Auswirkungen der gesellschaftlichen Veränderungen auf den Einzelhandelssektor - Klimawandel
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Leila F. Young
- Abgabedatum: November 2009
- Umfang: 85 Seiten
- Dateigröße: 1,3 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
- Bibliografie: ca. 85
- ISBN (eBook): 978-3-8366-4701-4
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Young, Leila F. November 2009: Auswirkungen der gesellschaftlichen Veränderungen auf den Einzelhandelssektor - Klimawandel, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Klimasiegel, Klimabewusstsein, Clusteranalyse, Konsumentenumfrage, Gütesiegel
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Diplomarbeit von Leila F. Young
Einleitung:
Bio-Produkte boomen. Bereits im Jahr 2006 haben 90% der deutschen Haushalte mindestens einmal ein solches Produkt gekauft, und das obwohl sie teuerer als konventionelle Waren sind. Vor allem haben die Discounter von dieser Entwicklung profitiert. Nachhaltige Produkte, zu denen unter anderem auch Bio-Produkte zählen, sind keine Nischenprodukte mehr, sondern werden auf breiter Basis im Einzelhandel angeboten. Die Produktkennzeichnung mit einem Gütesiegel ist eine elementare Komponente um Verbraucher über die Nachhaltigkeit eines Produktes zu informieren. Leider hat es in den vergangenen Jahren eine starke Verbreitung der unterschiedlichsten Kennzeichnungen gegeben, welches zur Folge hat, dass eine Informationsüberflutung und Verwirrung bei den Verbrauchern eintritt. Daher ist es notwendig, dass Politik, Wirtschaft und andere Institutionen auf zumindest europaweiter, wenn nicht sogar internationaler Basis eine einheitliche und produkt-übergreifende Kennzeichnung voranbringen. Auf Unternehmensseite, zu dem auch der deutsche Einzelhandel zählt, hat es eine starke und vielseitige Verbreitung des Nachhaltigkeitsgedanken, auch im Sinne des Klimaschutzes, in den Unternehmenswerten gegeben. Der Klimawandel animiert Verbraucher zunehmend dazu Investitionen in bspw. energieeffiziente Technik zu tätigen. Es hat auch schon eine Veränderung, hin zu umweltschonendem und energiesparendem Verhalten, in der Bevölkerung gegeben.
Der deutsche Durchschnittsverbraucher verursacht 11 Tonnen CO2-Äquivalente (CO2e) im Jahr. Daher spielt bei der Reduktion der klimaschädigenden Kohlendioxidemissionen der Konsum und die Energienutzung der privaten Haushalte eine entscheidende Rolle. Eine Kennzeichnung mit Siegeln ist eine wichtige Voraussetzung für einen strategischen Konsum und eine innovationstreibende Nachfrage. International sind die unterschiedlichsten Klimasiegel eingeführt worden, auch in Deutschland existieren bereits zwei, die ganz verschiedene Konzepte verfolgen und andere Informationen bereitstellen. Es gibt mannigfache Merkmale die zur Differenzierung der Konsumenten herangezogen werden können. Die vorliegende Untersuchung wird anhand der emotionalen Betroffenheit durch den Klimawandel, dem Wissensstand über den Klimawandel und anhand der umweltschonenden Kaufgewohnheiten der Konsumenten eine Aufteilung vornehmen, um eventuelle Unterschiede in der möglichen Gestaltung eines Klimasiegels hinsichtlich des Informationsumfangs zu identifizieren. Somit sollen Handlungsempfehlungen bei der Klimasiegelgestaltung abgeleitet werden können, die den Konsumentenbedürfnissen entgegenkommen. In einer abschließenden Branchenanalyse wird evaluiert werden, bei welchen Produktkategorien eine Kennzeichnung mit einem Klimasiegel sich am erfolg-versprechendsten erweisen dürfte.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Der globale anthropogene Klimawandel und seine ökologischen, sozialen und ökonomischen Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft | 2 |
| 3. | Die Kundenanalyse | 8 |
| 3.1 | Die Laienwahrnehmung des Klimawandels | 9 |
| 3.2 | Gesellschaftliche Entwicklungen und Charakteristika umwelt- und klimabewusster Kunden | 11 |
| 3.3 | Die Rolle der Wahrnehmung im Kaufentscheidungsprozess | 18 |
| 4. | Etablierte Gütesiegel und ihre Erfolgsfaktoren | 22 |
| 5. | Ergebnisse der Kundenumfrage und statistischen Analysen | 31 |
| 6. | Die unternehmensbezogene Analyse | 52 |
| 6.1 | Motivgründe von und Hindernisse für Unternehmen eine klimabewusste Position zu beziehen | 53 |
| 6.2 | Die Branchenanalyse | 60 |
| 7. | Fazit | 63 |
| 8. | Anhang | 64 |
| 8.1 | Vollständiger Fragebogen mit Häufigkeitsverteilungen | 64 |
| 8.2 | Verwendete Formeln | 74 |
Textprobe:
Kapitel 6.1, Motivgründe von und Hindernisse für Unternehmen eine klimabewusste Position zu beziehen:
Der Klimawandel betrifft bestimmte Branchen der Wirtschaft in direkter und andere eher in indirekter Weise. Die Forst-, Land- und Wasserwirtschaft sind die Sektoren, die als direkt durch die Folgen der Klimawandels Betroffenen angesehen werden können, da sie Veränderungen des Wetters unmittelbar erleben. Stürme, Dürren aber auch Überschwemmungen verursachen in diesen Sektoren direkte Kosten auf Grund von Ernteausfällen, Bodenerosionen, Waldbränden, Schädlingsbefall usw. Darüber hinaus leiden auch die Energie- und Finanzwirtschaft sowie der Tourismus, und es werden neue Herausforderungen an den Gesundheits-, Natur- sowie Küstenschutz gestellt. Die Verwüstung der Infrastruktur durch Extremwetterereignisse und die Beeinträchtigung der Binnenschifffahrt durch schwankende Wasserpegel haben Einfluss auf die Transportwirtschaft und somit auch indirekt auf den Handel. Durch die stärkere Intensität der Klimaschwankungen unterstehen bestimmte Vermögensgegenstände (z.B. Gebäude) einer stärkeren Abnutzung, und somit müssen ihnen höhere Abschreibungsraten zu Grunde gelegt werden. Die Versicherungsbeträge von gefährdeten Gegenständen werden steigen, da die Schadenswahrscheinlichkeit zunimmt. Die Versorgungssicherheit bzw. Verfügbarkeit von Wasser und Energie hat Auswirkungen auf deren Preisbildung und eine sensibel abgestimmte Logistik, wie die Just-in-Time Logistik, werden zunehmend problematischer zu realisieren sein. Hitzeperioden setzen nicht nur Tiere unter Stress, sondern vermindern auch die Produktivität von Personal und Maschinen. All diese zuletzt genannten Folgen betreffen Unternehmen der unterschiedlichen Branchen und Länder in unterschiedlich starker Weise, sie verdeutlichen aber den weitreichenden Einfluss und können als treibende Impulse zur Minderung und Anpassung an den Klimawandel angesehen werden.
In Bezug auf den Klimawandel können einige Branchen mehr oder weniger deutlich als Verlierer oder Gewinner klassifiziert werden. Letztere kennzeichnen sich dadurch aus, dass sie neue Technologien bspw. zur Anpassung oder zur Energieeinsparung anbieten, oder aber auch in dem sie ihr Engagement im Klimaschutz werbewirksam einsetzen. Die Baubranche, als eine der Gewinnerbranchen, profitiert dabei größtenteils von den Sanierungs- und Vorsorgemaßnahmen, die von der Gesetzgebung initiiert wurden und werden. Zu den Ersteren zählen die energieintensiven Branchen der Metall-, Papier- und Chemieindustrie, da sie unter erhöhten Energiekosten leiden (werden). Die Automobilindustrie kann als einer der Branchen betrachtete werden, die einerseits, durch die starke Präsenz in der öffentlichen Diskussion, die Chance hat durch energieeffiziente Technologien zu den Gewinnern zählen zu können. Aber andererseits ist sie, durch die regulativen Eingriffe des Staates, großen Umgestaltungen ausgesetzt. Die Energiewirtschaft erfährt zwar Zuwendungen des Staates bei dem Einsatz von erneuerbaren Energien, jedoch leiden Anbieter, die konventionelle Energieträger einsetzen, unter steigenden Rohstoffpreisen und einschränkenden staatlichen Auflagen. Weitere Herausforderungen stellen dabei im Bereich der Energienutzung der verschiedenen Unternehmen nicht nur die steigenden Preise und die Energieeffizienzsteigerungsanforderungen, sondern auch der Emissionshandel, dar Der Emissionshandel kann jedoch imagefördernd wirken und genutzt werden, wenn relativ homogene und preisgleiche Produkte existieren und diese an Privatkunden vertrieben werden. Das Engagement in Entwicklungsländern (über das ‘Clean Development Mechanism -CDM-’ als Instrument des EU-Emissionshandels) kann das Unternehmensimage bei Kunden und Nichtregierungsorganisationen verbessern. Über ‘Joint Implementation’ (die Förderung klimafreundlicher Technologien in Transformationsländern) besteht die Möglichkeit der Imageförderung im Gastland und darüber hinaus die Erschließung eines neuen Absatzmarktes. Vom Emissionshandel sind derzeit in Deutschland die energieintensiven Branchen betroffen. Die Einführung des Emissionshandels hat in den verschiedenen betroffenen Branchen unterschiedliche Auswirkungen, da sie unter-schiedlich stark mit den Kosten belastet werden. So führt bspw. in der wettbewerbsintensiven Zementindustrie der Emissionshandel möglicherweise zu einer Verschiebung der Produktion ins Ausland. Energieversorger und die mineralölverarbeitende Industrie sehen sich im Vergleich zu den anderen Branchen weniger Mehrkosten ausgesetzt. Durch die Präsenz der Energieversorger in der breiten öffentlichen Aufmerksamkeit und durch die dichte Marktpräsenz der mineralölverarbeitenden Unternehmen, steht die Profilierung für die Endverbraucher über ein gutes Image zunehmend im Fokus der Unternehmensstrategie dieser Firmen. Diese Unternehmen engagieren sich hauptsächlich um negative Medienmeldungen zu vermeiden und ein gutes Image zu etablieren und zu bewahren. Darüber hinaus veröffentlichen die meisten der im Emissionshandel involvierten Unternehmen regelmäßig Nachhaltigkeitsberichte und stellen auf ihren Homepages Informationen zum Thema Klimaschutz zur Verfügung. Aber auch eine Vielzahl von Handelsunternehmen führen auf ihren Homepages einen Verweis auf Nachhaltigkeitsberichte auf (vor allem im Rahmen der Durchdringung des Gedanken der unten erläuterten Corporate Social Responsibility -CSR-) wie Broschüren des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels verdeutlichen.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836647014
Arbeit zitieren:
Young, Leila F. November 2009: Auswirkungen der gesellschaftlichen Veränderungen auf den Einzelhandelssektor - Klimawandel, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Klimasiegel, Klimabewusstsein, Clusteranalyse, Konsumentenumfrage, Gütesiegel




