Die Bilanzierung des Geschäfts- oder Firmenwerts bei den Unternehmen des deutschen Aktienindex (DAX 30)
Eine Untersuchung zur Theorie der Rechnungslegung und deren tatsächliche Umsetzung in der Praxis
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Benjamin Alka
- Abgabedatum: August 2007
- Umfang: 118 Seiten
- Dateigröße: 718,2 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Nordakademie Deutschland
- Originaltitel: Die Bilanzierung des Geschäfts- oder Firmenwerts bei den Unternehmen des deutschen Aktienindex (DAX 30)
- Bibliografie: ca. 200
- ISBN (eBook): 978-3-8366-0628-8
- ISBN (CD) :978-3-8366-0628-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Alka, Benjamin August 2007: Die Bilanzierung des Geschäfts- oder Firmenwerts bei den Unternehmen des deutschen Aktienindex (DAX 30), Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Goodwill, Impairment-Test, IFRS, US-GAAP, Impairment-Only-Approach
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Diplomarbeit von Benjamin Alka
Einleitung:
Im November 2002 veröffentlichte die Deutsche Telekom für die ersten drei Quartale des laufenden Geschäftsjahrs einen Rekordfehlbetrag i. H. v. 24,5 Mrd. Euro. Der größte Teil dieses Verlustes kam durch außerplanmäßige Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte zustande, die weitestgehend im Zuge der Akquisitionen von Voicestream und Powertel im Geschäftsjahr 2001 entstanden waren. Interessanterweise wurde diese Bereinigung der Konzernbilanz im Anschluss an eine Neubesetzung der Konzernspitze vorgenommen und von den Analysten folglich als sauberer Start der neuen Geschäftsführung interpretiert.
Vorausgegangen war dieser bilanzpolitischen Maßnahme eine grundlegende Reform der für die Bilanzierung der Deutschen Telekom maßgeblichen US-amerikanischen Rechnungs-legungsstandards. Das Financial Accounting Standards Board (FASB) veröffentlichte im Juni 2001 im Zuge des Projekts „Business Combinations“ den Standard SFAS 142 „Goodwill and Other Intangible Assets“ und beendete somit vorläufig die Jahrzehnte währende Debatte über angemessene Bilanzierungsregeln für derivative Geschäfts- oder Firmenwerte.
Insbesondere die neue Konzeption der Folgebewertung von Geschäfts- oder Firmenwerten stieß jedoch auf ein überwiegend kritisches Echo bei Bilanzadressaten und weiteren Interessengruppen. Traditionell wurde der Geschäfts- oder Firmenwert im Zuge eines Unternehmenserwerbs als Vermögenswert aktiviert und anschließend über eine je nach rechtlicher Grundlage variierende Nutzungsdauer planmäßig und – sofern erforderlich – außerplanmäßig abgeschrieben. An die Stelle der planmäßigen Abschreibung tritt mit Geltung des SFAS 142 der international als Impairment-Only Approach bezeichnete Ansatz, den Geschäfts- oder Firmenwert regelmäßig einem Werthaltigkeitstest zu unterziehen und lediglich im Falle einer Wertminderung außerplanmäßig abzuschreiben. Spätestens im Zuge der Veröffentlichung des IFRS 3 „Unternehmenszusammenschlüsse“ durch das International Accounting Standards Board (IASB) im Jahr 2004 in Anlehnung an die US-amerikanischen Vorschriften avancierte die Frage nach geeigneten Regeln zur Bilanzierung von Geschäfts- oder Firmenwerten auch in Deutschland zu einem der bedeutendsten Themen in der Rechnungslegungsliteratur und -praxis.
Zwar ist das Verbot planmäßiger Abschreibungen kein gänzlich neuer Ansatz der Goodwillbilanzierung, jedoch erlangen die Bilanzierungsregeln für Geschäfts- oder Firmenwerte insbesondere vor dem Hintergrund der durch das hohe Volumen von Unternehmenskäufen in den vergangenen 20 Jahren teilweise extrem hohen Goodwillpositionen im Bilanzbild nationaler und internationaler Konzerne eine erhebliche Bedeutung. Das FASB und das IASB begründen die Einführung des Impairment-Only Approach mit einer höheren Entscheidungsnützlichkeit der Jahresabschlussinformationen, wohingegen Kritiker der neuen Standards im Zusammenspiel mit der äußerst komplizierten bilanziellen Erfassung des Geschäfts- oder Firmenwerts die Gefahr zunehmender Intransparenz und mangelnder Objektivität der Jahresabschlussdaten sehen.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die für den Geschäfts- oder Firmenwert relevanten Bilanzierungsfragen sowohl unter Beachtung der Rechnungslegungsvorschriften der IFRS als auch der US-GAAP zu erörtern und die Unterschiede beider Regelwerke herauszustellen. Basierend auf dieser Ausarbeitung erfolgt eine Untersuchung der praktischen Umsetzung der Vorschriften anhand der Jahresabschlüsse der DAX 30-Unternehmen, wobei insbesondere zwei Fragen im Vordergrund stehen:
Zum einen soll analysiert werden, wie sich die Unterschiede in den Regelwerken der IFRS und der US-GAAP auf die Jahresabschlüsse auswirken. Darüber hinaus ist es Ziel der Untersuchung, zu erörtern, welche Faktoren zu außerplanmäßigen Abschreibungen führen und inwiefern diejenigen Unternehmen, deren Jahres-ergebnisse nicht durch diese belastet sind, Gemeinsamkeiten aufweisen.
Gang der Untersuchung:
Die vorliegende Arbeit behandelt die Darstellung des Geschäfts- oder Firmenwerts in den Jahresabschlüssen nach IFRS- und US-GAAP-Rechnungslegung. Die Bilanzierung des Geschäfts- oder Firmenwerts nach Handelsrecht wird hingegen vom Untersuchungsgegenstand abgegrenzt. Aus Gründen der Wesentlichkeit wird auf die Darstellung von Aspekten, die nach aktuell gültigen IFRS und US-GAAP nicht zulässig sind, weitestgehend verzichtet.
Ferner werden weitere Bilanzierungsstandards im Regelwerk der US-GAAP bzw. IFRS, die Auswirkungen auf die Darstellung des Geschäfts- oder Firmenwerts haben können, sowie Standardentwürfe, die für Jahresabschlüsse des Geschäftsjahrs 2006 noch keine Gültigkeit besaßen, vom Gegenstand der Arbeit ausgeschlossen. Alle Ausführungen beziehen sich auf die Darstellung des Geschäfts- oder Firmenwerts im Konzern, Bilanzierungsfragen die sich im Zusammenhang mit der Equity-Methode ergeben, werden nicht behandelt.
Der erste Teil dieser Arbeit widmet sich den begrifflichen Grundlagen des Geschäfts- oder Firmenwerts. Neben einer Klärung der relevanten Terminologie werden auch die Faktoren skizziert, die zur Entstehung des Geschäfts- oder Firmenwerts führen und Gründe für die steigende Bedeutung im Jahresabschluss angeführt. In Teil B wird die Darstellung im Jahresabschluss nach IFRS-Rechnungslegung behandelt, wobei der Schwerpunkt der Ausführungen auf der Bewertung liegt.
Von Interesse sind insbesondere die Kaufpreisallokation und – in Hinblick auf die in Teil D folgende Untersuchung – die Folgebewertung des Geschäfts- oder Firmenwerts. Analog zu Teil B wird im nachfolgenden Teil C die Bilanzierung des Geschäfts- oder Firmenwerts nach US-GAAP-Rechnungslegung erläutert und in wesentlichen Punkten den Regeln nach IFRS gegenübergestellt. Da einzelne Bewertungsfragen in beiden Systemen identisch bzw. äußerst ähnlich behandelt werden, kann dieser Abschnitt im Vergleich zu Teil B kürzer gehalten werden.
Abschließend werden die gewonnenen Erkenntnisse zur Rechnungslegungstheorie im Rahmen einer empirischen Untersuchung der tatsächlichen Bilanzierungspraxis gegenüber-gestellt. Gegenstand der Studie sind die Konzernabschlüsse der während des Untersuchungszeitraums von 2002-2006 durchgängig im DAX 30 gelisteten Unternehmen. Im Anschluss an eine Diskussion der Ergebnisse der in Deutschland aktuell veröffentlichten Studien werden die analysierten Unternehmen anhand von zwei verschiedenen Kriterien gruppiert und miteinander verglichen.
Zunächst sollen diejenigen Unternehmen, die im Beobachtungszeitraum infolge eines Impairmenttests eine außerplanmäßige Goodwillabschreibung vorgenommen haben mit den Unternehmen verglichen werden, die im gleichen Zeitraum keine außerplanmäßigen Goodwillabschreibungen durchgeführt haben. Anschließend erfolgt eine Gegenüberstellung der Unternehmen nach dem Kriterium der Bilanzierungsregeln. In diesem Zusammenhang soll geprüft werden, inwiefern die Untersuchungsergebnisse mit den Ausführungen zur Bilanzierungstheorie und mit den zuvor diskutierten empirischen Studien vereinbar sind.
Der Schlussteil fasst die Ergebnisse der theoretischen Ausführungen zusammen und stellt beide Rechnungslegungssysteme vor dem Hintergrund der Untersuchungsergebnisse gegenüber. In den Anlagen werden die für die Untersuchung der Bilanzierungspraxis grundlegenden Daten übersichtlich aufbereitet.
Inhaltsverzeichnis:
| EINLEITENDER TEIL | 1 | |
| A. | Problemstellung und Ziel der Untersuchung | 1 |
| B. | Abgrenzung und Gang der Untersuchung | 2 |
| HAUPTTEIL | 4 | |
| A. | Der Geschäfts- oder Firmenwert als Indikator der wirtschaftlichen Lage | 4 |
| I. | Die Definition und Erklärung des Geschäfts- oder Firmenwerts | 4 |
| 1. | Die Begriffsbestimmung des Geschäfts- oder Firmenwerts | 4 |
| a. | Der originäre und derivative Geschäfts- oder Firmenwert | 4 |
| b. | Die Sonderform des negativen Geschäfts- oder Firmenwerts | 6 |
| 2. | Die Komponenten des Geschäfts- oder Firmenwerts | 7 |
| a. | Der Geschäfts- oder Firmenwert im weiteren Sinne | 7 |
| b. | Der Geschäfts- oder Firmenwert im engeren Sinne | 8 |
| II. | Die Bedeutung des Geschäfts- oder Firmenwerts als Indikator der wirtschaftlichen Lage | 11 |
| 1. | Die aktuelle Bedeutung des Geschäfts- oder Firmenwerts im Bilanzbild | 11 |
| a. | Der Geschäfts- oder Firmenwert als Erklärungsgröße für die Marktwert-Buchwert-Lücke | 11 |
| b. | Der bilanzpolitische Gestaltungsspielraum der Unternehmensführung | 12 |
| 2. | Die Ursachen für die Bedeutungszunahme des Geschäfts- oder Firmenwerts | 13 |
| a. | Die Entwicklung des Marktes für Unternehmenstransaktionen | 13 |
| b. | Die Bedeutungszunahme immaterieller Vermögenswerte | 14 |
| B. | Die bilanzielle Behandlung des Geschäfts- oder Firmenwerts nach IFRS | 16 |
| I. | Der Anwendungsbereich der relevanten Standards | 16 |
| II. | Die Ansatzvorschriften für den Geschäfts- oder Firmenwert | 18 |
| III. | Die Bewertung des Geschäfts- oder Firmenwerts | 19 |
| 1. | Die Erstbewertung des Geschäfts- oder Firmenwerts | 19 |
| a. | Der Ablauf der Erstkonsolidierung | 19 |
| b. | Die Kaufpreisallokation | 21 |
| c. | Die Allokation des Geschäfts- oder Firmenwerts auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten | 26 |
| d. | Der negative Unterschiedsbetrag | 28 |
| e. | Die Berücksichtigung von Anteilen konzernfremder Gesellschafter | 30 |
| 2. | Die Folgebewertung des Geschäfts- oder Firmenwerts | 31 |
| a. | Der Werthaltigkeitstest des Geschäfts- oder Firmenwerts nach IAS 36 | 31 |
| b. | Die Wertaufholung des Geschäfts- oder Firmenwerts | 35 |
| c. | Die Substitution von derivativem durch originären Geschäfts- oder Firmenwert | 36 |
| d. | Die Berücksichtigung von Anteilen konzernfremder Gesellschafter | 37 |
| 3. | Die bilanzielle Behandlung des Geschäfts- oder Firmenwerts bei der Endkonsolidierung | 38 |
| a. | Der Zeitpunkt der Endkonsolidierung | 38 |
| b. | Die Ermittlung des in den Abgangswert einzubeziehenden Geschäfts- oder Firmenwerts | 39 |
| IV. | Der Ausweis des Geschäfts- oder Firmenwerts | 40 |
| C. | Die bilanzielle Behandlung des Geschäfts- oder Firmenwerts nach US-GAAP | 42 |
| I. | Der Anwendungsbereich der relevanten Standards | 42 |
| II. | Die Ansatzvorschriften für den Geschäfts- oder Firmenwert | 43 |
| III. | Die Bewertung des Geschäfts- oder Firmenwerts | 44 |
| 1. | Die Erstbewertung des Geschäfts- oder Firmenwerts | 44 |
| a. | Der Ablauf der Erstkonsolidierung | 44 |
| b. | Die Kaufpreisallokation | 46 |
| c. | Die Allokation des Geschäfts- oder Firmenwerts auf reporting units | 49 |
| d. | Der negative Unterschiedsbetrag | 50 |
| e. | Die Berücksichtigung von Anteilen konzernfremder Gesellschafter | 51 |
| 2. | Die Folgebewertung des Geschäfts- oder Firmenwerts | 52 |
| a. | Der Werthaltigkeitstest des Geschäfts- oder Firmenwerts nach SFAS 142 | 52 |
| b. | Die Wertaufholung des Geschäfts- oder Firmenwerts | 55 |
| c. | Die Substitution von derivativem durch originären Geschäfts- oder Firmenwert | 56 |
| d. | Die Berücksichtigung von Anteilen konzernfremder Gesellschafter | 57 |
| 3. | Die bilanzielle Behandlung des Geschäfts- oder Firmenwerts bei der Endkonsolidierung | 58 |
| a. | Der Zeitpunkt der Endkonsolidierung | 58 |
| b. | Die Ermittlung des in den Abgangswert einzubeziehenden Geschäfts- oder Firmenwerts | 58 |
| IV. | Der Ausweis des Geschäfts- oder Firmenwerts | 59 |
| D. | Untersuchung der Bilanzierung des Geschäfts- oder Firmenwerts bei den Unternehmen des deutschen Aktienindex (DAX 30) | 61 |
| I. | Der aktuelle Stand der empirischen Forschung | 61 |
| II. | Die Ergebnisse der eigenen Untersuchungen | 64 |
| 1. | Die Bilanzierung des Geschäfts- oder Firmenwerts im Jahr 2006 | 64 |
| 2. | Der Vergleich der Ergebnisse anhand des Kriteriums außerplanmäßiger Abschreibungen | 67 |
| 3. | Der Vergleich der Ergebnisse anhand des Kriteriums der Bilanzierungsregeln | 72 |
| III. | Die Vereinbarkeit der Untersuchungsergebnisse | 74 |
| ABSCHLIESSENDER TEIL | 76 | |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | IV | |
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | VI | |
| TABELLENVERZEICHNIS | VII | |
| ANLAGENVERZEICHNIS | VIII | |
| LITERATURVERZEICHNIS | XVII |
Textprobe:
Kapitel D.1, Untersuchung der Bilanzierung des Geschäfts- oder Firmenwerts bei den Unternehmen des deutschen Aktienindex (DAX 30):
Die Bilanzierung des Geschäfts- oder Firmenwerts ist, wie in den bisherigen Ausführungen dargestellt, seit geraumer Zeit Gegenstand kontroverser Diskussionen. Neben den wissenschaftlichen Beiträgen zur Bilanzierungstheorie liegen sowohl in der deutschsprachigen wie auch in der internationalen Literatur zahlreiche empirische Studien zur Bilanzierung des Geschäfts- oder Firmenwerts vor. In Hinblick auf die Auswirkungen der neuen Goodwillbilanzierungsregeln ist die empirische Forschung noch in ihrem Anfangsstadium, wenngleich bereits mehrere Untersuchungen zur Rechnungslegung nach den US-amerikanischen Standards SFAS 141 und SFAS 142 vorliegen. Die meisten deutschsprachigen Untersuchungen zur Bilanzierung von Geschäfts- oder Firmenwerten wurden vor Einführung des IFRS 3 (2004) durchgeführt und basieren folglich auf den alten Regeln nach IAS 22.
Eine der wenigen aktuellen Untersuchungen aus dem Jahr 2005 vergleicht die Durchführung des Goodwill-Impairmenttest bei IFRS- und US-GAAP-Bilanzierern im deutschen Prime Standard. PELLENS et al. kommen zu dem Ergebnis, dass beide Regelwerke den Unternehmen erhebliche bilanzpolitische Freiheitsgrade gewähren. Insbesondere die Bildung von ZMGEs bzw. RUs sowie die Allokation des Geschäfts- oder Firmenwerts auf die gebildeten Einheiten haben einen erheblichen Einfluss auf das Ergebnis des Impairmenttests.
Im Kontrast zu den in der Literatur beschriebenen und im Verlauf dieser Arbeit dargestellten Unterschieden zwischen IFRS und US-GAAP gaben die befragten Unternehmen an, im Zuge der Umstellung von US-GAAP auf IFRS keine wesentlichen Änderungen vorgenommen zu haben. So ließen ca. 72 % derjenigen Unternehmen, die ihre Rechnungslegung bereits umgestellt haben, die Anzahl der firmenwerttragenden Einheiten und die damit einhergehende Allokation des Geschäfts- oder Firmenwerts unverändert.
Das Institut für Wirtschaftsprüfung an der Universität des Saarlandes untersuchte unter der Leitung von KÜTING in den vergangenen Jahren mehrfach die Bedeutung der Goodwillposition im Jahresabschluss sowie die Auswirkungen der Goodwillabschreibungen auf die Ertragslage deutscher Unternehmen. Insbesondere die Relation der bilanzierten Goodwillposition zum Eigenkapital verdeutlicht die hohe Bedeutung des Geschäfts- oder Firmenwerts. Am Bilanzstichtag des Geschäftsjahrs 1998 wurden bei fast 10 % der untersuchten Unternehmen Werte von über 100 % ermittelt. Die Spitzengruppe der höchsten Relationen beinhaltete mit Fresenius Medical Care nur ein DAX 30-Unternehmen.
In einer weiteren Untersuchung für das Geschäftsjahr 2004 bzw. 2003/2004 stellte KÜTING fest, dass bei acht der untersuchten 132 Konzerne der Geschäfts- oder Firmenwert das Eigenkapital überstieg und zu den höchsten zehn Relationen mit RWE (128 %), TUI (126 %) und Fresenius Medical Care (94 %) drei DAX-Werte zählten. Zu den Unternehmen mit den höchsten prozentualen Jahreserfolgsbelastungen durch Goodwillabschreibungen zählten mit der Deutschen Telekom (27 %) und Infineon Technologies (25 %) zwei DAX-Unternehmen. Die aktuelle Untersuchung für das Geschäftsjahr 2005 umfasste 130 Konzerne, von denen 120 eine Goodwillposition ausweisen.
Die Daten bestätigten die hohe Bedeutung des Geschäfts- oder Firmenwerts erneut. So überstieg bei acht der untersuchten Konzerne der Geschäfts- oder Firmenwert das Eigenkapital. Darüber hinaus wurden in der genannten Studie erstmals seit Veröffentlichung des IFRS 3 (2004) die Auswirkungen des Impairment-Only Approach in Form einer Analyse der Abschreibungen deutlich. Lediglich 41 Konzerne (31,5 %) nahmen im Jahr 2005 eine Abschreibung auf den Geschäfts- oder Firmenwert vor, darunter acht DAX-Unternehmen.
Bei Betrachtung der höchsten absoluten Abschreibungsbeträge bestätigte sich die hohe Relevanz der Goodwillbilanzierung für die im DAX gelisteten Unternehmen. So wurden acht der zehn absolut höchsten Abschreibungen von DAX-Unternehmen vorgenommen. Auch in Hinblick auf die Auswirkung der Goodwill-abschreibung auf das Jahresergebnis dominierten die DAX-Unternehmen das Bild. Fünf der zehn größten Auswirkungen wurden bei im DAX gelisteten Unternehmen beobachtet. Mit einer Goodwillabschreibung i. H. v. 300 Mio. Euro (Jahresergebnis i. H. v. 612 Mio. Euro) erreichte diese Relation bei der Deutschen Lufthansa mit 49 % den höchsten Wert.
Eine Untersuchung von BAUSCH/FRITZ bestätigt die hohe Bedeutung des Geschäfts- oder Firmenwerts in den Jahresabschlüssen 2005 der DAX 30-Unternehmen. Demnach lag der Mittelwert der Relation des bilanzierten Geschäfts- oder Firmenwerts zum Buchwert des Eigenkapitals basierend auf den Jahresabschlüssen 2003 bei ca. 40 %. Bei insgesamt sieben Unternehmen lag die Relation bei mehr als 50 %. Die Unternehmen Fresenius Medical Care und Tui wiesen Goodwillpositionen in Höhe 194 % bzw. 138 % im Verhältnis zum Buchwert des Eigenkapitals aus.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836606288
Arbeit zitieren:
Alka, Benjamin August 2007: Die Bilanzierung des Geschäfts- oder Firmenwerts bei den Unternehmen des deutschen Aktienindex (DAX 30), Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Goodwill, Impairment-Test, IFRS, US-GAAP, Impairment-Only-Approach



