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Konzeption und Umsetzung einer webbasierten Streaming-Media-Anwendung für das Sprachlernen

Konzeption und Umsetzung einer webbasierten Streaming-Media-Anwendung für das Sprachlernen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Tanja Otte
  • Abgabedatum: Mai 2009
  • Umfang: 114 Seiten
  • Dateigröße: 3,5 MB
  • Note: 1,1
  • Institution / Hochschule: Universität Paderborn Deutschland
  • Bibliografie: ca. 76
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-3468-7
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Otte, Tanja Mai 2009: Konzeption und Umsetzung einer webbasierten Streaming-Media-Anwendung für das Sprachlernen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Streaming, E-Learning, Sprachen, Flex, Werkzeuge

Diplomarbeit von Tanja Otte

Einleitung:

Medien vermitteln und übertragen Informationen, die der Kommunikation dienen. Damit sei vorab gesagt, dass es Medien im Schulunterricht immer zur Hilfe und Unterstützung der Lehrer und Schüler gibt, aber niemals die Medien selbst den Unterricht gestalten können. Der Begriff Medium wird im Schulunterricht häufig mit dem Ausdruck Unterrichtsmittel gleichgesetzt, was eine damit verbundene inhaltliche Komponente einschließt. Das Medium impliziert demzufolge den Einsatz einer angemessenen Methode. Im Schulunterricht, insbesondere im Sprachunterricht, ist der Medieneinsatz in den letzten Jahren ein viel diskutiertes Thema. Besonders Pädagogen und Programmierer sind dabei nicht immer einer Meinung, denn nicht alles, was technisch machbar ist, erweist sich als didaktisch sinnvoll. Der Computereinsatz im Sprachunterricht ist dementsprechend nicht als solcher und bedingungslos aus pädagogischer Perspektive lohnenswert. Das Unterrichtsmedium muss für Lehrer und Schüler im Lernprozess geeignet sein, und zwar in technischer, fachlicher und motivationspsychologischer Hinsicht.

Dazu bieten neue Technologien bereits unterschiedliche Möglichkeiten, die das Erlernen von Fremdsprachen fördern. Das Internet bietet sich als Materialquelle für Texte, Filme, etc. und kann durch Dienste wie Email oder Chat auch als weltweites Kommunikationsmittel genutzt werden. Außerdem bietet die Arbeit mit dem Internet vielfältige Möglichkeiten, um Teamfähigkeit, Kooperationsbereitschaft und Kommunikation zu fördern. Des Weiteren wird das Medium CD-ROM genutzt, um umfangreiche Lernsoftware zur Verfügung zu stellen, die jedoch in der Regel stark statisch strukturiert ist. Eine weitere Möglichkeit für den Medieneinsatz im Lernprozess stellt das Lernen im Fernunterricht dar.

Alle genannten Methoden basieren weitestgehend auf den Prinzipien der Schriftlichkeit bzw. Visualisierung. Für die mündlichen Fertigkeiten, wie Sprechen und Hören, sind bislang noch wenige Programme im Einsatz. Für den Sprachunterricht hat das zur Konsequenz, dass Aussprache und Hörverständnis im Schulunterricht weiterhin über die traditionellen Methoden, wie z.B. Tonband oder Video gelehrt werden. Ein Problem besteht darin, dass im Gegensatz zu den schriftlichen Medien Hörtexte im Unterricht nicht beliebig oft wiederholt werden können, was zur Benachteiligung schwächerer Schüler führen kann. Im Unterricht fehlt dafür schlichtweg die Zeit, wogegen ein geschriebener Text auch in Heimarbeit selbstständig wiederholt werden kann. Auch kann in einer Klasse mit 25 Mitgliedern nicht jeder Schüler auf seine Artikulation und Intonation in der Fremdsprache hin geprüft werden. Daraus resultiert die Forderung nach Unterrichtsmitteln, welche die mündlichen Fertigkeiten im Sprachlernen unterstützen, so auch in der Entwicklung digitaler Fernlernkonzepte.Der aktuelle Stand der Technik erlaubt es, auch mündliche Echtzeitkommunikation webbasiert zu implementieren und für den Einsatz im E-Learning nutzbar zu machen.

Diese Arbeit erarbeitet das Konzept und beschreibt die technische Umsetzung einer webbasierten Streaming-Audio-Anwendung für das Sprachlernen, welche die Prinzipien der Mündlichkeit berücksichtigt. Die Konzeption bezieht sich dabei auf den Einsatz der Clientanwendung innerhalb einer webbasierten Lernumgebung, welche auf dem an der Universität Paderborn entwickelten Konzept der virtuellen Wissensräume basiert.

Zunächst werden in Kapitel 2 grundlegende Überlegungen zum Medieneinsatz im Sprachunterricht vorgestellt. Dabei wird im ersten Teil des Kapitels auf den Medienbegriff im didaktischen Umfeld, sowie auf grundlegende, mediendidaktische Konzepte kurz eingegangen. Aus diesen Konzepten resultiert schlussendlich die Entscheidung für die Konzeption eines Lernwerkzeuges innerhalb einer offenen Lernumgebung. Der zweite Teil des Kapitels widmet sich ausgewählten Lern- und Arbeitstechniken im Fremdsprachenunterricht, die das Erlernen von mündlichen Fertigkeiten berücksichtigen. Dazu werden vier fremdsprachendidaktische Konzepte kurz vorgestellt. Kapitel 3 beschreibt drei konkrete Unterrichtszenarien, welche die Überlegungen aus dem zweiten Kapitel einbeziehen. Mithilfe der Lern- und Arbeitstechniken werden die mit einer Software möglichen Unterrichtsbeispiele vorgestellt und didaktisch sowie methodisch begründet. In Kapitel 4 wird die Konzeption und Umsetzung der konkreten Streaming-Audio-Anwendung beschrieben. Dazu werden aus den Unterrichtszenarien zunächst konkrete Anforderungen an die Anwendung herausgearbeitet. Anschließend werden die einzelnen Funktionen, die eine solche Software leisten muss, ausführlich beschrieben und daraus das Softwarekonzept erstellt.

Zuletzt wird im Rahmen dieser Arbeit ein Prototyp der webbasierten Streaming-Audio-Anwendung umgesetzt. Dazu werden konkrete Methoden für die Umsetzung in der Arbeit erläutert.

Inhaltsverzeichnis:

1 Einleitung 1
2 Medien im Sprachunterricht 3
2.1 Grundlegende Konzepte der Mediendidaktik 3
2.1.1 Struktur medialer Lehrangebote 5
2.1.2 Werkzeuge der Wissenskonstruktion 13
2.1.3 Infrastrukturen von Medien im Unterricht 19
2.2 Lern- und Arbeitstechniken im Fremdsprachenunterricht 27
2.2.1 Hören lernen 28
2.2.2 Aussprache lernen 32
2.2.3 Authentische Materialien 35
2.2.4 Sprechanlässe schaffen 37
3 Einsatzszenarien 41
3.1 Szenario 1: Projektarbeit ‘Radio News’ 41
3.2 Szenario 2: Hausaufgabe ‘American History’ 46
3.3 Szenario 3: Fernlernen mit ‘Lernen auf Reisen’ 49
4 Konzeption und Umsetzung der webbasierten Streaming-Audio-Anwendung 52
4.1 Anforderungen 52
4.2 Technische Rahmenbedingungen 56
4.2.1 opensTeam 57
4.2.2 BID OWL - Bildung im Dialog in Ostwestfalen-Lippe 60
4.2.3 Rich-Internet-Applikation mit Adobe Flex 62
4.2.4 Streaming Audio 64
4.3 Konzeption der Streaming-Audio-Anwendung 66
4.3.1 Gesamtanwendung 67
4.3.2 Aufnahme 72
4.3.3 Abspielen 76
4.3.4 Bereitstellen und Laden 79
4.4 Umsetzung der Streaming-Audio-Anwendung 82
4.4.1 Gesamtanwendung 82
4.4.2 Aufnahme 86
4.4.3 Abspielen 89
4.4.4 Bereitstellen 92
5 Fazit und Ausblick 93
6 Literaturverzeichnis 96
7 Anhang 103

Textprobe:

Kapitel 3.2, Szenario 2: Hausaufgabe ‘American History’:

Beim zweiten Lernszenario handelt es sich um eine Hausaufgabe im Heimarbeitsbereich zur Übung des Hörverstehens der Schüler. Dazu wird das in Kapitel 2.2.1 erläuterte Modell für Hörverständnisübungen benutzt. Grundlage für dieses Szenario ist das Kapitel Answering questions/ Listening and making longer responses von Ur. In der anschließenden Unterrichtsstunde sollen dann kurze Verständnisfragen bezüglich des Textes gestellt werden. Die Hausübung ist für den Fremdsprachenunterricht der Sekundarstufe mit einer Bearbeitungszeit von ca. 30 Minuten vorgesehen.

Didaktische Überlegungen und Lernziele Auch für dieses Szenario ist eine für Lehrer und Schüler offen stehende Lernumgebung Voraussetzung, die kooperatives Arbeiten ermöglicht und die Streaming-Audio-Anwendung bereitstellt. Als technische Voraussetzung für das Unterrichtsszenario ist es außerdem erforderlich, den Schülern einen Zugang zu internetfähigen Computern mit Lautsprechern bzw. Kopfhörern zu gewährleisten.

Ein Ziel des Unterrichts ist der Einsatz von gesprochenen Texten, um das Hörverstehen zu verbessern. Müller-Hartmann/ Schocker-von Ditfurth bezeichnen das Hörverstehen aufgrund der Einmaligkeit der gesprochenen Sprache als sehr schwierig. Dem wird entgegengewirkt, indem es den Schülern möglich ist, die Hörtexte beliebig oft zu wiederholen. Dazu hilft der Einsatz der Streaming-Audio-Anwendung.

Da in den Klassen in der Regel unterschiedliche Leistungsniveaus vorherrschen, können einige Schüler Fragen schon nach dem ersten Hören beantworten, andere erst nach mehrmaligem Hören. Im Verbund der Klasse bleibt der schwächere Schüler deshalb bei Hörtexten oft benachteiligt. Sinnvolle Hörverständnisübungen werden dazu in die drei Phasen Pre-Listening, While-Listening und Post-Listening gegliedert. Die Pre-Listening-Phase beinhaltet die Aufgabenstellung und wird im Unterricht behandelt. Die Schüler werden damit vorbereitet und das Vorwissen aktiviert. Überdies soll das Interesse der Schüler geweckt und geklärt werden, was sie inhaltlich und sprachlich erwartet. In der While-Listening-Phase wird der Text von jedem Schüler im Heimarbeitsbereich wiederholt. Mit dem vorgegebenen Fragenkatalog soll das Verständnis des Hörtextes im Zentrum stehen. Mit dem Ziel, die sprachlichen Anforderungen zu steigern, sind die Fragen vom Niveau und Detailierungsgrad abgestuft. In der Kontrolle während der nächsten Unterrichtsstunde, der Post-Listening-Phase, wird die Übung dann abgerundet, indem sie abgeschlossen wird. Je nach Gesamtkonzept können darauf aufbauend weitere Übungen zum Thema durchgeführt werden können.

Weiterhin ist in dem Szenario von didaktischer Bedeutung, dass die eingesetzten Texte authentischen Materialien, soweit als möglich, entsprechen. Da diese Texte jedoch nicht für das didaktische Rahmenkonzept geschaffen wurden, stellt der Hörprozess eine Herausforderung an die Schüler da, weil diese dazu neigen, jedes Wort verstehen zu wollen. Genau diese Tatsache kann bei den Schülern zur Überforderung führen. Daher ist es notwendig, bei der Arbeit mit dem authentischen Material Hinweise zu geben, wie es durch den zugehörigen Fragenkatalog erreicht wird. Der bereitgestellte Fragenkatalog unterstützt den Lernprozess weiter, indem er einzelne Inhalte des Hörtextes gesondert herausarbeitet, wodurch sich der Wiedererkennungswert in der gesprochenen Sprache erhöht. Der Hörtext muss nicht vollständig übersetzt werden, sondern der Sinn muss klar und die Zusammenhänge müssen verstanden sein. Die Schüler sollen dabei lernen, mit Schlüsselwörtern und anderen Anhaltspunkten ein Textverständnis zu erarbeiten.

Die didaktischen Entscheidungen des Lehrers umfassen unter anderem die Länge des Hörtextes sowie Art und Umfang der Fragestellungen. Einerseits wäre denkbar, Multiple-Choice-Fragen zu stellen, die einfach durch den Lehrer mittels geeigneter Software ausgewertet werden könnten. Andererseits können die Antworten auch schriftlich in Form eines Aufsatzes erfolgen. Je nach gewünschtem Schwierigkeitsgrad und Niveau der Schüler kann hier variiert werden.

Unterrichtsverlauf:

Der Verlauf des Unterrichtszenarios wird in drei Phasen unterteilt: die Aufgabenstellung im Schulunterricht, die Bearbeitung im Nachmittagsbereich sowie die Kontrolle und die Rückmeldung durch den Lehrer. Die Aufgabe wird, hier als Beispiel, in ein Gesamtkonzept über amerikanische Geschichte integriert. Als Hörtext soll den Schülern der Text eines native speakers zur Verfügung gestellt werden, wie der Text über das weiße Haus, welcher unter www.eslpodcards.com abrufbar ist. Weitere Texte sind z.B. unter www.esl-lab.com frei verfügbar. Falls ein solcher Text nicht in Frage kommt, kann ein Text von CD benutzt werden. Jedoch muss beim Laden von Daten darauf geachtet werden, dass die Daten in komprimierter Form vorliegen. Dann kann der Lehrer den Hörtext innerhalb von BID OWL in einem Ordner ablegen. Dabei ist wichtig, dass auf den Ordner von den Schülern zwar zugegriffen werden kann, aber keine Bearbeitung möglich ist. Im Unterricht wird dieser Text ein- bis zweimal vorgespielt, um einen ersten Einstieg in das Thema zu geben. Bewusst wird der Fragenkatalog hier noch nicht verteilt, da es sich um eine Vorbereitung der eigentlichen Aufgabe handelt. Im Unterricht wird zunächst die Aufgabe erklärt sowie der Zugang zum Hörtext und dem Arbeitsblatt innerhalb von BID OWL festgelegt. Der Fragenkatalog besteht aus Fragen zur Entstehungsgeschichte des weißen Hauses, die nach Schwierigkeit abgestuft sind. Dazu bietet BID OWL die Möglichkeit, einen passenden Multiple-Choice Fragebogen zu erstellen. Der Vorteil ist eine einfache und direkte Auswertung. Für detaillierte Bearbeitungen bleibt die Möglichkeit, die Fragen mit dem Textwerkzeug zu bearbeiten.

Die weitere Bearbeitung, nach Aufgabenstellung, erfolgt dann selbstständig in Form von Hausaufgaben. Innerhalb der BID OWL Plattform wird die Streaming-Audio-Anwendung gestartet und der Hörtext aus dem entsprechenden Ordner aufgerufen. Jetzt kann der Schüler mithilfe der Funktionen Abspielen und Spulen den Text bzw. einzelne Sequenzen beliebig oft anhören. Die Anwendung ist in der Benutzerführung so einfach gehalten, dass keine besondere Schulung notwendig ist. Der Schüler kann sich auf dem Monitor zeitgleich die Fragen ansehen und darauf reagieren.

Die Fragen können, gleichgültig, ob es sich um eine Multiple-Choice oder textliche Antwortmethode handelt, direkt am Computer, aber auch schriftlich in Papierform gelöst werden. Allerdings stellt das Beantworten in Papierform einen unerwünschten Medienbruch dar. Die Antworten werden abschließend ausgewertet. Der Lehrer hat die Möglichkeit, die Hausaufgaben in BID OWL abzurufen und zu kontrollieren. Damit ist die Möglichkeit gegeben, auf Hörschwächen des Einzelnen einzugehen. Als Korrekturmöglichkeit empfiehlt es sich, den Text in der folgenden Stunde gemeinsam zu hören und die Fragen für alle Schüler korrekt zu beantworten.

Arbeit zitieren:
Otte, Tanja Mai 2009: Konzeption und Umsetzung einer webbasierten Streaming-Media-Anwendung für das Sprachlernen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Streaming, E-Learning, Sprachen, Flex, Werkzeuge

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