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Prototypische Entwicklung einer Software zur Erbfolgebestimmung nach österreichischem Recht

Prototypische Entwicklung einer Software zur Erbfolgebestimmung nach österreichischem Recht
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Stefan Zawichowski
  • Abgabedatum: September 2009
  • Umfang: 85 Seiten
  • Dateigröße: 1,1 MB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg Deutschland
  • Bibliografie: ca. 32
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-3890-6
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Zawichowski, Stefan September 2009: Prototypische Entwicklung einer Software zur Erbfolgebestimmung nach österreichischem Recht, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Recht, Parentelsystem, Testament, Software, Österreich

Diplomarbeit von Stefan Zawichowski

Einleitung:

Struktur der Arbeit:

Diese Arbeit ist in drei Abschnitte unterteilt. Der erste Teil stellt das österreichische Erbrecht vor und erläutert wichtige Begriffe. Der Inhalt wird mittels zweier Szenarien veranschaulicht. Ferner werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie anhand dieser Bestimmungen ein für die Praxis brauchbares Anwendungsprogramm erstellt werden kann.

Kern des zweiten Abschnittes ist, nach erfolgter Anforderungsanalyse und Spezifikation die Entwicklung eines Konzepts mit dessen Hilfe es möglich sein soll, die Verwandtschaftsbeziehungen eines potentiellen Erblassers möglichst effektiv abzubilden um im Anschluss die Erbquoten zu ermitteln und dementsprechend die Erbmasse für die jeweiligen Erbberechtigten zu verteilen.

Diese Konzeption wird im dritten Abschnitt dann für die Erstellung des Erbschaftrechners verwendet. Hier werden speziell die verwendeten Plattformen sowie die einzelnen Module des implementierten Prototypen beschrieben.

1. Kapitel:

Einleitung:

1.1 Die unternehmerischen Anfänge:

R&S Software GmbH ist ein kleines mittelständisches Unternehmen in Österreich. Gegründet wurde es durch die beiden ehemaligen Volksbank-Mitarbeiter Heinz Raunikar und Günther Schabus im Oktober 1994 in Feldkirchen, Kärnten. Die Vision der beiden Inhaber war, die Entwicklung und der Vertrieb einer Software für Kreditinstitute, die in der Lage ist, bestehende oder geplante Immobilien anhand einer Vielzahl von Kriterien zu bewerten. Das Ziel der beiden Jungunternehmer bestand deshalb darin, die Immobilienbewerter bei ihrer komplizierten und aufwändigen Gutachtertätigkeit durch eine professionelle Software zu unterstützen.

Trotz anfänglicher Rückschläge wegen fehlendem Bekanntheitsgrad der Firma, ließen sich die beiden Firmeninhaber nie entmutigen. Beide waren stets vom Erfolg Ihrer Idee überzeugt.

1.2 Das Unternehmen heute:

Mittels einer massiven Marketing-Strategie konnte sich das neu gegründete Unternehmen im Markt relativ kurzfristig etablieren. Das Tool für die Immobilienbewertung wurde nach einiger Zeit ein voller Erfolg. Dies führte dazu, dass in den Folgejahren nicht nur kontinuierlich Mitarbeiter eingestellt sondern auch die Produktpalette stetig erweitert wurde:

Die Firma bietet heute mit seinen inzwischen 21 Mitarbeitern Produkte für folgende Problemfelder im Finanzsektor an:

Liegenschaftsbewertung-Tool, Immobilienmanager, Informationsdatenbanken für Immobilien und Finanzdienstleistung, Nutzwertfestsetzung, Wohnbaufinanzierung, Finanzmanager.

Auch nach inzwischen 15jähriger Marktpräsenz, ist die Firma ein innovatives, dynamisches Unternehmen geblieben. Stetig ist man bestrebt, Problemstellungen im Finanzsektor zu lokalisieren und leistungsfähige Softwarelösungen anzubieten.

1.3 Idee des Erbschaftsprojekts:

Das Thema Erben betrifft jeden Menschen. Es ist in der westlichen Welt ein kompliziertes Regelwerk aus Gesetzen und Bestimmungen. Laien und Experten werden in diesem Bereich sehr schnell überfordert. Je größer der Familienstammbaum der/des Verstorbenen umso mehr vergrößert sich auch die Komplexität.

Weitaus problematischer ist, dass sich die meisten Menschen über die Konsequenzen nicht im Klaren sind wenn nach ihrem Tod kein Testament vorliegt. Diese Erfahrung machte der Geschäftsmitgründer Heinz Raunikar während seiner jahrzehntelangen Tätigkeit auf dem Finanzsektor.

Das fehlende Wissen der Menschen hat zur Folge, dass eventuelle Erben entsprechend bevorzugt oder benachteiligt werden, obwohl dies nicht im Interesse der potentiellen Erblasser steht. Die Erbschaftssoftware soll dazu beitragen, diese Unkenntnis vor allem bei den einzelnen Betroffenen zu beseitigen.

Selbst für R&S ist dieser Bereich Neuland. Ziel ist es deshalb, eine leistungsfähige Lösung zu erarbeiten und im Anschluss diese softwaretechnisch abzubilden.

Das eigentliche Hauptproblem liegt nicht darin, die Komplexität der Gesetzestexte und die Bestimmung der Erbquoten einem mathematischen Modell und somit einem Computerprogramm zu überlassen, sondern viel eher in einer gewissen Vertrauensfrage zwischen dem Beratenden, dem Softwareanwender und der zu Grunde liegenden Software.

Inhaltsverzeichnis:

VORWORT IV
ABBILDUNGSVERZEICHNIS IX
1. KAPITEL 1
EINLEITUNG 1
1.1 DIE UNTERNEHMERISCHEN ANFÄNGE 1
1.2 DAS UNTERNEHMEN HEUTE 1
1.3 IDEE DES ERBSCHAFTSPROJEKTS 3
2. KAPITEL 4
ALLGEMEINE GRUNDLAGEN UND BESTANDTEILE 4
2.1 DAS ÖSTERREICHISCHE ERBRECHT 4
2.2 ERBEN NACH DER GESETZLICHEN ERBFOLGE 4
2.2 ERBEN NACH DER TESTAMENTARISCHEN ERBFOLGE 6
2.2.1 Fallstudien zur gesetzlichen Erbfolge 7
2.2.2 Ehetypen bei der gesetzlicher Erbfolge 9
2.3 WEITERE SONDERFÄLLE BEI GESETZLICHER ERBFOLGE 10
3. KAPITEL 12
DAS PROJEKT „ERBEN & SCHENKEN“ VON R&S 12
3.1 BEREITS EXISTIERENDE LÖSUNGEN 12
3.1.1 Die Erbschaftsuhr der Firma GeNe GmbH 12
3.1.2 Erben und Schenken von vz-online 13
3.1.3 Genealogie-Projekt der Familie Raabe 14
3.1.4 Abschließende Bewertung 15
3.2 FESTLEGUNG DER ZIELGRUPPEN 15
3.3 DURCHFÜHREN DES REQUIREMENTS-ENGINEERINGS 16
3.4 DER ERBSCHAFTSRECHNER ALS PROTOTYP 17
3.4.1 Methode des Rapid Prototypings 18
3.4.2 Methode des Evolutionäres Prototypings 18
3.4.3 Auswahl des geeigneten Prototypings für dieses Projekt 20
3.5 LASTENHEFT FÜR DIE ANFORDERUNGSVORGABEN 21
3.6 DEFINITION DER ANFORDERUNGEN 21
3.6.1 Die funktionalen Anforderungen 22
3.6.1.1 Möglichkeiten der Programmeingabe 22
3.6.1.2 Möglichkeiten der Programmausgabe 24
3.6.2 Speicherung relevanter Daten 25
3.6.3 Randbedingungen 26
3.7 AUFWANDABSCHÄTZUNG FÜR DAS PROJEKT 26
3.8 DIE RICH-CLIENT ARCHITEKTUR 27
3.9 FESTLEGUNG DER GEEIGNETEN ENTWICKLUNGSUMGEBUNG 28
3.10 ABSCHLIEßENDE GESAMTBEWERTUNG 30
4. KAPITEL 31
DIE PROJEKTREALSIERUNG 31
4.1 EINFÜHRUNG IN DIE PROJEKTREALISIERUNG 31
4.2 ABBILDUNG GENEALOGISCHE STAMMBÄUME 32
4.2.1 Abbildung mittels UML-Klassendiagramm 33
4.2.1.1 Vorteile dieses Modells 35
4.2.1.2 Nachteile dieses Modells 35
4.2.1.3 Abschließende Bewertung der Modelle 36
4.3 ABBILDEN VON ERBSCHAFTEN DURCH GERICHTETE GRAPHEN 37
4.3.1 Gerichtete Graphen und Erbschaftsbäume 38
4.3.2 Erweiterung des gerichteten Graphen 39
4.3.3 Allgemeine Abbildung von Verwandtschaftsbeziehungen 40
4.4 BESCHREIBUNGSFORMEN VON GRAPHEN 42
4.4.1 Umschreibung mittels Inzidenzmatrix 43
4.4.1.1 Vorteile der Inzidenzmatrixdarstellung 44
4.4.1.2 Nachteile der Inzidenzmatrixdarstellung 44
4.4.2 Umschreibung mittels Adjazenzmatrix 45
4.4.2.1 Vorteile der Adjazenzmatrixdarstellung 46
4.4.2.2 Nachteile der Adjazenzmatrixdarstellung 47
4.4.3 Abschließende Bewertung 47
4.5 ABBILDUNG DER PARENTELENORDNUNGEN 48
4.5.1 Bestimmung der Nachkommen durch Breitensuche 48
4.5.2 Bestimmung der Vorfahren durch Tiefensuche 49
4.5.3 Bewertung der beiden Suchverfahren 49
4.6 DIE BERECHNUNGSLOGIK INNERHALB DER PARENTELEN 50
4.6.1 Die Bestandteile der Berechnung 50
4.6.1.1 Selektion des Ehetyps 51
4.6.1.2 Berechnung der Anteile innerhalb der ersten Parentel 52
4.6.1.3 Berechnung der Anteile in den Folgeparentelen 53
4.6.1.4 Berechnung der Pflichtteile 55
5. KAPITEL 56
IMPLEMENTIERUNG VON ERBEN & SCHENKEN 56
5.1 VORSTELLUNG DER VERWENDETEN TOOLS 56
5.2 AUFBAU DES PROGRAMMS 56
5.2.1 Verwendete Interfaces im Programm 57
5.2.2 Die Model-Datentypen bei Erben & Schenken 57
5.2.3 Die Utility-Klassen des Erben & Schenken Prototyps 59
5.3 VISUALISIERUNG MITTELS GRAPHVIZ 60
5.3.1 Bewertung dieser Darstellungsform 62
5.3.2 Beschreibung mittels DOT 63
5.4 ABLAUFTESTS IM ERBEN & SCHENKEN PROJEKT 64
5.4.1 Modultests mit NUnit 64
5.4.2 Implementierte Testklassen im Projekt 65
6. KAPITEL 66
ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK 66
6.1 ZUSAMMENFASSUNG 66
6.2 AUSBLICK UND MÖGLICHE ERWEITERUNGEN 67
ANHANG A 68
PROGRAMM-CODE 68
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS 69
GLOSSAR 70
LITERATURVERZEICHNIS 75

Textprobe:

Kapitel 3.4, Der Erbschaftsrechner als Prototyp:

Natürlich bleibt bei jedem Neuprojekt, bei dem auf keinerlei Erfahrungswerte von artverwandten oder zurückliegenden Projekten zurückgegriffen werden kann, immer ein Restrisiko. Jederzeit können unkalkulierbare Probleme oder Schwierigkeiten während der Entwicklung auftreten, die das Vorhaben zum Scheitern verurteilen können oder die vorgesehene Entwicklungszeit deutlich in die Länge ziehen. Um dies möglichst zu vermeiden, werden nachstehend Methoden des Prototypings vorgestellt.

3.4.1 Methode des Rapid Prototypings:

Bei Rapid Prototyping wird, nachdem der Prototyp den Anforderungsstand erreicht und mit diesem abgeglichen wurde, die Erstversion gänzlich verworfen. Das bedeutet in dem Zusammenhang, dass die eigentliche Anwendung erst jetzt entwickelt wird. Trotzdem wird während der Entwicklungsphase so getan, als sei es das fertige Endprodukt. Es wird somit unter realen Bedingungen konzipiert und entwickelt.

Der Vorteil dieser Methode ist, dass die Probleme und Fehler, die während der ausgegliederten Entwicklung gemacht wurden nicht im Endprodukt enthalten sind.

Dies führt wiederum zu einer saubereren, strukturierten Arbeitsweise und optimierter, übersichtlicher Programmierung bei der Endprodukterstellung, da man weiß, wie man vorzugehen hat.

Der Nachteil dabei ist, dass bereits einmal durchgeführte Arbeiten erneut angegangen werden müssen. Dadurch kann sich das Projekt deutlich in die Länge ziehen, vor allem dann, wenn während des Prototypings kaum Schwierigkeiten auftraten und die Implementierung reibungslos verlief.

3.4.2 Methode des Evolutionäres Prototypings Ein in der Entwicklung befindliches Softwareprodukt wird hier nie als abgeschlossen betrachtet sondern befindet sich meist in einem fortlaufendem Entwicklungs- und Verbesserungsprozess. Bei einem auf diesem Wege entstandenen und ausgereiften Prototypen wird nach Erreichen der Anforderungsrichtlinien nicht mehr zwischen einem in der Endwicklung befindlichen Produkt und dem Endprodukt unterschieden. Das bedeutet, dass nicht wie im vorherigen Abschnitt von Neuem mit der Programmierung begonnen werden muss.

Evolutionäres Prototyping bietet den Vorteil, dass dem Kunden bereits sehr früh ein Produkt präsentiert wird, dass sich noch in der Entwicklungsphase befindet. Es dient dann vor allem als Kommunikationsplattform zwischen Kunde und Hersteller. Weil der Kunde in das Entwicklungsprojekt frühzeitig und aktiv eingebunden wird, erfreut sich dieser einer erhöhten Akzeptanz. Durch seine aktive Mitarbeit reduziert sich die Gefahr einer Fehlentwicklung, da der Auftraggeber frühzeitig entsprechende Fehler oder Abweichungen an den Hersteller zurückgeben kann.

Allerdings beinhaltet evolutionäres Prototyping auch sehr viele Gefahren beim späteren Produktvertrieb. Es ist durchaus denkbar, dass das Endprodukt Schwachstellen der folgenden Art hat:

Falsche Bewertung seitens des Kunden:

Durch das frühzeitige Präsentieren einer ersten Version, könnte der Kunde denken, dass das Produkt schon fertig sei bzw. nicht mehr weiter entwickelt werden könnte.

Ewiges Projekt:

Die Gefahr der ständigen Ausmerzung von Fehlern oder Verbesserungen erhöht die Gefahr, dass das Projekt nie zum Abschluss kommt und dadurch die Kosten in die Höhe getrieben werden.

Unübersichtlicher Programmcode:

Das Endprodukt kann unübersichtlichen Programmcode enthalten, der während der Entwicklungstätigkeit des Prototypen zwar funktionsfähig ist, aber umständlich implementiert wurde. Darunter leidet mitunter auch die Performance.

Fehleranfälligkeit:

Während der Entwicklungstätigkeit sind vielfach noch nicht alle Spezialfälle abgedeckt worden. Das Programm funktioniert zwar vielleicht in Standardsituationen korrekt, könnte aber bei speziellen Eingaben in nicht definierbare Zustände gelangen.

Überflüssige Codezeilen:

Während der Konzeption wird vielfach experimentiert um nach einer Lösung des Problems zu suchen. Eine Vielzahl von stillgelegten Programmzeilen können noch im Programmcode enthalten sein, die aus einer anderen Überlegung des Programmierers stammen, aber nicht zur Lösung beigetragen haben.

3.4.3 Auswahl des geeigneten Prototypings für dieses Projekt:

R&S Software hat sich bei der Wahl des Prototyps entschieden, diesen unabhängig von der späteren Endversion zu entwickeln. Der Prototyp wird also höchstwahrscheinlich verworfen.

Der Grund hierfür liegt darin, dass es sich um eine völlig neue Software handelt. Man hat zudem keinerlei Erfahrungswerte oder Produkte, die irgendwelche Ähnlichkeiten besitzen. Auf Kundenfeedback lässt sich auch nicht zurückgreifen, da die R&S Klientel bis jetzt noch nicht mit so einem Tool konfrontiert wurde bzw. irgendwelche Erfahrungen sammeln konnten. Es liegen auch nur ansatzweise Kundenwünsche vor.

Ferner wäre es fatal, sofort mit der Implementierung der Endversion zu beginnen. Denn es ist noch nicht einmal klar, wie die gesetzliche Erbfolge als Basis der Erbschaftssoftware durch ein mathematisches Modell bzw. als Datenstruktur sinnvoll darstellbar ist. Das Projekt könnte dadurch jederzeit scheitern.

Es ist auch nicht vorgesehen, die erste Version zum Testen an die Kundschaft heraus-zugeben. Die Testphase erfolgt rein betriebsintern.

Die Geschäftsleitung hat vorläufig zwar grünes Licht für diesen Prototypen gegeben. Wann aber das Tool später einmal vertrieben wird, steht noch nicht fest. Zunächst sollen also nur interne Erfahrungswerte gesammelt werden.

Arbeit zitieren:
Zawichowski, Stefan September 2009: Prototypische Entwicklung einer Software zur Erbfolgebestimmung nach österreichischem Recht, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Recht, Parentelsystem, Testament, Software, Österreich

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