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Zum Verständnis von Qualität und zur Anlage der Prozeßführung bei zertifizierten und nicht-zertifizierten Bildungsträgern der beruflichen Weiterbildung

Zum Verständnis von Qualität und zur Anlage der Prozeßführung bei zertifizierten und nicht-zertifizierten Bildungsträgern der beruflichen Weiterbildung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Bettina Baum
  • Abgabedatum: Februar 1998
  • Umfang: 159 Seiten
  • Dateigröße: 7,1 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1058-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1058-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1058-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Baum, Bettina Februar 1998: Zum Verständnis von Qualität und zur Anlage der Prozeßführung bei zertifizierten und nicht-zertifizierten Bildungsträgern der beruflichen Weiterbildung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Berufliche Weiterbildung, DIN ISO 9000, Prozeßorientierung, Qualität, Qualitätsmanagement

Diplomarbeit von Bettina Baum

Zusammenfassung:

In der Vergangenheit hat die Diskussion um die Qualität in der beruflichen Weiterbildung und deren Sicherung große Aufmerksamkeit erlangt und ist zum täglichen Bestandteil von Theorie und Praxis der Erwachsenenbildung geworden. Der quartäre Bildungsbereich weist eine zunehmende Pluralität des Angebots auf, die insbesondere in den neuen Bundesländern zu einer Zunahme von unseriösen Anbietern geführt hat. Der aktuelle Weiterbildungsmarkt bewegt sich in einem Spannungsfeld, das auf der einen Seite durch die Verknappung öffentlicher Fördermittel und auf der anderen Seite durch ein hohes Maß an Intransparenz gekennzeichnet ist, die es Bildungsinteressierten erschwert, das geeignete Angebot auszuwählen. Kriterien des Wettbewerbs betreffen nicht mehr allein den privaten, sondern auch den öffentlich geförderten Bereich der beruflichen Weiterbildung. Aufgrund dieser Situation wurde es unabdingbar, sich mit Fragen der Qualität zu beschäftigen.

Einen wichtigen Anstoß hat dieser Diskussion die Übertragung der internationalen Norm DIN EN ISO 9000 ff. von der industriellen Fertigung auf den Dienstleistungssektor und mithin auf den Bildungsmarkt gegeben. Die Anzahl der nach dieser Norm zertifizierten Bildungseinrichtungen nimmt zu und mit ihr die Bandbreite unterschiedlicher Qualitätsansätze innerhalb der Branche.

So wie sich ein Teil der Bildungseinrichtungen nach DIN EN ISO 9000 ff. zertifizieren lassen, schließen sich andere zu Gütesiegelverbünden zusammen, andere wiederum werben mit weiteren Qualitätssicherungskonzepten um Kunden. Gemeinsames Ziel aller Bemühungen ist die Sicherung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit auf dem enger werdenden Bildungsmarkt. Differenzen liegen hingegen in vielfältigen Qualitätsansätzen, die sich wiederum in der verschiedenartigen Ausgestaltungen der betrieblichen Praxis niederschlagen.

Der erste persönliche Zugang zur Thematik ‘Zertifizierung von Qualitätsmanagementsystemen in der beruflichen Weiterbildung’ ergab sich Ende 1996 durch Themenvorschläge für eine Diplomarbeit der CERTQUA, der "Gesellschaft der Deutschen Wirtschaft zur Förderung und Zertifizierung von Qualitätssicherungssystemen in der beruflichen Bildung", die am ‘Schwarzen Brett’ des Seminars für allgemeine Pädagogik aushingen. Das Thema ‘Vergleichende Untersuchung: Zertifizierte und nicht zertifizierte Einrichtung der beruflichen Bildung’ schien mir als Themenstellung für die bevorstehende Diplomarbeit von besonderem Interesse.

Bei einer ersten Literaturrecherche wurde deutlich, daß sich ein Vergleich dieser beiden Untersuchungsgruppen auf zahllose Fragestellungen hätte beziehen können. Von besonderer Relevanz schien der Themenschwerpunkt ‘Einfluß von prozeßorientierten Ablauforganisationen auf die Qualität beruflicher Weiterbildung‘, dem in der Literatur zur Professionalisierung der beruflichen Weiterbildung eine zunehmende Bedeutung zukommt.

Die dieser Arbeit zugrunde liegende Ausgangsüberlegung besteht darin, in welcher Weise sich das Qualitätsverständnis einzelner Bildungsträger voneinander unterscheidet und welchen Einfluß die jeweilige Definition von Qualität auf die betriebliche Praxis der Einrichtungen hat. Neben der Sicherung und Erhaltung der Qualität der Angebote durch Einführung bestimmter Qualitätsmanagementkonzepte spielen auch betriebswirtschaftliche Gesichts-punkte eine Rolle bei der Entscheidung für ein bestimmtes Managementkonzept. Wirtschaftliche Einbußen zwingen Einrichtungen dazu, ihre Organisationsstrukturen neu zu überdenken und effizienter zu gestalten. Wohlklingende Konzepte wie "Total Quality Management", "Lean Management", "Business Reengineering" oder "Prozeßmanagement" verheißen betriebswirtschaftliche und unternehmenskulturelle Lösungen für diese Probleme.

Durch eine beobachtbare Tendenz zu prozeßorientierten Ansätzen in der betriebswirtschaftlichen Literatur ergab sich weiterhin die Frage, inwieweit prozeßorientierte Arbeitsabläufe den prozessualen Charakter von Bildungsmaßnahmen unterstützen können und ob sich die betrieblichen Abläufe zertifizierter Bildungseinrichtungen unter dem Einfluß der DIN-Norm von denen nicht zertifizierter Einrichtungen unterscheiden.

Die Formulierung der Themenstellung zu dieser Arbeit "Zum Qualitätsverständnis und zur Anlage der Prozeßführung bei zertifizierten und nicht zertifizierten Bildungsträgern der beruflichen Weiterbildung" wurde als Konjunktion gewählt, da nicht von vorne herein eine Kausalität von Prozeßführung und Qualität unterstellt werden soll. Ob von seiten der Bildungsträger eine Kausalität erkannt oder bestätigt wird, soll vielmehr im empirischen Teil dieser Arbeit untersucht werden.

Die vorliegende Arbeit gliedert sich in einen theoretischen und einen empirischen Teil. Der theoretische Teil vermittelt einen Überblick über den aktuellen Stand der Qualitätsdiskussion. Insbesondere soll aufgezeigt werden, welche Kriterien und Dimensionen des Begriffs "Qualität" diskutiert werden und welchen Einfluß dies auf die Festlegung von Qualitätssicherungssystemen für die berufliche Weiterbildung hat. Darüber hinaus soll der Stellenwert der Prozeßführung innerhalb prozeßorientierter Ansätze für die Praxis der beruflichen Weiterbildung ermittelt werden.

Dem empirischen Teil liegt eine eigene Untersuchung zugrunde, anhand derer versucht wird, die vorerwähnten Fragen durch Erfahrungsberichte in der Bildungspraxis Tätiger zu beantworten. Die Untersuchung erfolgte in Form qualitativer Experteninterviews in bereits zertifizierten, in der Vorbereitung auf die Zertifizierung befindlicher und nicht zertifizierten Bildungsträger der beruflichen Weiterbildung. Eine ausführliche Beschreibung des methodischen Vorgehens erfolgt in Kapitel 8.

Im Interesse einer einfacheren Lesbarkeit wird im folgenden von Teilnehmern und Teilnehmerinnen, Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen etc. als TeilnehmerInnen und MitarbeiterInnen gesprochen.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort
1. Qualität - ein Maßstab für Produkte und Dienstleistungen 1
1.1 Zur Entwicklung des Qualitätsbegriffs und der Sicherung der Qualität 2
1.2 Neue Ansätze zur Beschreibung von Qualität 3
1.2.1 Fünf Betrachtungsweisen des Qualitätsbegriffs nach David A. Garvin 4
1.2.2 Acht Dimensionen der Qualität 8
1.2.3 Versuch einer Zuordnung der acht Qualitätsdimensionen in fünf Qualitätsdefinitionen 13
2. Historischer Rückblick zur Qualität in der Erwachsenenbildung 17
3. Ansätze der Qualitätssicherung in den Teilmärkten der beruflichen Bildung 19
3.1 AFG-geförderte Weiterbildung 19
3.1.1 Arbeitsmarktbezogene Anforderungen - Ziele der Förderung 21
3.1.2 Anforderungen an die Maßnahmenträger 21
3.1.3 Anforderungen an die Maßnahme 22
3.2 Individuelle Weiterbildung 23
3.2.1 Gütegemeinschaften, deren Qualitätsverständnis und daraus abgeleitete Qualitätskriterien 24
3.2.2 Dozentenzertifizierung 27
3.3 Betriebliche Weiterbildung 28
3.3.1 Die Lernende Organisation 29
3.3.2 Ausgewählte Modelle betrieblicher Weiterbildung 30
4. Qualitätssicherung durch DIN EN ISO 9000 ff. 33
4.1 Zum Qualitätsverständis der Normenreihe 34
4.2 Umsetzung des Qualitätsverständnisses in ein Qualitätsmanagementsystem der beruflichen Weiterbildung 36
5. Zum Einfluß der Qualitätskriterien auf die betrieblichen Abläufe eines Bildungsträgers 42
5.1 Exemplarisch - Qualitätsziel: Vermittlungsquote 43
5.2 Exemplarisch - Qualitätsziel: Kundenzufriedenheit 45
6. Qualitätssicherung durch Prozeßorientierung 48
6.1 Begriffliche Grundlagen des Prozeßmanagements 49
6.1.1 Geschäftsprozeßoptimierung 50
6.1.2 Reengineering 50
6.1.3 Prozeßorganisation 50
6.2 Identifizierung der qualitätsrelevanten Prozesse 53
6.3 Prozeßführung 55
6.3.1 Voraussetzungen der Prozeßführung 56
6.3.2 Inhalte der Prozeßführung 56
6.3.3 Führungskreislauf der Prozeßführung 57
7. Modelle der Prozeßführung in der beruflichen Weiterbildung 58
7.1 Qualitätskreis einer Weiterbildungsmaßnahme in Anlehnung an DIN EN ISO 9004, Teil 2 58
7.2 Führungskreislauf einer Weiterbildungsmaßnahme durch Identifizierung branchenspezifischer Prozesse 60
8. Empirische Untersuchung zur Themenstellung 64
8.1 Konzeption und Durchführung 65
8.2 Festlegung der Stichprobe 65
8.3 Konzeption der Interviewleitfäden 67
8.4 Durchführung der qualitativen Interviews 68
8.5 Auswertung der Interviews 69
8.6 Ergebnisse der Untersuchung 70
8.6.1 Deskription der Bildungsträger 70
8.6.2 Gründe für oder gegen die Zertifizierung 74
8.6.3 Zielgruppen und Angebote 77
8.6.4 Kriterien der Angebotsauswahl 80
8.6.5 Qualitätsbegriffe und -kriterien 81
8.6.6 Qualitätsrelevante Prozesse 86
8.6.7 Analyse des Entwicklungs-, Planungsprozesses 92
8.6.8 Verfahren zur Erreichung und Sicherung der definierten Qualitätsziele 93
8.6.8.1 Einfluß der angewandten Qualitätssicherungsverfahren auf die betriebliche Praxis 96
8.6.8.2 Prozeßführung und -optimierung und deren Einfluß auf die Qualität der Dienstleistung 98
8.6.9 Auswahl der Zulieferer 100
Fazit, Ausblick 102
Literaturverzeichnis 105
Verzeichnis der Abbildungen und Tabellen 109
Anhang 111

Arbeit zitieren:
Baum, Bettina Februar 1998: Zum Verständnis von Qualität und zur Anlage der Prozeßführung bei zertifizierten und nicht-zertifizierten Bildungsträgern der beruflichen Weiterbildung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Berufliche Weiterbildung, DIN ISO 9000, Prozeßorientierung, Qualität, Qualitätsmanagement

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