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Beruf: Pressesprecher

Das Berufsbild des Öffentlichkeitsarbeiters einer Sportorganisation anhand des Österreichischen Schwimmverbandes (OSV)

Diplomarbeit
Diplomarbeit von Karin Fenz ; Abgabe November 2008; 182 Seiten, 890,1 KB ; Note 1,0; Sprache Deutsch
Universität Wien Österreich
Literatur- und Quellenangaben: ca. 96
Inhaltsangabe, Inhaltsverzeichnis und Textauszüge:

Einleitung:

Obwohl der Kommunikationssektor boomt, heißt das noch lange nicht, dass ein einheitliches Verständnis darüber besteht, was in diesem Betätigungsfeld überhaupt geleistet wird. Der gesamte Kommunikationsbereich – das gilt vor allem auch für die PR – leidet unter diffusen Berufsbildern und schwammigen Vorstellungen über Tätigkeitsbereiche und Aufgaben.

In Zeiten, in denen es selbst bestens ausgebildeten Arbeitskräften immer schwerer fällt, zu erkennen, wen Stellenanzeigen ansprechen sollen und ob ihr eigenes vorhandenes Potential dem Gewünschten entspricht, wird es zunehmend dringlicher, Tätigkeitsbereiche zu beschreiben. Die Kommunikationsbranche macht da keine Ausnahme. Sofern einmal nicht Wirtschaft oder Politik im Mittelpunkt stehen, sondern Sport, geht es zumeist um Journalismusforschung. Dabei benötigt auch der Sportsektor den Dialog mit seinen Teilöffentlichkeiten, um selbstbestimmt über Vorgänge innerhalb der Organisation zu informieren. Der gesamte Sektor erfreut sich großer Beliebtheit, nicht zuletzt aufgrund der Athleten, die mittendrin stehen und zu Helden stilisiert werden. Wie aber ist es um die Leute im Hintergrund bestellt, die als Schaltstelle zur Öffentlichkeit fungieren? Welche Tätigkeiten verrichten sie und mit welchen Qualifikationen?

Der Sportjournalist informiert in seinem Artikel in einer Zeitung oder einer Zeitschrift bzw. in seinem Beitrag im Fernsehen oder Radio über aktuelles Sportgeschehen. Dazu zählt in dessen beruflichen Alltag aber nicht nur die reine Ergebniswiedergabe. Wesentlich häufiger als um den Ausgang von Wettbewerben, geht es um die Vor- und Nachberichterstattung. Als Ansprechpartner dafür dienen bevorzugt die Betroffenen selbst, in diesem Fall die Sportler. Die Realität sieht aber eine Funktion dazwischen geschaltet: den Pressesprecher. An ihn wendet sich der Journalist, wenn der Athlet nicht zu erreichen ist, sich eine Geschichte aufgetan hat, der er nachgehen will oder einfach, wenn der Redakteur in der so genannten ‘Sauren-Gurken-Zeit’ Seiten oder Sendezeit füllen muss.

Die Verfasserin der vorliegenden Arbeit war selbst jahrelang in der Situation, die Verantwortlichen für die Öffentlichkeitsarbeit als Radio- und Fernsehjournalistin zu kontaktieren. An einem gewissen Punkt stellte sich dann die unbedarfte Frage: Sitzen die Ansprechpartner der einzelnen Sportorganisationen den ganzen Tag über am Telefon, um sieben Tage die Woche, 24 Stunden lang, für die Medien erreichbar zu sein oder umfasst der Beruf noch andere Tätigkeiten und wenn ja, welche? Nicht zuletzt erfüllt das zum Teil die seit Jahren existierende Forderung der Wissenschaft, zu untersuchen, ‘wie sich Berufsrollen, Tätigkeitsbereiche, Macht- und Einflußgrößen, Status, Prestige und Gehälter der Public Relations bei uns entwickeln’.

Forschungsstand:

Der Beruf des PR-Experten oder Pressesprechers im Allgemeinen bzw. dessen Tätigkeit und die damit verbundenen Qualifikationen ist bereits mehrmals Mittelpunkt des Forschungsinteresses von Wissenschaftlern im deutschen Sprachraum gewesen. Bereits 1985 wurden die Anzahl, das Geschlecht, das Wirken, das Einkommen sowie die notwendige und vorhandene Vorbildung der im Berufsfeld Public Relations Tätigen erstmals in einer Untersuchung in Zahlen ausgedrückt. Deren Verfasserin Meta Hass gilt daher als Pionierin in Österreich. Bis heute eignet sich ihre Forschungsarbeit als klassisches Basiswerk für Vergleiche innerhalb der Public Relations, etwa bei der Untersuchung der Berufsrollen oder bei der Erhebung von Veränderungen durch das Gegenüberstellen aktuellerer Daten. Waren Mitte der 1980er Jahre noch 81 Prozent der PR-Fachleute Männer mit vorwiegend journalistischer Vorbildung, so hat sich das Blatt innerhalb von nur eineinhalb Jahrzehnten regelrecht gewendet. 15 Jahre später ist das Berufsfeld zu 70 bis 80 Prozent weiblich und rund neun von zehn Agierenden verfügen über eine höhere Ausbildung bis hin zum Studienabschluss. Die Angst, dass ein mehrheitlich von Frauen ausgeübter PR-Beruf an Status verliert, herrscht in Österreich, im Gegensatz zu Deutschland, nicht.Wobei nicht auszuschließen ist, dass eine derartige Diskriminierung hierzulande schlichtweg von den Betroffenen nicht wahrgenommen wird.

Wieder andere Ergebnisse liefert in diesem Zusammenhang die Schweiz. Die Öffentlichkeitsarbeit unserer westlichen Nachbarn wird vor allem von Laien beherrscht. Eine Aus- oder Weiterbildung im Public Relations-Bereich haben nur wenige PR-Leute. Die Anzahl der Frauen und Männer hält sich in diesem Berufsfeld die Waage. In höheren Positionen sind Frauen, gemessen an ihrem Gesamtanteil in der Branche untervertreten und verdienen im Durchschnitt weniger als Männer.

Intensiver mit dem Betätigungsfeld der Pressesprecher hat sich bisher einzig Günter Bentele in Deutschland beschäftigt. Vereinfacht hat ihm die Sache, dass deutsche Pressesprecher in einem Berufsverband zusammengeschlossen sind. Bentele hat diesen Berufsstand als Ganzes mittlerweile zweimal vermessen und herausgefunden, dass in diesem Bereich der PR mehr Männer als Frauen tätig sind. Zu Österreich gibt es bislang keine vergleichbaren Ergebnisse. Eine Vielzahl weiterer Autoren widmete sich dem Tätigkeitsbereich eines PR-Profis. Bei allen aber fehlt der Blick auf den Sport. Das Berufsbild eines Pressesprechers in einer Sportorganisation wird man vergeblich suchen. Lediglich die Beschreibung eines Tätigkeitsbereiches stand schon im Focus wissenschaftlicher Arbeiten. In einem Vergleich zwischen der Pressearbeit der Fußball- und Schiverbände von Österreich und der Schweiz durch Gottfried Stienen richtete sich das Augenmerk auf die Bedeutung der Tätigkeit für den davon profitierenden Journalisten und auf Verbesserungsmöglichkeiten. Weitere Aufgabengebiete der Ansprechpartner der Organisationen blieben ausgespart.

Auf Grundlage dieser Untersuchung verfasste Michaela Wörndl wenige Jahre später eine Arbeit und beklagte eine ‘(…) spärliche, Literatur über Öffentlichkeitsarbeit im Sport bzw. in Sportorganisationen’ und ‘daß die Sportvereins- und -verbändeforschung in Österreich einen sehr geringen Entwicklungsstand aufweist.’ Eine Klage, die nahezu ungehört blieb – mit Ausnahme von Jasmine Hötzl, die anhand des Fallbeispieles eines Fitness-Centers das Aufgabengebiet eines PR-Fachmannes im Sport skizzierte – denn auch Bernhard Beyer bekannte, ‘dass es zwar jede Menge Literatur zum Thema Öffentlichkeitsarbeit (…) beziehungsweise zum Thema Sport (…) gibt. Texte, die sich sowohl mit PR als auch mit Sport (…) beschäftigen, habe ich jedoch nur sehr vereinzelt gefunden.’ (Beyer 2000: 6) Er widmet sich der Bedeutung der PR für den Sport, nachdem dieser im 20. Jahrhundert enorm expandiert und sich als Wirtschaftfaktor etabliert hat. Gleichzeitig bemängelt Beyer das Fehlen einer Lobby, wie in Wirtschaft und Politik üblich. Kritik an Aufgaben und Zielen der PR einer Sportorganisation und im Detail deren für die öffentliche Ansprache einzusetzenden Mittel finden sich bei Birgit Schielin.

Fragestellung:

Um dem Berufsbild des Pressesprechers einer Sportorganisation auf die Spur zu kommen, sollen nachfolgende Fragestellungen beantwortet werden, deren theoretischer Fundierung sich die nachfolgenden Kapitel widmen:

-Wie notwendig ist Öffentlichkeitsarbeit im Sport, etwa im Vergleich zu Wirtschaft und Politik?

-Was macht den Öffentlichkeitsarbeiter einer Sportorganisation aus?

-Wie nah kommt der Pressesprecher im OSV dem idealen PR-Praktiker?

-Auf welche Weise/mit welchen Mitteln werden die Teilöffentlichkeiten angesprochen?

-Welche Anforderungen und Erwartungen gilt es im Österreichischen Schwimmverband zu erfüllen? Welche Rolle spielt dabei das Geschlecht des Pressesprechers?

-Pressearbeit gilt als die klassische Technikerarbeit. Welchen Tätigkeiten aber wird im OSV hauptsächlich nachgegangen?

-Welche Berufsrolle überwiegt dadurch? Techniker oder Manager?

-Welchem der vier Modelle der PR nach Grunig entspricht die Öffentlichkeitsarbeit im OSV?

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 4
1.1 Forschungsinteresse 4
1.2 Forschungsstand 5
1.3 Fragestellung 8
2. Public Relations / Öffentlichkeitsarbeit 9
2.1 Historische Entwicklung der Public Relations 9
2.1.1 USA 10
2.1.2 Deutschland 11
2.1.3 Österreich 13
2.2 Begriffsklärungen 16
2.2.1 Public Relations 16
2.2.2 Abgrenzung von Public Relations zu verwandten Begriffen 20
2.2.2.1 Werbung 20
2.2.2.2 Propaganda 21
2.2.2.3 Marketing 22
2.2.2.4 Journalismus 22
2.3 Ziele, Aufgaben und Instrumente der PR 24
2.3.1 Ziele der Öffentlichkeitsarbeit 24
2.3.2 Aufgaben der Public Relations 25
2.3.3 Instrumente der PR 26
2.4 Zusammenfassung 30
3. Sichtweisen und Theorie der PR 32
3.1 Verständnis aus kommunikationstheoretischer Sicht 32
3.1.1 Organisationstheoretische Sicht 32
3.1.2 Gesellschaftstheoretische Sicht 33
3.1.2.1 Sport und Gesellschaft 34
3.1.2.2 Sport und Politik 35
3.1.2.3 Sport und Wirtschaft 36
3.1.3 Marketingtheoretische Sicht 38
3.2 Theorieansätze der Public Relations 39
3.2.1 Die ‘Vier Modelle der Public Relations’ nach Grunig/Hunt 39
3.2.1.1 Publicity Modell 39
3.2.1.2 Public Information 40
3.2.1.3 Modell der asymmetrischen Kommunikation 40
3.2.1.4 Modell der symmetrischen Kommunikation 40
3.2.2 Einordnung der Teilöffentlichkeiten 42
3.3 Berufsrollen der Public Relations 44
3.3.1 PR-Techniker 44
3.3.2 PR-Manager 46
3.4 Der ideale PR-Praktiker 48
3.4.1 Aus der Sicht von Edith Wienand 48
3.4.2 Nach dem Verständnis Albert Oeckls 50
3.5 Der reale Praktiker 51
3.6 Frauen in der PR 52
3.7 Zusammenfassung 54
4. Berufsfeldforschung 56
4.1 Beruf 56
4.1.1 Kompetenzraster nach Szyszka 57
4.2 Berufsfeld 58
4.3 Profession 58
4.3.1 Exkurs: Professionalisierung der Public Relations 59
4.4 Berufsbild 61
4.5 Betätigungsfelder und Berufsbezeichnungen in der Public Relations 63
4.6 Pressesprecher 67
4.7 Zusammenfassung 68
5. Grundlegendes zum Thema Sport 70
5.1 Institutioneller Rahmen von Sport in Österreich 72
5.1.1 Staatliche Seite des Sports 74
5.1.2 Nicht-staatliche Seite des Sports 76
5.2 Wozu Public Relations im Sport? 78
5.2.1 Aufgaben und Instrumente von Sport-PR 80
5.2.2 Teilöffentlichkeiten einer Sportorganisation 82
5.2.3 Abgrenzung zu politischen und wirtschaftlichen Organisationen 83
5.3 Zusammenfassung 84
6. Österreichischer Schwimmverband 86
6.1 Organisationsstruktur des Österreichischen Schwimmverbandes 86
6.2 Imageträger des Österreichischen Schwimmverbandes 88
6.3 Feminisierung der Öffentlichkeitsarbeit in Sportorganisationen 89
6.4 Forschungsfragen 90
6.5 Zusammenfassung 91
7. Empirische Untersuchung - Befragen der Teilöffentlichkeiten 92
7.1 Beschreibung der Untersuchungsmethode 92
7.2 Untersuchungszeitraum 93
7.3 Forschungsfragen und Interviewleitfaden 93
7.4 Darstellung der Untersuchung / Beantwortung der Forschungsfragen 96
7.4.1 Selbstbild 96
7.4.2 Fremdbild 101
7.5 Zusammenfassung der empirischen Ergebnisse 107
8. Resümee und Ausblick 109
8.1 Resümee 109
8.2 Thesen 112
8.3 Ausblick 113
9. Literaturverzeichnis 114
9.1 Sekundärliteratur 120
10. Abbildungs- und Tabellenverzeichnis 121
11. Anhang 122
11.1 OSV-Pressesprecherin Mag. (FH) Anja Richter am 25.6.2008 122
11.2 Mag. Dietmar Furthmayr / Hauptsponsor Bäckerei Ströck am 3.7.2008 127
11.3 OSV-Generalsekretär Thomas Gangel am 9.7.2008 140
11.4 Sportstaatssekretär Dr. Reinhold Lopatka am 17.6.2008 148
11.5 Robert Michlmayr, Schwimmtrainer am 7.7.2008 156
11.6 Maxim Podoprigora, Athlet, am 30.6.2008 161
11.7 Wolfgang Schiefer, Sport-Journalist ATV am 2.7.2008 169
11.8 Anton Schutti, Geschäftsführer Österreichische Sporthilfe am 24.6.2008 177

Textprobe:

Kapitel 3.3, Berufsrollen der Public Relations:

Historisch aus den Presseabteilungen gewachsen, hat sich das Berufsfeld Public Relations in den vergangenen Jahrzehnten zu einem immer breiteren Arbeitsbereich entwickelt. Die rein journalistischen Fähigkeiten reichten plötzlich nicht mehr aus und leiteten in den 1970er Jahren in den USA den Beginn der Rollenforschung ein. Je nach Art der ausgeübten Tätigkeit lassen sich nun die Berufsrollen ‘PR-Techniker’ und ‘PR-Manager’ unterscheiden. Während ein Techniker wie beiläufig als ‘Spezialist für das Verfassen und Produzieren von PR- und Pressematerialien’ bezeichnet wird, greift der Manager auch zu wissenschaftlichen Methoden, ‘analysiert, plant, berät [und] kontrolliert (…)’.

PR-Techniker:

Der Ausdruck ‘PR-Techniker’ bezeichnet den klassischen PR-Praktiker. Nach der von Grunig getroffenen Unterscheidung der vier Modelle der Public Relations zählt er zum handwerklich-technischen Bereich der Öffentlichkeitsarbeit, der die ersten beiden Modelle der Publicity und der Information umfasst. Klaudia Gründl hat sechs Tätigkeiten der PR-Techniker nach der Häufigkeit ihres Praxiseinsatzes erhoben:

- Schreiben und redigieren von Texten.

- Herstellung und Pflege der Medienkontakte.

- Durchführung von PR-Aktionen.

- Verbreitung von Meldungen.

- Produktion von Druckschriften.

- Herstellen von Fotos und Grafiken.

Bereits aus dieser Liste geht deutlich hervor, dass Presse- und Medienarbeit in Österreich den höchsten Stellenwert in der täglichen PR-Arbeit genießt. Daran soll sich in der vergangenen Dekade nichts geändert haben. Nach der jüngsten Untersuchung der Pressesprecher in Deutschland beansprucht der Kontakt zu den Medien den größten Teil der Arbeitszeit, gefolgt von Internet-Auftritt und PR-Aktionen.

Seit den ersten Untersuchungen Ende der 1970er Jahre in den USA ist das Rollenbild des Technikers in der Öffentlichkeitsarbeit vorherrschend. Sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Deutschland wurden geschlechtsspezifische Unterschiede deutlich. Demnach ist es das von Frauen am stärksten besetzte Betätigungsfeld der Public Relations. Gleichzeitig verdienen sie auch bei gleicher Berufsausbildung und Qualifikation wie Männer, weniger als diese. In den USA wurde errechnet, dass die Einkommensdifferenz und damit der Verlust der Frauen im Laufe von rund vierzig Arbeitsjahren zwischen 300.000 und 1,5 Million Dollar beträgt. Dafür wurde der Begriff von ‘The million dollar penalty’ geprägt.

In Österreich allerdings schwammen die Frauen schon früh gegen den Strom. Bereits in den ausgehenden 1990er Jahren zeigte sich in einer Untersuchung ein ausgewogener Anteil von Männern und Frauen unter den PR-Technikern. Gleichsam konnten auch beim Durchschnittsverdienst keine Hinweise auf eine grundsätzliche Schlechterstellung oder Diskriminierung von Frauen gefunden werden.

PR-Manager:

‘Als Public Relations (PR) (…) bezeichnet man das Management der Kommunikationsprozesse von Organisationen mit ihren Bezugsgruppen.’ Die in dieser Definition der ‘Schweizer Public Relations Gesellschaft’ (SPRG) angeführte Management-Funktion findet sich auch schon in früheren Begriffserklärungen. So erfasste etwa Harlow eine ‘distinctive management function’ und auch Grunig/Hunt bezeichnen PR als ‘management of communication’. Innerhalb der vier PR-Modelle ist der PR-Manager Vertreter der professionellen Public Relations, als die Grunig seine beiden Modelle der asymmetrischen und der symmetrischen Kommunikation bezeichnete. Das bedeutet, ihr Kommunikationsverhalten ist ein dialogisches. Auch gilt ihre PR-Eignung als höher als jene von Technikern. (Vgl. Dorer 1994: 17) ‘PR-Manager sind (…) verantwortlich für die Formulierung, Abstimmung und Umsetzung der Kommunikationsstrategie. Ihr Tätigkeitsprofil ist (…) durch planende, steuernde und kontrollierende Tätigkeiten gekennzeichnet’. Nach Gründl lassen sich folgende sechs praktische Tätigkeiten gereiht nach ihrer Häufigkeit dem PR-Manager zuschreiben:

- Planung und Empfehlung von PR-Maßnahmen.

- Organisation von PR-Aktionen.

- Entwicklung von PR-Konzepten.

- kommunikationspolitische Entscheidungen treffen.

- Analyse von Kommunikationsproblemen.

- Erfolgskontrolle.

PR-Manager sind männlich und älter als PR-Techniker. Das zeigt sich in Studien aus den USA, Deutschland und der Schweiz zu diesem Thema. In Österreich allerdings hält sich die Geschlechterverteilung diesbezüglich die Waage. Ein Männerüberhang in der Managerrolle ist nicht zu konstatieren. Rund ein Drittel aller PR-Praktiker war zur Mitte der 1990er Jahre in diesem Bereich tätig, darunter mehrheitlich Männer. Die Annahme der Wissenschaftler ist, dass die Karriereleiter bei Männern besser funktioniert als bei Frauen. Als Hintergrund dient der allgemeine Konsens darüber, dass Frauen von ihrer Anlage her die bessere kommunikative Eignung für den Techniker-Beruf mitbringen. Für Ulrike Röttger bedingt das aber auch das Erreichen der gläsernen Decke. Ein Aufstieg innerhalb des Unternehmens in eine Funktion, die strategische Fähigkeiten verlangt, scheint nicht möglich zu sein.

Romy Fröhlich wiederum spricht in diesem Zusammenhang von einem Stereotyp, das sie als ‘Karrierekiller’ und ‘Freundlichkeitsfalle’ bezeichnet. Langfristig soll die Öffentlichkeitsarbeit eines Managers erfolgreicher sein als jene des Technikers. In der Praxis ist eine Verschmelzung beider Rollen feststellbar, jedoch keine Taylorisierung. Mehrheitlich lehnen die PR-Experten in Österreich zudem eine eindeutige Trennung der Berufsrollen ab. Sie bevorzugen die Bezeichnung ‘Kommunikationsarchitekten’.

Zusätzlich hat die Wissenschaft neben diesen beiden klassischen Rollenbildern noch ein weiteres ausgemacht: das Berater-Profil. Dieses ist gekennzeichnet durch Tätigkeiten, wie dem Kommunizieren mit Kunden, dem Bearbeiten von Korrespondenz sowie dem Pflegen von Medienkontakten und ist primär in Agenturen anzutreffen.

Link zur Arbeit: http://www.diplom.de/katalog/arbeit/12707
Arbeit zitieren: Fenz, Karin November 2008: Beruf: Pressesprecher, Hamburg: Diplomica Verlag
Bestellmöglichkeiten und Preise:

Bezugspreis eBook (PDF-Datei) per Download: EUR 38,00 inkl MwSt.
Bestellnummer: ISBN 978-3-8366-2707-8
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