Systematisierung und Bewertung von Risiken verschiedener Unternehmenskooperationsformen entlang von Wertschöpfungsketten
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Rafael Andreas Sobek
- Abgabedatum: November 2009
- Umfang: 70 Seiten
- Dateigröße: 528,2 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Georg-August-Universität Göttingen Deutschland
- Bibliografie: ca. 91
- ISBN (eBook): 978-3-8366-3993-4
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Sobek, Rafael Andreas November 2009: Systematisierung und Bewertung von Risiken verschiedener Unternehmenskooperationsformen entlang von Wertschöpfungsketten, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Supply Chain Management, Risikomanagement, Wertschöpfungskette, Kooperation, Unternehmensform
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Diplomarbeit von Rafael Andreas Sobek
Einleitung:
Vor dem Hintergrund der globalen Märkte, der weltweiten Wirtschaftskrise und der damit zunehmenden Wettbewerbsintensität, sind immer mehr Unternehmen gezwungen ihre Kosten einzusparen und neue Absatzmärkte zu erschließen. Dabei ermöglichen die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien den Endkunden eine hohe Transparenz bezüglich der Produktpreise und Qualität. Das stellt die Unternehmen vor bisher unbekannte Herausforderungen. Mit immer kürzeren Produktlebenszyklen und Innovationen versuchen die Unternehmen die wachsenden Kundenanforderungen zu befriedigen. Dabei erfolgte längst der Wandel von klassischen Verkäufermärkten hin zu Käufermärkten. Hier bestimmt der Endkunde wann, wo und wie er ein Produkt haben möchte. Das verlangt von den Unternehmen eine noch höhere Flexibilität und Anpassung an die Dynamik der Märkte.
Um diesen Marktveränderungen erfolgreich begegnen zu können, suchen immer mehr Unternehmen ihre Chance in einer Kooperation mit Partnerunternehmen. In der Praxis entstehen viele unterschiedliche Formen einer solchen Kooperation. Ganze Wertschöpfungsketten entstehen und der Wettbewerb findet nicht länger zwischen einzelnen Unternehmen statt. Doch wo Chancen erwartet werden, sind auch Risiken zu finden. Für das Fortbestehen einer Wertschöpfungskette ist es wichtig, mögliche Risiken frühzeitig zu identifizieren und diese zu bewerten.
Ziel dieser Arbeit soll sein, mögliche Risiken entlang einer Wertschöpfungskette aufzuzeigen. Der Fokus der Betrachtung richtet sich dabei auf die Risiken von speziellen Formen einer Kooperation entlang einer Wertschöpfungskette. Insbesondere die in der Literatur noch wenig diskutierten kooperationsspezifischen Verhaltensrisiken werden genauer betrachtet. Untersucht werden auch traditionelle Unternehmensrisiken, die für eine Wertschöpfungskette relevant sein können. Kapitel zwei gibt einen umfassenden Überblick über die für diese Arbeit relevanten Themengebiete und Definitionen. Behandelt werden unter anderem die speziellen Ziele und Voraussetzungen von Unternehmenskooperationen. Des Weiteren wird der Begriff ‘Risiko’ präzisiert und ein Einblick in das Supply Chain Management gegeben.
Kapitel drei beschäftigt sich mit Risiken die in Supply Chains auftreten können. Zunächst werden Kriterien ausgearbeitet, nach denen eine Klassifizierung der Risiken erfolgen kann. Dabei werden Risiken betrachtet, die in unterschiedlichen Funktionsbereichen einer Unternehmung auftreten können, oder durch das Verhalten der Partner begründet sind. Als Beispiel sei hier das opportunistische Verhalten von Partnern zu nennen.
Im vierten Kapitel werden die für diese Arbeit speziell ausgewählten Formen einer Unternehmenskooperation vorgestellt und auf die Risiken untersucht, die für die jeweilige Kooperation typisch sind. Dabei handelt es sich um Kooperationen, die typischerweise entlang von Wertschöpfungsketten auftreten. Kapitel vier bildet darüber hinaus den Übergang auf die Risikoanalyse, die in Kapitel fünf behandelt wird. Der Schwerpunkt des Kapitels fünf liegt auf der Identifizierung von Risiken und deren Bewertung, wobei die Verhaltensrisiken gesondert behandelt werden. Erläutert werden außerdem die Wirkungszusammenhänge von unterschiedlichen Risikoursachen.
Eine Zusammenfassung sowie ein Ausblick hinsichtlich der hier bearbeiteten Thematik befinden sich im Rahmen eines Abschlusses dieser Arbeit im Kapitel sechs.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Tabellenverzeichnis | IV | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Begriffliche Grundlagen undAbgrenzung relevanter Themengebiete | 3 |
| 2.1 | Kooperation | 3 |
| 2.1.1 | Definition und Merkmale einer Kooperation | 3 |
| 2.1.2 | Ziele und Voraussetzungen für Kooperationen | 6 |
| 2.1.3 | Unternehmensnetzwerke als Form zwischenbetrieblicher Kooperation | 9 |
| 2.2 | Risiko und kooperationsspezifisches Risiko | 10 |
| 2.2.1 | Definition des Begriffes Risiko | 10 |
| 2.2.2 | Definition: kooperationsspezifisches Risiko | 12 |
| 2.3 | Supply Chain Management (SCM) | 13 |
| 2.3.1 | Definition des SCM | 13 |
| 2.3.2 | Aufgaben und Ziele des Supply Chain Management | 15 |
| 2.3.3 | Der Bullwhip-Effekt | 18 |
| 3. | Systematisierung von Risiken in Supply Chains | 20 |
| 3.1 | Risikokriterien | 20 |
| 3.2 | Risiken im Beschaffungsbereich | 23 |
| 3.3 | Risiken im Produktionsbereich | 24 |
| 3.4 | Risiken im Absatzbereich | 25 |
| 3.5 | Kooperationsspezifische Risiken | 28 |
| 3.5.1 | Konfliktäres Verhalten | 29 |
| 3.5.2 | Opportunistisches Verhalten | 30 |
| 3.5.3 | Austritt von Partnern | 31 |
| 4. | Formen der Kooperation und deren Risiken entlang der Supply Chain | 33 |
| 4.1 | Das Just-in-Time Konzept | 34 |
| 4.1.1 | Risiken beim JIT Konzept | 35 |
| 4.2 | Efficient Consumer Response (ECR) | 36 |
| 4.2.1 | Efficient Replenishment (ER) | 37 |
| 4.2.2 | Risiken beim Efficient Consumer Response Konzept | 39 |
| 4.3 | Outsourcing | 41 |
| 4.3.1 | Risiken in der Outsourcing-Kooperation | 43 |
| 5. | Aufgaben der Risikoanalyse in Supply Chains | 45 |
| 5.1 | Risikoidentifikation | 46 |
| 5.1.1 | Methoden der Risikoidentifikation | 47 |
| 5.2 | Ursache-Wirkungs-Analyse | 48 |
| 5.3 | Risikobewertung | 50 |
| 5.3.1 | Bewertung kooperationsspezifischer Risiken | 53 |
| 6. | Zusammenfassung und Ausblick | 57 |
| 7. | Literaturnachweis | 59 |
| 7.1 | Literaturverzeichnis | 59 |
| 7.2 | Internetquellen | 65 |
Textprobe:
Kapitel 3, Systematisierung von Risiken in Supply Chains:
Man kann auch nach der Art des Risikos unterscheiden, d.h. zwischen endogenen und exogenen Risiken.
Von endogenen Risiken wird gesprochen, wenn sie innerhalb des Unternehmens auftreten (Marktrisiko, Betriebsrisiko, Finanzrisiko). Von exogenen Risiken wird gesprochen, wenn sie außerhalb des Unternehmens auftreten (Umweltrisiko, Länderrisiko, externe Marktrisiken, Rechtsrisiken).
Risiken können in einem Unternehmen nahezu in allen Bereichen und Prozessen auftreten. Um den Risiken erfolgreich begegnen zu können, sollten die Risiken daher systematisiert werden. Dazu können folgende Kriterien herangezogen werden:
Messbarkeit, Höhe, Häufigkeit, Ursachen, Beeinflussbarkeit, Abwälzbarkeit, Versicherbarkeit.
Das Kriterium der Messbarkeit wird in der Literatur auch zur Abgrenzung des Risikobegriffes häufig verwendet Als messbar können die Risiken bezeichnet werden die relativ regelmäßig bzw. häufig auftreten. So lassen sich Eintrittswahrscheinlichkeiten bestimmen, die notwendig sind, um das Risiko zu messen, beispielsweise der Ausschuss bei der Produktion. Als nicht messbar gelten dagegen Risiken durch Umweltkatastrophen oder Terrorismus.
Kann das Unternehmen das Ausmaß des möglichen Schadens beziffern, so erfüllt dies die Anforderungen des Kriteriums ‘Höhe’. Die Höhe des Schadens kann anschließend ins Verhältnis zu einer Unternehmenskennzahl gesetzt werden, um so die Relevanz des Risikos zu verdeutlichen.
Das Kriterium der ‘Häufigkeit’ der Risiken ist insbesondere für ihre Messbarkeit wichtig. Hier kann eine weitere Aufgliederung erfolgen bspw. in gleichmäßig, unregelmäßig und stoßartig auftretende Risiken.
Zu den gleichmäßigen Risiken zählt z.B. der Ausschuss bei der Produktion. Unregelmäßig dagegen treten Risiken in der Beschaffung auf, während Umweltrisiken als stoßartig bezeichnet werden können.
Die Ursachen für Risiken sind sehr vielfältig. Mögliche Ursachen liegen in dem Fehlverhalten der Mitarbeiter, in Umweltkatastrophen und Qualitätsmängel. Eine sehr wichtige Ursache auch im Blick auf die Supply Chain stellt das Verhalten der Kunden am Markt dar. Im Laufe dieser Arbeit wird später ausführlich auf die Besonderheit dieses Risikos eingegangen und mit dem Blick auf Unternehmenskooperationen in der Supply Chain betrachtet. Liegt der Ursprung der Risiken innerhalb des Unternehmens z.B. im Fehlverhalten der Mitarbeiter, dann kann das Unternehmen direkten Einfluss auf diese nehmen. Nicht beeinflussbar sind hingegen Risiken, die durch Umweltkatastrophen entstehen oder konjunkturell verursacht wurden.
Als abwälzbare Risiken werden diejenigen bezeichnet, deren Ausmaß und Schadenshöhe von anderen Personen oder Unternehmen getragen werden kann. In der Supply Chain spricht man dann vom Risikotransfer, wenn Folgen des Risikos auf Kunden oder Lieferanten abgewälzt werden.
Risiken können des Weiteren auch als versicherbar oder nicht versicherbar eingestuft werden. Grundsätzlich lassen sich die Vermögensgegenstände eines Unternehmens, sowie transport- und unfallbedingte Schäden versichern.
Das zentrale Risiko eines Industrieunternehmens ist jedoch, die hergestellten Produkte am Markt nicht absetzen zu können. Definitionsgemäß lassen sich solche Risiken nicht versichern. Das Kriterium der Versicherbarkeit steht in unmittelbaren Zusammenhang zu dem Kriterium der Häufigkeit und der Höhe.
Der Umgang mit Risiken in Supply Chains ist besonders problematisch. Die besondere Schwierigkeit liegt darin, dass an der Zielerreichung der Supply Chain mehrere Unternehmen beteiligt sind, die sich häufig durch unterschiedliche Ziele und unterschiedliche Risikobereitschaft voneinander unterscheiden. Um eine Basis für die Risikosteuerung in Supply Chains zu schaffen ist es ratsam, die möglichen Risiken zu systematisieren. Eine Systematisierung von Risiken kann auf vielfältige Weise erfolgen. In der Regel werden die Risiken nach einzelnen Kriterien gegliedert und anschließend den unterschiedlichen Risikoarten zugeteilt. Die Risikoarten können je nach Branche, Unternehmensstruktur, Unternehmensgröße oder den einzusetzenden Produktionsfaktoren sehr vielfältig sein. Man unterscheidet zwischen finanziellen, informationellen oder güterwirtschaftlichen Risiken.
Eine solche Unterteilung der Risiken soll hier nicht weiter vorgenommen werden, da die Risiken in einer sehr engen Ursachen-Wirkungs-Beziehung stehen. Aus diesem Grund ist eine strikte Trennung der Supply Chain Risiken von den spezifischen Unternehmensrisiken kaum möglich. Außerdem können einige unternehmensinterne Risiken für eine Supply Chain nicht von großer Bedeutung sein, beispielsweise Risiken, die sich auf ein anderes Produkt beziehen. Eine Systematisierung kann außerdem nach den Funktionsbereichen eines Unternehmens erfolgen, oder wie im Falle dieser Arbeit, nach den Bereichen der Kooperation in der Beschaffung, Produktion, Absatz und den kooperationsspezifischen Risiken.
Genau in diesen genannten Bereichen der Kooperation können Risiken entstehen, die eine Supply Chain beeinflussen können. Es erscheint daher sinnvoll, diese Bereiche noch einmal aufzugreifen und die Risiken nach diesen Funktionsbereichen zu gliedern. Der Vollständigkeit halber werden nachfolgend auch Risiken systematisiert, die unternehmensintern zu finden sind. Die Untersuchung von unternehmensinternen Risiken ist für eine umfassende Risikoanalyse auf Supply Chain Ebene relevant.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836639934
Arbeit zitieren:
Sobek, Rafael Andreas November 2009: Systematisierung und Bewertung von Risiken verschiedener Unternehmenskooperationsformen entlang von Wertschöpfungsketten, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Supply Chain Management, Risikomanagement, Wertschöpfungskette, Kooperation, Unternehmensform




