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Finanzierung und Finanzielle Förderung des baden-württembergischen gewerblichen Mittelstandes in der Finanz- und Wirtschaftskrise

Finanzierung und Finanzielle Förderung des baden-württembergischen gewerblichen Mittelstandes in der Finanz- und Wirtschaftskrise
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Thomas J. M. Herzinger
  • Abgabedatum: Oktober 2009
  • Umfang: 113 Seiten
  • Dateigröße: 2,6 MB
  • Note: 1,6
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Heidelberg Deutschland
  • Bibliografie: ca. 120
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-4138-8
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Herzinger, Thomas J. M. Oktober 2009: Finanzierung und Finanzielle Förderung des baden-württembergischen gewerblichen Mittelstandes in der Finanz- und Wirtschaftskrise, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Finanzmarkt, Förderprogramm, Baden-Württemberg, Mittelstand, Wirtschaftskrise

Diplomarbeit von Thomas J. M. Herzinger

Einleitung:

Die stark exportabhängige Bundesrepublik Deutschland steht 2009 infolge der weltweiten Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise und des damit verbundenen Nachfrageeinbruchs in der voraussichtlich schwersten Rezession ihrer Geschichte.

Nach dem Zusammenbruch verschiedener Großbanken sowie namhafter Unternehmen, sorgen die daraus resultierenden Verwerfungen für große Unsicherheit, und eine tiefgreifende Vertrauenskrise zwischen den Marktteilnehmern. Zusätzlich üben Banken neben den Regelungen von Basel II Zurückhaltung. Die Neukreditvergabe wurde restriktiver, die Anforderungen an Kreditnehmer bezüglich Bonität und Sicherheiten sind gestiegen und Unternehmen kommen häufig nur noch unter erschwerten Bedingungen und zu gestiegenen Konditionen zur Kreditaufnahme.

Insbesondere die eigenkapitalschwache mittelständische Wirtschaft , steht vor großen Problemen, wenn es darum geht, die nötige Liquidität zu sichern um Investitionen zu tätigen oder die laufende Geschäftstätigkeit sicher zu stellen.

Hinzu kommen realwirtschaftliche Auswirkungen in Form von massiven Auftragsrückgängen, Umsatzeinbrüchen und Forderungsausfällen, die dazu führen, dass der Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft versiegt. Die Bonität verschlechtert sich und Banken kürzen die Kreditlinien. Das insgesamt daraus resultierende verschlechterte Zahlungsverhalten im deutschen Mittelstand mit seiner existenziellen Relevanz, droht sich durch einen weiteren Anstieg der Überschuldungsquoten bei Verbrauchern zu verschärfen und die Forderungsausfällen erhöhen sich abermals.

‘Cash ist Trumpf, Liquidität entscheidet über Sein oder Nichtsein’.

Vor diesem Hintergrund beschloss die Bundesregierung, neben dem bereits bestehenden vielfältigen Angebot des Bundes und der Länder, zur Förderung der Wirtschaft und insbesondere des Mittelstandes, eine Reihe von weiteren Maßnahmen. Mit den Konjunkturpakten I (Beschäftigungssicherung durch Wachstumsstärkung) und dem Konjunkturpaket II (Pakt für Beschäftigung und Stabilität in Deutschland) soll der Krise kurzfristig begegnet werden, um Arbeitsplätze und die Investitionsfähigkeit der Betriebe zu sichern, Mittel für Investitionen in Zukunftsbereiche zu erhöhen, Bildung zu gewährleisten, Arbeitnehmer besser zu qualifizieren und Privathaushalte und Betriebe langfristig zu entlasten. Eine Anzahl weiterer konjunktureller Hilfen auf Landes- und Regionalebene setzen positive Impulse für Wirtschaft und Arbeitsplätze und leisten damit einen wertvollen Beitrag zur Unterstützung von Unternehmen in der Krise.

Nach umfangreicher Sichtung, Recherche und Studium einschlägiger Literatur in Form von Printmedien und digitaler Medien im Internet, diversen Gesprächen mit Experten in Ministerien-, der Förder- und Landesbank- und sonstigen Geschäftsbanken, einem ausführlichen persönlichen Beratungsgespräch bei der Handwerkskammer in München, weiteren Gesprächen mit der Industrie- und Handelskammer in München und Karlsruhe sowie umfangreichen persönlichen Gesprächen beim Kredit- und Förderforum in Mannheim habe ich mich nunmehr ausreichend weit in das Thema vertieft, um die gesammelten Erkenntnisse auch darlegen zu können. Insoweit besteht die Herausforderung darin, bezüglich Bedeutsamkeit, Vollständigkeit, Erforderlichkeit und Aktualität der gesammelten Informationen angemessen zu priorisieren. Eine Gesamtdarstellung aller Fördermaßnahmen ist innerhalb des vorgegebenen Rahmens nicht möglich und würde diesen bei weitem überschreiten. Der Umstand, dass via Internet auf Bundes- bzw. Landesministerialebene und bei zahlreichen Institutionen jedem Interessierten eine Vielzahl anwenderspezifischer Detailinformationen angeboten werden und jedwede Darstellung aufgrund der häufigen Modifikationen lediglich eine Momentaufnahme widerspiegeln kann, bedingt, dass mein Bemühen im Folgenden weniger hierin besteht, jedes einschlägige Förderprogramm akribisch zu dokumentieren. Vielmehr liegt mein Interesse darin, eine Hinführung zum Thema und der Förderlandschaft Deutschland zu geben sowie den Förderinstrumenten und dem hierfür relevanten Wissen. Nach Darstellung der für kleine und mittlere Unternehmen in der vorherrschenden Konjunkturkrise einschlägigen Maßnahmen aus den Konjunkturpaketen I und II folgt sodann eine zusammenfassende Auswahl der wichtigsten gewerblichen Bürgschafts-, Zuschuss-, Darlehens- und Beratungsprogramme für das Bundesland Baden-Württemberg im Überblick, mit näherem Eingehen auf spezielle für die Unternehmenskrise konzipierte Angebote.

Inhaltsverzeichnis:

Abstract II
Vorwort IV
Abkürzungsverzeichnis IX
Darstellungsverzeichnis XII
A. Einleitung
1. Überblick und Bedeutung der Arbeit vor dem Hintergrund der globalen Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise 1
2. Staatliche Förderprogramme zur Bewältigung der Krise 3
2.1 Die Konjunkturpakete I und II der Bundesregierung 3
2.2 Maßnahmen zur Stabilisierung der Konjunktur auf Landesebene 4
3. Exkurs: Bedeutung kleiner- und mittlerer Unternehmen (KMU) für die deutsche Volkswirtschaft 5
3.1 Definition kleiner und mittlerer sowie mittelständischer Unternehmen 5
3.2 Schlüsselzahlen zum Mittelstand in Deutschland 8
3.3 Finanzierungsquellen des Mittelstandes 12
3.4 Bedeutung der Mittelstandsförderung, Formen und Anlässe der geförderten Kreditfinanzierung 17
4. Grundlagen zum besseren Verständnis der Förderlandschaft 19
4.1 Identifizieren und selektieren von Förderprogrammen 19
4.2 Förderinstitutionen auf Bundesebene und im Land Baden-Württemberg sowie deren Angebot für den Mittelstand 21
4.2.1 KfW – Förderbank des Bundes und der Länder 21
4.2.2 Förderinstitutionen im Land Baden-Württemberg 23
4.3 Relevantes Know-how zur Förderung und Finanzierung 25
B. Konjunkturpakete der Bundesregierung sowie konjunkturelle Maßnahmen im Land Baden-Württemberg
1. Die Konjunkturpaket I und II der Bundesregierung 31
1.1 Gezielte Maßnahmen zur Förderung von KMU 31
1.1.1 Das Kredit- und Bürgschaftsprogramm 31
1.1.2 Verbesserte Exportgarantien 36
1.1.3 Mehr Geld für Innovationsaktivitäten 36
1.1.4 Kommunale Investition bringen Aufträge 37
1.1.5 Beschäftigungssicherung und Qualifizierungsoffensive 38
1.1.6 Verlängerung der Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld und Neuerungen 39
1.1.7 Erweiterte Abschreibungsmöglichkeiten für Unternehmen 40
1.1.8 Erhöhte Absetzbarkeit von Handwerkerrechnungen 41
1.2 Die weiteren Maßnahmen der Konjunkturpakete I und II 41
1.2.1 Entlastungen für Bürger, Privathaushalte und Mittelstand 41
1.2.2 Ausbau des Sonderprogramms für ältere und gering qualifizierte Arbeitnehmerinnen – u. Arbeitnehmer (WeGebAU) 43
1.2.3 Energetische Gebäudesanierung/Förderung energieeffizienten Bauens 43
1.2.4 Aufstockung der KfW-Infrastrukturprogramme für Kommunen 44
1.2.5 Innovationsförderung (ERP-Innovationsprogramm,ERP-Starfonds, Sonderfonds Energieeffizienz) 45
1.2.6 Erhöhung der Gemeinschaftsaufgabe Regionale Wirtschaftsförderung (GRW) 45
1.2.7 Beschleunigung von Verkehrsinvestitionen 46
1.2.8 Breitbandstrategie der Bundesregierung 47
1.2.9 Förderung anwendungsorientierter Forschung im Bereich Mobilität 47
1.2.10 Stärkung der PKW-Nachfrage 47
1.2.11 Neuregelung der KFZ-Steuer 48
2. Konjunkturmaßnahmen des Landes Baden-Württemberg 49
C. Finanzielle- und gewerbliche Fördermaßnahmen im Land Baden Württemberg
1 Auswahl der wichtigsten Förderprogramme in tabellarischer Übersicht 51
1.1 Gründung und Festigung von Existenzen 52
1.2 Sicherung von Unternehmen 53
1.3 Arbeitsplätze und Ausbildung 54
1.4 Förderprogramme für Unternehmensberatung 55
1.5 Regionale Wirtschaftsförderung 56
1.6 Moderne Technologien, Forschung und Entwicklung 57
1.7 Umweltschutz und Energieeinsparung 58
1.8 Export 59
1.9 Bürgschaften und Garantien 60
2. Die wichtigsten Beratungsprogramme für den Mittelstand in der Krise 61
2.1 Geförderte Kurzberatung 61
2.2 Sonderprogamm Krisenberatung. 62
2.3 Förderprogram Coaching (ESF, RWB, 2007 – 2013) 63
2.4 Geförderte Beratung 64
2.5 ‘Runder Tisch’ 64
2.6 ‘Turn-Around-Beratung’ 65
3. Die wichtigsten Programme zur Unternehmensfinanzierung in der Krise 66
3.1 Bürgschaften der Bürgschaftsbank 66
3.2 Bürgschaften der L-Bank 67
3.4 Liquiditätshilfe, L-Bank 69
3.5 L-Mittelstand der L-Bank 69
D Resümee
1. Zusammenfassung 70
2. Ausblick 76
Literaturverzeichnis 78
Anhang

Textprobe:

Kapitel 3.4, Bedeutung der Mittelstandförderung, Formen und Anlässe der geförderten Kreditfinanzierung:

Die zentrale Bedeutung der KMU und Existenzgründer für Leistungsfähigkeit, Beschäftigung und Strukturwandel bewirkt, dass die Bundesrepublik Deutschland im Rahmen ihrer mittelstandspolitischen Maßnahmen umfangreiche Unterstützungen bei der Gründung von Existenzen und Finanzierung von Investitionen und Betriebsmitteln leistet. Dadurch sollen Chancenungleichheiten für Unternehmen unterschiedlicher Größenordnung ausgeglichen und gesicherte Rahmenbedingungen hergestellt werden.

Bund und Länder halten zahlreiche Förderprogramme, Finanzierungshilfen, Informations- und Beratungsangebote bereit um Hindernisse zu überwinden und Erfolg versprechenden Vorhaben zur Umsetzung zu verhelfen.

Darlehen oder Zuschüssen ermöglichen Existenz- bzw. Unternehmensgründerinnen und Unternehmensgründern ihre Vorhaben langfristig auf einem günstigen Zinsniveau zu finanzieren. Eine Ergänzung banküblicher Sicherheiten mittels Bürgschaften ermöglicht Darlehen aufzunehmen.

Kapital aus Nachrangdarlehen wird in der Bilanz wie Eigenkapital behandelt und verhilft zu mehr Kreditwürdigkeit. Durch Beratungsleistungen im Zusammenhang mit der Vergabe von Fördermitteln erhalten Interessierte und Antragsteller umfassend Know-how und die Gelegenheit der eingehenden Prüfung ihrer Vorhaben auf Erfolgsaussichten.

Förderprogramme sind meist als zins- und tilgungssubventionierte Kredite ausgestaltet, zur Entlastung des Cashflows. Mit Hilfe genannter Bürgschaften werden Finanzierungsrisiken zur Haftungsfreistellung der Banken übernommen, sodass im Fall der Zahlungsunfähigkeit des Kreditnehmers die Banken von der Rückzahlungshaftung anteilig freigestellt werden können. Überdies werden günstige Refinanzierungsprogramme für Banken angeboten sowie zins- und tilgungsgünstige Konditionen für Kredite an Unternehmen in unmittelbarer Vergabe, mit variablen Laufzeit von z. T. bis zu 30 Jahren.

Förderungen verfolgen insbesondere strukturpolitische Ziele, wie die Unterstützung strukturschwacher Regionen und förderungswürdiger Branchen, die Schaffung neuer und Sicherung bestehender Arbeitsplätze oder energetische Maßnahmen für den Umwelt- und Emissionsschutz.

Typische Förderanlässe sind:

Forschung und Entwicklung sowie Einführung neuer Technologien.

Umweltschutz, Ressourcenschonung.

Investitionen in strukturschwache Regionen.

Schaffung und Erhalt von Arbeits- und Ausbildungsplätzen.

Förderung von strukturschwachen Branchen.

Finanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen, die aufgrund ihrer Größe einen erschwerten Zugang zum institutionellen Kapitalmarkt haben.

Arbeit zitieren:
Herzinger, Thomas J. M. Oktober 2009: Finanzierung und Finanzielle Förderung des baden-württembergischen gewerblichen Mittelstandes in der Finanz- und Wirtschaftskrise, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Finanzmarkt, Förderprogramm, Baden-Württemberg, Mittelstand, Wirtschaftskrise

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