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Filmmusik in Geschichte, Theorie und Analyse

Dargestellt anhand ausgewählter Beispiele des Komponisten Enjott Schneider

Filmmusik in Geschichte, Theorie und Analyse
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Herbert Bahl
  • Abgabedatum: Juni 2005
  • Umfang: 147 Seiten
  • Dateigröße: 1,5 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Wien Österreich
  • Bibliografie: ca. 69
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0339-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8366-0339-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0339-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Bahl, Herbert Juni 2005: Filmmusik in Geschichte, Theorie und Analyse, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Musik, Komponist, Filmmusik, Komposition, Enjott Schneider

Diplomarbeit von Herbert Bahl

Einleitung:

Die Publikationen zum Themenbereich Filmmusik haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Dennoch ist die Thematik Filmmusik in universitären Disziplinen wie Musikwissenschaft, Theater-, Film- und Medienwissenschaft, sowie Publizistik- und Kommunikationswissenschaft eher im Abseits zu finden. Lehrveranstaltungen zu diesem Themenbereich sind an einer Hand abzuzählen.

Anders verhält es sich auf Seiten der Studentenschaft. Bis auf den allerletzten Platz belegte Hörsäle und das alljährliche Verlangen nach Filmmusik – Lehrveranstaltungen zeugen von einem enormen studentischen Interesse an dieser Thematik. Um diese Aussage zu stützen, wurde vom Verfasser dieser Arbeit an vier österreichischen Universitäten, an denen die Studienrichtung Musikwissenschaft angeboten wird, eine kurze empirische Untersuchung durchgeführt. Der Untersuchungszeitraum umfasst ein Jahr, sprich Wintersemester 2003/2004 und Sommersemester 2004; untersucht wird, ob im Titel der jeweiligen Lehrveranstaltungen, Stichwörter wie „Filmmusik, bzw. Musik im Film“ zu finden sind.

Im Online-Vorlesungsverzeichnis der Studienrichtung Musikwissenschaft an der Universität Innsbruck, finden sich unter den insgesamt 44 angebotenen Lehrveranstaltungen keine, die im Titel das Wort „Filmmusik, bzw. Musik im Film“ aufweisen und somit in den gesuchten Bereich fallen würden.

Nicht viel besser verhält es sich an der Universität Salzburg. In insgesamt 32 angeführten Lehrveranstaltungen sind die Stichwörter „Filmmusik, bzw. Musik im Film“ ebenfalls nicht zu finden.

Auch die Studienrichtung Musikwissenschaft an der Universität Graz weist von insgesamt 40 Kursen, keine Filmmusik immanenten Lehrveranstaltungen auf.

Wesentlich besser ist die Situation an der Universität Wien. Hier wurden im Studienjahr 2003/2004 insgesamt 105 (!) Lehrveranstaltungen angeboten, von denen insgesamt 3 (!) „Filmmusik“, bzw. „Musik im Film“ im Titel aufwiesen. Von den 221 untersuchten Lehrveranstaltungen fallen somit 3 in den Bereich von „Filmmusik, bzw. Musik im Film“; das ergibt einen Durchschnitt von lediglich 1,36%.

Gang der Untersuchung:

Der erste große Teil dieser Arbeit ist ein historischer Part. Er beschäftigt sich mit der Frühgeschichte der Stummfilmmusik, von ca. 1895 – ca. 1920 in gesamt Europa, sowie in Amerika.

Hauptaugenmerk liegt bei der Frage, weshalb eigentlich Musik zum einst „stummen“ Film hinzugefügt wurde. Speziell sollen Funktionen und Aufgaben jener frühen Stummfilmmusik heraus gearbeitet und untersucht werden. Diesem Forschungsansatz soll vor technischem, emotionalem, historischem sowie psychologischem Hintergrund nachgegangen werden. Der Abschluss des ersten Teiles liegt in den späten 1910er Jahren des 20. Jahrhunderts, bei den ersten Fragen nach konkreten Vorschlägen für Musikbegleitung. Wichtige Daten, wie etwa die ersten Originalkompositionen von Stummfilmmusik sollen jedoch auch nicht fehlen.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis
I. Vorwort 6
Teil I
1. Einleitung 8
2. Die ersten Schritte bewegter Bilder 10
2.1 Wo und Wann beginnt die Filmgeschichte? 10
2.1.1 Edisons Kinetoscop 11
2.1.2 Timtschenkos Kinetoskop 12
2.1.3 Prószynskis Pleograph 12
2.1.4 Die Gebrüder Lumière 12
3. Die Anfänge der Stummfilmmusik 14
3.1 Die ersten Angaben über Stummfilmmusik 14
3.2 Funktionen der frühen Stummfilmmusik 15
3.2.1 Pragmatische Argumente 15
3.2.1.1 Musikeinsatz gegen Lärm 15
3.2.2 Musik als Aufmerksamkeitserreger 18
3.2.3 Musikeinsatz für mehr Realität 19
3.2.4 Ästhetische Argumente 20
3.2.4.1 Musik gegen die Stille 20
3.2.5 Psychologische und anthropologische Argumente 22
3.2.5.1 Musik zur Illustration 22
3.2.6 Musikeinsatz zur stärkeren emotionalen Integration 22
3.2.7 Musik gegen Angst 23
3.2.8 Historische Argumente 24
3.2.8.1 Die Musik war schon da 24
3.2.8.2 Verbindungen zu früheren Aufführungen 26
3.3 Der Klangkörper der frühen Stummfilmmusik 27
3.3.1 Das Repertoire 29
4. Die ersten Kompositionstechniken 30
4.1 Improvisation 30
4.2 Kompilation/Illustration 31
4.3 Autorenillustration 31
4.4 Originalkomposition 32
4.5 Zwei historische Daten in der Stummfilmmusikgeschichte 33
5. Erweiterte Techniken 34
5.1 Konkrete Vorschläge zur Musikbegleitung 34
5.2 Cue Sheets 36
5.3 Die Kinothek 37
6. Reflexion 39
Teil II
7 Einleitung 42
8. Definitionsversuche – Filmmusik 43
8.1 Problematik einer Definition 43
8.1.1 Grundlegende und Einführende Definitionen 44
8.1.1.1 Exkurs: Gattung 44
8.1.1.2 Exkurs: Stil 44
8.1.1.3 Exkurs: Funktionale Musik 44
8.1.1.4 Exkurs: Genre 45
8.1.2 Filmmusik zwischen Soundtrack und Score Music 45
8.1.3 Erster Definitionsversuch (Schneider) 46
8.1.4 Zweiter Definitionsversuch (la Motte – Haber) 47
8.1.5 Dritter Definitionsversuch (Thiel) 50
8.1.6 Vierter Definitionsversuch (Schmidt) 51
8.1.7 Fünfter Definitionsversuch wikipedia.org & e-filmmusik.de 52
8.1.8 Sechster Definitionsversuch (Emons) 53
8.1.9 Siebter Definitionsversuch (Pauli) 54
8.1.10 Achter Definitionsversuch (Danuser) 55
8.1.11 Neunter Definitionsversuch (Kungel) 55
8.1.12 Zehnter Definitionsversuch (Lissa) 56
8.1.13 Abschließende Definition 56
9. Wo spielt die Musik und von wem wird sie gehört 58
9.1 Kategorisierungsmöglichkeiten von akustischen Ereignissen 59
9.1.1 Diskussion der Kategorisierungsbegriffe 61
9.1.1.1 Bildton – Fremdton 61
9.1.1.2 Erste – Zweite auditive Schicht 62
9.1.1.3 Musik im Bild – Musik außerhalb des Bildes 63
9.1.1.4 Musik im „on“ und „off“ 64
9.1.1.5 Diegetische versus nicht diegetische Musik 65
9.1.1.6 Sonderfall Stummfilm 67
10. Auge und Ohr 68
10.1 Film(musik)rezeption 68
10.1.1 Das Auge 69
10.1.2 Das Ohr 69
10.1.3 Auge und Ohr- die Differenzen 70
10.2 Reflexion 73
Teil III
11. Einleitung 75
12. Stalingrad 77
12.1 Stalingrad – Der Kinofilm 77
12.1.1 Stalingrad – Special Edition DVD 78
12.1.1.1 Stalingrad – Der Inhalt 78
12.1.1.2 Online – Filmkritiken 79
12.1.1.1.1 Stalingrad – Enjott Schneider über seine Filmmusik und den Film 80
12.1.1.1.2 Das Stalingrad Hauptthema 82
12.1.1.1.3 Stalingrad – Filmmusikanalyse 83
12.1.1.1.4 Stalingrad – Der Kinotrailer 84
12.1.1.1.5 Stalingrad – Der Teaser 85
12.1.1.1.6 Stalingrad 85
13. Schlafes Bruder 104
13.1 Schlafes Bruder – Der Kinofilm 104
13.1.1 Schlafes Bruder – Special Edition DVD 105
13.1.1.1 Schlafes Bruder – Der Inhalt 105
13.1.1.2 (Online) – Filmkritiken 106
13.1.1.1.1 Schlafes Bruder – Enjott Schneider über seine Filmmusik und den Film 107
13.1.1.1.2 Das Hauptthema und die Themen von Schlafes Bruder 109
13.1.1.1.3 Schlafes Bruder – Filmmusikanalyse 111
13.1.1.1.4 Schlafes Bruder – Der Kinotrailer 112
13.1.1.1.5 Schlafes Bruder 112
14. Reflexion 137
15. Literaturverzeichnis 139
15.1 Internetquellenverzeichnis 145
15.1.1 Abbildungsverzeichnis 146
16. Aktuelle weiterführende Literaturtipps 147
17. Lebenslauf 148

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis
I. Vorwort 6
Teil I
1. Einleitung 8
2. Die ersten Schritte bewegter Bilder 10
2.1 Wo und Wann beginnt die Filmgeschichte? 10
2.1.1 Edisons Kinetoscop 11
2.1.2 Timtschenkos Kinetoskop 12
2.1.3 Prószynskis Pleograph 12
2.1.4 Die Gebrüder Lumière 12
3. Die Anfänge der Stummfilmmusik 14
3.1 Die ersten Angaben über Stummfilmmusik 14
3.2 Funktionen der frühen Stummfilmmusik 15
3.2.1 Pragmatische Argumente 15
3.2.1.1 Musikeinsatz gegen Lärm 15
3.2.2 Musik als Aufmerksamkeitserreger 18
3.2.3 Musikeinsatz für mehr Realität 19
3.2.4 Ästhetische Argumente 20
3.2.4.1 Musik gegen die Stille 20
3.2.5 Psychologische und anthropologische Argumente 22
3.2.5.1 Musik zur Illustration 22
3.2.6 Musikeinsatz zur stärkeren emotionalen Integration 22
3.2.7 Musik gegen Angst 23
3.2.8 Historische Argumente 24
3.2.8.1 Die Musik war schon da 24
3.2.8.2 Verbindungen zu früheren Aufführungen 26
3.3 Der Klangkörper der frühen Stummfilmmusik 27
3.3.1 Das Repertoire 29
4. Die ersten Kompositionstechniken 30
4.1 Improvisation 30
4.2 Kompilation/Illustration 31
4.3 Autorenillustration 31
4.4 Originalkomposition 32
4.5 Zwei historische Daten in der Stummfilmmusikgeschichte 33
5. Erweiterte Techniken 34
5.1 Konkrete Vorschläge zur Musikbegleitung 34
5.2 Cue Sheets 36
5.3 Die Kinothek 37
6. Reflexion 39
Teil II
7 Einleitung 42
8. Definitionsversuche – Filmmusik 43
8.1 Problematik einer Definition 43
8.1.1 Grundlegende und Einführende Definitionen 44
8.1.1.1 Exkurs: Gattung 44
8.1.1.2 Exkurs: Stil 44
8.1.1.3 Exkurs: Funktionale Musik 44
8.1.1.4 Exkurs: Genre 45
8.1.2 Filmmusik zwischen Soundtrack und Score Music 45
8.1.3 Erster Definitionsversuch (Schneider) 46
8.1.4 Zweiter Definitionsversuch (la Motte – Haber) 47
8.1.5 Dritter Definitionsversuch (Thiel) 50
8.1.6 Vierter Definitionsversuch (Schmidt) 51
8.1.7 Fünfter Definitionsversuch wikipedia.org & e-filmmusik.de 52
8.1.8 Sechster Definitionsversuch (Emons) 53
8.1.9 Siebter Definitionsversuch (Pauli) 54
8.1.10 Achter Definitionsversuch (Danuser) 55
8.1.11 Neunter Definitionsversuch (Kungel) 55
8.1.12 Zehnter Definitionsversuch (Lissa) 56
8.1.13 Abschließende Definition 56
9. Wo spielt die Musik und von wem wird sie gehört 58
9.1 Kategorisierungsmöglichkeiten von akustischen Ereignissen 59
9.1.1 Diskussion der Kategorisierungsbegriffe 61
9.1.1.1 Bildton – Fremdton 61
9.1.1.2 Erste – Zweite auditive Schicht 62
9.1.1.3 Musik im Bild – Musik außerhalb des Bildes 63
9.1.1.4 Musik im „on“ und „off“ 64
9.1.1.5 Diegetische versus nicht diegetische Musik 65
9.1.1.6 Sonderfall Stummfilm 67
10. Auge und Ohr 68
10.1 Film(musik)rezeption 68
10.1.1 Das Auge 69
10.1.2 Das Ohr 69
10.1.3 Auge und Ohr- die Differenzen 70
10.2 Reflexion 73
Teil III
11. Einleitung 75
12. Stalingrad 77
12.1 Stalingrad – Der Kinofilm 77
12.1.1 Stalingrad – Special Edition DVD 78
12.1.1.1 Stalingrad – Der Inhalt 78
12.1.1.2 Online – Filmkritiken 79
12.1.1.1.1 Stalingrad – Enjott Schneider über seine Filmmusik und den Film 80
12.1.1.1.2 Das Stalingrad Hauptthema 82
12.1.1.1.3 Stalingrad – Filmmusikanalyse 83
12.1.1.1.4 Stalingrad – Der Kinotrailer 84
12.1.1.1.5 Stalingrad – Der Teaser 85
12.1.1.1.6 Stalingrad 85
13. Schlafes Bruder 104
13.1 Schlafes Bruder – Der Kinofilm 104
13.1.1 Schlafes Bruder – Special Edition DVD 105
13.1.1.1 Schlafes Bruder – Der Inhalt 105
13.1.1.2 (Online) – Filmkritiken 106
13.1.1.1.1 Schlafes Bruder – Enjott Schneider über seine Filmmusik und den Film 107
13.1.1.1.2 Das Hauptthema und die Themen von Schlafes Bruder 109
13.1.1.1.3 Schlafes Bruder – Filmmusikanalyse 111
13.1.1.1.4 Schlafes Bruder – Der Kinotrailer 112
13.1.1.1.5 Schlafes Bruder 112
14. Reflexion 137
15. Literaturverzeichnis 139
15.1 Internetquellenverzeichnis 145
15.1.1 Abbildungsverzeichnis 146
16. Aktuelle weiterführende Literaturtipps 147
17. Lebenslauf 148

Textprobe:

Kapitel 9.1, Kategorisierungsmöglichkeiten von akustischen Ereignissen:

Um die Kategorisierungsmöglichkeiten dar zu stellen, müssen die Parameter, nach welchen diese funktionieren, erklärt werden. Akustische Ereignisse in einem Film können prinzipiell von zwei sich gegenüberstehenden Personengruppen wahrgenommen werden – auf der einen Seite von den Zuschauern im Kinosaal und auf der anderen Seite von den Filmschauspielern im Film; diese Gruppen können noch weiter unterteilt werden. Akustische Ereignisse in einem Film können wahrgenommen werden von:

- Von beiden Gruppen (Rezipienten und Protagonisten).

- Von den Rezipienten.

- Von den Protagonisten des Filmes.

- Von einzelnen Protagonisten.

Weder noch.

Die Erscheinung der akustischen Quelle kann in zwei Teile aufgeteilt werden; mit Erscheinung ist der „Ort“ der Herkunft des Klanges gemeint:

- Akustische Quelle im Bild zu sehen, Teil der Handlung.

- Akustische Quelle außerhalb des Bildes, kein Teil der Handlung.

- Akustische Quelle im Bild zu sehen, kein Teil der Handlung.

- Akustische Quelle außerhalb des Bildes, ein Teil der Handlung.

Wenn ein Orchester, oder ein Klavierspieler, ein Radio oder ein Sänger im Bilde zu sehen ist, kann davon ausgegangen werden, dass jene Musik sowohl von den Filmprotagonisten, als auch von den Zuschauern gehört wird. Die Quelle der Musik ist zu dem im Film und somit im Bilde zu sehen, deshalb ist sie für beide Gruppen hörbar.

Befinden sich die Filmschauspieler z. B.: auf hoher See, oder auf einem Berggipfel und es erklingt zu dieser Szene ein volles Symphonieorchester, so wird die gespielte Musik nur von der Gruppe der Rezipienten gehört – für alle Filmhelden ist sie nicht hörbar, weil sie nicht im Bilde erscheint und keinen dramaturgischen Teil der eigentlichen Filmhandlung darstellt.

Ist im Bilde ein Filmschauspieler zu sehen der tanzt, oder sich zu Musik bewegt, aber im Kinosaal wird keine Musik gehört, so ist die Musik nur im Kopf des Protagonisten. Nur er kann sie wahrnehmen und sie hören, für die Filmrezipienten ist jene Musik nicht hörbar. Obwohl im Film und im Bild keine akustische Quelle zu sehen ist, kann man von Musik im Bilde sprechen, da sie einen Teil der eigentlichen Handlung ausmacht. Wenn u. a. keine Musikquelle im Bild vorkommt, die Zuschauer und einzelne Protagonisten dennoch Musik hören, kann davon ausgegangen werden, dass die Musik nicht von allen Protagonisten rezipiert wird, sondern nur von denjenigen, die auf sie reagieren.

Ein Sonderfall wäre die Situation, wenn z.B. im Bild ein eingeschaltetes Fernsehgerät zu sehen ist, die akustischen Geräusche aber weder für die Filmhandelnden, noch für die Zuschauer von Bedeutung sind und deshalb stumm bleiben. Somit wäre also eine Klangquelle im Bild für keine der beiden Personengruppen hörbar; diese Technik wird oft bei emotionalen Filmmischungen angewandt, wie z.B.: in einer Sterbeszene.

Wenn ein Klavierspieler ein Musikstück spielt und dies im Bild zu sehen ist, und dieser Klavierspieler sich im weiteren Verlauf des Filmes als einer der Hauptdarsteller entpuppt, so gilt diese Musik als ein Teil der eigentlichen Filmhandlung.

Eine nicht unmittelbar sichtbare Sirene tönt durch ein offenes Fenster, man kann somit annehmen, dass es irgendwo brennt. Wird diese Brandszene in später folgenden Szenen nicht wieder im Bild gezeigt, so ist dies eine akustische Quelle außerhalb des Bildes und außerhalb der Handlung.

Ist z.B. kurz ein eingeschaltetes Radio im Hintergrund des Bildes zu sehen und zu hören, das aber für den weiteren Filmverlauf irrelevant ist, so ist die Musikquelle zwar im Bild zu sehen, die Musik hat aber keine Bedeutung für die eigentliche Handlung.

Wenn im Bild ein Zimmer zu sehen ist, durch dessen Fenster der Klang eines nicht unmittelbar sichtbaren Signalhornes eines Rettungswagens eindringt, so liegt die Musikquelle außerhalb des Bildes. Kommt in einer späteren Szene die Filmhandlung auf diesen Rettungswagen zurück, so war die Schallquelle zwar nicht im Bild zu sehen, ist aber dennoch ein Teil der Filmhandlung.

Im folgenden sollen nun kurz die einzelnen, in der Fachliteratur verwendeten Klassifikationsbegriffe, angeführt und diskutiert werden.

9.1.1.1. Bildton – Fremdton:

Claudia Bullerjahn und Hansjörg Pauli kategorisieren die Erscheinungs- möglichkeiten einer akustischen Quelle in zwei Gruppen und betiteln diese mit Bildton einerseits und Fremdton andererseits. Unter Bildton verstehen sie diejenigen akustischen Ereignisse, welche ein Teil der filmischen Welt ausmachen und sowohl von den Zuschauern, als auch von den Schauspielern zu hören sind.

Interessant ist, dass zum Bildton auch jene Musik gezählt wird, die eigentlich nicht im Bild zu sehen ist, aber auf Grund ihrer dramaturgischer Funktion für die Handlung, als Bildton gewertet werden kann; dies wird mit „on – screen“ bzw. „off – screen“ betitelt. Unter Bildton versteht Bullerjahn u. a. „Sprache als direkte Rede“, „Original – Geräusche“ und Musik im Bild“.

Arbeit zitieren:
Bahl, Herbert Juni 2005: Filmmusik in Geschichte, Theorie und Analyse, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Musik, Komponist, Filmmusik, Komposition, Enjott Schneider

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