Bachelor + Master Publishing
765 Bachelorarbeiten, 508 Masterarbeiten, 10.071 Diplomarbeiten

Sportwetten in Deutschland

Eine Analyse des Sportwettenmarktes in Deutschland und seiner wirtschaftlichen Bedeutung für das deutsche Sportsystem

Sportwetten in Deutschland
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Oliver Koopmann
  • Abgabedatum: Juni 2007
  • Umfang: 161 Seiten
  • Dateigröße: 692,3 KB
  • Note: 1,1
  • Institution / Hochschule: Deutsche Sporthochschule Köln Deutschland
  • Bibliografie: ca. 178
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-1097-1
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Koopmann, Oliver Juni 2007: Sportwetten in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Sportwette, Glücksspielrecht, Finanzierung, Buchmacher, Deutsches Sportsystem

Diplomarbeit von Oliver Koopmann

Gang der Untersuchung:

Die Arbeit besteht im Hauptteil aus einer theoretischen Analyse des deutschen Sportwettenmarktes und seiner Funktion als Finanzier des deutschen Sportes. In der Einleitung gestellte Fragen werden durch Analyse von Gesetzestexten und Gerichtsurteilen sowie der Finanzkraft und des Sponsoringengagements privater und staatlicher Wettanbieter erörtert. Bezug genommen wird in diesem Kontext auch auf relevante Aspekte des europäischen Glücksspielmarktes und der europäischen Rechtsprechung. Die im Rahmen der Analyse erarbeiteten Thesen werden in der anschließenden Darstellung und Auswertung von Expertenbefragungen evaluiert und diskutiert.

Im Kapitel 2 wird ein theoretischer Grundrahmen zum Thema Sportwetten geschaffen und der Bezug zum deutschen Wettmarkt hergestellt. Zunächst wird die Sportwette zu festen Quoten in den Block der zu unterscheidenden Wettspielarten eingeordnet. Diese Charakterisierung soll die Sportwette als eigenständigen Glücksspielbegriff definieren und dient als Grundlage zur weiteren Verwendung in der Arbeit. Der deutsche Sportwettenmarkt wird strukturiert erfasst. Bezug genommen wird auf die wirtschaftliche Größe, auf Marktvolumen und Marktwachstum. Die aktuelle Anbieterstruktur des Wettmarktes in Deutschland wird dreigeteilt erarbeitet. Zunächst wird das staatliche Angebot „Oddset“, über das die 16 Landesgesellschaften des deutschen Lotto- und Toto-Blocks (DLTB) Sportwetten anbieten, analysiert. Weiter werden die vier privaten Anbieter vorgestellt, die im Besitz zwar offizieller aber dennoch umstrittener, noch zu DDR-Zeiten erteilter, Glücksspiellizenzen sind. Die dritte Kategorie von Anbietern stellen Buchmacher aus dem europäischen Ausland dar, die auf dem deutschen Markt zumindest mit einem Online-Angebot präsent sind. In der vorliegenden Arbeit finden die international bedeutendsten und größten Wettanbieter Berücksichtigung.

Die in Kapitel 2 herausgearbeitete Abgrenzung und Definition der Sportwette erlaubt, zusammen mit der darauf aufbauenden Darstellung des deutschen Glücksspielrechts in Kapitel 3, eine rechtliche Beurteilung der Sportwette. Das deutsche Glücksspielrecht ist gekennzeichnet durch eine äußerst komplizierte Gemengelage aus bundes- und landesgesetzlichen Regelungen. Diese resultieren aus der Tatsache, dass zu Zeiten des deutschen Reiches die Zuständigkeit der Glücksspielregulierung beim Bund lag, während in der Bundesrepublik aktuell die Länder für diese Belange zuständig sind. Um der Rechtslage der Sportwette gerecht zu werden, wird der rechtliche Hintergrund in seiner Entwicklung und die aktuelle Sachlage ausführlich dargestellt. Geprüft wird die Zuständigkeit unterschiedlicher Ebenen des deutschen Rechtssystems für die Sportwette, um dies mit dem deutschen Strafrecht, dem Verwaltungsrecht, dem Verfassungsrecht und dem übergeordneten Europarecht zu verknüpfen. Eine kritische Berücksichtigung findet der „Staatsvertrag zum Lotteriewesen in Deutschland“, in dem 2004 von den Bundesländern eine einheitliche Regelung für die Veranstaltung, Durchführung und Vermittlung von Glücksspielen getroffen wurde. Anhand mehrerer Urteile verschiedener Gerichtsinstanzen aus den Jahren 2002 bis 2006, wird beispielhaft die zerfahrene Rechtsprechung auf Landesebene dargestellt. Die rechtliche Zukunft des deutschen Sportwettenmarktes wird anhand des Grundsatzurteils des Bundesverfassungsgerichtes aus dem Jahr 2006 umrissen. Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofes illustrieren den Einfluss Europas auf den zukünftigen Glücksspielmarkt.

Die Wirtschaftskraft der Sportwetten in Deutschland wird in Kapitel 4 erarbeitet. Da die Steuerabgaben der staatlichen Lotteriegesellschaften einen großen Teil der Finanzierung des deutschen Sports ausmachen, wird der Wegfall bzw. die Reduktion dieser Mittel im Falle einer Marktliberalisierung, neben den Spielsucht-Gefahren, als gewichtigstes Argument der staatlichen Vertreter für den Erhalt des Staatsmonopols angebracht. Geprüft wird die Standhaftigkeit dieses Arguments mittels einer detaillierten Darstellung der Finanzierung des deutschen Sports und der hierzu aus Oddset-Umsätzen bereitgestellten Mittel. Als möglicher zukünftiger Akteur wird der Deutschen Fußballs Bundes (DFB) vorgestellt und seine Position im Sportwett-Geschehen bestimmt. Eine Übersicht der Sponsoringmaßnahmen deutscher Sportwettanbieter im deutschen und europäischen Sport verdeutlicht abschließend die Finanzkraft dieser Unternehmen bzw. der Branche und das Potential einer privaten Finanzierung der Sportförderung.

Die in den Kapiteln 2 bis 4 gezogenen Thesen bezüglich der in der Einleitung gestellten Kernfragen werden in die Expertenbefragung in Kapitels 6 eingebracht und dort von ausgesuchten Fachleuten beurteilt und weiterentwickelt. Die Expertenbefragung dient weiter zur vertiefenden Darstellung der aktuellen Situation auf dem Wettmarkt. Vertreter des staatlichen und des privaten Sportwettangebotes in Deutschland, sowie ein Rechtsanwalt aus dem Bereich Glücksspielrecht, beurteilen die Marktsituation mit den aktuellen Kräfteverhältnissen. Es werden individuelle Einschätzungen der zukünftigen Entwicklung dieser Branche dargestellt. Zukunftsszenarien im Hinblick auf die Finanzierung des deutschen Sports, mögliche politische Reaktionen in Form neuer Gesetzesentwürfe und Auswirkungen auf die Marketing- und Sponsoringmaßnahmen werden erarbeitet.

In Kapitel 7 werden die in der Arbeit entwickelten Ergebnisse zusammengefasst. So entsteht eine aktuelle Übersicht des deutschen Wett- und Glücksspielmarktes. Die Wirtschaftslage wird in einen europäischen Kontext gesetzt und das deutsche Glücksspielrecht bezogen auf Sportwetten kritisch resümiert. Herausgestellt wird die finanzielle Bedeutung der staatlichen Sportwette Oddset bei der föderalen Sportförderung. Entwickelte mögliche Zukunftsszenarien des deutschen Wett- und Glücksspielmarktes werden abschließend umrissen und bewertet.

Inhaltsverzeichnis:

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS III
ABBILDUNGSVERZEICHNIS VI
TABELLENVERZEICHNIS VII
1. EINLEITUNG 1
1.1 PROBLEMSTELLUNG UND ZIELE DER ARBEIT 2
1.2 AUFBAU DER ARBEIT UND VORGEHENSWEISE 5
2. THEORETISCHER GRUNDRAHMEN VON SPORTWETTEN IN DEUTSCHLAND 9
2.1 UNTERSCHEIDUNG VON WETTSPIELARTEN 9
2.1.1 Glücksspiel 9
2.1.2 Geschicklichkeits-, Gewinn- und Unterhaltungsspiel 10
2.1.3 Wette 12
2.1.3.1 Definition des Begriffs 12
2.1.3.2 Die Sportwette als Spezialfall 13
2.1.3.3 Einordnung von Sportwetten in die Wettspielarten 15
2.2 DER DEUTSCHE SPORTWETTENMARKT UND SEINE ANBIETER 18
2.2.1 Die Struktur des deutschen Sportwettenmarktes 19
2.2.2 Das staatliche Sportwettangebot - Oddset 21
2.2.3 Private Anbieter mit DDR-Lizenzen 23
2.2.3.1 Bwin Interactive Entertainment AG 25
2.2.3.2 Sportwetten Gera GmbH 28
2.2.3.3 Interwetten.com AG 28
2.2.3.4 Digibet Wetten.de AG 30
2.2.4 Europäische Anbieter auf dem deutschen Sportwettenmarkt 31
2.2.5 Das „Bündnis gegen das Wettmonopol“ 42
2.2.6 Der Verband Europäischer Wettunternehmer 43
2.2.7 Die European Gaming and Betting Association 45
3. DER RECHTLICHE HINTERGRUND VON SPORTWETTEN IN DEUTSCHLAND 46
3.1 DAS DEUTSCHE GLÜCKSSPIELRECHT 46
3.1.1 Analyse der Sportwette nach deutschem Strafrecht 48
3.1.2 Analyse der Sportwette nach deutschem Bundesrecht 50
3.1.3 Zur landesrechtlichen Regulierung der Sportwettvermittlung in Deutschland 52
3.1.4 Der Lotterie-Staatsvertrag aus dem Jahr 2004 und das Nachfolgemodell 60
3.1.5 Analyse der Sportwette nach deutschem Verfassungsrecht 64
3.1.6 Analyse der Sportwette nach Europarecht 66
3.2 DIE DEUTSCHE RECHTSPRECHUNG 68
3.2.1 Ausgesuchte Urteile der Jahre 2002 bis 2006 69
3.2.2 Das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes aus dem Jahr 2006 79
3.2.2.1 Der Rechtsspruch 81
3.2.2.2 Diskussion des Urteils und seiner Auswirkungen 82
3.3 DIE EUROPÄISCHE RECHTSPRECHUNG 84
3.3.1 Das „Gambelli-Urteil“ aus dem Jahr 2003 84
3.3.2 Das „Placanica-Urteil“ aus dem Jahr 2007 87
4. DIE WIRTSCHAFTLICHE BEDEUTUNG VON SPORTWETTEN IN DEUTSCHLAND UND EUROPA 90
4.1 DIE BEDEUTUNG DES STAATLICHEN GLÜCKSSPIELS FÜR DIE FINANZIERUNG DES DEUTSCHEN SPORTSYSTEMS 94
4.1.1 Der Staatsvertrag über die Bereitstellung von Mitteln aus der Oddset-Sportwette für gemeinnützige Zwecke im Zusammenhang mit der Veranstaltung der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006 99
4.1.2 Der Staatsvertrag über die Regionalisierung von Teilen der von den Unternehmen des Deutschen Lotto- und Totoblocks erzielten Einnahmen 100
4.1.3 Die Stiftung Deutsche Sporthilfe 101
4.2 DER „WETTGIPFEL“ DES DFB 102
4.2.1 Einrichtung eines „Frühwarnsystems“ für Wettquoten 103
4.2.2 Die DFB-Fußball-Wette 104
4.3 DEUTSCHE SPORTWETTUNTERNEHMEN ALS FINANZIELLE AKTEURE IM SPORT 106
4.3.1 Sponsorships deutscher Sportwett-Unternehmen im Sport 108
5. EXPERTENBEFRAGUNG ZUR RECHTS- UND WIRTSCHAFTSLAGE DES DEUTSCHEN SPORTWETTENMARKTES UND DER FINANZIERUNG DES DEUTSCHEN SPORTSYSTEMS 116
5.1 UNTERSUCHUNGSMETHODE 117
5.2 AUFBAU 118
5.3 VORBEREITUNG UND PROBLEME 119
5.4 VORSTELLUNG DER EXPERTEN 120
5.5 AUSWERTUNGSMETHODE 121
6. ANALYSE DER EXPERTENBEFRAGUNG 122
7. SCHLUSSBETRACHTUNG 129
8. ANHANG 134
9. Literaturverzeichnis 141

Textprobe:

Kapitel 4, Die wirtschaftliche Bedeutung von Sportwetten in Deutschland und Europa:

Der Profisport, speziell der Profifußball, kann heute als eigenständige Wirtschaftbranche mit entsprechenden finanziellen Umsätzen angesehen werden. Allein die deutsche Fußball-Bundesliga erzielte in der Saison 2006/07 einen Rekordertrag von 1,52 Milliarden Euro. Von den vielfältigen Finanzströmen des Sports sind zum einen die staatliche Sportförderung und zum anderen das Sportsponsoring der Privatwirtschaft von Interesse für die vorliegende Arbeit. Im Folgenden wird zunächst eine Übersicht über die Stellung des Sports in Deutschland und Europa gegeben. Anschließend wird die Sportförderung der Bundesrepublik Deutschland dahingehend analysiert, welchen Anteil die staatlichen Glücksspielunternehmen, im Speziellen das Sportwettenangebot Oddset, daran besitzt. Nationale Finanzströme, z.B. zur anteiligen Finanzierung der Fußball Weltmeisterschaft 2006, werden in zwei Staatsverträgen der Landeslotteriegesellschaften vorgestellt. Als Veranstalter des Profifußballs in Deutschland, wird die Positionierung des DFB auf dem deutschen Glücksspielmarkt dargestellt. Abschließend wird die wirtschaftliche Bedeutung deutscher Sportwettunternehmen im Sport anhand ausgesuchter Sportsponsorships illustriert.

Die Sportförderung ist in den einzelnen Staaten der Europäischen Union unterschiedlich aufgebaut. In verschiedenen Anteilen stellt die staatliche Förderung des Sports eine bedeutende Ergänzung privater Sponsoren dar. Die Gesamtausgaben für den Sport sind international kaum vergleichbar, da sie in den verschiedenen Ländern auf unterschiedliche Anteile der Regierung, regionaler öffentlicher Hände und des privatwirtschaftlichen Bereiches zurückzuführen sind. In föderal aufgebauten Ländern erfolgt die staatliche Sportförderung auf mehreren Ebenen. Zu diesen gehören die Bundesverwaltung, sowie die regionale und die kommunale Verwaltung. Die Förderung des Spitzensportes findet zum größten Teil auf Bundesebene statt, der Breitensport wird schwerpunktmäßig auf regionaler Ebene unterstützt.

Die Verteilung von staatlichen Mitteln auf Breiten- und Spitzensport erfolgt je nach Land unterschiedlich. So leistete z.B. Frankreich 2001 eine Sportförderung von insgesamt 394,2 Millionen Euro, wovon 84,2 Millionen Euro auf den Spitzensport entfielen. Ein außereuropäischer Vergleich mit Australien zeigt dort eine fast ausschließliche Verwendung der Fördermittel für die Sportelite. Von 57,9 Millionen Euro flossen mit 55,2 Millionen Euro 95% der Ausgaben in den Spitzensport. Die Sportförderung in Deutschland betrug 2001 insgesamt 598 Millionen Euro. Der Spitzensport erhielt davon 498 Millionen Euro (83%). Haushaltsrechtlich ist die Sportförderung des Staates vom so genannten Bundesinteresse abhängig. Ein wichtiges Förderkriterium ist demnach die Außendarstellung einer Sportart und somit sind auch sportliche Erfolge und Attraktivität für die Öffentlichkeit, Medien und Sponsoren von Bedeutung. Nach Auffassung der Bundesregierung würde „eine Spitzensportförderung ohne eine Anknüpfung an Leistungskriterien, wie den internationalen Erfolg, ihren Zweck verfehlen“. Die Sportförderung erfolgt nach dem Subsidiaritätsprinzip. Dieses Konzept föderaler Staatssysteme sieht ein Eingreifen übergeordneter Ebenen nur dann vor, wenn eine untergeordnete Ebene überlastet ist. So kommt die staatliche Sportförderung nur dann und dort zum Tragen, wo kommunale und regionale Mittel nicht ausreichen. Dementsprechend berücksichtigt die Bundesregierung bei der Verteilung der Mittel beispielsweise Einnahmen aus der Fernsehvermarktung telegener und medienwirksamer Sportarten und lenkt entsprechende Einsparungen in der eigenen Förderung auf andere Sportarten um.

Deutsche Athleten waren und sind bei Olympischen Spielen, Paralympics, Welt- und Europameisterschaften und einer Vielzahl weiterer internationaler Sportveranstaltungen in verschiedensten Disziplinen erfolgreich und erreichten Medallienränge. Hieraus entwickelte sich ein gewisser Anspruch an Deutschland als Sportnation, der von der Bundesregierung, während der 14. Wahlperiode in einer Stellungnahme „zur umfassenden und nachhaltigen Förderung der Entwicklung des Sports in Deutschland“, folgendermaßen aufgegriffen und dargestellt wurde: „Die Sportpolitik der Bundesregierung wird von dem Bewusstsein um dem besonderen Stellenwert bestimmt, den der Sport in der modernen Gesellschaft einnimmt. Mit der erstmals erfolgten Aufnahme in eine Koalitionsvereinbarung, wurde die Sportförderung als eines der wichtigen Ziele der Bundesregierung ausdrücklich festgelegt. Die Bundesregierung hat die mit der Koalitionsvereinbarung gesetzten neuen Akzente in der Sportpolitik aufgegriffen und grundlegende Verbesserungen für den Sport vorgenommen. So wurden die finanziellen Rahmenbedingungen für den Sport ausgeweitet, das Sonderförderprogramm „Goldener Plan Ost“ für den Sportstättenbau in den neuen Bundesländern neu geschaffen, die Förderung des Leistungssports behinderter Menschen intensiviert, die Effizienz der bundesgeförderten Sportwissenschaft erhöht, die Interessen des Sports im Naturschutzrecht gesichert und die Förderung des Spitzensports trotz der gebotenen Haushaltskonsolidierung auf hohem Niveau stabilisiert, sowie bei Bundesgrenzschutz und Bundeswehr weiter ausgebaut. Die sportpolitische Bilanz der Bundesregierung braucht keinen Vergleich zu scheuen.“ Die Stellung und Relevanz des Sports in Deutschland spiegelt sich auch in der Europäischen Staatengemeinschaft wieder. Am 18. Juni 2005 wurde der Sport in den Verfassungsvertrag der Europäischen Union aufgenommen und von allen 25 Staats- und Regierungschefs ratifiziert. Somit kann die Europäische Kommission dem Sport in den Mitgliedsstaaten mit „Unterstützungs-, Koordinierungs- und Ergänzungsmaßnahmen helfen und seine sozialen, erzieherischen, gesundheitlichen und kulturellen Werte fördern, ohne in die Autonomie und Kompetenz der Staaten und der Sportorganisationen einzugreifen“. Dem Sport wird dementsprechend auch auf europäischer Ebene eine hohe Bedeutung und eine positive gesellschaftliche Wirkung zugeschrieben. Zur internationalen Sportförderung äußert sich das Auswärtige Amt wie folgt: „Internationale Sportbeziehungen sind, insbesondere im Hinblick auf zahlreiche junge Demokratien und Entwicklungsländer, für die Etablierung und Stabilisierung zivilgesellschaftlicher Strukturen relevant. Sport stellt für viele Menschen in Entwicklungsländern – insbesondere für traumatisierte Kinder und Jugendliche – oft die einzige Möglichkeit dar, Gemeinschaft zu erleben, Selbstbewusstsein zu entwickeln und eine Lebensperspektive zu entwerfen. Der Sport hat in diesen Ländern einen entscheidenden Anteil an mehr Bildung und stärkt das Bewusstsein für eine gesündere Lebensweise.“ Eine Zusammenarbeit im Sport besteht mit der Dritten Welt, den MOE Staaten, den GUS Staaten, der Volksrepublik China und der Mongolei. In diesem Rahmen wird der Sport aus deutscher Sicht mit ca. 2,7 Millionen Euro gefördert. Weiter unterstützt das Auswärtige Amt Projekte mit Schwerpunkt Trainerausbildung in Afghanistan. Unter dem Aspekt der „Sympathiewerbung für Deutschland“ werden außerdem Behinderten-, Gesundheits- und Frauensport subventioniert.

Die „Gesellschaft für Sportförderung Europa EWIV“ setzt sich nach eigener Aussage europaweit für die Förderung des Breitensports ein. Der Schwerpunkt dieser Förderung liegt auf der Sicherung und Weiterentwicklung von Sportaktivitäten an Schulen, Vereinen und Kindereinrichtungen. Die finanziellen Mittel dieser Gesellschaft stammen von privaten Sponsoren aus der Wirtschaft. Mehr als 5.800 Aktionen konnten so bereits finanziert und umgesetzt werden.

Diese ausgesuchten Maßnahmen zur Sportförderung auf europäischer Ebene haben eines gemeinsam. Sie alle zielen mit ihrem Handeln und Wirtschaften bewusst auf eine Förderung des Sports ab. Eine Sportförderung aus Glücksspielumsätzen, wie sie in der föderalen Struktur der Bundesrepublik Deutschland existiert, ist in Europa länderübergreifend nicht vorhanden. Die auf die Sportwette zu beziehende Form der Sportförderung findet seitens privatwirtschaftlicher Förderer nicht in erster Linie zum Wohle des Sports und zur Förderung seiner Werte statt, sondern wird im Rahmen der Unternehmenskommunikation internationaler Sportwettenanbieter realisiert. Sponsorships in einer Vielzahl von Sportarten mit unterschiedlichsten Ausgestaltungen und Größenordnungen bestimmen das Bild, das bei einer Betrachtung der Marketinginvestitionen von international operierenden Sportwettunternehmen entsteht. Besonders im Fußball haben sich diese Firmen in den vergangenen Jahren national in Deutschland, europaweit aber auch global als solvente Sponsoren positioniert. Die Präsenz im Sport und bei Sportübertragungen im TV ist angesichts der immer wiederkehrenden rechtlichen Hindernisse und Strafandrohungen beachtlich. Zwischenzeitlich konnte der Eindruck entstehen, die private Sportwettenbranche wolle sich mit den getätigten Investitionen im Sportsponsoring unentbehrlich machen und so eine Lobby zur Liberalisierung bestehender Sportwettenmonopole schaffen. Eine Übersicht ausgesuchter Sponsorships durch deutsche Wettfirmen im Sport wird in Kapitel 4.3.1 gegeben.

Arbeit zitieren:
Koopmann, Oliver Juni 2007: Sportwetten in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Sportwette, Glücksspielrecht, Finanzierung, Buchmacher, Deutsches Sportsystem

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren