Die regionale Gesundheitsversorgung in Deutschland
Eine Erkundungsstudie
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Jens Gabriel
- Abgabedatum: Juni 2008
- Umfang: 172 Seiten
- Dateigröße: 14,8 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Europa Hochschule Fresenius - Hochschule für Wirtschaft und Medien GmbH Deutschland
- Bibliografie: ca. 53
- ISBN (eBook): 978-3-8366-1343-9
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Gabriel, Jens Juni 2008: Die regionale Gesundheitsversorgung in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Gesundheitsversorgung, Qualität, Infrastruktur, Dezentral, Regionalität
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Diplomarbeit von Jens Gabriel
Einleitung:
Das Gesundheitssystem befindet sich in einem ständigem Wandel. Dies ist eine weit verbreitete und immer wieder gern verwendete These, wenn es darum geht, die Einleitung in ein gesundheitswirtschaftliches Thema herzustellen. Sich allein dieser Feststellung zu bedienen, reicht jedoch nicht aus, um das Gesundheitswesen auch dahingehend aktiv, zukunftsfähig, nachhaltig und obendrein unter wirtschaftlichen Aspekten gestalten zu können.
Schlagwörter wie Zentralisierung, Ökonomisierung der Gesundheitsversorgung und Leistungskürzungen beherrschen heute mehr denn je das Gesundheitswesen. Dementsprechend scheint es nicht verwunderlich, dass die Kostendämpfung seit dem Jahre 1977 ein integraler Bestandteil der Gesundheitspolitik ist, deren Agenda schon alleine bis zum Jahr 2000 über 40 Gesetze und Verordnungen und rund 6.800 Vorschriften zur Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verzeichnen konnte. All die Jahre einer sog. "Politik ohne Kompass" haben nichts anderes gebracht als eine ständige Zunahme des Missbehagens der in der GKV Versicherten.
So zeigt die Geschichte der Kostendämpfungsgesetze und ihrer Misserfolge deutlich, dass im Gesundheitswesen zwischen Wollen und Erfolg riesige Lücken bestehen.
Festzuhalten ist jedoch, dass die "Zentralisierung und Ökonomisierung [des Gesundheitswesens] (..) der falsche Weg für eine sachgerechte Medizin [ist].". Richtiger wäre es hierbei die Public Health- und Versorgungsforschung weiter voranzutreiben. Deshalb muss "das Gesundheitswesen (..) durch eine neue Qualität der Kooperation, eine Intensivierung der Kommunikation und innovative Veränderungen der Prozesse, Organisationsformen und technologischen Infrastruktur der demographischen und medizintechnischen Entwicklungen angepasst werden.".
Mit dem Inkrafttreten des Wettbewerbsstärkungsgesetzes am 01.04.2007 und dem Vertragsarztänderungsgesetzes vom 01.01.2007 sind viele Änderungen in der Gesetzeslandschaft vorgenommen worden, die innovative Möglichkeiten eröffnen, um neue Versorgungsstrukturen entstehen zu lassen. Diesbezüglich kann eine regional organisierte Gesundheitsversorgung einen entscheidenden Platz im Gesundheitswesen einnehmen.
Ziel der Arbeit:
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die "Regionale Gesundheitsversorgung" explorativ darzustellen und gleichzeitig zu erforschen, welche Relevanz das Thema für einzelne Akteure im Gesundheitswesen besitzt. Weiterführend soll die Forschungsarbeit aufzeigen, wie sich die RGV auf einzelne Institutionen des Gesundheitsmarkts auswirkt. Hierbei werden wechselseitige Einflüsse einer regionalen Gesundheitsversorgung auf ihr direktes Umfeld erkennbar.
Gang der Untersuchung:
Aufgrund einer intensiven Literaturrecherche und des daraus resultierenden Forschungsstands des Themas erwies sich eine explorative Orientierung bzw. Herangehensweise an das Thema als maßgeblich. Hierzu ist es von Vorteil die Untersuchung in zwei Teile zu gliedern.
In einem ersten theoretischen Teil werden unter Gliederungspunkt zwei zunächst die "4 Leitkriterien" nach George vorgestellt, die entscheidende Grundüberlegungen einer regionaler Gesundheitsversorgung darstellen. Mittels diesem hypothetischen Konstrukt soll ein gemeinsames Verständnis geschaffen werden, welches zu einer einheitlichen Definition von „Regionaler Gesundheitsversorgung“ führt.
Des Weiteren wird anhand der "Theorie der langen Wellen" die wirtschaftliche Entwicklung des Gesundheitsmarktes beschrieben. Es folgt eine Dimensionierung des deutschen Gesundheitsmarktes.
Auf Grundlage der gemeinsamen Definition und den vorangegangen Überlegungen erörtert ein weiterführendes Kapitel die Wechselwirkungen einer regionalen Gesundheitsversorgung auf die Regionalentwicklung und verdeutlicht gesundheitspolitische Tendenzen anhand einer Wettbewerbsausschreibung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).
Der zweite Teil der Diplomarbeit umfasst die empirische Untersuchung der Relevanz von regionaler Gesundheitsversorgung anhand von "Erkundungsgesprächen". Wesentliche Bestandteile dieser Studie sind die geführten Interviews mit fünf Experten aus verschiedenen Bereichen des Gesundheitsmarkts, die daraus resultierenden Ergebnisse und deren anschließende Auswertung. Die Methodik dieser empirischen Forschungseinheit wird in Kapitel sieben explizit erläutert.
Den Schluss der empirischen Forschungsarbeit bildet ein Gesamtfazit, welches u. a. von den vorangegangen Untersuchungen genährt wird und weitere Ausblicke eröffnet.
Inhaltsverzeichnis:
| EINLEITUNG | 1 | |
| 1. | ZIEL DER ARBEIT | 2 |
| 1.1 | Gang der Untersuchung | 2 |
| 2. | HERANFÜHRUNG AN EIN GEMEINSAMES VERSTÄNDNIS VON "REGION" BZW. "REGIONALITÄT" | 4 |
| 2.1 | Das Konzept der Regionalität | 4 |
| 2.2 | Das Konzept der Lebensqualität | 6 |
| 2.3 | Die regionale Lebensqualität und ihre Einflussfaktoren | 8 |
| 2.4 | Regionale Versorgung beeinflusst die medizinische Ergebnisqualität | 9 |
| 2.5 | Die regionale Gesundheitsversorgung als bedeutendes. Infrastrukturmerkmal | 11 |
| 2.6 | Exkurs: Die "Hamburger Erklärung" | 11 |
| 2.7 | Regionale Gesundheitsversorgung als Chance für eine ökonomische Überlegenheit | 13 |
| 3. | DEFINITION: REGIONALE GESUNDHEITSVERSORGUNG (RGV) | 15 |
| 4. | DIE WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG IM GESUNDHEITSMARKT | 15 |
| 4.1 | Ausgangspunkt der Diskussion | 15 |
| 4.1.1 | Die Theorie der langen Wellen | 16 |
| 4.1.2 | Exkurs: Der Themenkomplex "Gesundheit" als Basisinnovation | 17 |
| 4.1.3 | Der 6. Kondratieffzyklus | 19 |
| 4.2 | Die gesundheitswirtschaftliche Entwicklung in Deutschland | 21 |
| 4.2.1 | Hessen als Paradebeispiel der Zulieferindustrie | 23 |
| 4.2.2 | Einflüsse auf das Wachstumspotenzial des Gesundheitsmarktes | 24 |
| 5. | PERSPEKTIVEN REGIONALER ENTWICKLUNG UND IHRE AUSWIRKUNG AUF DEN GESUNDHEITSMARKT | 25 |
| 5.1 | Die regionale Entwicklung in Deutschland | 25 |
| 5.2 | Das Konzept der Metropolregionen | 26 |
| 5.3 | Beeinflussende Trends einer zukünftigen Regionalentwicklung | 28 |
| 5.4 | Die Regionalentwicklung beeinflusst die Gesundheitsversorgung | 29 |
| 6. | EINFLUSS DER REGIONALEN GESUNDHEITSVERSORGUNG AUF DIEREGIONALENTWICKLUNG | 29 |
| 6.1 | Die "Gesundheit" als Wirtschaftstreiber der Regionen | 30 |
| 6.2 | Das Zusammenspiel von Wirtschaft und Gesundheit | 32 |
| 6.3 | BMBF-Wettbewerb: "Gesundheitsregionen der Zukunft" | 34 |
| 7. | METHODIK DER EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG | 38 |
| 7.1 | Ziel der empirischen Untersuchung | 39 |
| 7.2 | Forschungsdesign | 39 |
| 7.3 | Auswahl der Probanden | 41 |
| 7.4 | Erhebungsinstrument der Befragung | 45 |
| 7.5 | Datenerfassung | 46 |
| 7.6 | Auswertung und Ergebnisdarstellung | 47 |
| 7.7 | Diskussion | 83 |
| 8. | FAZIT DER UNTERSUCHUNGEN | 84 |
| 9. | "Further Implications" | 85 |
Textprobe:
Kapitel 4, Die wirtschaftliche Entwicklung im Gesundheitsmarkt:
Im folgendem Kapitel soll anhand der "Theorie der langen Wellen" (Nefiodow) die steigende Bedeutung des Themas Gesundheit und dessen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung erörtert werden. Anschließend erfolgt eine Dimensionierung der deutschen Gesundheitswirtschaft.
Ausgangspunkt der Diskussion:
Wirtschaftswissenschaftler prognostizieren ein erhebliches Wachstumspotenzial in der Gesundheitswirtschaft, dies wird u. a. auch von Müller belegt.
Nefiodow bezeichnet das Gesundheitswesen sogar als die "Wirtschaftslokomotive des 21. Jahrhunderts" und bezieht sich hierbei auf die "Theorie der langen Wellen", welche in der folgenden Abbildung zu erkennen sind.
Die Theorie der langen Wellen:
Im Jahre 1926 schrieb der russische Wissenschaftler Nicolai Kondratieff in einer angesehenen deutschen Fachzeitschrift einen Artikel, der den Titel "Die langen Wellen der Konjunktur" trug. Er "behauptete darin, dass die wirtschaftliche Entwicklung Westeuropas und der USA nicht nur durch das Auftreten kurzer und mittlerer Konjunkturschwankungen gekennzeichnet sei, sondern dass in den kapitalistischen Ländern auch lange Phasen von Prosperität und Rezession periodisch auftreten.".
Kondratieff gab somit den Anstoß für einen neuen Denkansatz, der weltweit unter dem Titel "Theorie der langen Wellen" bzw. "Kondratieffzyklen" bekannt wurde. Diese Zyklen wurden laut Nefiodow "erst seit der Entstehung der Marktwirtschaft im 18. Jahrhundert zuverlässig beobachtet.".
Es wird davon ausgegangen, dass ein Langzyklus jeweils durch eine sog. Basisinnovation ausgelöst wird. Basisinnovationen sind bestimmte technisch-wirtschaftliche Neuerungen, die eine große Bedeutung für die Gesellschaft beinhalten. In der Vergangenheit war der Kondratieffzyklus in erster Linie ein Thema der Konjunkturforschung, welches von der Öffentlichkeit überwiegend als ein rein ökonomisches Phänomen angesehen wurde. Nach Nefiodow jedoch "darf (..) [der] Langzyklus nicht auf seine ökonomische Erscheinungsweise reduziert werden, sonst geht das Wesentliche an ihm verloren." Grund hierfür ist die enge Verflechtung zwischen Wirtschaft und Gesellschaft. Folgt man den Ausführungen von Perez, ist „der Kondratieffzyklus (..) wesentlich mehr als ein Konjunkturzyklus, er ist ein Reorganisationsprozess der gesamten Gesellschaft, der mit dem Ziel stattfindet, ein oder mehrere große Knappheitsfelder zu erschließen.".
Reimers und Remdisch erläutern, dass sich "zwischen den einzelnen Zyklen (…) ein angespanntes Verhältnis zwischen Wirtschaft und Gesellschaft [entwickelt]", welches daraus resultiert, dass eine Gesellschaft neuen Erfordernissen gegenübersteht, auf die sie allerdings zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorbereitet ist. Somit stellt sich heraus, dass das Bedürfnismuster der Gesellschaft ein zeitabhängiges Phänomen ist, welches sich mit einem Strukturwandel herausbildet. In einem Kondratieffzyklus verwirklicht sich die Nachfrage, die sich während des vorangehenden angestaut hat.
Wie Abb. 4 zeigt, sind bisher fünf Zyklen inklusive deren Bedarfsfelder nachvollziehbar. Folgt man den Ausführungen von Nefiodow, so könnte der Themenkomplex "Gesundheit" den nächsten Zyklus und damit auch die Gesundheitswirtschaft maßgeblich prägen und beeinflussen.
Exkurs: Der Themenkomplex "Gesundheit" als Basisinnovation:
Wie bereits erwähnt, ist eine Basisinnovation Auslöser und Träger der Kondratieffzyklen. Nefiodow erläutert, dass "ihre Rolle als Träger langer Phasen der Prosperität (..) weiterhin unterschätzt [wird]." Somit spielen Basisinnovationen nicht die Rolle in Politik und Unternehmenspraxis, die ihnen eigentlich zukommen müsste.
Nach Nefiodow gilt technischer Fortschritt als Basis für Wirtschaftwachstum und Steigerung des Wohlstands. Folglich entscheiden nicht Menschenmassen und Rohstoffvorkommen über den Wohlstand einer Nation, sondern Fachkompetenz, Kapital, Organisation, Kreativität, Motivation und Kooperation. Augenscheinlich wird dies auch im Vergleich von Ländern wie Japan, Deutschland und die Schweiz mit Ländern wie China, Indien oder Brasilien.
Den Erläuterungen zufolge, ist "seit dem dritten Kondratieffzyklus (..) der technische Fortschritt immer stärker von wissenschaftlichen Erkenntnissen und ihrer Umsetzung in Innovationen abhängig geworden." Innovationen führen zu Umsätzen, Arbeitsplätzen und zur Verbesserung der Produktivität. Sie lösen Modernisierungsimpulse aus und prägen den Strukturwandel.
Der Themenkomplex Gesundheit kann als Basisinnovation eingestuft werden, da er die folgenden drei entscheidenden Kriterien erfüllt:
-Die Gesundheitsbranche besteht aus einem Bündel eng vernetzter Technologien, die in der Lage sind, das Tempo und die Richtung des Innovationsgeschehens für mehrere Jahre zu bestimmen. Kern des Technologienetzes ist hierbei die Computertechnologie.
-Sie übernimmt die Rolle einer Lokomotive für die gesamte Wirtschaft und bestimmt das Wachstum der Weltwirtschaft über mehrere Jahrzehnte maßgeblich. Diese Forderung ist erfüllbar, da die Basisinnovation Gesundheit ein großes Knappheitsfeld der Gesellschaft erschließt. Um deren Bedeutung gewichten zu können, muss ihr Umsatz herangezogen werden. Allein im Jahre 2003 hatte der deutsche Gesundheitsmarkt ein Volumen in Höhe von ca. 239,4 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Anteil in Höhe von 10,7 % des deutschen Bruttoinlandsprodukts und lässt das Gesundheitswesen zum zweitgrößten Arbeitgeber nach dem Handwerk werden.
-Schließlich ist die Basisinnovation Gesundheit dadurch gekennzeichnet, dass sie zu einer weit reichenden Reorganisation der Gesellschaft führt. Im Gesundheitswesen drückt sich die Kondratieffwelle u. a. in einer Reorganisation der Gesundheitsversorgung aus und macht sich durch eine Fülle von neuen Produkten und Dienstleistungen bemerkbar.
Nefiodow zeigt, dass sich eine Gesellschaft auf das neue Erfolgsmuster einstellen muss, um das volle Potenzial einer Kondratieffwelle nutzen zu können. Unter der Vorraussetzung, dass die entsprechende Reorganisation zum richtigen Zeitpunkt stattfindet, kann eine Innovation in einem Kondratieffzyklus wie eine "Wachstumslokomotive" wirken und lange Prosperität zur Folge haben.
Im Gegensatz hierzu führt ein ausgeschöpftes Nutzungspotenzial bzw. die "Nichterkennung" neuer Basisinnovationen zunächst in eine Rezession der Wirtschaft, die später in eine Depression mündet. Brisanz gewinnt dieser Aspekt, wenn bedacht wird, dass "die bis 1996 vorliegenden Daten (…) darauf hin [deuten], dass [sic] der Höhepunkt des fünften Kondratieff in Europa und Japan bereits überschritten ist und in den USA in wenigen Jahren erreicht sein wird.".
Der 6. Kondratieffzyklus:
Nefiodow geht davon aus, dass der moderne Industrialisierungsprozess mit dem ersten Kondratieff begann und mit dem fünften Kondratieff seinen Höhepunkt überschritten haben wird. Jedoch bedeutet dies nicht, dass der Industrie in Zukunft keine Bedeutung mehr zukommen wird. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass sie ihre dominierende Rolle verliert, welches sich deutlich am Arbeitsmarkt bemerkbar machen wird. Ressourcenknappheit, Marktsättigung und schließlich die Gesundheit der Menschen setzen dem Ausbau des Industriesektors klare Grenzen. So stiegen bereits im fünften Kondratieff "die Kosten im Gesundheitssektor beträchtlich und sind kaum noch finanzierbar." Die Grenzen der Kostensozialisierung ist endgültig erreicht und erfährt im sechsten Kondratieff eine radikale Wende.
Neben den somatischen Erkrankungen spielen auch psychische Erkrankungen hierbei eine große Rolle. Schätzungen des Berufsverbandes der praktischen Ärzte und Ärzte für Allgemeinmedizin Deutschlands ergeben, dass mindestens 30-40% aller körperlichen Beschwerden psychosomatischen Ursprungs sind.
Betrachtet man im Umkehrschluss die Entwicklung des Arbeitsvolumens als Indikator zur Beurteilung der Zukunftsaussichten einer Branche, so bleibt festzuhalten, dass das Gesundheitswesen die höchsten Zuwachsraten überhaupt verzeichnen kann. Allein zwischen den Jahren 1983 und 1993 nahm in Deutschland die Zahl der Erwerbstätigen im Gesundheitssektor um über 600% zu. Dieses ist ein Trend, der auch in anderen Industrieländern bestätigt wird.
Bei näherer Betrachtung des Arbeitsmarktes, kristallisiert sich schnell die Sozialkompetenz als ein weiterer zukunftsweisender Indikator heraus. So zeigte eine "systematische Auswertung von Stellenanzeigen im Hinblick auf gefragte Kompetenzbereiche (..), dass soziale Kompetenzen die am häufigsten gesuchte Qualifikation war." Der Arbeitsmarkt braucht also psychisch gesunde Menschen. Jedoch stellen „die Dynamik und die Komplexität des modernen Lebens (..) hohe Ansprüche an die körperlichen, seelischen und geistigen Kräfte des Menschen.“ Demzufolge ist es nicht verwunderlich, dass "viele Berufstätige (…) [nicht mehr] mit dem raschen Wandel der Berufsanforderungen (…) [mitkommen]." Hinzu kommt, dass der private Bereich immer seltener in der Lage ist den nötigen Ruhepol darzustellen um dieses Ungleichgewicht beheben zu können. Ein möglicher Burnout des Beschäftigten "ist oft die Reaktion auf chronische, hauptsächlich zwischenmenschliche Stressbedingungen (…).".
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836613439
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Gabriel, Jens Juni 2008: Die regionale Gesundheitsversorgung in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Gesundheitsversorgung, Qualität, Infrastruktur, Dezentral, Regionalität




