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Verfahrensentwicklung zur Schwermetallabscheidung durch selektive Fällung und Selektivionenaustauscher

Verfahrensentwicklung zur Schwermetallabscheidung durch selektive Fällung und Selektivionenaustauscher
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Thomas Kommer
  • Abgabedatum: Februar 2008
  • Umfang: 156 Seiten
  • Dateigröße: 1,4 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule Furtwangen Deutschland
  • Bibliografie: ca. 29
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-3549-3
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kommer, Thomas Februar 2008: Verfahrensentwicklung zur Schwermetallabscheidung durch selektive Fällung und Selektivionenaustauscher, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Sulfidfällung, Selektivionenaustausch, Schwermetall-Ionen, funktionelle Gruppen, Wirtschaftlichkeitsbetrachtung

Diplomarbeit von Thomas Kommer

Einleitung:

Problemstellung:

Das Ziel dieser Diplomarbeit besteht darin, durch Laborversuche herauszufinden, ob die neuerdings geforderten extrem niedrigen Abwassergrenzwerte einiger osteuropäischer Staaten zur Einleitung von Abwässern durch eine Kopplung bestimmter Behandlungsverfahren eingehalten werden können. Dabei ist zu erwähnen, dass der Schwerpunkt auf zwei mögliche Verfahren gelegt wurde: Sulfidfällung sowie der Selektivionenaustausch (siehe Kap. 2.1).

Weiterhin soll untersucht werden, welches Verfahren wirtschaftlich am sinnvollsten eingesetzt werden kann. Daher wird die Arbeit mit einer entsprechenden Kostenrechnung (siehe Kapitel 8) abgeschlossen.

In diesem ersten Kapitel soll nun zuerst auf die Problematik der vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Grenzwerte bei der Einleitung von Abwässern eingegangen werden. Daneben soll ein Überblick über die zu entfernenden Schwermetalle gegeben werden.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Nomenklatur II
Fachtermini III
1. Problemstellung 1
1.1 Grenzwerte 1
1.2 Schwermetalle 3
1.3 Komplexbildner 4
2. Grundlagen 5
2.1 Verfahren zur Schwermetallentfernung 5
2.2 Vorbehandlung in der Metall verarbeitenden Industrie 8
3. Schwermetallfällung 11
3.1 Prinzip der Neutralisation 11
3.2 Prinzip der Fällung 12
3.2.1 Löslichkeitsprodukt und optimaler pH-Wert 13
3.2.2 Fällung und Flockung 14
3.3 Hydroxidfällung 16
3.3.1 Chemikalien für die Neutralisation mit der Hydroxidfällung 20
3.3.2 Komplexbildner 22
3.4 Sulfidfällung 22
3.5 Vergleich der Hydroxid- mit der Sulfidfällung 24
4. Ionenaustausch 26
4.1 Prinzip des Ionenaustausches 26
4.2 Grundlagen Ionenaustauscher 27
4.2.1 Harzmatrix 28
4.2.2 Ionenaustauschaktive Gruppen 29
4.2.3 Chelatbildende Kationenaustauscher 30
4.2.4 Dissoziationsverhalten von Iminodiessigsäure-Austauschern 32
4.3 Theorie Ionenaustausch 33
4.3.1 Gleichgewicht 33
4.3.2 Kinetik 34
4.3.3 Durchbruchverhalten 35
4.4 Auswahl des Harzes 37
4.5 Ionenaustauschverfahren 37
4.5.1 Einzelne Verfahrensschritte 38
4.5.2 Bauarten von Ionenaustauschkolonnen 39
4.5.3 Schaltungsmöglichkeiten von Austauschern 41
5. Versuchsdurchführung 43
5.1 Sulfidfällung 43
5.1.1 Metalclean-B 43
5.1.2 Praestol(r) 45
5.1.3 Versuchsablauf 46
5.2 Ionenaustausch 48
5.2.1 Verwendete Harze 48
5.2.1.1 Carbion(r) H 48
5.2.1.2 LEWATIT(r) MonoPlus TP 207 49
5.2.2 Vorberechnungen und Versuchsplanung 54
5.2.3 Versuchsaufbau 56
5.2.4 Vorbehandlung 58
5.2.5 Wasserzusammensetzung 59
5.3 Analysenverfahren 60
5.3.1 Theorie der Atomemissionsspektrometrie (AES) 60
5.3.2 Vorgehensweise bei der Analyse 60
6. Auswertung und Diskussion Versuche Sulfidfällung 62
6.1 Versuchsreihe 1 bis 3: Parameterbestimmung 62
6.2 Versuchsreihe 4 bis 7: Parameteroptimierung 65
6.3 Versuchsreihe 8 bis 10: Komplexiertes Abwasser 69
6.4 Versuchsreihe 11 bis 14: Abwasser aus Vorbehandlungsanlage 72
6.5 Zusammenfassung der Versuchsergebnisse 74
7. Auswertung und Diskussion Versuche Ionenaustausch 75
7.1 Vorversuche 1 und 2: Harzeignung 75
7.1.1 Berechnung der Harzkapazität am Beispiel von Versuch V1A 77
7.1.2 Ergebnisse Versuch V1 79
7.1.3 Ergebnisse Versuch V2 82
7.2 Vorversuch V3: Optimierung der Parameter 84
7.2.1 Ergebnis Versuch V3A 86
7.2.2 Ergebnis Versuch V3B 87
7.2.3 Ergebnis Versuch V3C 88
7.2.4 Ergebnis Versuch V3D 89
7.2.5 Ergebnis Versuch V3E 89
7.2.6 Ergebnis Versuch V3A-2 91
7.2.7 Ergebnis Versuch V3F 92
7.3 Zusammenfassung der Ergebnisse von V1 und V3 93
7.4 Vorversuch V4: Praxisnahes Abwasser 97
7.5 Versuch 5: Test auf Komplexbildner 100
7.6 Versuch V6: Abwasser mit hoher Schwermetall-Konzentration 102
7.7 Versuch V7: Abwasser mit geringerer Schwermetall-Konzentration 106
7.8 Versuch V8: Komplexiertes Abwasser 108
7.9 Versuch V9: Abwasser aus Vorbehandlungsanlage 109
7.10 Zusammenfassung der Versuchsergebnisse 111
8. Wirtschaftliche Betrachtung der beiden Verfahren 112
8.1 Anlagenbeispiel 112
8.1.1 Verfahrensschema Sulfidfällung 112
8.1.2 Verfahrensschema Ionenaustausch 113
8.2 Kalkulation der Betriebskosten 114
8.2.1 Sulfidfällung 114
8.2.2 Ionenaustausch 117
8.2.3 Kostenvergleich der beiden Verfahren 121
9. Fazit und Ausblick 123
Literaturverzeichnis IV
Verzeichnis der Abbildungen V
Verzeichnis der Tabellen VI
Anhang: Messergebnisse Versuche Ionenaustausch VII-XXI

Textprobe:

Kapitel 4.5, Ionenaustauschverfahren:

Die Anwendung von Ionenaustauschern erfolgt in der Regel in Kolonnen bzw. Filterkesseln in Form eines Festbettverfahrens. Die häufigsten Anwendungen von Ionenaustauscher-Verfahren im Bereich der Wasseraufbereitung sind:

- Enthärtung (Neutralaustausch) mit starksauren Kationenaustauschern in der Natriumform.

- Enthärtung und Entkarbonisierung mit schwachsauren Kationenaustauschern.

- Nitratentfernung mit starkbasischen Anionenaustauschern.

- Entfernung von organischen Stoffen mit Anionenaustauschern.

- Entfernung von Schwermetallen, z.B. mit chelatbildenden Kationenaustauschern (Selektiv-Austauscher).

Eine Schwermetallentfernung mit Selektiv-Kationenaustauschern hat gegenüber allen anderen Verfahren den großen Vorteil, dass diese Harze eine extrem hohe Affinität und Kapazität für Schwermetalle besitzen und dass hierbei die sonstige Wasserzusammensetzung praktisch unverändert bleibt. Im gereinigten Wasser können somit extrem niedrige Schwermetallkonzentrationen erreicht werden.

Wegen der begrenzten Aufnahmekapazität der Harze und der damit verbundenen Kosten für Regenerierungschemikalien ist das Verfahren nur zur Reinigung von sehr gering belastetem Wasser geeignet (Schwermetallkonzentrationen sollten sich möglichst im Mikrogramm-Bereich befinden).

Einzelne Verfahrensschritte:

Die Beladung erfolgt bis zum Erreichen des definierten Grenzwertes. Vor der Regeneration und der Konditionierung des Austauschers ist meistens eine Rückspülung mit Wasser erforderlich, weil sich bei den meist sehr langen Laufzeiten eine nicht unerhebliche Menge an Trübstoffen und anderen partikulären Substanzen im Austauscherbett angesammelt haben und das Harzbett aufgelockert werden muss. Die hierbei anfallenden Rückspülwässer können geringe Schwermetallgehalte aufweisen.

Die Regeneration erfolgt nach der Erschöpfung der Kapazität des Harzes. Sie geschieht bei Kationenaustauschern mit Säure - vor allem Salzsäure (HCl) - und bei Anionenaustauschern mit Lauge, vorwiegend Natronlauge (NaOH). Bei der Regenerierung wird der Beladungsvorgang umgekehrt: Es fällt ein Regenerat - auch Eluat genannt - an, das neben der überschüssigen Säure bzw. Lauge die ausgetauschten Kat- bzw. Anionen enthält. Es muss in jedem Fall aufgefangen und fachgerecht behandelt bzw. entsorgt werden.

Zur Überführung des Austauschers von der nun vorliegenden Form in die bevorzugte Betriebsform muss nach der Regeneration noch ein weiterer Behandlungsschritt erfolgen, die Konditionierung. Sie geschieht bei Kationenaustauschern mit Lauge - vor allem Natronlauge (NaOH) - und bei Anionenaustauschern mit Säure, vorwiegend Salzsäure (HCl). Sie stellt somit eine Beladungsumkehrung der Regeneration dar.

Nach der Regeneration und der Konditionierung muss das Harz jeweils mit Wasser ausgespült werden, um die überschüssige Säure bzw. Lauge auszuwaschen. In Bauarten von Ionenaustauschkolonnen:

Der Ionenaustausch erfolgt in wirtschaftlichem Maßstab in der Regel in Form eines Festbettverfahrens. In Folgendem soll ein kurzer Überblick über die beiden gängigsten Verfahren gegeben werden.

Festbettverfahren:

Beim Gleichstrom- oder Festbettverfahren wird die Harzschüttung im Betrieb von oben nach unten von dem zu reinigenden Wasser durchströmt. Bei der Regeneration erfolgt die Beaufschlagung mit den Regenerierchemikalien in gleicher Richtung. Auch das Auswaschen der Regenerierchemikalien erfolgt von oben nach unten. Um sicherzustellen, dass die unteren Zonen der Harzschüttung sicher und ausreichend regeneriert sind - schließlich fließt durch sie im Betrieb das gereinigte Wasser ab – muss gegenüber den theoretischen Regeneriermittelmengen mit einem Aufwand von ca. 250 % bei Kationen- und ca. 400 % bei Anionenaustauschern regeneriert werden.

Schwebebettverfahren:

Beim Gegenstrom- oder Schwebebettverfahren wird die Harzschüttung im Betrieb von unten nach oben vom Wasser durchströmt. Das Harzbett wird nach oben gegen den oberen Düsenboden getrieben. Bei der Regenerierung erfolgt die Beaufschlagung des Harzes mit Regenerierchemikalien in entgegen gesetzter Richtung - also von oben nach unten. Dadurch sinkt die Harzfüllung nach unten gegen den unteren Düsenboden. Die aufgegebenen noch unverbrauchten Chemikalien gelangen somit zuerst in den oberen Teil der Harzschicht, also in den Teil, durch den das gereinigte Wasser austritt. Damit wird diese Schicht - auch Feinreinigungszone genannt - besonders gut regeneriert, noch bevor das Restharz regeneriert wird. Deshalb kann bei dieser Art der Regeneration der Chemikalienaufwand nur ca. 120 bis 150 % des theoretischen Bedarfs betragen. Dies bedeutet einen wesentlich geringeren Verbrauch an Chemikalien als beim Festbettverfahren.

Ein weiterer Vorteil gegenüber dem Festbettverfahren ist eine aus der Regenerierung im Gegenstromverfahren resultierende niedrigere Restleitfähigkeit des Wassers. Allerdings erfordert das Schwebebettverfahren für den Betrieb einen höheren apparativen Aufwand (unter anderem zwei Düsenböden). Deshalb wird es in der Regel erst bei Wasserdurchsätzen ab ca. 10 m³/h wirtschaftlich sinnvoll.

Arbeit zitieren:
Kommer, Thomas Februar 2008: Verfahrensentwicklung zur Schwermetallabscheidung durch selektive Fällung und Selektivionenaustauscher, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Sulfidfällung, Selektivionenaustausch, Schwermetall-Ionen, funktionelle Gruppen, Wirtschaftlichkeitsbetrachtung

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