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Erfassung der Trainerpersönlichkeit im Rudersport anhand des FBT

Erfassung der Trainerpersönlichkeit im Rudersport anhand des FBT
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Josephine Wartenberg
  • Abgabedatum: Mai 2007
  • Umfang: 117 Seiten
  • Dateigröße: 570,5 KB
  • Note: 1,2
  • Institution / Hochschule: Ruhr-Universität Bochum Deutschland
  • Bibliografie: ca. 135
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-2075-8
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Wartenberg, Josephine Mai 2007: Erfassung der Trainerpersönlichkeit im Rudersport anhand des FBT, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Trainerpersönlichkeit, FBT, Rudersport, Juniorentrainer, Kompetenzprofil

Diplomarbeit von Josephine Wartenberg

Einleitung:

Es sagte einmal Walt Whitman: ‚Wir überzeugen durch unsere Persönlichkeit’. Diese Aussage ist sehr zutreffend für viele Lebensbereiche und stellt somit auch im Sportkontext eine zentrale Komponente dar, die entscheidenden Charakter für Sieg oder Niederlage besitzt. Zu der Thematik Persönlichkeit wurde seit dem Bestehen der sportpsychologischen Forschung bislang fast ausschließlich die Person des Athleten fokussiert und diesbezüglich der Versuch unternommen, eine sportartspezifische bzw. besonders erfolgreiche Persönlichkeitsstruktur für den Sport zu ergründen. Dabei erfahren in vielen Fällen die Trainer dieselben Emotionen wie ihre Athleten: sie sind ebenso ängstlich und gestresst vor wichtigen Wettkämpfen, haben sich bisweilen ebenso mit Motivationsproblemen auseinanderzusetzen etc. Werden diese Tatbestände ignoriert oder nachlässig gemanagt, können indirekt hinderliche Einflüsse auf den Sportler bzw. seine sportliche Leistung wirken und sie besitzen zudem sehr negative Auswirkungen auf die mentale Gesundheit des Trainers.

Es ist nicht schwer nachzuvollziehen, dass gute sportliche Leistungen und v.a. Entwicklungsfortschritte seitens der Sportler nicht ausschließlich von diesem realisiert werden, sondern dass der Trainer via seiner Kompetenzen einen immensen Beitrag dazu leistet. Vielmehr werden Hochleistungstrainer oftmals vollständig für die Wettkampfresultate ihrer Athleten verantwortlich gemacht. Augrund dessen rückt gegenwärtig die ganzheitliche Betrachtung der Person des Trainers in den Fokus der Aufmerksamkeit und dessen Persönlichkeit wird nun eine zentrale Rolle eingeräumt. Die Problematik, die sich hierbei stellt, ist, dass die existierenden theoretischen Konstrukte kein homogenes Profil über Trainerkompetenzen abbilden und bislang keine globalen, empirisch fundierten Aussagen zur Trainerpersönlichkeit zu tätigen vermögen. Der Grund kann dahingehend attribuiert werden, dass dieses Forschungsdefizit durch einen bisherigen Mangel an geeigneten Erhebungsinstrumenten hervorgerufen wird. Denn es hat sich gezeigt, dass die in allgemeinen Persönlichkeitstests untersuchten Persönlichkeitseigenschaften, nicht die für den Trainer relevanten ausreichend und spezifisch genug erfassen. Daher ist es angebracht, sich auf berufsbezogene Erfassungsinstrumente zu beziehen.

Dies taten Kellmann et al. (2005), indem sie erste Voruntersuchungen an Trainern mit dem Bochumer Inventar zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung (BIP) vornahmen. Denn Trainer befinden sich in einer Position, die sich in vielen Bereichen mit denen einer Führungsperson in der Wirtschaft deckt und somit stellt das BIP, das ursprünglich für den wirtschaftlichen Arbeitskontext konstruiert wurde, ein probates Instrument für eine erste Annäherung dar. Auf Basis der mit ihm gewonnenen Erkenntnisse sollte im Rahmen eines geförderten Forschungsprojektes des Bundesinstituts für Sportwissenschaft, das derzeit an der Ruhr-Universität Bochum läuft, die Konstruktion eines speziell auf den Sportbereich zugeschnittenen Testverfahrens erfolgen. Aus diesem Anliegen entstand der FBT, dessenzweite überarbeitete Fassung die aktuelle Version darstellt.

Mit dieser bietet sich erstmalig die Option, verschiedenste Forschungsansätze fortzuführen bzw. empirisch zu fundieren. So ist als ein viel in der Literatur diskutierter Wissenschaftsgegenstand der Altersaspekt der Athleten zu nennen. Denn das Coaching in den jeweiligen Alterbereichen konfrontiert den Trainer mit spezifischen Anforderungen und erfordert von ihm ein an die Sportler adaptiertes Agieren und Reagieren. Das bedeutet, dass das altersmoderate Verhalten auf Seiten des Trainers Auswirkungen auf seine Persönlichkeit innehaben wird. Es ist daher anzunehmen, dass diesbezüglich zwischen Trainern im Jugend- und Erwachsenenbereich Differenzen aufzufinden sind.

Basierend auf dem FBT beschäftigt sich die vorliegende Diplomarbeit anhand von Junioren- und Seniorentrainer des Rudersports mit diesem Sachverhalt, indem sie beide Gruppen hinsichtlich ihrer Kompetenzprofile einem Vergleich unterzieht.

Inhaltsverzeichnis:

1. Zusammenfassung 6
2. Einleitung 8
3. Theoretischer Hintergrund - Das Konstrukt Persönlichkeit 10
3.1 Definition von Persönlichkeit 10
3.2 Wechselbeziehung zwischen Persönlichkeit und Arbeit 12
3.3 Die Trainerpersönlichkeit 15
3.3.1 Arbeitskontext des Trainers: Anforderungsprofil und Handlungsspielraum 15
3.3.2 Trainerpersönlichkeit und Arbeitsbezogenes Verhalten 17
3.3.3 Spezifische Trainerkompetenzen im Rudersport 22
3.3.4 Empirische Absicherung der Trainerpersönlichkeit 25
3.4 Erfassen von Persönlichkeit 26
3.4.1 Selbstberichtsverfahren 27
3.4.2 Bochumer Inventar zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung 28
3.4.3 Fragebogen zur berufsbezogenen Trainerpersönlichkeit 30
3.5 Fragestellung 35
4. Methodisches Vorgehen 37
4.1 Hypothesen 37
4.2 Beschreibung der Stichprobe 38
4.3 Untersuchungsdurchführung 39
4.4 Messinstrumente 40
4.4.1 Instruktion 40
4.4.2 Demographische Angaben 41
4.4.3 Rückmeldung 41
4.5 Statistische Testverfahren 42
4.5.1 Testgütekriterien 42
4.5.3 Zusätzliche Berechnungen 46
5. Ergebnisse 48
5.1 Testgütekriterien 48
5.1.1 Reliabilität 48
5.1.2 Validität 49
5.2 Vergleich der Mittelwerte 50
5.4 Zusätzliche Berechnungen 54
5.4.1 Unterschiede bezüglich der spezifischen Fragen zur Trainertätigkeit 54
5.4.2 Interkorrelationen der Skalen 55
6. Diskussion und Ausblick 57
6.1 Diskussion der Ergebnisse 57
6.2 Kritische Aspekte der Untersuchung 61
6.3 Ausblick für zukünftige Forschung 63
7. Literaturverzeichnis 69
8. Anhang 82

Textprobe:

4.3 Untersuchungsdurchführung Die Umsetzung der Studie wurde als Querschnittsuntersuchung realisiert, wobei den Rudertrainern der Persönlichkeitsbogen in Papierform vorgelegt wurde. Auf diese Weise konnte sichergestellt werden, dass keine Verzerrungen der Objektivität bezüglich der Durchführung, z.B. durch ungleiche Instruktionen, auftraten. Die Datenerhebung erstreckte sich über den Zeitraum von April 2006 bis Januar 2007 und es wurden zur Gewinnung der Stichprobe verschiedene Wege beschritten. Hauptsächlich erfolgte die Rekrutierung von Probanden im Rahmen von Ruderwettkämpfen, auf denen die Trainer angesprochen und zur Teilnahme gebeten wurden. Des Weiteren wurde anhand der Trainerliste des Deutschen Ruderverbandes persönlich bekannte Trainer telefonisch kontaktiert und diese nicht nur zur eigenen Teilnahme angeregt, sondern zusätzlich gefragt, ob sie gewillt wären, den FBT auch an andere Trainer in ihrem jeweiligen Umfeld auszuhändigen. Im Fall der Zusage wurde die entsprechende Anzahl an Fragebögen mit frankiertem Rückumschlag an die Trainer auf dem Postweg zugesandt, sodass eine anonyme und kostenfreie Rücksendung der Fragebögen ermöglicht wurde. Als zusätzliches Überzeugungsargument zum Partizipieren fungierte das Angebot der Erstellung eines individuellen Persönlichkeitsprofils, anhand dessen die Möglichkeit der Optimierung der eigenen Trainerkompetenz wahrgenommen werden konnte. Dennoch gestaltete sich die Datensammlung zu einer moderaten Stichprobengröße als recht schwierig – von insgesamt ca. 180 ausgeteilten Fragebögen konnten insgesamt 70 wieder in Empfang genommen werden. Dies entspricht einer Rücklaufquote von 38.9% und liegt damit deutlich über dem Mindestanspruch für schriftliche Untersuchungen von 15%. Ursachen für die dennoch hohe Anzahl von Ausfällen sind vordergründig darin zu sehen, dass bislang noch eine weit verbreitete Unsicherheit und Skepsis gegenüber der Sportpsychologie zu verzeichnen ist, was viele der Trainer auch explizit artikulierten und aufgrund dessen die Teilnahme ausschlossen.

Messinstrumente:

Der FBT lässt sich aufgliedern in drei Teilbereiche. Zu Beginn erhielten die Probanden eine schriftliche Instruktion, die die Bearbeitung des Fragebogens näher erläutert (Kap. 4.4.1). Im zweiten Teil wurden von ihnen demographische Angaben getätigt und weitere spezifische Daten, die kennzeichnend für die Ausübung des Trainerberufs, erhoben (Kap. 4.4.2). Im Anschluss an diese beiden Abschnitte erfolgte die Beantwortung der 155 Items zu den Skalen des FBT (siehe Kap. 3.4.3). Auf Wunsch konnten die Trainer die Option einer Rückmeldung ihrer Ergebnisse wahrnehmen (Kap. 4.4.3). Der komplette FBT und eine Musterrückmeldung der Ergebnisse befinden sich zur Veranschaulichung in Anhang B.

Instruktion:

Die Instruktion dient dem Ziel, den Teilnehmern darzulegen, mit welcher Thematik sich der Fragebogen auseinandersetzt und sie damit über den Sinn der Untersuchung zu unterrichten und ihnen eine Orientierung zu vermitteln. Dies kommt wiederum der Qualität der Daten zugute, da die Fehlerquote resultierend aus Missverständnissen stark reduziert wird. Die Instruktion ist dementsprechend unlösbar mit dem Aufgabeninhalt verknüpft, da sie erst eine korrekte Testanwendung seitens der Probanden ermöglicht. Die Instruktion speziell zum FBT kann in verschiedene, inhaltlich voneinander abgrenzbare Abschnitte unterteilt werden.

Zuerst wird eine Danksagung an die Trainer für ihre Teilnahme angebracht und der Arbeitsbereich Sportpsychologie einschließlich der aktuellen Forschungsthemen vorgestellt. Darauf folgt die eigentliche Arbeitsanweisung, in der die Probanden über die verschiedenen Antwortformate und Umgang mit ihnen, Prozedere bei der Korrektur von irrtümlich angekreuzten Feldern etc. informiert werden und in der an Sie der Appell gerichtet wird, intuitiv und wahrheitsgetreu zu antworten. Im Anschluss erhalten die Trainer Auskunft über die Bearbeitungsdauer und über die absolut vertrauliche Behandlung der persönlichen Daten, die einzig zu rein wissenschaftlichen Zwecken genutzt werden. Als letzter Punkt der Instruktion wird die Angabe eines persönlichen Codes vorgenommen, der sich aus den jeweiligen Anfangsbuchstaben des eigenen Vornamens, des Vornamens der Mutter und des Vaters und des Geburtsortes zusammenfügt. Dieser Code dient dem Ziel, die Anonymität beim Weiterbearbeiten der Daten zu gewährleisten oder auf Wunsch, der auf einem an die Instruktion beigefügten Zettel bekundet werden kann, eine Rückmeldung der Ergebnisse zu ermöglichen.

Demographische Angaben:

Neben demographischen Daten wie Geschlecht, Alter, Schulabschluss und Berufsausbildung waren insbesondere spezifische Fragen zur Trainertätigkeit von Relevanz. Auf der einen Seite sollten Angaben, die anhand eines offenen Antwortformats erhoben wurden, zu Sportart, Dauer im Traineramt, Qualifikation, trainierter Altersbereich, Zeitaufwand etc. vollbracht werden. Zusätzlich wurden geschlossene Fragen im Rahmen einer neunstufigen Likert-Skala an die Probanden herangetragen, in denen subjektive Einschätzungen zu Leistungsniveau der Athleten, eigenem Erfolg und Arbeitszufriedenheit abgegeben wurden. Dementsprechend zeigt sich die Beschreibung der Pole im Fall der Befragung nach dem Erfolg mit ‚nicht erfolgreich’ bis ‚sehr erfolgreich’ und ‚nicht zufrieden’ bis ‚sehr zufrieden’ bei der Beurteilung der Arbeitszufriedenheit. Von zentraler Bedeutung erweist sich in diesem Abschnitt des Fragebogens die Frage nach dem trainierten Altersbereich – schließlich gründet sich auf diesen Aspekt die gesamte Fragestellung.

Rückmeldung:

Bei entsprechend positivem Bekunden wurden den Probanden anhand ihrer individuellen Codierung die Ergebnisse ihrer Persönlichkeitsdimensionen in Form eines Mittelwertvergleichs mitgeteilt. Dazu erhielten die Teilnehmer zu jeder Skala den eigenen Mittelwert und den Mittelwert der Gesamtstichprobe – anhand der daraus resultierenden Vergleichswerte konnten die Einzelergebnisse beurteilt werden. Dieses Vorgehen des Abgleichens kann im Rahmen anschließender individueller diagnostischer Zwecke Interpretationen erleichtern, indem sie einen Bezugsrahmen herstellt. Zum besseren Verständnis des Ergebnisprofils wurde außerdem eine kurze inhaltliche Skizzierung der einzelnen Skalen ausgegeben.

Statistische Testverfahren:

Bevor mit der eigentlichen Skalenanalyse begonnen werden kann, ist zu prüfen, inwiefern die Testgütekriterien gegeben sind (4.5.1). Daraufhin müssen die Voraussetzungen für ein geeignetes Testverfahren zur Überprüfung der Hypothesen einer eingehenden Betrachtung unterzogen werden, um diese schließlich auf die 14 verschiedenen Persönlichkeitsskalen anwenden zu können (Kap. 4.5.2). Am Rande der zentralen Fragestellung sollen weitere aufschlussreiche Analysen hinsichtlich der Unterschiede zwischen beiden Gruppen im demographischen Teil vorgenommen werden (Kap. 4.5.3). Die gesamte Dateneingabe bzw. –verarbeitung und somit alle dieser Arbeit zugrunde liegenden Berechnungen werden mithilfe des gängigen Statistikprogramms ‚SPSS 12 für Windows’ ausgewertet.

Testgütekriterien:

Vor der Auswertung der erhobenen Daten, insofern diese noch nicht in anderen Untersuchungen erprobt wurden, sollte sich ein ‚Eindruck von der testtheoretischen Brauchbarkeit der Daten“ verschafft werden. Im Kontext des FBT ist von diesen Bedingungen auszugehen, da er sich noch in der Konstruktionsphase befindet und dementsprechend auf keine Angaben zu den Testgütekriterien bezüglich der aktuellen Version aus früheren Untersuchungen zurückgegriffen werden kann. Aufgrund dessen sollte der Betrachtung und Absicherung neben der Überprüfung der Hypothesen eine zentrale Rolle eingeräumt werden. Vordergründig wird sich in der Forschung auf die klassischen Trias von Testgütekriterien bezogen, deren nähere Veranschaulichung im Folgenden thematisiert werden soll.

Arbeit zitieren:
Wartenberg, Josephine Mai 2007: Erfassung der Trainerpersönlichkeit im Rudersport anhand des FBT, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Trainerpersönlichkeit, FBT, Rudersport, Juniorentrainer, Kompetenzprofil

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