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Beiträge zur Planung einer Eisenbahnstrecke in Litauen

Im Abschnitt Vilnius - Kaunas

Diplomarbeit
Diplomarbeit von Jens Wetzel ; Abgabe Oktober 2009; 102 Seiten, 9,1 MB ; Note 2,0; Sprache Deutsch
Fachhochschule Erfurt Deutschland
Literatur- und Quellenangaben: ca. 27
Inhaltsangabe, Inhaltsverzeichnis und Textauszüge:

Einleitung:

Allgemeines über Litauen:

Litauen liegt im Nord-Osten Europas und ist mit 65.300 km² das größte der drei Baltischen Länder. Das Land hat 3,5 Millionen Einwohner.

Im Norden grenzt Litauen an Lettland (Latvia), im Osten und Süden an Weißrussland (Belarus), im Süden an Polen (Poland) und im Süd-Westen an das Gebiet Kaliningrad (Russia- Kaliningrad). Die Ostsee bildet im Westen eine natürliche Grenze.

Im Jahr 2004 trat Litauen der EU bei. Ein wirtschaftlicher Aufschwung war spürbar. Das BIP (Brutto-Inlands-Produkt) stieg seitdem in Litauen um 6,9%. Damit ist Litauen in dieser Hinsicht eines der wirtschaftlich erfolgreichsten Länder Europas. Doch nicht nur der Beitritt Litauens in die EU, sondern auch die zentrale geografische Lage machen dieses Land für die Transportwirtschaft interessant.

Auf Grund dieser Tatsachen müsste Litauen die Achse des europäischen Transportwesens bilden. Jedoch sind erhebliche Mängel in der Infrastruktur des Eisenbahn-, Schienen- und Straßenverkehrs zu erkennen, so dass Litauen diese Rolle bislang nicht zugesprochen werden kann.

Das 2001 km lange litauische Eisenbahnnetz ist für die Transportwirtschaft des Landes von immenser Bedeutung. Es ‘bietet effiziente Leistungen im Passagier-Fernverkehr und im Güterverkehr an.’ Auf diesem Netz werden jährlich ‘ca. 30 Millionen Tonnen Fracht [transportiert] und acht Millionen Personen’ befördert. Die Spurweite der litauischen Eisenbahn beträgt überwiegend 1520 mm (russische Breitspur). 72% des Schienennetzes sind zweigleisig ausgebaut.

Inhaltsverzeichnis:

I. Tabellenverzeichnis III
II. Abbildungsverzeichnis IV
III. Abkürzungsverzeichnis VI
1. Allgemeines über Litauen 1
2. Die Pan-Europäischen Transportkorridore in Litauen 3
3. Aufgabenstellung und Abgrenzung 4
4. Grundlagenplanung 6
4.1 Eisenbahnbetrieblicher Ist-Zustand 6
4.1.1 Reisezeiten im Regionalverkehr 6
4.1.2 Auslastungsgrad im Personenverkehr Vilnius - Kaunas 7
4.1.3 Auslastungsgrad im Güterverkehr 11
4.2 Eisenbahnbetrieblicher Soll-Zustand 13
4.2.1 Voraussichtlichen Reisezeiten im Regionalverkehr nach dem Umbau 13
4.2.2 Auslastungsgrad im schienengebunden Personenverkehr prognostiziert für 2015 14
4.2.3 Auslastungsgrad im schienengebundenen Güterverkehr prognostiziert für 2015 15
4.3 Territorialplanung 16
4.4 Eisenbahntechnischer Ist - Zustand 17
4.4.1 Umgebung 17
4.4.2 Geologie 18
4.4.3 Eisenbahnunterbau 19
4.4.4 Eisenbahnoberbau 21
4.4.5 Fahrleitungsanlagen 22
4.4.6 Bauwerke 22
4.4.7 Sonstiges 24
4.5 Variantenuntersuchung 25
4.5.1 Formeln und Konstanten zur Berechnung der Trassierung 25
4.5.2 Variantenübersicht 29
4.5.3 Variante 1: Ausgangssituation 30
4.5.4 Variante 2: Nahezu gerade Linienführung mit einem Bogen 32
4.5.5 Variante 3: Nahezu gerade Linienführung mit zwei Bögen 36
4.5.6 Variante 4: Lösung der EPG-Erfurt 40
4.5.7 Variante 5: Vermeidung von Problemen 45
4.5.8 Zusammenfassung 49
5. Vorschläge und Entwürfe 50
5.1 Massenermittlung 50
5.1.1 ME für die Variante 3: Nahezu gerade Linienführung mit zwei Bögen 51
5.1.2 ME aus Querprofilen für die Variante 4: Lösung der EPG-Erfurt 54
5.2 Auswertung der Bauplanung 58
6. Planung des Bauvorhabens 61
6.1 Verwendete Bautechnologie 61
6.2 Bauplanung 65
6.2.1 Vorbereitung 65
6.2.2 Entfernen von Konfliktpunkten 65
6.2.3 Bauwerke errichten 66
6.2.4 Bodenverhältnisse an die vorgegebenen Höhen anpassen 67
6.2.5 Herstellung der Frostschutzschicht, PSS und Grundschotter 67
6.2.6 Bauweichen an den Schnittpunkten in das Bestandsgleis einfügen 67
6.2.7 Verlegung der Gleise 68
6.3 Kostenschätzung dieser Variante 69
7. Resümee 71
8. Literaturverzeichnis 74
8.1 Bücher 74
8.2 Online-Quellen 74
8.3 Zeitschriften 76
8.4 Fachgespräche 76
8.5 Sonstiges 76
Anhang 79

Textprobe:

Kapitel 6.2, Bauplanung:

Um einen reibungslosen Bauprozess gewährleisten zu können, ist es von immenser Bedeutung, im Vorfeld jeden Bauprojektes einen Plan zu entwickeln, der die einzelnen Bauphasen definiert und in zeitlicher Reihenfolge chronologisch aufstellt. Zudem ist sicherzustellen, dass das Bauprojekt den vorhandenen Zugverkehr nicht bzw. so wenig wie möglich beeinträchtigt. Die Bauarbeiten müssen somit unter dem ‘rollenden Rad’ vonstattengehen. Lediglich kurze Sperrpausen des Gleises sind zulässig.

Vorbereitung:

Die Bahnhöfe Zasliai und Kaisiadorys besitzen Weichenverbindungen, die es ermöglichen, Züge auf das jeweils andere Gleis umzuleiten. Dies führt somit zur Vermeidung von Sperrpausen, wodurch die Störungen im betrieblichen Ablauf nur geringfügig sind. Es bedarf lediglich einer Prüfung hinsichtlich der signal- und fahrleitungstechnischen Umsetzbarkeit. Die Planung sieht nicht vor, diese Situation über die komplette Bauphase aufrechtzuerhalten - nur in den einzelnen Umbaumaßnahmen in Gleisnähe ist dies beabsichtigt. Die Zeiträume sollen maximal 48h dauern.

Des Weiteren sollten im Vorfeld der Umbaumaßnahmen alle Konfliktpunkte beseitigt, die Erdbau- und Ingenieurbaumaßnahmen, sowie Fahrleitungsgründungen, Kabelverlegungen und Signalstellungen etc. abgeschlossen werden. Auch der Einbau der Bahnkörper, einschließlich des Grundschotters, sollte weitestgehend abgeschlossen sein. Diese Arbeiten werden mit Hilfe von LKW’s und Radladern erledigt.

Entfernen von Konfliktpunkten:

Der erste Konflikt entsteht beim Streckenkilometer 63+100. Die neu geplante Strecke trifft hier auf eine Straße der niedrigsten Kategorie. Dieselbe Straße bildet beim Kilometer 63+650 erneut einen Konflikt, so dass der gesamte Straßenabschnitt ein Hindernis darstellt. Die Beseitigung dieser Kontroverse sollte in erster Instanz geschehen. Die Straße muss in nördliche Richtung versetzt werden, so dass diese mit der neu geplanten Streckenführung im Konsens steht. Diese Verlegung beinhaltet auch den gleichzeitigen Rückbau des nicht mehr benötigten Straßenabschnitts.

Der zweite Konflikt entsteht beim Streckenkilometer 65+400.

Die neue Streckenführung schneidet weiterhin eine kleinere Kreuzung. In unmittelbarer Nähe zu dieser steht ein Gebäude. Die Straße entlang des Bestandsgleises und die Kreuzung müssen einige Meter in nördliche Richtung verschoben und das Gebäude abgerissen werden.

Längs der Eisenbahnstrecke führt eine Überlandstromleitungen (10KV- Leitungen). Diese steht ebenfalls im Konflikt mit der neu geplanten Streckenführung, so dass deren Verlegung zwingend erforderlich ist. Sie sollten weiterhin aus Kostengründen als Überlandleitung geführt werden.

Bauwerke errichten:

In Höhe der Streckenkilometrierung 65+400 ist der Bau einer Eisenbahnbrücke erforderlich. Die Brücke muss folgende Kriterien erfüllen:

- Gewährleistung einer PKW- Zufahrt zu einem Friedhof.

- Länge: 20m.

- Anpassung an die Höhe des neuen Gleises.

- Mindestdurchfahrtshöhe: 4m.

- Mindestbreite: ausreichend für zwei Fahrspuren.

- Bodenverhältnisse an die vorgegebenen Höhen anpassen.

Ein weiterer Arbeitsschritt besteht in der Anpassung der leicht hügeligen Landschaft entlang der neu geplanten Streckenführung auf die Höhen der Bauoberfläche. Dies wird durch Einschnitte in das Gelände, das Ausgleichen von Tälern und das Beseitigen von Sumpflandschaften erreicht. Die Ermittlung der zu bewegenden Erdmassen erfolgt anhand von Geländemodellen und der darin eingezeichneten Querprofile des Bahnkörpers. Des Weiteren müssen auf einer Länge von 3.800km drei Wasserdurchlässe einkalkuliert und in das Gelände eingebaut werden. Diese gewährleisten den Durchfluss von Bach- oder kleineren Wasserläufen.

Herstellung der Frostschutzschicht, PSS und Grundschotter:

Nach der Anpassung des Geländes an die zu planenden Höhen können die einzelnen Schichten des Bahnkörpers eingebaut werden. Hierzu gehören die Frostschutz-, Planumschutzschicht und der Grundschotter.

Bauweichen an den Schnittpunkten in das Bestandsgleis einfügen:

Dieser Prozess erfordert Sperrpausen und könnte zu Störungen bei eisenbahnbetrieblichen Prozessen führen. Die Sperrpausen müssen so gewählt werden, dass so wenige Störungen wie möglich auftreten. An mehreren Punkten kreuzt das neu geplante Gleis das Bestandsgleis. An diesen Schnittpunkten ist der Einbau von Bauweichen erforderlich. Die Idee besteht darin, dass der Bauzug auf dem Bestandsgleis bis zur Weiche fahren kann und über diese direkt zum Bauabschnitt gelangt. Dieser bildet somit keinen Störfaktor des eisenbahnbetrieblichen Ist-Zustandes. Die Gewährleistung eines zweigleisigen Betriebes ist folglich, bis auf einzelne Ausnahmen, gegeben. Die Bauweichen werden erst bei konkreten Bedarf eingebaut.

Link zur Arbeit: http://www.diplom.de/katalog/arbeit/13752
Arbeit zitieren: Wetzel, Jens Oktober 2009: Beiträge zur Planung einer Eisenbahnstrecke in Litauen, Hamburg: Diplomica Verlag
Bestellmöglichkeiten und Preise:

Bezugspreis eBook (PDF-Datei) per Download: EUR 38,00 inkl MwSt.
Bestellnummer: ISBN 978-3-8366-3752-7
Arbeit hier downloaden

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