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Ältere Menschen und Computerspiele

Eine Untersuchung der Gruppen älterer Computerspieler und älterer Nichtspieler und deren Vergleich hinsichtlich verschiedener Beschreibungsmerkmale sowie Motivationen und Einstellungen zu Computerspielen

Ältere Menschen und Computerspiele
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Julia Becker
  • Abgabedatum: August 2007
  • Umfang: 122 Seiten
  • Dateigröße: 1,3 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Freie Universität Berlin Deutschland
  • Bibliografie: ca. 72
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0817-6
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Becker, Julia August 2007: Ältere Menschen und Computerspiele, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Computerspiele, Senioren, Motivation, Demographie, Internet

Diplomarbeit von Julia Becker

Einleitung:

Wir leben in einer Zeit, in der Computer nicht mehr weggedacht werden können. Immer mehr Alltagsabläufe drehen sich um den PC und das Internet. Fast 90% der jungen Menschen zwischen 14 und 19 nutzen regelmäßig ihren Computer um ins Internet zu gehen bzw. Computerspiele zu spielen. Bereits 50 % der 10 bis 13- jährigen spielen ein- bis mehrmals die Woche Computerspiele.

Obwohl auch immer mehr ältere Menschen die vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten von Computern entdecken, ist die Zahl der Senioren, die einen Computer nutzen, immer noch erstaunlich gering, geht man davon aus, dass diese neue Technologie in vieler Hinsicht einen enormen nutzen für alte Menschen darstellt, z.B. um bequem und schnell mit anderen in Kontakt zu treten, einzukaufen, sich zu informieren und alleine oder in Gesellschaft zu spielen. Vor allem das Spielen am Computer ist bei Senioren enorm selten, wohingegen die Nutzung von herkömmlichen Gesellschaftsspielen unter Senioren vermutlich weiter verbreitet ist.

Verwunderlich ist daher auch, dass bis vor kurzem Senioren als mögliche Zielgruppe für die Computerspielindustrie weitgehend außer Acht gelassen wurden, hat diese Zielgruppe doch ein denkbares Spielinteresse, genügend Zeit und Geld.

Bisher wurde dem Thema ‚alte Menschen und die Nutzung von Computerspielen’ auch in der Forschung kaum Beachtung geschenkt. Das Anliegen dieser Arbeit ist, diesem Thema auf den Grund zu gehen und den momentanen Stand der Forschung zu diesem oder anlehnenden Themen zusammenzutragen. Im Schwerpunkt sollen die Gruppen der älteren Computerspieler und Nichtspieler hinsichtlich verschiedener Aspekte wie soziodemografische Gegebenheiten, der Freizeitgestaltung und der Einstellung zu Computerspielen miteinander verglichen und auf Unterschiede untersucht werden.

Es soll ergründet werden, warum einige Senioren am Computer spielen und was sie motiviert hat mit dem Spielen am Computer zu beginnen. Zudem soll die Nutzung von Computerspielen, d.h. die Intensität bzw. die Art der genutzten Spiele, innerhalb der Gruppe der älteren Computerspiele beschreiben werden und im weiteren beantwortet werden, warum die meisten Senioren dieses Medium nicht nutzen.

Bevor sich diese Arbeit dem empirischen Teil zuwendet, erfolgt zuerst die Darstellung eines theoretischen Rahmens, der sowohl das Phänomen Spiel und Computerspiele als auch das Thema Alter und Alte Menschen und Medien, beinhaltet.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
1 Einleitung 6
2. Das Phänomen Spiel 7
2.1 Definition Spiel 7
2.1.1 Merkmale des Spiels 8
2.2 Die Motivation zu Spielen 9
2.2.1 Das Flow- Erleben 9
2.2.2 Drei Komponenten zur Motivation beim Spielen 10
2.2.3 Die Reizkonfiguration von Spielkonstrukten 11
2.2.4 Spielertypen und ihre Bedürfnisse 12
2.3 Theorien von Spielen 13
2.3.1 Die evolutionspsychologische Theorie 13
2.3.2 Entwicklungspsychologische Theorie zum Spiel 14
2.3.3 Spiele im Erwachsenenalter 14
2.4 Zusammenfassung 15
3. Computerspiele 16
3.1 Geschichte des Computers 16
3.1.1 Die Anfänge des Computerspiels 17
3.2 Elektronische Spiele 17
3.2.1 Computerspiel als Software 18
3.2.2 Computerspielgenres 18
3.3 Der Computerspielmarkt heute 21
3.3.1 Computerspielnutzung 22
3.4 Online Spiele 24
3.5 Zusammenfassung 24
4. Das Alter 25
4.1 Demografische Entwicklung der Bevölkerung Deutschlands 25
4.2 Gerontologische Begriffe des Alters und Alterns 27
4.2.1 Differentielles Altern 27
4.2.2 Normales Altern 28
4.2.3 Erfolgreiches Altern 28
4.3 Theorien und Modelle des Alters 29
4.3.1 Biologische Theorien zum Alter 29
4.3.2 Psychologische Modelle und Theorien zum Alter 29
4.3.2.1 Das Defizit- und Kompetenzmodell 30
4.3.2.2 Biologie und Kultur im Lebenslauf 30
4.3.2.3 Das SOC Modell 31
4.3.3 Kognitive Leistungen im Alter 31
4.3.3.1 Intelligenz im Alter 32
4.3.4 Sozialpsychologische Theorien und Aspekte des Alters 33
4.3.4.1 Die Aktivitäts- und Disengagement- Theorie 33
4.3.4.2 Die Kontinuitätstheorie 34
4.3.4.3 Lebenszufriedenheit im Alter 34
4.3.4.4 Kritische Lebensereignisse im Alter 35
4.3.4.5 Soziale Isolierung, Einsamkeit und Langeweile als Folge kritischer Lebensereignisse 36
4.3.4.6 Soziale Kontakte und Kommunikation im Alter 37
4.4 Freizeitgestaltung 37
4.5 Zusammenfassung 39
5. Alte Menschen und Medien 41
5.1 Die Mediennutzungsforschung 41
5.1.1 Nutzung des Fernsehers 42
5.1.2 Nutzung des Radios 42
5.2 Computernutzung 43
5.3 Internetnutzung 43
5.3.1 Vorteile der Internetnutzung für Senioren 44
5.3.2 Seniorennetze 45
5.4 Computerspiele 45
5.4.1. Computerspielnutzung von Senioren 46
5.5 Zusammenfassung: 47
6. Empirische Untersuchung 48
6.1 Untersuchungsziele 48
6.2 Methode 49
6.2.1 Datenerhebung 49
6.2.2 Rekrutierung der Versuchsteilnehmer 50
6.2.3 Auswertung 50
7. Ergebnisse 52
7.1. Deskriptive Ergebnisse 52
7.1.1 Soziodemografische Daten der älteren Computerspieler und Nichtspieler 52
7.1.2 Deskriptive Ergebnisse zur Gruppe der älteren Nichtspieler 54
7.1.3 Deskriptive Ergebnisse zur Gruppe der älteren Computerspieler zur Computerspielnutzung und Motivation 56
7.1.3.1 Allgemeine Ergebnisse zur Computernutzung älterer Menschen 56
7.1.3.2 Ergebnisse zum Beginn des Computerspielens älterer Menschen 58
7.1.3.3 Motivationale Aspekte des Computerspielens älterer Menschen 60
7.1.3.4 Von älteren Menschen genutzte Computerspiele und Genres 61
7.2 Überprüfung der Hypothesen 63
7.2.1 Ergebnisse zu Hypothese 1 63
7.2.2 Ergebnisse zu Hypothese 2 66
7.2.2.1 Sonstige Spiele die von Spielern und Nichtspielern gespielt werden 68
7.2.3 Ergebnisse zu Hypothese 3 69
8. Diskussion 75
8.1 Deskriptive Ergebnisse 75
8.1.1 Soziodemografische Daten 75
8.1.2 Die Gruppe der Nichtspieler 76
8.1.3 Die Gruppe der Computerspieler 77
8.2 Hypothesenbasierte Ergebnisse 79
8.2.1 Computernutzung und Nutzung technischer Geräte von älteren Computerspielern und Nichtspielern im Vergleich 79
8.2.2 Freizeitgestaltung von älteren Computerspielern und Nichtspielern im Vergleich 80
8.2.3 Einstellungen zu Computerspielen von älteren Computerspielern und Nichtspielern im Vergleich 81
8.3 Grenzen der Untersuchung und weiterführende Forschung 82
8.4 Zusammenfassung 83
A. Literaturverzeichnis 84
B. Abbildungsverzeichnis 89
C. Tabellenverzeichnis 90
D. Statistische Auswertungen 91
D.1 Soziodemografische Daten 91
D.2 Auswertungen zur Gruppe der Computerspieler 97
D.3 Auswertungen zum weiteren Vergleich der Gruppen 98
E. Fragebögen 123

Textprobe:

Kapitel 5, Alte Menschen und Medien: Das folgende Kapitel befasst sich mit verschiedenen Formen der Mediennutzung älterer Menschen. Abschnitt 5.1 soll einen Überblick über die bisherige Mediennutzungsforschung der Generation 50+ geben. Des Weiteren werden Daten der Fernsehnutzung (5.1.1) und Radionutzung (5.1.2) älterer Menschen zusammengetragen. Abschnitt 5.2 befasst sich mit der Nutzung von Computern durch Menschen im späten Erwachsenenalter. Darauf folgend thematisiert Abschnitt 5.3 den Gebrauch des Internets von älteren Menschen. Diesbezüglich sollen im Abschnitt (5.3.1) mögliche Vorteile der Internetnutzung für Senioren zusammengetragen werden. Abschnitt 5.3.2 erläutert einige Fakten zum Thema Seniorennetze. Im Abschnitt (5.4) geht es schließlich um Computerspiele und die Computerspielnutzung (5.4.1) von Senioren.

Kapitel 5.1, Die Mediennutzungsforschung: Ältere Menschen machen 22 Prozent der deutschen Bevölkerung aus (vgl. Abschnitt 4.1.), dennoch fand diese Bevölkerungsgruppe in der Medienforschung bisher wenig Beachtung. So existieren in Deutschland nur wenige groß angelegte repräsentative Untersuchungen zur Mediennutzung älterer Menschen.

Mitte der 80er Jahre publizierte die ARD/ ZDF-Medienkommission die erste wissenschaftliche Studie zur Mediennutzung älterer Menschen. Neuere Untersuchungen zu diesem Thema sind im Auftrag einiger Rundfunkanstalten getätigt worden. Darunter fallen die Studie 50 +, die 1999 im Auftrag des Südwestrundfunks durchgeführt wurde, mit dem Ziel, mehr über den gesellschaftlichen Kontext der Mediennutzung älterer Menschen zu erfahren. Des Weiteren wurde 1999 und 2001 die achte Welle der ARD / ZDF-Langzeitstudie zur Mediennutzung und -bewertung im Auftrag der ARD / ZDF-Werbung erstellt.

Erwähnenswert wäre noch die ARD / ZDF Onlinestudie, die seit 1999 jedes Jahr neue Daten zur Onlinenutzung der Deutschen liefert und somit auch die Gruppe der über 50 - jährigen erfasst. Daten dieser Studie werden im weiteren Verlauf dieses Kapitels präsentiert. Mittlerweile werden ältere Menschen jedoch immer interessanter für die Marktforschung und als potenzielle Zielgruppe. Mit der steigenden Zahl der Senioren und ihrer relativ wachsenden Wirtschaftskraft wird zudem der Druck auf die Medien größer. In Anlehnung daran wurde 1999 von der Marketingexpertin Cornelia Zanger errechnet, dass die über 50 - jährigen Deutschen, Monat für Monat fast 25 Milliarden DM ausgeben, während die 20- bis 29-Jährigen nur etwa 10 Milliarden DM verkonsumieren.

Diese Fakten machen die Gruppe der über 50- Jährigen für den Markt zunehmend interessant und können dazu führen, dass die ältere Generation zukünftig erheblich mehr Beachtung in der Medien- und Marktforschung bekommen wird. Aus den bisher vorliegenden Untersuchungen wird deutlich, dass ältere Menschen intensive Mediennutzer sind. Radio, Fernseher, Tageszeitung, Telefon und Buch gehören quasi zur Mediengrundausstattung. Im Folgenden werden nun einige Nutzungsdaten aus vorhandenen Untersuchungen zur Mediennutzung älterer Menschen zusammengetragen.

Kapitel 5.1.1, Nutzung des Fernsehers: Der Fernseher ist das am intensivsten genutzte Medium älterer Menschen. Durchschnittlich an 28 Tagen im Monat wird der Fernseher eingeschaltet und in nahezu jedem Haushalt befindet sich ein Fernsehgerät. Die über 50 - jährigen Deutschen verbringen täglich durchschnittlich 4 Stunden vor dem Fernseher und 4 Prozent der 50 - bis 74 – jährigen Menschen gaben an, fünf bis sechs Stunden täglich fernzusehen.

Medien wie das Fernsehen können beim Übergang in den beruflichen Ruhestand helfen, dem Alltag einen Rhythmus zu geben. Zudem geht das Fernsehen auf unterschiedliche Erwartungen und Bedürfnisse ein, in dem es z.B. über aktuelle Ereignisse informiert. Der Unterhaltungsfaktor des Fernsehens macht es möglich, Menschen vor Langeweile zu bewahren und hilft, Gefühle von Einsamkeit zu reduzieren. Für viele ältere Menschen kann das Fernsehen soziale Kontakte und Aktivitäten ersetzen und das Gefühl vermitteln, Gesellschaft zu haben. Außerdem liefert das Fernsehprogramm Gesprächsstoff zum Mitreden. Somit kann das Fernsehen für Ältere einen emotionalen, sozialen aber auch kognitiven Nutzen haben. Die von älteren Menschen am meisten geschauten Sendungen sind Nachrichtensendungen, gefolgt von Wissenschaftssendungen und politischen Magazinen.

Kapitel 5.1.2, Nutzung des Radios: Die Radionutzung der über 50 - Jährigen liegt knapp hinter dem Fernsehkonsum. Der Hörfunk soll den Hörern Information, Entspannung und Spaß bieten. Von älteren Menschen bevorzugt gehört werden die öffentlich-rechtlichen Sender bzw. die dort gesendeten Kultur- und Informationsprogramme. So gehören musikalische Beiträge, Nachrichten und aktuelle Informationen zu den wichtigsten Hörfunkprogrammbestandteilen für ältere Menschen.

Kapitel 5.2, Computernutzung: Computer können für ältere Menschen sehr nützlich sein und eine große Hilfe darstellen, da sie nicht nur sensorische, motorische und kognitive Einschränkungen kompensieren können, sondern auch nützliche Hilfsmittel zur Informationsvermittlung wie auch zur Verfolgung von Interessen und Angeboten sind.

Die Ausstattung der Haushalte älterer Menschen mit Computern war 1999 jedoch relativ gering. 32 Prozent der 50 - bis 74-Jährigen hatten zu diesem Zeitpunkt einen Computer im Haushalt zur Verfügung. Während 7 Prozent den Computer ausschließlich am Arbeitsplatz nutzten, wendeten sich 9 Prozent der Befragten nur in der Freizeit dem Medium zu. 16 Prozent der älteren Menschen verbrachten sowohl in der Freizeit als auch während der Arbeit Zeit vor dem PC.

Die 50- bis 64-Jährigen nutzen den Computer häufiger als die Gruppe der über 65- jährigen und zudem nutzen Männer den Computer häufiger als Frauen. Die Nutzung des Computers beschränkte sich bei den älteren Menschen überwiegend auf das Scheiben von Texten und Briefen, an zweiter Stelle steht die Nutzung für Beruf bzw. berufliche Tätigkeiten, gefolgt von dem Ausprobieren von Programmen, die Nutzung von Lexika und Nachschlagwerken und zuletzt dem Spielen am Computer.

Arbeit zitieren:
Becker, Julia August 2007: Ältere Menschen und Computerspiele, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Computerspiele, Senioren, Motivation, Demographie, Internet

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