Ich will ein Diplom!
Ein Spiel mit den formalen Erscheinungen der Schule, mit dem Ziel, diese mit ihren eigenen Mitteln zu kritisieren und dafür von ihr ein Diplom zu erhalten
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Peter Haberstich
- Abgabedatum: September 2003
- Umfang: 89 Seiten
- Dateigröße: 7,6 MB
- Note: 1,5
- Institution / Hochschule: Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich Schweiz
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8738-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8738-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8738-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Haberstich, Peter September 2003: Ich will ein Diplom!, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: interaktives Theater, Schulsystem, Bildungssystem, Inszenierung, Aktionskunst
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Diplomarbeit von Peter Haberstich
Einleitung:
Die Diplomarbeit befasst sich inhaltlich mit einer Kritik an der Institution Schule und ihren Erscheinungen. Formal befasst sie sich mit den Mitteln des interaktiven und des in mehreren Räumen spielenden Theaters.
Der Hauptteil der Arbeit bestand in der Entwicklung einer interaktiven Inszenierung, in der sich der Besucher spielerisch ein Diplom erarbeiten konnte. Die Inszenierung fand in ein einem Schulhaus statt und die einzelnen Szenen, welche dramaturgisch und formal an Lektionen und sonstiges Geschehen im Schulalltag angelehnt waren, hatten eine umfassende Schulkritik zum Thema. Der Parcours spielte ästhetisch in einer Welt die irgendwo zwischen eine Psychiatrischen Klinik und einer Missionsstation der 50er Jahre anzusiedeln wäre.
Die vorliegende Arbeit dokumentiert diese Inszenierung als erstes in Bild und Text. Darauf wird der Entwicklungsprozess aufgearbeitet und die Entstehung des Inhaltes und seiner formalen Umsetzung einsichtig gemacht. Dies Umfasst einerseits eine in Schulkritik als Themengrundlage und allgemeine Gedanken zum Akt des Kritisierens wie der Stilmittel der Satire und des Theaters.
Auf der formalen Ebene wir eingehend auf die Funktionsweise des für diese Art der Kritik eigens entwickelten Form der inszenierten Spielanlage in welcher der Besucher sich in bespielten und akustisch und visuell gestalteten Räumen nach bestimmten Regeln fei bewegen kann und mit der Situation sowie mit Schauspielern bzw. den Figuren die sie spielen interagieren kann. Dabei werden die einzelnen Mittel wie Architektur, Improvisation, Beleuchtung, Ausstattung und Szenographie, Kostüme, Regie, Einbindung von Musikern etc. auf ihre Funktionsweise hin untersucht und von den gemachten Erfahrungen berichtet.
Diese Diplomarbeit befasst sich mit der Diplomierung von Menschen und vor allem, mit dem, was diese dafür tun müssen, nämlich dem „in die Schule gehen“. Ihr liegt die Überzeugung zu Grunde, dass Schule, so wie ich sie erlebt habe, der wohl schlechtest denkbare Weg ist, etwas zu lernen, aber leider gleichzeitig in den meisten Fällen der Einzige, seine Fähigkeiten offiziell zertifizieren zu lassen. Als jemandem, der sich aus diesen Gründen Zeit seines Lebens diesem System immer wieder zu verweigern versucht hat, sich seine Fähigkeiten größtenteils autodidaktisch, in selbst organisierten Lerngruppen und „on the job“ beigebracht hat, aber schließlich vor dem gesellschaftlichen Druck kapituliert hat, um es doch noch mal mit dieser Institution zu versuchen, und sei es bloß um endlich auch ein Diplom zu erhalten, war es mein Anliegen, diese Situation zum Anlass zu nehmen, mit dieser Arbeit meine persönliche Kritik an dieser Form des Lehrens und Lernens mit den Mitteln der Szenischen Gestaltung zu formulieren um diese dabei gleichzeitig weiter zu entwickeln.
Dadurch thematisierte ich mit der Arbeit den Kontext selbst, in dem sie entstand, was für mich ein wichtiges Kriterium bei der Selbstbewertung meines Schaffens darstellt. Gehe ich davon aus, dass man in der Schule in erster Linie vor allem eines lernt, nämlich „in die Schule zu gehen“ und analog dazu bei einer Diplomarbeit in erster Linie lernt, unter schulischen Produktionsbedingungen eine Diplomarbeit zu schaffen, welche aber das Funktionieren in der Realität beweisen sollte, kann meiner Meinung nach eine Diplomarbeit nur noch einen einzigen sinnvolle Zweck haben, nämlich, dafür ein Diplom zu erhalten.
Ich habe in der Folge meinen gesamten Diplomierungsprozess zu meiner Diplomarbeit erklärt und dieser den programmatischen Namen „Ich will ein Diplom!“ gegeben. Dies erlaubte mir ein Spiel mit den formalen Erscheinungen des Bildungssystems, wobei ich mit diesen Erscheinungen nicht nur die Sichtbaren meine, sondern auch die von bürokratischen und sozialen Prozessen.
Die bloße Wahl dieses Titels und der daraus folgenden Methodik der Spiels bringt für mich meine Kritik schon sehr deutlich auf den Punkt. Ich möchte diese und die Ergebnisse meiner Recherche aber trotzdem auf den nächsten paar Seiten etwas ausführlicher vorstellen um ihren Entwicklungsprozess und ihren Inhalt nachvollziehbar zu machen. Ich gehe darin auf meine inhaltliche und formale Forschung sowie ihre Resultate ein. Das Erarbeiten von szenischem Material und einer adäquaten Gesamtdramaturgie für einen stark determinierenden Raum wird in einer chronologischen Text- und Bildcollage erläutert.
Ein paar Gedanken zum Kritisieren und Dokumentieren im Allgemeinen runden diesen Teil ab. Der Hauptteil dieses Buches aber dokumentiert in Bild und Text die Inszenierung „Das Diplom“. Mit dieser Spielanlage habe ich versucht, mit der dramaturgischen Form eines interaktiven Parcours, der analog einer Schulkarriere, also von der Einschulung bis zur Diplomfeier, von unten nach oben durch ein Schulhaus führt, die Besucher mit einer überzeichneten, verzerrten und sich selbst kommentierenden Schulwelt zu konfrontieren. Sie waren der Einladung gefolgt, sich ihr Diplom zu holen, welches ihnen den Zugang zur Diplomfeier im Raum mit der „Super Aussicht“ versprach. Mit von der Partie waren zwangläufig auch ein paar Prüfungsexperten der HGKZ. Drei von ihnen wurden von mir feierlich diplomiert.
Diplomo ergo sum!
Inhaltsverzeichnis:
| GEBRAUCHSANWEISUNG | 5 | |
| Der dokumentierte Prozess (fakultativ) | 5 | |
| EINLEITUNG | 8 | |
| HYPOTHESE UND METHODE | 10 | |
| Hypothese: Schule ist ein formales Spiel | 10 | |
| Kritik - Ein paar Gedanken | 11 | |
| DAS DIPLOM - DOKUMENTATION DER AKTION IN BILD UND TEXT | 13 | |
| AUSSCHREIBUNG | 14 | |
| EINSCHULUNG | 16 | |
| MATERIALAUSGABE | 18 | |
| EINTEILUNGSTEST | 19 | |
| BEGRÜSSUNGSREDE | 20 | |
| AUFSTIEG | 21 | |
| ABENTEUER ÜBERLEBEN | 22 | |
| SUPPE ESSEN AUF ZEIT | 26 | |
| OPTIMIERTE DÜNGUNG IM GEWÄCHSHAUS | 28 | |
| DIKTAT FÜR SCHULABBRECHER | 31 | |
| PROMOTION | 35 | |
| INDIVIDUALSTUDIUM | 36 | |
| STRAFSINGEN | 41 | |
| DAS TRIBUNAL | 42 | |
| DIPLOMFEIER MIT AUSSICHT | 48 | |
| ENTWICKLUNG UND ANALYSE | 51 | |
| DIE ERSTE AHNUNG | 52 | |
| FORSCHUNGSZIELE | 54 | |
| Inhaltliche Forschungsziele | 54 | |
| Formale Forschungsziele | 54 | |
| VERLAUF INHALTLICH ENTWICKLUNG | 55 | |
| Quellen (Auswahl) | 55 | |
| Recherche | 55 | |
| Entwicklung | 55 | |
| Eingrenzen, Abgrenzen, Verdichten | 56 | |
| Wilde Ideen | 56 | |
| THEMENGRUNDLAGE SCHULKRITIK | 61 | |
| Definition des Begriffs „Schule“ | 61 | |
| Abgrenzung der Kritik | 61 | |
| Schule macht dumm | 61 | |
| FORMALE IDEE: INSZENIERTE SPIELANLAGE | 65 | |
| Inszenierte Spielanlage | 65 | |
| Die Entwicklung des Stils und der Tonalität | 65 | |
| Einflüsse auf die Form und den Stil | 65 | |
| INSZENIERUNG: VERLAUF UND ANALYSE | 66 | |
| Plot | 66 | |
| Verschiedene Bedeutungsebenen | 66 | |
| Bildrecherche (Auswahl) | 67 | |
| Vom Inhalt zur Form | 69 | |
| Objekte | 69 | |
| Le ton qui fait la musique | 70 | |
| Stilmittel Satire | 70 | |
| Wie frech darf ich sein wollen? | 71 | |
| Architektur und Dramaturgie | 72 | |
| Architektur und ihr Ort | 72 | |
| Töne und ihre Akustik | 73 | |
| Kostüme, Requisiten etc. | 73 | |
| Ort: Schulhaus Feld, Zürich 2003 | 74 | |
| Arrangement in Zeit und Raum | 75 | |
| Geschichten | 75 | |
| Ritual | 76 | |
| Spielregeln im Raum | 76 | |
| Interaktion | 76 | |
| Der Zuschauer als Held | 77 | |
| Spielregie | 78 | |
| Improvisation | 78 | |
| Mutter. Aber es hat ihr gefallen. | 83 | |
| FAZIT | 85 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832487386
Arbeit zitieren:
Haberstich, Peter September 2003: Ich will ein Diplom!, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
interaktives Theater, Schulsystem, Bildungssystem, Inszenierung, Aktionskunst



