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Ökonomische Nachhaltigkeit von Community based Tourism Projekten in wirtschafltich benachteiligten Regionen

Ökonomische Nachhaltigkeit von Community based Tourism Projekten in wirtschafltich benachteiligten Regionen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Julia Weger
  • Abgabedatum: November 2007
  • Umfang: 137 Seiten
  • Dateigröße: 1,4 MB
  • Note: 2,9
  • Institution / Hochschule: MCI - Management Center Innsbruck GmbH Österreich
  • Bibliografie: ca. 114
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-4115-9
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Weger, Julia November 2007: Ökonomische Nachhaltigkeit von Community based Tourism Projekten in wirtschafltich benachteiligten Regionen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Nachhaltiger Tourismus, Community based Tourism, Ökonomische Nachhaltigkeit, Entwicklungsland, Benachteiligung

Diplomarbeit von Julia Weger

Problemstellung:

Reisen in Entwicklungsländer sind immer noch im stetigen Wachstum. Gründe dafür gibt es viele und Fakt ist, dass der Tourismus für wirtschaftlich benachteiligte Regionen oft die einzige Einkommensmöglichkeit ist. Genau dies wird allerdings immer wieder kritisiert. Diesen Regionen fehlt es meist an Kapital, Infrastruktur und auch an Know-how um aus eigener Kraft eine funktionierende Tourismusindustrie aufzubauen. Diese Faktoren führen dann zu ökonomischer Abhängigkeit gegenüber ausländischen Investoren, unkontrolliertem Massentourismus sowie auch ökologischen und sozio-kulturellen Problematiken. Experten fordern daher seit Jahren einen Tourismus, der es einer Region ermöglicht, sich nachhaltig langfristig zu entwickeln.

Das Credo der Nachhaltigkeit, ökologisch, sozio-kulturell wie auch ökonomisch ist es, verfügbaren Ressourcen so zu nutzen, dass sowohl den Bedürfnissen der gegenwärtigen Generation entsprochen wird, als auch zukünftige Generationen ihrerseits die Möglichkeit haben ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.

Ein Weg um dieses Ziel zu erreichen, sind so genannte Community based Tourism Projekte (in weiterer Folge kurz CBT-Projekte genannt).

Sie sind Instrumente mit denen eine erfolgreiche Implementierung von nachhaltigem touristischem Fortschritt in Entwicklungsländern (EL) ermöglicht werden kann und bei der die Partizipation der Einheimischen dabei imMittelpunkt steht.

Seit einigen Jahren werden diese Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit eingesetzt. Um ihren langfristigen Erfolg zu gewährleisten, muss die Bevölkerung sowohl am Aufbau, als auch an der Weiterentwicklung des Tourismus beteiligt sein. Tourismusplaner müssen sich mit den örtlichen Gegebenheiten auseinandersetzen und vor allem die Lebensumstände der Bewohner berücksichtigen. Der partizipatorische Ansatz des CBT wird mit folgender Aussage von Dahles / Keune unterstrichen:

‘Community-based tourism would seek to strengthen institutions designed to enhance local participation and promote the economic, social, and cultural well-being of local people’.

Viele erfolgsversprechende CBT-Projekte scheitern jedoch schon in den ersten Jahren. Ein Grund dafür ist in vielen Fällen das Nichtbeachten wirtschaftlicher Kriterien. Um lokale Partizipation, Umwelt- und Ressourcenschutz, und eine Erhöhung der Lebensqualität für die Bevölkerung zu erreichen, muss auch mit unternehmerischem Denken und Marktorientierung agiert werden. Denn wie eingangs erwähnt, ist die Wirtschaft eine der drei Säulen der Nachhaltigkeit. Ökonomische Nachhaltigkeit wird als Ziel oft in den Hintergrund gestellt, obwohl sie die Basis für den Erfolg einer ganzheitlichen Nachhaltigkeitsstrategie darstellt. Das Vernachlässigen ökonomischer Zielsetzungen führt dazu, dass Projekte kurze Zeit nach Ablauf der Fremdfinanzierung nicht mehr weiterlaufen.

‘A recurring problem with many community-based ecotourism projects that have been established as part of externally funded and assisted initiatives has been a tendency not to continue satisfactorily after the life of the aid programme’.

Auch sind externe Geldgeber aufgrund ausbleibender wirtschaftlicher Erfolge nicht mehr gewillt in das Projekt zu investieren. Damit wird dann genau das Gegenteil der eigentlichen Zielsetzung erreicht. Menschen werden desillusioniert, sozio-kulturelle Differenzen zwischen den Industrieländern und den Entwicklungsländern werden wieder größer und die Region oft mit einem noch größeren finanziellen Defizit belastet als vorher.

Ziel und Zweck der Arbeit:

Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Beantwortung folgender Forschungsfrage:

Wie lässt sich die ökonomische Nachhaltigkeit von CBT-Projekten in wirtschaftlich benachteiligten Ländern operationalisieren?

Aufgrund der in der Ausgangssituation dargelegten Problematiken sollherausgefunden werden, mit welchen Kriterien und Maßnahmen sich die ökonomische Nachhaltigkeit von CBT-Projekten optimal umsetzen und messbar machen lässt. Ziel der theoretischen Aufarbeitung des Themas soll sein, Schlussfolgerungen für die Erstellung eines idealen Kriterienkatalogs ziehen zu können. Die für diese Arbeit festgesetzte theoretische Forschungsfrage soll dann durch die Zielsetzung des Empirieteils hinterfragt und bereichert werden. Darin gilt es zu erkennen, welche der Kriterien von Geberorganisationen angewandt werden. Sinn dabei ist es, etwaige Defizite zwischen Theorie und Praxis im Bezug auf die Umsetzung ökonomischer Nachhaltigkeit zu erkennen.

Die Erreichung des Hauptziels verlangt weiter, eine sorgfältige Annäherung an das Thema durch eine Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit und Nachhaltigkeit im Tourismus, da sie als Grund- und Ausgangslage der Thematik gelten.

In diesem theoretischen Teil, soll es zu einer sorgfältigen analytischen Hinleitung und übersichtliche Abhandlung des Themas bieten.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Ausgangssituation und erweiterte Problemstellung 1
1.2 Ziel und Zweck der Arbeit 3
1.3 Aufbau und Inhalt 4
2. Nachhaltigkeit 5
2.1 Die historische Entwicklung von Nachhaltigkeit 5
2.2 Nachhaltigkeitsabkommen 6
2.2.1 GRO HARLEM BRUNDTLAND-BERICHT 6
2.2.2 KONFERENZ DER VEREINIGTEN NATIONEN IN RIO DE JANEIRO 1992 7
2.2.3 REPORT OF THE WORLD SUMMIT ON SUSTAINABLE DEVELOPMENT 8
2.3 Definition von Nachhaltigkeit 9
2.4 Konzept der starken und der schwachen Nachhaltigkeit 13
2.4.1 SCHWACHE NACHHALTIGKEIT 13
2.4.2 STARKE NACHHALTIGKEIT 14
2.5 Die drei Säulen der Nachhaltigkeit 15
2.5.1 ÖKOLOGISCHE NACHHALTIGKEIT 15
2.5.2 SOZIO-KULTURELLE NACHHALTIGKEIT 16
2.5.3 ÖKONOMISCHE NACHHALTIGKEIT 17
2.5.4 NACHHALTIGKEIT DER ÖKONOMIE 18
2.5.4.1 Neoklassische Umweltökonomie 18
2.5.4.2 Ökologische Ökonomik 19
2.6 Bewertung von Nachhaltigkeit 20
2.7 Fazit 24
3. Tourismus in Entwicklungsländern 25
3.1 Die historische Entwicklung des Tourismus in Entwicklungsländern 27
3.2 Auswirkungen des Tourismus in wirtschaftlich benachteiligten Regionen 28
3.2.1 ÖKOLOGISCHE AUSWIRKUNGEN DES TOURISMUS 29
3.2.1.1 Positive ökologische Auswirkungen des Tourismus 29
3.2.1.2 Negative ökologische Auswirkung des Tourismus 30
3.2.2 SOZIO-KULTURELLE AUSWIRKUNGEN DES TOURISMUS 31
3.2.2.1 Positive sozio-kulturelle Auswirkungen 31
3.2.2.2 Negative sozio-kulturelle Auswirkungen 32
3.2.3 ÖKONOMISCHE AUSWIRKUNGEN DES TOURISMUS 33
3.2.3.1 Positive ökonomische Auswirkungen des Tourismus 33
3.2.3.2 Negative ökonomische Auswirkungen des Tourismus 34
3.3 Tourismus in der Entwicklungszusammenarbeit 37
3.4 Fazit 38
4. Nachhaltigkeit im Tourismus 39
4.1 Die historische Entwicklung von Nachhaltigkeit im Tourismus 39
4.2 Definition touristischer Nachhaltigkeit 43
4.2.1 DEFINITIONEN TOURISTISCHER NACHHALTIGKEIT IM VERGLEICH 43
4.2.2 SANFTER TOURISMUS VS. NACHHALTIGER TOURISMUS 47
4.3 Die drei Säulen von Nachhaltigkeit im Tourismus 48
4.3.1 ÖKOLOGISCHE NACHHALTIGKEIT IM TOURISMUS 49
4.3.2 SOZIO-KULTURELLE NACHHALTIGKEIT IM TOURISMUS 49
4.3.3 ÖKONOMISCHE NACHHALTIGKEIT IM TOURISMUS 50
4.4 Alternative nachhaltige Tourismusformen 52
4.4.1 PRO-POOR TOURISM 52
4.4.2 ÖKOTOURISMUS 53
4.5 Operationalisierung touristischer Nachhaltigkeit 54
4.5.1 INDIKATORENSYSTEME ZUR OPERATIONALISIERUNG 54
4.5.2 KENNZAHLEN ÖKONOMISCHER NACHHALTIGKEIT 56
4.6 Fazit 57
5. Die Nachhaltigkeit von Projekten 58
6. Community Based Tourism 60
6.1 Begriffskonstruktion Community based Tourism 60
6.1.1 DER BEGRIFF COMMUNITY 63
6.1.2 PARTIZIPATION 65
6.1.2.1 Partizipationsformen 65
6.1.2.2 Partizipationsformen im Tourismus 67
6.1.2.3 Die Bedeutung von Partizipation für den Tourismus 68
6.1.2.4 Probleme und Schwierigkeiten der Partizipation 70
6.2 Prinzipien des Community based Tourism 71
6.3 Organisationsformen des Community based Tourism 73
6.3.1 EXKURS: PUBLIC PRIVATE PARTNERSHIP 75
6.3.2 EXKURS: JOINT VENTURE 76
6.4 Stakeholder im Community based Tourism und deren Zielsetzungen 76
6.4.1 DIE COMMUNITY 77
6.4.2 DIE REGIERUNG 77
6.4.3 DIE PRIVATWIRTSCHAFT 77
6.4.4 DIE TOURISTEN 77
6.4.5 NGOS 78
6.5 Problemfelder des Community based Tourism 79
6.5.1 AUSBILDUNG UND ARBEIT 79
6.5.2 MARKTZUGANG 80
6.5.3 MARKETING UND DISTRIBUTION 81
6.5.4 FINANZIERUNGSPROBLEMATIKEN 82
6.5.5 EVALUIERUNG DER WIRTSCHAFTLICHEN ASPEKTE 84
6.6 Umsetzungwirtschaftlicher Nachhaltigkeit von CBT 85
6.6.1 OPERATIONALISIERUNG ÖKONOMISCHE NACHHALTIGKEIT VON CBT- PROJEKTEN 87
6.6.1.1 Operationalisierungssystem nach Maldonado 87
6.6.1.2 Operationalisierungssystem nach Baumgartner 89
6.7 Fazit 91
7. Empirische Studie 93
7.1 Ausgangslage und Ziel 94
7.2 Forschungsdesign 94
7.2.1 METHODOLOGIE 94
7.2.2 UNTERSUCHUNGSGEGENSTAND 97
7.2.3 DATENTRÄGER UND BEWERTUNG 98
7.2.3.1 Untersuchungsrelevante Texte 98
7.2.4 KATEGORIENSYSTEM 99
7.3 Analyseergebnisse und Hypothesenüberprüfung 100
7.3.1 HAUPTKATEGORIE ARBEIT 101
7.3.2 HAUPTKATEGORIE FINANZIERUNG / INVESTITION 102
7.3.3 HAUPTKATEGORIE MARKETING / DISTRIBUTION 103
7.3.4 HAUPTKATEGORIE MARKTSITUATION / UNTERNEHMEN 104
7.3.5 HAUPTKATEGORIE ‘SONSTIGE KRITERIEN’ 104
7.4 Fazit der Analyse 105
8. Schlussbetrachtung und Ausblick 106
9. Literaturverzeichnis 108
10. Anhang A

Textprobe:

Kapitel 4.3, Die drei Säulen von Nachhaltigkeit im Tourismus:

Die drei Säulen der Nachhaltigkeit Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft sind, wie die Definition touristischer Nachhaltigkeit zeigt, auch im Tourismus essentieller Bestandteil einer ganzheitlichen nachhaltigen Entwicklung. Welchen Einfluss eine nachhaltige touristische Entwicklung auf die in Kapitel 3.2. erläuterten Auswirkungen hat, soll nachfolgend dargestellt werden. Ein besonderer Fokus wird dabei wieder auf den Aspekt der ökonomischen Nachhaltigkeit gelegt.

4.3.1, Ökologische Nachhaltigkeit im Tourismus:

‘Zerstörung des Tourismus durch den Tourismus’.

Aufbauend auf diese Aussage führt Krippendorf aus, dass es sich bei der Zerstörung der Natur durch den Tourismus um einen irreversiblen Prozess handelt, der sukzessiv seine eigene Existenzgrundlage, die Natur, zerstört und gleichzeitig den Lebensraum der dort ansässigen Bevölkerung beeinträchtigt und ihre Lebensqualität mindert. Um dem entgegenzuwirken wird oftmals für einen totalen Konsumverzicht (starke Nachhaltigkeit), sowie eine völlige Abkehr vom Tourismus plädiert. Im Hinblick auf Natur und Landschaft würde ein Nullwachstum konsequenterweise ein totales Erschließungsverbot bedeuten, was jedoch als äußerst unrealistisch und im ganzheitlichen Kontext von Nachhaltigkeit auch als kontraproduktiv zu betrachten ist.

Die Notwendigkeit, negative ökologische Einflüsse durch touristische Aktivitäten zu vermeiden bzw. zu minimieren ist somit eine der Hauptanforderungen an die ökologische Nachhaltigkeit im Tourismus.

Eine Möglichkeit um den Anforderungen der ökologischen Nachhaltigkeit gerecht zu werden, ist eine Festlegung von Tragfähigkeits- bzw. Belastungsgrenzen. Vor jeder touristischen Erschließung eines Gebietes ist die touristische Eignung der Landschaft und ihre Belastungsgrenzen sowie der optimale umweltschonende Endausbau zu klären und festzulegen, um eine optimale ökologische Nachhaltigkeit zu gewährleisten.

4.3.2, Sozio-kulturelle Nachhaltigkeit im Tourismus:

Nachhaltigkeit im touristischen Kontext misst der Kultur als solches weit mehr Bedeutung zu als dies im Konzept der Nachhaltigkeit im Allgemeinen geschieht. Dies lässt sich u.a. auf die Bedeutung von Kultur als touristische Ressource zurückführen.

Es soll daher die Auffassung von Mowforth dargestellt werden, welcher die soziale und kulturelle Nachhaltigkeit getrennt voneinander bewertet. Soziale Nachhaltigkeit ist demnach die Fähigkeit einer Gemeinschaft oder Gesellschaft, mit Gegebenheiten wie etwa dem Zustrom von Menschen in ihr Lebensumfeld so umzugehen, dass es zu keinen sozialen Disharmonien kommt. Wenn akzeptiert wird, dass Tourismus ein mit Vorurteilen behaftetes Bild von der Beziehung zwischen Reisenden und Bereisten generiert, ist es sicherlich unvermeidlich, dass touristische Entwicklung profunde soziale Disparitäten kreiert. Die Aufgabe nachhaltiger Entwicklung in diesem Kontext ist es, diese Disparitäten auf ein Minimum zu reduzieren, das zu entschuldigen ist.

Diese Forderung stellt auch Krippendorf. Für ihn liegt die gesellschaftspolitische Verantwortung des Tourismus in der Erfüllung des Anspruchs, einen Konsens zwischen den Bedürfnissen von Touristen und der bereisten Bevölkerung zu finden.

Kulturelle Nachhaltigkeit wiederum bezieht sich auf die Fähigkeit der Menschen, Elemente ihrer Kultur zu adaptieren oder zu bewahren, die sie von anderen Menschen unterscheidet. Kulturelle Einflüsse von touristischen Zuströmen auf die Gastkultur sind unvermeidbar und können negative Auswirkungen mit sich bringen. Wenn eine touristische Entwicklung aber gefährliche Einflüsse unter Kontrolle halten kann, die vor einer Verzerrung bzw. Folklorisierung absieht und es zusätzlich gelingt, dass Touristen sich verantwortungsvoll verhalten, dann kann von einer sozio-kulturellen Nachhaltigkeit gesprochen werden.

4.3.3, Ökonomische Nachhaltigkeit im Tourismus:

Wie in der vorliegenden Arbeit nun schon mehrmals angesprochen wurde sind ökonomische Auswirkungen mitunter die wesentlichsten Aspekte in der Entscheidung um touristische Entwicklung. Sie sind jedoch bis dato innerhalb der Nachhaltigkeitsdiskussion wenig kritisch hinterfragt worden. Aufgrund des großen Einflusses des Nachhaltigkeitsaspektes in der Entscheidung für oder gegen die touristische Entwicklung muss besonders darauf geachtet werden, dass wirtschaftlicher Erfolg nicht mit ökonomischer Nachhaltigkeit gleichgesetzt wird. Es bedeutet vielmehr, dass Tourismus ‘wirtschaftlich ertragreich’ und ‘wirtschaftlich verträglich’ sein soll. Für Freyer ist dies dann der Fall, wenn ‘die eingesetzten Mittel […] einen möglichst hohen touristischen Nutzen (wie Erholung, Einnahmen usw.) bewirken’.

Dies bedeutet auch, dass der Tourismus um ökologisch und sozio-kulturell verträglich zu sein, auf die Erhaltung vorhandener ökonomischer Ressourcen Rücksicht nehmen muss.

Ökonomische Nachhaltigkeit kann u.a. durch das Vermeiden der in Kapitel 3.2.3.2 erwähnten wirtschaftlichen Monokultur erreicht werden. Leitbilder zur Tourismusplanung müssen daher auch andere Wirtschaftssektoren der Region mit einbeziehen. Bereits Krippendorf führt dazu aus, dass Tourismusförderung nicht als Selbstzweck und Allheilmittel betrachtet werden darf, sondern eine breit gefächerte Wirtschaftsstruktur angestrebt werden muss. Tourismus ist nur dann zu fördern, wenn er für die Bevölkerung Vorteile bringt. Eine möglichst genaue Studie über die ökonomischen Auswirkungen muss daher schon im Vorfeld erbracht werden. Des Weiteren gilt es, eine bessere Nutzung der bereits vorhandenen touristischen Infrastruktur zu erreichen. Die Verminderung unerwünschter Disparitäten zwischen urbanen Gebieten und ländlichen Räumen ist ein weiterer Aspekt ökonomischer Nachhaltigkeit. Dazu muss die Möglichkeit einer eigenständigen Regionalentwicklung gewährleistet werden. Ein Abfluss von Devisen durch Gewinntransfers an transnationale Unternehmen kann dadurch ebenfalls verringert werden. Eine ökonomisch nachhaltige Entwicklung fordert zudem die Sicherung der menschlichen Grundbedürfnisse sowie die Verbesserung der allgemeinen Existenzbedingungen.

Besonders detaillierte Forderungen stellt hierzu Freyer:

‘verträgliche’ Verteilung der Erträge und Kosten aus dem Tourismus – entweder nach dem Gleichheitsprinzip, dem Sozialprinzip oder dem Verursacherprinzip, breite Streuung der Einnahmen, Stärkung des Mittelstandes und der einheimischen Unternehmen, möglichst hohe Wertschöpfung am Ort, d.h. Nutzung einheimischer Produktionsfaktoren (Arbeitskräfte, Kapital, Vorprodukte), Vermeidung von bzw. möglichst geringe Preissteigerungen am Ort durch den Tourismus, Ausgleich der saisonalen Einnahmen- und Ausgabenschwankungen, marktwirtschaftlich tragbare vor staatlich geförderten Projekten: so viel Markt wie möglich – so viel Plan (und öffentliche Förderung) wie nötig.

Die Bedeutung von wirtschaftlichen Aspekten für eine erfolgreiche Umsetzung von nachhaltigem Tourismus geht in dieser Aufführung deutlich hervor. Bezugnehmend auf diese detaillierten Forderungen kann eine Operationalisierung der ökonomischen Nachhaltigkeit durchaus erfolgen.

Arbeit zitieren:
Weger, Julia November 2007: Ökonomische Nachhaltigkeit von Community based Tourism Projekten in wirtschafltich benachteiligten Regionen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Nachhaltiger Tourismus, Community based Tourism, Ökonomische Nachhaltigkeit, Entwicklungsland, Benachteiligung

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