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Darstellung und Analyse von Transaktionen und Transaktionskosten in Kunden-Lieferanten-Beziehungen

Darstellung und Analyse von Transaktionen und Transaktionskosten in Kunden-Lieferanten-Beziehungen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Sandra Konz
  • Abgabedatum: Juni 2007
  • Umfang: 152 Seiten
  • Dateigröße: 525,8 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule Darmstadt - University of Applied Sciences Deutschland
  • Bibliografie: ca. 54
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-2372-8
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Konz, Sandra Juni 2007: Darstellung und Analyse von Transaktionen und Transaktionskosten in Kunden-Lieferanten-Beziehungen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Transaktion, Transaktionskosten, Kostenansatz, Lieferant, Kostenanalyse

Diplomarbeit von Sandra Konz

Einleitung:

Die optimale Gestaltung von Transaktionen gehört zu den Grundproblemen in allen Unternehmungen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Beziehungen im innerbetrieblichen Kontext oder um Interaktion der Unternehmung mit Akteuren in der Unternehmensumwelt handelt. Die Liste der unterschiedlichen Gestaltungsprobleme bei unternehmensinternen- und unternehmensexternen Transaktionen lässt sich beliebig fortsetzen. Die Analogie aller Beziehungen ist der Austausch von Leistungen.

In Kapitel 2 dieser Arbeit wird dargestellt, wie sich die Rahmenbedingungen für ein wirtschaftlich arbeitendes Unternehmen im Laufe der Zeit verändern. Das stetige Fortschreiten der Globalisierung, eine rasante technologische Entwicklung sowie der gesellschaftliche Wandel stellen neue Herausforderungen an die Unternehmen im Wettbewerb.

In Kapitel 3 wird die Gestaltung von Transaktionen im Unternehmenskontext detailliert beschrieben. Unternehmensinterne- und externe Transaktionen werden erläutert und die Transaktionsmerkmale herausgestellt. Mit jeder Transaktion, die innerhalb oder mit der Unternehmensumwelt stattfindet, sind Kosten verbunden - die Transaktionskosten. Im Einzelnen werden die Transaktionskosten der Interaktion über den Markt sowie der internen Koordination anhand der Transaktionsmerkmale in Kapitel 4 dargestellt. Dabei wird auf die Möglichkeiten und Grenzen zur Ermittlung und Berechnung von Transaktionskosten eingegangen. Transaktionen und Transaktionskosten sind die Grundbausteine der Transaktionskostentheorie. Die Grundzüge dieses Ansatzes werden in Kapitel 5 vorgestellt und kritisch gewürdigt. Um zu zeigen, dass dieser theoretische Ansatz auch in der Praxis angewandt werden kann, wird in Kapitel 6 die Anwendung der Transaktionskostentheorie am Beispiel einer Make-or-Buy-Entscheidung aufgezeigt.

Kapitel 7 dieser Arbeit beschäftigt sich mit der innerbetrieblichen Koordination d. h. mit Transaktionen, die innerhalb der Unternehmung stattfinden. Es wird verdeutlicht, wie das Problem der organisatorischen Gestaltung einer Unternehmung anhand der Transaktionsmerkmale gelöst werden kann. Produktion und Distribution von Gütern und Dienstleistungen sind heute seltener denn je einzelnen d. h. vertikal integrierten Unternehmen übertragen. Stattdessen erfolgen sie hoch arbeitsteilig, durch auf bestimmten Stufen des Wertschöpfungsprozesses spezialisierte Unternehmen, die in der Konsequenz dieser Spezialisierung ihre ökonomischen Aktivitäten durch zwischenbetriebliche Kooperation abstimmen. Dieser Zusammenhang wird in Kapitel 8 erläutert.

Die Grenzen von Markt und Unternehmen werden durch Innovationen in der Informations- und Kommunikationstechnologie verändert. Die Weiterentwicklungen in der gesamten IT-Welt und insbesondere in den Bereichen Information- und Kommunikationstechnik tragen zur effizienteren Gestaltung von Transaktionen bei - siehe hierzu Kapitel 9.

Abschließend, in Kapitel 10, wird am Beispiel einer empirischen Studie über Transaktionskosten in der Automobilindustrie gezeigt, in welcher Höhe Transaktionskosten in der Praxis annähernd liegen und wie Unternehmen mit hohen Transaktionskosten umgehen.

Inhaltsverzeichnis:

I. Zusammenfassung, Abstract 2
II. Abkürzungsverzeichnis 9
1. Einleitung 10
2. Veränderung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen 12
2.1 Wandel von Wettbewerbsbedingungen und Unternehmensstrukturen 12
2.2 Veränderungen der Wettbewerbssituation 12
2.3 Innovationspotenziale der IuK-Technik 13
3. Transaktionen 16
3.1 Zeitlicher Horizont von Transaktionen 16
3.2 Transaktion - Definitionen verschiedener Autoren 17
3.3 Transaktionspartner 21
3.3.1 Individuelle Nutzenmaximierung und Opportunismus 22
3.3.2 Individuell begrenzte Rationalität 23
3.3.3 Interaktion zwischen Akteuren 23
3.4 Der marktliche Transaktionsprozess 25
3.5 Transaktionsphasen im E-Business 28
3.6 Optimale Gestaltung von Transaktionen 30
3.6.1 Transaktionsgestaltung als Vertragsproblem 30
3.6.1.1 Klassischer Vertrag 31
3.6.1.2 Neoklassischer Vertrag 31
3.6.1.3 Relationaler Vertrag 32
3.6.2 Vor- und Nachteile marktlicher und hierarchischer Koordination 32
3.6.3 Transaktionsmerkmale und Vertragsgestaltung 34
3.6.3.1 Faktorspezifität 36
3.6.3.2 Unsicherheit 38
3.6.3.3 Häufigkeit 39
3.6.3.4 Messbarkeit der geschaffenen Werte 40
3.6.3.5 Interdependenz mit anderen Transaktionen 40
3.6.4 Zuordnung der Transaktionen zu Governance-Strukturen 41
4. Transaktionskosten 44
4.1 Definitionsvarianten aus der Literatur 44
4.2 Transaktionskostenarten 48
4.2.1 Markttransaktionskosten 48
4.2.1.1 Vertragsanbahnungskosten 48
4.2.1.2 Vertragsabschlusskosten 48
4.2.1.3 Überwachungs- und Durchsetzungskosten 49
4.2.2 Unternehmenstransaktionskosten 49
4.2.2.1 Kosten für Errichtung, Erhaltung oder Änderung 49
4.2.2.2 Kosten des Betriebs der Organisation 49
4.2.2.3 Beispiele für Markt- und Unternehmenstransaktionskosten 50
4.3 Einflussgrößen auf die Transaktionskosten 52
4.3.1 Faktorspezifität 53
4.3.2 Unsicherheit 54
4.3.2.1 Umweltunsicherheit 54
4.3.2.2 Transaktionsunsicherheit 55
4.3.2.3 Verhaltensunsicherheit 55
4.3.3 Häufigkeit 55
4.3.4 Messbarkeit der durch die Transaktion geschaffenen Werte 56
4.3.5 Interdependenz mit anderen Transaktionen 56
4.4 Transaktionskosten versus Produktionskosten 56
4.5 Ermittlung von Transaktionskosten 57
5. Grundlagen der Transaktionskostentheorie 62
5.1 Entwicklung der Transaktionskostentheorie 62
5.2 Einteilung industrieökonomischer Theorien 63
5.3 Wichtige Vertreter der Transaktionskostentheorie 64
5.3.1 Ronald Coase 64
5.3.1.1 Kritische Würdigung des Ronald Coase 67
5.3.2 Oliver Williamson 68
5.3.2.1 Rationalität 69
5.3.2.2 Ausrichtung auf das Eigeninteresse 70
5.3.2.3 Peer Groups 71
5.3.2.4 Simple Hierarchies 71
5.3.2.5 Beziehung zwischen den Verhaltensannahmen 71
5.4 Grundmodell des Transaktionskostenansatzes 73
5.4.1 Transaktionsatmosphäre 75
5.4.2 Transaktionskostenminimierung 77
5.5 Die Transaktionskostentheorie in der Kritik 80
6. Anwendungsbereiche der Transaktionskostentheorie 84
6.1 Beispiel Make-or-Buy-Entscheidung 84
6.2 Weitere Anwendungsbereiche 90
7. Innerbetriebliche Koordination 92
7.1 Elemente der organisatorischen Gestaltung 93
7.1.1 Horizontale Differenzierung 93
7.1.1.1 Aufgabenanalyse 94
7.1.1.2 Aufgabensynthese 95
7.1.1.3 Funktionsorientierte Stellenbildung 95
7.1.1.4 Prozessorientierte Stellenbildung 96
7.1.2 Vertikale Differenzierung 97
7.1.2.1 Zentrale Entscheidungssysteme 98
7.1.2.2 Dezentrale Entscheidungssysteme 98
7.1.3 Stellenbildung und organisatorische Differenzierung 100
7.1.4 Vertikale Koordination 101
7.1.5 Laterale Koordination 102
7.1.6 Abteilungsbildung und organisatorische Differenzierung 103
7.1.6.1 Abteilungsbildung nach Funktionen 103
7.1.6.2 Abteilungsbildung nach Objekten 104
7.2 Auswirkungen der Aufgabenmerkmale auf die organisatorische Gestaltung 106
7.2.1 Spezifität der Investition 107
7.2.2 Unsicherheit der Aufgabe 108
7.2.3 Häufigkeit der Aufgabendurchführung 109
7.2.4 Messbarkeit der Leistung 111
7.2.5 Interdependenz mit anderen Aufgaben 112
7.2.6 Technologie und Aufgabendurchführung 112
8. Zwischenbetriebliche Kooperationen 115
8.1 Zwischenbetriebliche Kooperation in der Praxis 116
8.2 Zwischenbetriebliche Kooperationsformen 117
8.2.1 Strategische und regionale Netzwerke 117
8.2.2 Virtuelle Unternehmungen 118
8.2.3 Joint Ventures 119
8.3 Bedingungen effizienter Kooperation 120
8.4 Transaktionskostentheoretische Analyse 123
9. Veränderung der Markt- und Unternehmensgrenzen 125
9.1 Möglichkeiten der Information und Kommunikation 125
9.2 Informations- und Kommunikationssysteme 128
10. Empirische Studien zu Transaktionskosten in der Automobilindustrie 133
10.1 Transaktionskostenanalyse im Automobilhandel 133
10.2 Transaktionskosten in der Automobilzulieferindustrie 137
11. Fazit und Ausblick 144
Abbildungsverzeichnis 147
Literaturverzeichnis 149

Textprobe:

Kapitel 7, Innerbetriebliche Koordination:

Die hierarchische Koordination ist bei großer Unsicherheit von Transaktionen und höheren transaktionsspezifischen Investitionen der zwischen-betrieblichen und der marktlichen Koordination grundsätzlich überlegen. Durch geringe Produktions- und Transaktionskosten steigert sie die realisierte Wertschöpfung einer Unternehmung. Doch auch innerhalb der Unternehmung gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten der Strukturierung und Segmentierung sowie Koordinationsinstrumente, um die gewählte Organisationsstruktur zu unterstützen und eine gesteigerte Wertschöpfung zu erzielen. In diesem Kapitel wird aufgezeigt, wie ökonomische Aktivitäten innerhalb einer Unternehmung zur optimalen Umsetzung der Organisationsstrategie durchführbar sind.

Das Betrachtungsobjekt ist die Organisationsarchitektur. Die legt fest, wie eine Unternehmung die zur Erstellung der Produkte notwendigen Tätigkeiten auf die verschiedenen Organisationsteilnehmer aufteilt und die Gestaltung ihrer Zusammenarbeit. In der Transaktionskostentheorie wird die Abwägung der jeweiligen Vor- und Nachteile einer speziellen Organisationsarchitektur anhand der entstanden Kosten durchgeführt. Hierbei handelt es sich um die Produktionskosten auf der einen und den Transaktionskosten auf der anderen Seite. Die Transaktionskosten werden zusätzlich in Motivations- und Koordinationskosten unterteilt. In der Regel wirken diese Kosten interdependent und sollten nur im Gesamtkostenkontext bewertet werden. Ein Konzept zur Operationalisierung der Gesamtkosten soll hier nicht angestrebt werden. Im Vordergrund der Betrachtung stehen die relativen Kostenvorteile und Kostennachteile einzelner innerbetrieblicher Koordinationsinstrumente. Grundprämisse ist die Überlegung, dass bestimmte Aufgabenmerkmale einen entscheidenden Einfluss auf die Produktions- und Transaktionskosten haben, was gleichbedeutend mit den Kosten der Durchführung ist.

Elemente der organisatorischen Gestaltung:

Basis der organisatorischen Gestaltung einer Unternehmung ist die durch ihre Organisationsstrategie spezifizierte Gesamtaufgabe. Diese wird in entsprechende Teilaufgaben gegliedert und einzelnen Mitarbeitern zugeordnet. Die Vorteile der Arbeitsteilung, unter Berücksichtigung der damit verbundenen Kosten, werden umfassend genutzt. Gleichzeitig ist damit die Zielsetzung der organisatorischen Gestaltung einer Unternehmung definiert.

Die Gesamtaufgabe kann in zwei Dimensionen unterteilt werden: Die operativen unmittelbar mit der Wertschöpfung verbundenen Tätigkeiten und die mit der Tätigkeit verbundene Entscheidungsautonomie. Mit dieser Unterteilung ergeben sich zwei Problemstellungen, die innerhalb der Unternehmung gelöst werden müssen. Zum einen stellt sich die Frage, welcher Mitarbeiter soll welche Einzeltätigkeiten ausführen. Zum anderen ist die Frage zu klären, welche Kompetenzen zur Durchführung dieser Einzeltätigkeiten sollen dem Mitarbeiter zugeordnet werden. Das Problem der Allokation der Tätigkeiten einer Unternehmung auf die Mitarbeiter wird als horizontale Differenzierung bezeichnet. Das Problem der Allokation der mit den Tätigkeiten verbundenen Entscheidungskompetenzen stellt die vertikale Differenzierung der Organisation dar. Zusammengenommen stehen beide Dimensionen für das Ausgangsproblem jeder organisatorischen Gestaltung. In diesem Zusammenhang wird auch von einer organisatorischen Differenzierung gesprochen.

Horizontale Differenzierung:

Die horizontale Differenzierung betrifft die Ausgestaltung der Unternehmensstruktur bezogen auf die unterschiedliche Handhabung der Stellen- und Abteilungsbildung. Aufgaben verschiedener Aufgabenträger werden zu Stellen zusammengefasst. Je größer ein Unternehmen ist, desto differenzierter ist seine Abteilungsstruktur. Für die Klassifikation nach Objekten (Projekte, Produkte, Prozesse etc.) ist jeweils die zweite Hierarchieebene unterhalb der Unternehmensleitung maßgebend. Die optimale Gestaltung der horizontalen Differenzierung wirft zwei grundsätzliche Fragen auf. Zum einen, wie soll die Gesamtaufgabe einer Unternehmung in ihre Teilaktivitäten zerlegt werden und zum anderen, welche Teilaufgaben sollen den einzelnen Mitarbeitern übertragen werden. Diese beiden Fragestellungen stellen die Aufgabenanalyse und die Aufgabensynthese dar.

Aufgabenanalyse:

Die Wertschöpfung der Organisation ist der Ausgangspunkt für jede organisatorischen Gestaltung. Dementsprechend wird die Analyse der Gesamtaufgaben durch die Zerlegung ihrer Wertschöpfungskette durchgeführt. Die von Porter entworfene Wertschöpfungskette dient hier als Analyserahmen. Sie unterteilt die Gesamtwertschöpfung einer Unternehmung in Primär- und Sekundäraktivitäten. Primäraktivitäten dienen unmittelbar der Herstellung und dem Vertrieb des Produktes oder der Dienstleistung. Sekundäraktivitäten dienen der Unterstützung der Primäraktivitäten. Die folgende Abbildung zeigt die Wertschöpfungskette nach Porter – Transformation von Inputfaktoren in Outputfaktoren.

Die Gesamtheit der Transformationsaktivitäten liegt dem Wertschöpfungsprozess der Unternehmung zugrunde. Dieser Gesamtprozess wird zum Zweck der organisatorischen Differenzierung sukzessiv in immer kleinere Einheiten zerlegt, um anschließend die daraus resultierenden elementaren Aktivitäten den einzelnen Mitarbeiter zuzuordnen.

Arbeit zitieren:
Konz, Sandra Juni 2007: Darstellung und Analyse von Transaktionen und Transaktionskosten in Kunden-Lieferanten-Beziehungen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Transaktion, Transaktionskosten, Kostenansatz, Lieferant, Kostenanalyse

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