3 | Aufbau und methodische Vorgehensweise | 4 |
| TEIL A | THEORIE | 7 |
| 2. | Theoretische Grundlagen der Standortwahl | 7 |
| 2.1 | Standorttheorien | 7 |
| 2.1.1 | Theorien der Standortwahl: Traditionelle Ansätze | 8 |
| 2.1.2 | Standortwahl in der Wissensgesellschaft | 10 |
| 2.1.3 | Theorien der Standortwahl von (hochqualifizierten) Arbeitskräften | 11 |
| 2.1.4 | Zwischenfazit | 18 |
| 2.2 | Theorien der räumlichen Mobilität | 19 |
| 2.2.1 | Theorien der räumlichen Mobilität von Arbeitskräften | 21 |
| 2.2.2 | Räumliche Mobilität von Hochschulabsolventen | 24 |
| 2.2.3 | Zwischenfazit | 29 |
| 2.3 | Lebensstilforschung | 31 |
| 2.3.1 | Traditionelle Ansätze der Lebensstilforschung | 32 |
| 2.3.2 | Jüngere Ansätze der Lebensstilforschung | 33 |
| 2.3.3 | Zwischenfazit | 39 |
| 2.4 | Gesamtfazit theoretische Grundlagen | 40 |
| 2.5 | Herleitung von Hypothesen | 41 |
| TEIL B | EMPIRIE | 44 |
| 3. | Der Raum Dortmund und die Absolventen der TU Dortmund | 44 |
| 3.1 | Auswahl und Eingrenzung des Untersuchungsraumes | 44 |
| 3.2 | Vorstellung des Untersuchungsraumes | 45 |
| 3.3 | Die TU Dortmund | 47 |
| 3.4 | Zusammenfassung der Bestandsaufnahme | 55 |
| 4. | Untersuchung der Standortfaktoren von Absolventen der TU Dortmund | 57 |
| 4.1 | Schriftliche Absolventenbefragung | 58 |
| 4.1.1 | Methodisches Vorgehen | 58 |
| 4.1.2 | Ergebnisse der schriftlichen Absolventenbefragung | 66 |
| 4.1.3 | Fazit aus den Ergebnissen der schriftlichen Absolventenbefragung | 93 |
| 4.2 | Qualitative Befragung von Absolventen | 96 |
| 4.2.1 | Methodisches Vorgehen | 96 |
| 4.2.2 | Ergebnisse der qualitativen Befragung von Absolventen | 104 |
| 4.2.3 | Fazit aus den Ergebnissen der qualitativen Befragung von Absolventen | 116 |
| 4.3 | Experteninterviews | 117 |
| 4.3.1 | Methodisches Vorgehen | 117 |
| 4.3.2 | Ergebnisse der Experteninterviews | 120 |
| 4.3.3 | Fazit aus den Ergebnissen der Experteninterviews | 128 |
| 4.4 | Gesamtfazit der Untersuchung von Standortfaktoren | 130 |
| 4.4.1 | Die Standortfaktoren von Absolventen der TU Dortmund | 130 |
| 4.4.2 | Die Standortfaktoren von (angehenden) Absolventen von außerhalb | 133 |
| 4.5 | Handlungsfelder zur Anziehung und Bindung von Absolventen im Raum Dortmund | 134 |
| TEIL C | HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN | 136 |
| 5. | Handlungsempfehlungen für den Raum Dortmund zur Anziehung und Bindung von Absolventen | 136 |
| 5.1 | Empfehlungen für kommunale Akteure im Raum Dortmund | 136 |
| 5.2 | Empfehlungen für ansässige Unternehmen und die TU Dortmund | 139 |
| 6. | Fazit und Ausblick | 142 |
| Quellenverzeichnis | 145 | |
| Anhang | I |
Textprobe:
Kapitel 4.2, Qualitative Befragung von Absolventen Die qualitative Befragung von Absolventen deckt zusammen mit den Experteninterviews den qualitativen Teil der Empirie ab. Diese mündlichen Interviews mit Absolventen werden bewusst von den anderen Interviews unterschieden und gelten im Sinne dieser Arbeit nicht als Experteninterviews: Die hierbei befragten Personen werden als Betroffene der zu untersuchenden Situation und nicht als Experten betrachtet. Aus diesem Grund werden diese Interviews im nachfolgenden Kapitel als qualitative Befragung bezeichnet. Sie hat den Vorteil, stärker auf individuelle Erfahrungen der Probanden eingehen zu können. Mit dieser Befragungsform wird zudem erhofft, stärker in die Tiefe gehen und zu können und eine subjektivere Sicht auf die Standortwahl einzufangen als mit der Online-Befragung. Es folgt nun eine Darstellung des methodischen Vorgehens bei der Planung und Durchführung dieser Befragung.
Methodisches Vorgehen:
Festlegung von Befragungszielen:
Die leitfadengestützte, qualitative Befragung von Absolventen stellt eine Ergänzung zur Online-Umfrage dar. Bei der Auswertung der Internetbefragung wird deutlich, dass durch diese quantitativen Untersuchungsmethode nicht alle beabsichtigten Informationen erhoben werden können. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Fragen überwiegend geschlossen formuliert werden und dadurch nur wenig Spielraum für offene Antwortmöglichkeiten jenseits des Fragespektrums bleibt.
Des Weiteren lassen sich mit der Online-Befragung nicht alle aus der Theorie entwickelten Hypothesen beantworten.
Diese Defizite sollen durch die mündlichen Interviews mit etwa fünf bis zehn Absolventen behoben werden. Ziel dieser Befragung ist die Überprüfung der vier aufgestellten Hypothesen sowie die Klärung einiger relevanter Sachverhalte, die nicht über den Online-Fragebogen möglich waren.
Wahl der Befragungsmethode:
Die qualitative Befragung von Absolventen wird mittels eines leitfadengestützten, mündlichen Interviews durchgeführt. Diese Befragungsform ist in der heutigen Sozialforschung weit verbreitet, da sie einen Kompromiss aus einem strukturierten und einem offenen Interview darstellt: Der Leitfaden sorgt durch die grobe Strukturierung dafür, dass das Interview nicht zu sehr vom eigentlichen Thema abschweifen kann. Gleichzeitig ist es offen genug, um sich der Gesprächssituation beim Interview anzupassen und auch Neues oder Unerwartetes einzufangen. Zusätzlich bietet diese Interviewform den Vorteil eines „natürlichen“ Gesprächsverlaufs.
Aus Zeit- und Kostengründen werden die Interviews ausschließlich telefonisch durchgeführt. Die Durchführung von Face-to-Face-Interviews hätte einen zu großen Organisations- und Reiseaufwand bedeutet wenn man bedenkt, dass die Befragten in ganz unterschiedlichen Städten wohnen. Alternativ zum Telefoninterview wird den Befragten auch eine Befragung über das weit verbreitete PC-Kommunikationsprogramm „Skype“ angeboten. Alle Teilnehmer bevorzugen im Nachhinein die telefonische Kommunikation.
Im Vorfeld der Interviews wird ein Interviewleitfaden entwickelt, der das Interviewgespräch strukturieren soll.
Wahl der Zielgruppe:
Bei qualitativen Methoden der Sozialforschung arbeitet man mit wesentlich kleineren Stichproben als bei quantitativen (vgl. Diekmann 2005: 445). Es kommt dabei nicht auf die statistische Repräsentativität der Stichprobe an, sondern auf die Verallgemeinerbarkeit eines spezifischen Falls. Die Fälle sollten demnach so ausgesucht werden, dass die sie auch für andere Fälle oder Situationen gelten können.
In diesem Fall kann die Stichprobe nicht bewusst ausgewählt werden. Die Zielgruppe für die mündlichen Interviews ergab sich aus der zuvor durchgeführten Online-Umfrage. Es wurden die 14 Personen der Zielgruppe festgelegt, die sich nach Abschluss der Online-Umfrage für die Befragungsergebnisse interessierten und sich per E-Mail zurückmeldeten. Es sei darauf hingewiesen dass diese Auswahl keineswegs eine repräsentative Stichprobe bildet und es im Vorfeld nicht bekannt war, ob alle sechs untersuchten Studienrichtungen damit abgedeckt sind. Diese Auswahl ist jedoch die einzige Möglichkeit, Probanden der gesuchten Zielgruppe für das qualitative Interview zu gewinnen, da wie bereits erwähnt, weder Namen noch Kontaktdaten der Zielgruppe bekannt oder verfügbar sind.
Entwicklung des Interviewleitfadens:
Um einen Interviewleitfaden zu entwickeln, empfiehlt es sich, zunächst ein grobes Konzept zu erstellen – das sogenannte „sensibilisierende Konzept“. Dieses soll sicherstellen, dass der Leitfaden alle wichtigen Themen und Aspekte einschließt und den Bezug zur Problemstellung der Arbeit nicht verliert.
Hierzu werden fünf Themenkomplexe entwickelt, die ausgehend von den Zielen im Interview unbedingt behandelt werden sollen. Die Wahl und die Reihenfolge der Themenkomplexe orientieren sich grob an der thematischen Anordnung des Online-Fragebogens. Auf diese Weise wird die Übersichtlichkeit erleichtert und die Fragenabfolge für die Befragten, die den Onlinefragebogen bereits kennen, nachvollziehbar.
Jeder der fünf Themenkomplexen beinhaltet zwei unterschiedliche Typen von Fragen: Schlüsselfragen sowie Eventualfragen. Schlüsselfragen sind Fragen, die aufgrund der Relevanz in jedem Interview gestellt werden sollen. Eventualfragen sind Zusatzfragen, die nur dann gestellt werden, wenn sie aufgrund eines bestimmten Gesprächsverlaufs relevant werden.Dadurch wird der oben beschriebene, an die Situation „angepasste“ Gesprächsverlauf erreicht und das Interview nicht unnötig in die Länge gezogen.
Im Folgenden werden die Themenkomplexe kurz dargestellt. Der Übersicht halber wird dabei nur auf die Schlüsselfragen eingegangen. Der vollständige Leitfaden mit allen Schlüssel- und Eventualfragen befindet sich im Anhang 4.
1.Phase des Übergangs zwischen Studium und Beruf Der1.Themenkomplex hat den Zweck, näher auf die persönliche Situation der Probanden bezogen auf die Übergangsphase zwischen Studium und Berufseinstieg einzugehen. Ausgehend von der Hypothese, dass sich die Zielgruppe ihren Job und Ihre Region relativ frei aussuchen kann, soll die tatsächliche Lage im Einzelfall beleuchtet werden – was bei der Online-Umfrage nicht möglich war. Außerdem soll hier auch die Hypothese geprüft werden: Absolventen wählen sich Ihre regionalen Wohnstandort nicht nach Jobangeboten, sondern nach persönlichen Präferenzen für bestimmte Regionen aus. Sie ziehen dorthin, wo sie wohnen wollen und nicht dorthin, wo sie als erstes einen Job finden.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836648141
Arbeit zitieren:
Aizendorf, Witaliy August 2009: Faktoren der Wohnstandortwahl hochqualifizierter Arbeitskräfte, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Humankapital, Standortfaktoren, Mobilität, Wanderung, Absolventenbefragung




