Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Währungskrisen: Ursachen, Folgen, Gegenmaßnahmen

Währungskrisen: Ursachen, Folgen, Gegenmaßnahmen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Nasiha Bibih
  • Abgabedatum: Dezember 2008
  • Umfang: 107 Seiten
  • Dateigröße: 674,6 KB
  • Note: 1,5
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Düsseldorf Deutschland
  • Bibliografie: ca. 78
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-2784-9
  • ISBN (CD) :978-3-8366-2784-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Bibih, Nasiha Dezember 2008: Währungskrisen: Ursachen, Folgen, Gegenmaßnahmen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Contagion-Effekte, Währungskrisen, Argentinienkrise, Tobin-Steuer, Finanzmarkt

In den Warenkorb
48,00 €

Diplomarbeit von Nasiha Bibih

Einleitung:

In den letzten Jahrzehnten häuften sich Nachrichten über Währungskrisen in unterschiedlichen Ländern. Insbesondere die Krise des argentinischen Pesos (2001), des russischen Rubels (1998), der asiatischen Währungen (1997), des mexikanischen Pesos (1994/1995) sowie die Krisen des EWS-Systems (1992/1993) sind nur die bekanntesten einer Vielzahl von Währungskrisen. Zudem sind solche Krisen mit gravierenden politischen und wirtschaftlichen Problemen verbunden. In Indonesien und Argentinien beispielsweise kam es aufgrund von Währungskrisen sogar zu sozialen Unruhen. Solche Krisen verschlechtern nicht nur die Wirtschaft der betroffenen Länder, sondern in den meisten Fällen auch die gesamte Weltwirtschaft. Grund dafür trägt die Globalisierung, welche verstärkt dazu beiträgt, dass Ansteckungsgefahren einer Währungskrise nicht nur die nationale Wirtschaft, sondern häufig auch die gesamte Weltwirtschaft belasten. Währungskrisen beschränken sich auf keinen bestimmten Typus von Ländern. In Emerging Markets ist die Häufigkeit und Stärke von Währungskrisen jedoch besonders hoch.

Die Währungskrisen in jüngerer Vergangenheit lösten verheerende wirtschaftliche, soziale und politische Folgen sowohl für die betroffenen Staaten, als auch für die Weltwirtschaft aus. Die Konsequenzen solcher Krisen lösten mehrere Debatten über eine Neugestaltung der internationalen Finanzarchitektur aus. Um potentielle Krisen möglichst vermeiden zu können, sollte es im Interesse der Ökonomen und der Politik liegen, geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Ex post betrachtet verschlechtern sich vor Ausbruch der Krise ökonomische Aggregate. Hierbei ist es besonders ratsam, notwendige Maßnahmen zu ergreifen, um einem Krisenausbruch noch entgegensteuern zu können.

Gang der Untersuchung:

Die Darstellung von Ursachen, Folgen und Gegenmaßnahmen von Währungskrisen ist Gegenstand dieser Arbeit. Die Arbeit gliedert sich wie folgt: Im zweiten Kapitel werden der Begriff und die Historie von Währungskrisen vorgestellt. Im dritten Kapitel werden die Ursachen von Währungskrisen erster und zweiter Generation und im vierten Kapitel neuere Währungskrisenmodellansätze dargestellt. Hieran schließt sich das fünfte Kapitel mit der Darstellung möglicher Auswirkungen von Währungskrisen, an. Im sechsten Kapitel werden schließlich adäquate Maßnahmen zur Vermeidung von Währungskrisen aufgelistet. Das siebte Kapital bildet letztlich mit einem Resümee den Abschluss.

Inhaltsverzeichnis:

ABBILDUNGSVERZEICHNIS V
TABELLENVERZEICHNIS VI
BEGRIFFE UND ABKÜRZUNGEN VII
SYMBOLVERZEICHNIS VIII
1. EINLEITUNG 1
2. DEFINITION UND HISTORIE 2
2.1 Theoretische Definitionen 2
2.2 Krisendefinition mittels EMPI 4
2.3 Historie von Währungskrisen 6
2. Die Mexikokrise 7
3. TRADITIONELLE WÄHRUNGSKRISENMODELLE 10
3.1 Modell der ersten Generation 10
3.1.1 Kanonisches Ursprungsmodell von KRUGMAN 11
3.1.2 Der Zeitpunkt einer spekulativen Attacke 13
3.1.3 Flood/Garber Modell 15
3.2 Modelle der zweiten Generation 21
3.2.1 Multiple Gleichgewichte 23
3.2.2 Spieltheoretische Überlegungen 25
3.2.3 Obstfeld Modell 29
3.2.4 Modell von Jeanne 34
4. AKTUELLERE WÄHRUNGSKRISENMODELLE 36
4.1 Modell der dritten Generation 36
4.1.1 Bankenkrise 36
4.1.1.1 Moral Hazard 38
4.1.1.2 Überinvestitionen infolge von Moral Hazard 39
4.1.1.3 Overborrowing und internationaler Kapitalmarkt 41
4.1.1.4 TwinCrises 42
4.2 Zwischenfazit 44
4.3 Probleme der Modellgeneration 44
5. FOLGEN VON WÄHRUNGSKRISEN 45
5.1 Definition Contagion - Effekte 46
5.1.1 Erklärungsmodelle für die Übertragung von Krisen 47
5.1.1.1 Monsun - Effekte 48
5.1.1.2 Spillover - Effekte 48
5.1.1.3 „True Contagion“ 49
5.1.2 Ursachen von Contagion - Effekten 50
5.1.2.1 Fundamentale Verflechtungen 50
5.1.2.2 Finanzwirtschaftliche Verflechtungen 53
5.1.2.3 Politische Verflechtungen 55
5.1.2.4 Ansteckungen durch Herdenverhalten 55
5.2 Die Argentinienkrise und ihre Folgen 56
5.2.1 Einleitung 56
5.2.2 Entwicklung der Krise 57
5.2.2.1 Verschuldung während der Militärdiktatur 57
5.2.2.2 Gründe für den wirtschaftlichen Niedergang 58
5.2.2.3 Die Wirkungen wirtschaftspolitischer Maßnahmen 60
5.2.2.4 Der IWF und seine Wirkungen 61
5.2.3 Die nationalen Folgen 62
5.2.4 Folgen für die Weltwirtschaft 63
5.2.5 Fazit 64
5.3 Die Asienkrise und ihre Folgen 64
5.3.1 Entwicklung der Südostasienkrise 65
5.3.2 Nationale Folgen der Krise 68
5.3.3 Folgen für die Weltwirtschaft 69
5.3.4 Folgen für Deutschland 70
5.3.5 Profiteure der Asienkrise 72
5.4 Wechselkurssysteme in Schwellenländer 73
5.5 Fazit 74
6. GEGENMAßNAHMEN 75
6.1 Mögliche Lösungsansätze 75
6.1.1 Ad hoc - Maßnahmen 75
6.1.2 Der internationale Währungsfonds (IWF) 77
6.2 Präventive Maßnahmen 78
6.2.1 Beschränkung der Kreditaufnahme von Banken und Unternehmen in Fremdwährung 79
6.2.2 Einführung einer Kapitalimportsteuer 80
6.2.3 Die Tobin - Steuer 81
6.2.3.1 Funktionsweise der Tobin - Steuer 81
6.2.3.2 Nachteile und Kritik 84
6.2.3.3 Das Freistellungsproblem 86
6.2.3.4 Ausweichmöglichkeiten 87
6.2.4 Kapitalexportkontrollen 87
6.2.5 Regulierung der Finanzmärkte 88
6.2.6 Vermeidung von Fixkurssystemen 90
6.3 Fazit 90
7. SCHLUSSBEMERKUNG 91
ANHANG 1: Abbildungen und Tabellen 94
LITERATURVERZEICHNIS 96

Textprobe:

Kapitel 5.1.2 Ursachen von Contagion-Effekten:

Um die Frage zu beantworten, ob Ansteckungseffekte bei Finanzkrisen existieren und in welcher Form selbst nicht betroffene Länder von einer Währungskrise angesteckt werden können, müssen die Ursachen, d.h. die Kanäle und Mechanismen der Übertragung untersucht werden. Zum einen werden fundamentale real- oder finanzwirtschaftliche sowie politische Verflechtungen für das gleichzeitige Auftreten von Finanzkrisen verantwortlich gemacht, andererseits wird das Verhalten der Finanzmarktteilnehmer dafür verantwortlich gemacht.

Fundamentale Verflechtungen:

Die Ausbreitung einer Krise über den realen Sektor unterscheidet, neben einem allgemeinen globalen Schock, drei Effekte: ein Wettbewerbseffekt, ein Einkommenseffekt (Importnachfrage) und ein Cheap-Import-Effekt (positiver Schock auf die Angebotskurve). Wertet eine Landeswährung auf Grund einer Krise ab, werden die Exporte des Landes billiger. Die Nachfrage nach teuren Konkurrenzprodukten würde infolge sinken. Der Ausbruch einer Krise im Inland führt also zu Exporteinbußen im Nachbarland und schließlich zu einem Zahlungsbilanzdefizit in diesem Land. Insgesamt wird durch eine Krise in einem Land die Exportfähigkeit der gesamten Außenwirtschaft betroffen. Wenn eine Krise nun das Einkommensniveau eines Landes beeinflusst, wirkt sich dies auf die Nachfrage nach Importen aus. Wenn Länder direkt in das Krisenland exportieren werden diese bemerken, dass die Nachfrage nach Gütern sinkt. Andererseits kann es auch durchaus vorkommen, dass die Nachfrage nach Gütern steigt, weil auf Grund des gesunkenen Einkommensniveaus qualitativ niedrigere Güter nachgefragt werden. Drittens erscheint der Cheap-Import-Effekt. Wertet ein Land aufgrund einer Krise ab, kann es zu einer Verbesserung der Terms of Trade kommen. D.h. Importe, die nicht von einer Krise betroffen sind, können billiger bezogen werden. Diese Länder könnten insgesamt ein höheres Konsumniveau erreichen. „So profitiert z.B. Deutschland durch billigere Importe.“ Eine mögliche Ausbreitung über den Realsektor wurde bereits von Eichengreen, Rose und Wyplosz, die die Wettbewerbssituation hinsichtlich Erklärung von Contagion-Effekten anhand von 20 Industriestaaten zwischen 1959 und 1993 untersucht haben, dargestellt. Sie zeigen, dass Länder, die im internationalen Handeln agieren und Wettbewerb miteinander führen Ziel unerwarteter spekulativer Währungsattacken werden können. Dies würde die Wahrscheinlichkeit selbst eine Währungskrise zu bekommen um 8% erhöhen. Zudem betonen Eichengreen und Rose, dass die Handelsbeziehungen und nicht die makroökonomischen Ähnlichkeiten die Ausbreitung einer Krise bestimmen.

Glick und Rose hingegen untersuchen die Wettbewerbssituation hinsichtlich Contagion-Effekten weltweit und überwiegend in Emerging Markets. Sie untersuchten 161 Länder innerhalb fünf großer Währungskrisen zwischen 1971 und 1997. Dabei verwenden sie drei Größenordnungen von Handelsverflechtungen. Die erste Handelsverflechtung ist der gewichtete Durchschnitt der Bedeutung verschiedener Exportmärkte für die gemeinsamen Exporte mit dem ursprünglichen Krisenmarkt. Bei der zweiten Handelsverflechtung wird der direkte Handelseffekt durch die Parallelen der Exportvolumen beider Länder gemessen. Die dritte Größenordnung misst den gewichteten Durchschnitt der beiden Größen. In allen fünf Krisenkapiteln erhöht der Grad der Handelsverflechtung deutlich die Wahrscheinlichkeit in eine Krise zu geraten. In empirischen Studien wird allerdings häufig gezeigt, dass die Gravitätstheorie häufig Anwendung findet, in der Determinanten wie Ähnlichkeit und Häufigkeit von Ländern eine entscheidende Rolle spielen. Angenommen die Ähnlichkeit hängt zudem von der Entfernung ab, so kommt es zu einer regionalen Ausbreitung der Krise..

Glick, Rose, Kaminsky und Reinhart zeigen, dass während der Asienkrise die am stärksten betroffenen Länder Thailand, Malaysia, Indonesien, Korea und die Philippinen insbesondere Konkurrenten in ihren Exportmärkten gewesen sind. Wobei hier Kaminsky und Reinhart unterstreichen, dass in Asien die Handelsbeziehungen weniger von Bedeutung waren als in Lateinamerika, da lateinamerikanische Staaten einen höheren intra - regionalen Handel austauschen. Ganz anders argumentiert jedoch Masson. Er betont, dass Handelsbeziehungen die Ausbreitung von Krisen während der Asienkrise und der Mexikokrise nicht erklären könnten, weil der Anteil an Exporten aus den direkten Nachbarstaaten nur geringfügig sei. Dies bedeutet, dass Mexiko und Asien nur geringe Mengen an Exportgütern von ihren Nachbarländern beziehen würden. So könne die Ausbreitung der Krise während der Asienkrise 1997 und der Mexikokrise 1994 über Handelsbeziehungen nicht ausreichend erklärt werden.

Die Studie zu den Handelseffekten von Glick und Rose berücksichtigt allerdings nicht Effekte wie (i) Preiseffekte, (ii) Rückkoppelungseffekte, die Rolle von (iii) Handelsstrukturen oder (iv) die Linearität. Der Handel in der Krisenübertragung beruht vor allem auf Preiseffekte. Mit Preiseffekten ist die reale Abwertung in Konkurrenzländern gemeint, die den bilateralen Handel und Wettbewerb in Drittländern beeinflussen. Außerdem sind in der Studie Rückkopplungseffekte zwischen Ländern und Handelsstrukturen zu berücksichtigen. Mit Handelsstrukturen sind hier die Exportstrukturen der beteiligten Staaten gemeint. Eine Krisenübertragung über den Handel in Drittländer ist hier nur dann von Bedeutung, wenn die Exportgüter der Länder Ähnlichkeiten aufweisen und/oder substituierbar sind. Der wichtigste Aspekt, den die Studie ebenfalls nicht berücksichtigt, ist die Linearität hinsichtlich des Handels und der Krisenübertragung. Die implizite Annahme besteht meistens darin, dass je größer die Handelsverflechtung ist, desto größer ist die Krisenübertragung, was in der Regel nicht immer gegeben sein muss. Auf Grund unterschiedlicher Meinungen und Einschränkungen bezogen auf die Bedeutung von Handelsverflechtungen für die Erklärung von Contagion Effekten ist eine abschließende Bewertung nicht möglich.

In den Warenkorb
48,00 €

Arbeit zitieren:
Bibih, Nasiha Dezember 2008: Währungskrisen: Ursachen, Folgen, Gegenmaßnahmen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Contagion-Effekte, Währungskrisen, Argentinienkrise, Tobin-Steuer, Finanzmarkt

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren