Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung für Dienstleistungsunternehmen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Oliver Alber
- Abgabedatum: Oktober 1998
- Umfang: 125 Seiten
- Dateigröße: 750,0 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Universität Stuttgart Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-1259-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-1259-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-1259-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Alber, Oliver Oktober 1998: Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung für Dienstleistungsunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Dienstleistungsunternehmen, Kapitalbeschaffung, Finanzierung, Rechtsformentscheidung
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Diplomarbeit von Oliver Alber
Einleitung:
Verglichen mit Firmen der güterproduzierenden Industrie haben viele Dienstleistungsunternehmen eine andere Bilanzstruktur, da bei ihnen Investitionen in Sachvermögenswerte zugunsten laufender Ausgaben (vor allem für Mitarbeiter) in den Hintergrund treten. Aus dieser Tatsache ergeben sich spezielle Konsequenzen für die finanzielle Leitung eines Unternehmens: Aufgrund des Fehlens von (dinglichen) Kreditsicherheiten stehen einige der gängigen Kapitalbeschaffungsformen nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung, andere sind unvorteilhaft. Außerdem ist eine Fristenkongruenz zwischen Kapitalüberlassung und Kapitalbindung, gerade auch in der Aufbauphase eines Unternehmens, schwerer zu realisieren. Gelingt es den Firmen nicht, diesen besonderen Umständen Rechnung zu tragen, sind sie in besonderem Maße insolvenzgefährdet. Wird zusätzlich die Rechtsform des Betriebes ungeschickt gewählt, können die finanzwirtschaftlichen Probleme noch gravierender werden.
In dieser Arbeit werden deshalb potentielle Möglichkeiten der Eigen- und Fremdkapitalbeschaffung für Dienstleister geringer Anlagenintensität vorgestellt und erörtert. Dabei wird für jedes Finanzierungsinstrument geprüft, ob es für die betrachteten Firmen als finanzwirtschaftlich vorteilhaft anzusehen ist, wie man es sinnvoll einsetzen kann und ob weitere Faktoren zu beachten sind. Eine Überlegung darüber, ob der Einsatz des jeweiligen Finanzierungsinstrumentes an gewisse Rechtsformen gebunden ist bzw. welche Finanzierungsmöglichkeiten sich überhaupt aufgrund einer bestimmten Rechtsform ergeben oder verschließen, rundet die Ausarbeitung ab.
Die Arbeit eignet sich für alle, die sich einen theoretisch fundierten Überblick über Kapitalbeschaffungsmöglichkeiten für Unternehmen der Dienstleistungsbranche verschaffen wollen; Praktikern bietet sie darüber hinaus die Gelegenheit, sich ein Urteil über die Vorteilhaftigkeit einzelner Finanzierungsinstrumente für ihr Unternehmen zu bilden. All diejenigen, die sich mit Finanzierungsfragen von Dienstleistern beschäftigen, erhalten hier also einen fundierten Einstieg in die Materie.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| Verzeichnis der Abbildungen und Tabellen | V | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Zum Begriff des Dienstleistungsunternehmens | 2 |
| 2.1 | Theoretische Grundlagen | 3 |
| 2.2 | Bilanzielle Unterschiede zwischen Dienstleistungs- und Güterproduzenten | 5 |
| 2.3 | Abgrenzung des Themas | 7 |
| 3. | Abgrenzung der Finanzierungsbedarfe | 8 |
| 3.1 | Gründungsfinanzierung | 10 |
| 3.2 | Finanzierung bei Expansion | 11 |
| 3.3 | Überbrückungsfinanzierung | 12 |
| 3.4 | Finanzielle Sanierungsmaßnahmen | 14 |
| 4. | Zur Finanzierungstheorie | 14 |
| 5. | Der Einfluß der Unternehmensgröße auf die Kapitalbeschaffung | 18 |
| 6. | Finanzierungsinstumente | 20 |
| 6.1 | Innenfinanzierung | 22 |
| 6.1.1 | Selbstfinanzierung | 23 |
| 6.1.2 | Finanzierung aus Abschreibungen | 26 |
| 6.1.3 | Finanzierung aus Rückstellungen | 27 |
| 6.1.4 | Finanzierung durch Vermögensumschichtung | 30 |
| 6.1.5 | Finanzierung durch Rationalisierungsmaßnahmen | 31 |
| 6.2 | Außenfinanzierung | 32 |
| 6.2.1 | Eigen- und Beteiligungsfinanzierung | 33 |
| 6.2.1.1 | Eigenkapitalhilfen staatlicher Institutionen | 34 |
| 6.2.1.2 | Wachstumsfinanzierung durch Beteiligungsgesellschaften | 35 |
| 6.2.1.3 | Finanzierung durch Beteiligung von Mitarbeitern, Kunden, Zulieferern und Management | 39 |
| 6.2.1.4 | Beteiligungsfinanzierung über die Börse | 41 |
| 6.2.2 | Kreditfinanzierung | 45 |
| 6.2.2.1 | Langfristige Bankkredite | 47 |
| 6.2.2.2 | Das Gesellschafterdarlehen | 49 |
| 6.2.2.3 | Kredite staatlicher Institutionen | 51 |
| 6.2.2.4 | Finanzierung mit Hilfe von Handelskrediten | 51 |
| 6.2.2.5 | Der Kontokorrentkredit | 53 |
| 6.2.2.6 | Der Wechseldiskontkredit | 54 |
| 6.2.2.7 | Der Lombardkredit | 56 |
| 6.2.2.8 | Genußscheine | 57 |
| 6.2.2.9 | Kurzfristige Festbetragskredite | 59 |
| 6.2.2.10 | Kreditleihe als Finanzierungsinstrument | 60 |
| 6.2.3 | Kreditsubstitute | 61 |
| 6.2.3.1 | Factoring | 62 |
| 6.2.3.2 | Leasing | 63 |
| 6.2.4 | Sonstige Kapitalbeschaffungsmöglichkeiten | 65 |
| 6.2.4.1 | Subventionsfinanzierung | 66 |
| 6.2.4.2 | Debitorenmanagement | 67 |
| 6.2.4.3 | Versicherungen | 68 |
| 6.2.4.4 | Investor Relations | 69 |
| 6.3 | Konzerninterne Finanzierung | 70 |
| 7. | Die Problematik der Rechtsform bei der Kapitalbeschaffung | 71 |
| 7.1 | Das Einzelunternehmen | 73 |
| 7.2 | Personengesellschaften | 75 |
| 7.2.1 | Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts | 76 |
| 7.2.2 | Die Offene Handelsgesellschaft | 77 |
| 7.2.3 | Die Partnerschaftsgesellschaft | 78 |
| 7.2.4 | Die Kommanditgesellschaft | 80 |
| 7.3 | Kapitalgesellschaften | 82 |
| 7.3.1 | Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung | 82 |
| 7.3.2 | Die Aktiengesellschaft | 85 |
| 7.3.3 | Die Kommanditgesellschaft auf Aktien | 87 |
| 7.4 | Zusammengesetzte Rechtsformen: Die GmbH & Co. KG | 88 |
| 7.5 | Eingetragene Genossenschaften | 90 |
| 7.6 | Der wirtschaftliche Verein | 90 |
| 7.7 | Rechtsformwechsel | 91 |
| 7.8 | Bevorzugte Rechtsformen von Dienstleistungsunternehmen | 92 |
| 8. | Ausblick: Finanzierungsverhältnisse deutscher Unternehmen | 94 |
| 9. | Zusammenfassung | 96 |
| Glossar | VI | |
| Literaturverzeichnis | X |
6.2.2.3 Kredite staatlicher Institutionen a) Charakterisierung Bei den Krediten staatlicher Institutionen handelt es sich um normale langfristige Kredite mit festgeschriebenen Zinssätzen, die allerdings einige Besonderheiten aufweisen: Es werden oftmals einige zinsfreie (i.d.R. zwei bis drei) sowie tilgungsfreie Jahre (u.U. bis zu zehn) gewährt. Die zu zahlenden Zinssätze sind dabei niedriger als bei den üblichen Bankfinanzierungen. Es gibt Fördermittel zu verschiedenen Anlässen:80 Existenzgründung, Investitionen in wirtschaftlich schwachen Gebieten, Investitionen in den Umweltschutz und zu Energiesparzwekken, Hilfen zur Aus- und Weiterbildung usw. Über die Möglichkeiten der Kreditbeschaffung mittels staatlicher Institutionen und deren Konditionen, sowie zu erfüllende Voraussetzungen der Antragsteller, geben Kammern, Verbände, Banken, Arbeitsämter usw. Auskunft. [...]
b) Beurteilung Aus den oben dargestellten Vorteilen wird deutlich, daß das Gesellschafterdarlehen ein sehr interessantes Finanzierungsinstrument ist: Es ist beliebig flexibel in der Ausstattung der Konditionen, ein Prolongations- oder Zinsrisiko besteht faktisch nicht und es ist nur insoweit abhängig von der Unternehmensgröße, als daß der Fiskus überhöhte Gesellschafterdarlehen nicht mehr als Fremdkapital anerkennt. Die Gesellschaft kostet das Darlehen die zu zahlenden Zinsen, abzüglich der durch sie erzielten Steuerersparnis, dem Kapitalgeber entstehen höchstens Opportunitätskosten, sollte er woanders höhere Renditen erzielen können (dieser Punkt ist hypothetisch, denn in diesem Fall würde er erst gar kein Unternehmen gründen). Aus ganzheitlicher Sicht kann, gerade bei Ein-Personen-Kapitalgesellschaften, mit diesen Darlehen also Steueroptimierung betrieben werden. Sie sind also insbesondere für die Firmen unbedingt zu erwägen, die eine übersichtliche Eigentümerstruktur haben und bei der Finanzmittelaufnahme nicht aus irgendwelchen Gründen die Eigenkapitalausstattung erhöhen müssen. [...]
wiegend Nachteile entgegen, die sich im Extremfall als Existenzbedrohung für die betrachteten Dienstleistungsunternehmen (und natürlich auch für andere Betriebe) erweisen können. 6.2.2.2 Das Gesellschafterdarlehen a) Charakterisierung Für Eigentümer von Kapitalgesellschaften gibt es Anreize, ihren Gesellschaften neben Eigenkapital auch Darlehen zu gewähren. Der Hauptgrund für ein Gesellschafterdarlehen ist dabei dessen steuerliche Behandlung: Es wird genauso behandelt wie das Fremdkapital eines außenstehenden Investors, d.h. Zinsen können als Betriebsaufwand in der GuV geltend gemacht werden und die Steuerbemessungsgrundlage wird somit geschmälert. Gerade für Ein-MannKapitalgesellschaften ist das Gesellschafterdarlehn also ein Mittel zur Steueroptimierung. Zu beachten ist aber, daß in Fällen überzogener Fremdfinanzierung durch die Eigentümer die steuerliche Anerkennung von Finanzamt versagt wird.76 Es bestehen aber noch weitere Vorteile, die für das Gesellschafterdarlehen sprechen:77 • • • • Es entfallen die Kosten für die Kreditwürdigkeitsprüfung und sonstige Beschaffungskosten Die Vertragsbedingungen sind flexibel gestaltbar Unterstellt man eine Ein-Mann-Gesellschaft, so entfallen unerwartete Kündigungen des Darlehns Gesellschafterdarlehen können auch dann noch gewährt werden (und die genannten steuerlichen Vorteile auslösen), wenn Dritte keine Kredite mehr geben Das GmbH-Gesetz sieht vor, daß ein Gesellschafter im Konkursfall sein Darlehn nicht als Forderung geltend machen kann, wenn er es zu einem Zeitpunkt gewährt hat, in dem „ordentliche Kaufleute Eigenkapital zugeführt hätten“78. Das heißt aber, daß der Gesellschafter in den anderen Fällen die Möglichkeit hat, seinem Unternehmen Kapital zuzuführen, ohne die haftende Eigenkapitalbasis zu verbreitern. Rechtsprechung und Gesetzgeber beschäftigen sich als Folge daraus schon seit Jahren mit der Frage, ob durch ein Gesellschafterdarlehn das Recht auf beschränkte Haftung mißbraucht wird.79 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832412593
Arbeit zitieren:
Alber, Oliver Oktober 1998: Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung für Dienstleistungsunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Dienstleistungsunternehmen, Kapitalbeschaffung, Finanzierung, Rechtsformentscheidung



