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Wissenschaftliche und praxisrelevante Ansätze der Unternehmensbewertung in dynamisch wachsenden Märkten

Wissenschaftliche und praxisrelevante Ansätze der Unternehmensbewertung in dynamisch wachsenden Märkten
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Alexander Binevitch
  • Abgabedatum: Juli 2009
  • Umfang: 84 Seiten
  • Dateigröße: 708,1 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: FOM - Fachhochschule für Oekonomie und Management Essen Deutschland
  • Bibliografie: ca. 116
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-3607-0
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Binevitch, Alexander Juli 2009: Wissenschaftliche und praxisrelevante Ansätze der Unternehmensbewertung in dynamisch wachsenden Märkten, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Start-up, Wachstumsunternehmen, Realoptionen, Schwartz/Moon, Unternehmensbewertung

Diplomarbeit von Alexander Binevitch

Einleitung:

Unternehmensbewertung :

Unternehmensbewertungen spielen in der Theorie und für die Praxis eine essentielle Rolle, vor allem im Corporate Finance-Geschäft. Die Unternehmensbewertung stellt eine Dienstleistung dar, der die Ermittlung des Wertes des Gesamtunternehmens oder einzelner Unternehmensteile als Ziel zugrunde liegt. Diese Dienstleistung wird auf Märkten gehandelt und wird primär bei bevorstehenden Änderungen in den Eigentumsverhältnissen nachgefragt. Anlass einer Unternehmensbewertung kann z. B. der Kauf bzw. Verkauf des Unternehmens sein, die Fusion zweier Unternehmen oder die Platzierung eines Unternehmens an der Börse.

Dynamisch wachsende Märkte:

Eine eindeutige Definition für einen dynamisch wachsenden Markt existiert in der Literatur nicht. Der dynamische Markt zeichnet sich durch laufende Veränderungen aus, sowohl die Marktteilnehmer als auch die Marktprodukte betreffend. Fortlaufend stoßen neue, innovative Unternehmungen mit innovativen Produkten in den Markt wobei, andere wiederum den Markt verlassen.

Dieser Markt ist vor allem durch vermehrte unternehmerische Innovationen und große Unsicherheiten in Bezug auf die zukünftige Entwicklung gekennzeichnet.

Junge Wachstums- bzw. Start-up-Unternehmen :

Start-up-Unternehmen sind junge und innovative Unternehmen, die sich von anderen neugegründeten Unternehmen bzw. Betrieben, wie z. B. Handwerksbetrieben, durch eine ausgeprägte Affinität zu den ‘Neuen Medien’ und eine gewisse Nähe zu der IT-Branche differenzieren. Die Bezeichnung ‘Start-up-Unternehmen’ steht in enger Verbindung mit dem Aufkommen der ‘New Economy’ und wurde zu der Zeit von dieser auch im deutschsprachigen Raum geprägt.

Als Synonym zu dem Begriff Start-up-Unternehmen werden oft die Begriffe Jungunternehmen, junge Wachstumsunternehmen und New Venture verwendet.

Die Basis eines Start-up-Unternehmen ist eine innovative Idee, die in einem Businessplan ausgeführt wird. Das Startkapital bei der Gründung von Start-up-Unternehmen ist begrenzt, folglich sind diese, um in den Markt eintreten und wachsen zu können, auf Private Equity bzw. Venture Capital oder Startkapital durch Business Angels angewiesen.

Primär gekennzeichnet sind junge Wachstumsunternehmen durch eine relativ kurze bis überhaupt nicht vorhandene Unternehmenshistorie.

Es sind Unternehmen, die vor kurzer Zeit in den Markt eingetreten sind und bislang eine überschaubare Zeit am betrieblichen Wirtschaftsleben teilnehmen. Weiterhin haben Jungunternehmen ein überproportionales Wachstum, was sie für Venture Capital-Geber interessant macht.

Symptomatisch können Start-up-Unternehmen als ‘Hoffnungsträger der Wirtschafts- und Technologiepolitik’ Deutschlands bezeichnet werden.

Problemstellung :

Die wissenschaftliche Literatur beschäftigt sich mit verschiedenen Methoden der Unternehmensbewertung und beschreibt dabei vor allem die traditionellen Verfahren zur Bewertung von Unternehmen. Dabei stehen am Markt etablierte Unternehmen im Mittelpunkt des Interesses.

Erst Mitte der 90er Jahre stieg die Nachfrage nach der Bewertung junger innovativer Unternehmen im Zuge der New Economy, was auf den Erfolg von Start-up-Unternehmen zurückzuführen war.

Die in der Literatur beschriebenen traditionellen Verfahren eigenen sich weniger für die Bewertung junger Wachstums- bzw. Start-up-Unternehmen aufgrund deren besonderer Charakteristika, was dazu führte, dass die Wirtschaftskraft und der Wert junger Wachstumsunternehmen in dieser Zeit falsch eingeschätzt wurde.

Die Bewertungsschwierigkeiten beruhen darauf, dass Start-up-Unternehmen weder an der Börse kotiert sind – folglich konnte keine Marktregulation des Firmenwertes stattfinden – noch verfügen junge Wachstumsunternehmen über verlässliche, für die Bewertung relevante Kennzahlen, wie z. B. Cash-Flows oder Wachstumsraten. Deswegen muss die Bewertung junger Unternehmen vermehrt anhand von weichen Faktoren, deren Abbildung in Kennzahlen sich als diffizil erweist, und zukünftigen Erwartungen erfolgen.

Die zum Teil dramatischen Fehlbewertungen in der Hochkonjunktur der New Economy lassen sich nicht ausschließlich auf die Schwierigkeiten der Kennzahlenerhebung bei Start-up-Unternehmen zurückführen; ebenso beruhen sie auf den zur Bewertung herangezogenen Standardverfahren.

Entsprechend stellt sich die Frage, welche der traditionellen bzw. modernen Verfahren in Einklang mit den besonderen Erfordernissen der Bewertung junger Wachstums- bzw. Start-up-Unternehmen gebracht und diesen gerecht werden können.

I Inhaltsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis V
I Formelverzeichnis VI
Abkürzungsverzeichnis VIII
Symbolverzeichnis X
1. Einleitung 1
1.1 Begriffsabgrenzung 1
1.1.1 Unternehmensbewertung 1
1.1.2 Dynamisch wachsende Märkte 1
1.1.3 Junge Wachstums- bzw. Start-up-Unternehmen 1
1.2 Problemstellung 2
1.3 Ziel der Arbeit 3
1.4 Vorgehensweise 4
2. Charakteristika junger Wachstums- bzw. Start-up-Unternehmen 5
2.1 Definition 5
2.2 Betrachtung im Lebenszykluskonzept 5
2.3 Besonderheiten junger Wachstums- bzw. Start-up-Unternehmen 8
2.3.1 Cash-Flow 8
2.3.2 Datenbasis 8
2.3.3 Vermögensgegenstände 9
2.3.4 Wachstumsprognosen 11
2.3.5 Risiko der Insolvenz 13
2.3.6 Finanzierung, Investitionen und Kapitalstruktur 15
2.4 Anforderungen an die Bewertung 18
3. Grundlagen der Unternehmensbewertung und ausgewählter Verfahren 20
3.1 Bewertungsanlässe 20
3.2 Traditionelle Bewertungsverfahren 21
3.2.1 Einzelbewertungsverfahren 22
3.2.1.1 Substanzwertverfahren 22
3.2.1.2 Liquidationswertverfahren 22
3.2.2 Gesamtbewertungsverfahren 23
3.2.2.1 Discounted Cash-Flow-Methode 23
3.2.2.1.1 Entity-Ansatz 25
3.2.2.1.2 Equity-Ansatz 29
3.2.2.2 Ertragswertverfahren 30
3.2.2.3 Vergleichsverfahren 31
3.2.2.3.1 Comparative Company Approach 31
3.2.2.3.2 Multiple-Verfahren auf Basis von Erfahrungswerten 32
3.3 ModerneBewertungsverfahren 33
3.3.1 Venture Capital-Methode 33
3.3.2 Client Contribution Approach 35
3.3.3 Realoptionsansatz 36
3.3.4 Bewertungsmodell nach Schwartz/Moon 37
3.4 Zwischenfazit 43
4. Analyse ausgewählter Unternehmensbewertungsverfahren im Hinblick auf die Bewertung junger Wachstums- bzw Start-up-Unternehmen 47
4.1 Bewertung junger Wachstums- bzw. Start-up-Unternehmen 47
4.1.1 Discounted Cash-Flow-Methode 47
4.1.2 Vergleichsverfahren 49
4.1.3 Venture Capital-Methode 50
4.1.4 Client Contribution Approach 51
4.1.5 Realoptionen 52
4.1.6 Bewertungsmodell nach Schwartz/Moon 54
4.2 Empirische Untersuchungen einzelner Bewertungsverfahren 56
5. Fallbeispiel 59
6. Kritische Zusammenfassung 61
7. Fazit und Ausblick 65
VII Literaturverzeichnis 67
VIII Internetquellen 74
Questionnaire for overnight tourists 62
Appendix 2 68
Questionnaire for day tourists and residents 68

Textprobe:

Kapitel 3.2.1, Einzelbewertungsverfahren :

3.2.1.1Substanzwertverfahren:

Bei dem Substanzwertverfahren handelt es sich um ein stichtagsbezogenes Einzelbewertungsverfahren, das auf dem Wert der Vermögensgegenstände basiert.

Das Substanzwertverfahren hat das indirekte Ziel, die Kosten des Aufbaus eines dem zu bewertenden Unternehmen identischen Unternehmens zu ermitteln. Dieser Grundgedanke basiert auf der Annahme, dass ein Käufer bei der Ermittlung des Unternehmenswertes als Alternative zum Erwerb die Neuerrichtung des identischen Unternehmens in Betracht zieht. Der Substanzwert des Unternehmens wird nach dem Wert der betriebsnotwendigen Aktiva beurteilt. Ebenso müssen die nicht betriebsnotwendigen Vermögenswerte bewertet und die nicht betriebsnotwendigen Aktiva zum Wiederbeschaffungswert angesetzt werden.

Die nicht betriebsnotwendigen Aktiva werden als „Überschusssubstanz“ bezeichnet, weil diese für die theoretische Rekonstruktion des Unternehmens nicht notwendig sind.

Das Resultat dieses Bewertungsverfahren entspricht dem Wert aller Vermögensgegen-stände und gibt die Wertobergrenze aus der Sicht eines potenziellen Käufers wieder.

Der ermittelte Unternehmenswert spiegelt den Wert zum Zeitpunkt der Unternehmensbewertung ohne jeglichen Bezug von Wachstumsprognosen und prognostiziertem Entwicklungspotenzial in der Zukunft.

3.2.12 Liquidationswertverfahren:

Das Liquidationswertverfahren ist ebenso wie das Substanzwertverfahren ein stichtagsbezogenes Einzelbewertungsverfahren.

Im Vergleich zum Substanzwertverfahren wird bei dem Liquidationswertverfahren nicht von einer Fortführung, sondern von einer Zerschlagung bzw. Liquidation des Unternehmens ausgegangen.

Der Liquidationswert ermittelt sich aus den bei der Liquidation des Unternehmens veräußerten Vermögensgegenständen, reduziert um den Wert der eventuellen Schulden und der Liquidationskosten, wie z. B. Abbruchkosten oder Steuerbelastungen. Im Gegensatz zu dem Substanzwertverfahren werden hier die Vermögensgegenstände mit den Verkaufserlösen und nicht mit den Wiederbeschaffungskosten bewertet.

Entscheidender Faktor bei der Ermittlung des Liquidationswertes ist die Zeit. Wenn für die Abwicklung der Liquidation viel Zeit zur Verfügung steht, so lässt sich ein höherer Liquidationserlös erzielen, als wenn vergleichsweise die Abwicklung kurzfristig zu erfolgen hat.

Der resultierende Liquidationswert spiegelt den unteren Grenzpreis aus Sicht des Verkäufers in einer Verhandlungssituation wider.

Arbeit zitieren:
Binevitch, Alexander Juli 2009: Wissenschaftliche und praxisrelevante Ansätze der Unternehmensbewertung in dynamisch wachsenden Märkten, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Start-up, Wachstumsunternehmen, Realoptionen, Schwartz/Moon, Unternehmensbewertung

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