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Die Digitalisierung des deutschen Fernsehmarktes

Entwicklung und potenzielle Auswirkungen auf die Marktakteure

Die Digitalisierung des deutschen Fernsehmarktes
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Sebastian Daul
  • Abgabedatum: Mai 2003
  • Umfang: 395 Seiten
  • Dateigröße: 7,0 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Stuttgart Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7395-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7395-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7395-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Daul, Sebastian Mai 2003: Die Digitalisierung des deutschen Fernsehmarktes, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Fernsehen, Werbung, Zuschauer, Medienwirtschaft, Digitales Fernsehen

Diplomarbeit von Sebastian Daul

Zusammenfassung:

Der deutsche TV-Markt wird sich nach Meinung vieler Experten in den nächsten zehn Jahren grundlegend verändern. Auslöser und eine der treibenden Kräfte dieses Prozesses wird die komplette und unwiderrufliche Umstellung der technischen Verbreitung der TV-Signale von der analogen auf die digitale Distribution sein.

Diese technologische Evolution wird mit ihren Auswirkungen aber nicht auf die technischen Dienstleister beschränkt bleiben. Vielmehr wird es ausgehend von den neuen technologischen Parametern zu Veränderungen in allen Bereichen und bei allen Akteuren des deutschen, europäischen und auch internationalen Fernsehmarktes kommen.

Für die Konsumenten bedeutet das digitale Fernsehen zunächst einmal eine Ersatzinvestition, um analoge (TV-) Geräte empfangstauglich zu machen. Einem Großteil der Bevölkerung erschließt sich jedoch aufgrund des bislang unzureichend kommunizierten Zusatznutzens und der Sinnhaftigkeit der Grund für eine solche Investition noch nicht in wünschenswertem Maße. Dabei wird die Einführung von Digital-TV in ihrer Konsequenz für die Zuschauer aber eigentlich eine deutliche Aufwertung des Angebots mit sich bringen. Diese Verbesserung des Angebots wird sicher nicht nur auf Art und Umfang der TV-Programme beschränkt bleiben, sie bedeutet darüber hinaus auch die Erschließung der ‚heimischen Wohnzimmer’ durch die Einführung von Applikationen im Konvergenzbereich von TV, Internet und Telekommunikation.

Nach dem notwendigen Ausbau der technischen Infrastruktur durch die Netzinhaber, die zunehmend versuchen werden, sich als Anbieter von Programminhalten und Zusatzdiensten durch den Aufbau eigener digitaler Plattformen zu positionieren, werden sich den Konsumenten umfangreiche interaktive Möglichkeiten bieten.

Gerade die durch einen integrierten Rückkanal mögliche ‚Interaktivität’ erlaubt die Erschließung bislang nicht nutzbarer Potenziale für neue Geschäftsmodelle in den Bereichen Content, Assets, Applikationen und Werbung. Hier liegen für die TV-Veranstalter große Chancen, aber auch nicht zu unterschätzende Risiken bis hin zu existenziellen Bedrohungen. Vorrangige Aufgabe des Managements dieser Sender wird es sein, ihr Unternehmen in den nächsten Jahren strategisch bestmöglich auf die veränderten Parameter des Marktes neu auszurichten und es so auf die Herausforderungen des digitalen Wettbewerbs vorzubereiten.

Die Veranstalter werden mittelfristig die Entscheidung zu treffen haben, ob sie ihr Angebot einfach beizubehalten versuchen, eine vertikale Diversifikation entlang der Wertschöpfungskette anstreben oder horizontal expandieren sollen.

Es besteht die Gefahr, dass die bisherige Kongruenz des Wachstums der Werbeeinnahmen und der Vermehrung der Programmangebote in der digitalen Zukunft keinen Bestand mehr haben wird: Es ist davon auszugehen, dass der Werbemarkt - wenn überhaupt - nicht mit der gleichen Geschwindigkeit Maße wachsen wird, wie sie sich für die Zunahme der Programmangebote abzeichnet. Dies hat zur Konsequenz, dass die Refinanzierbarkeit dieser Inhalte in Frage gestellt wird. Letztendlich wird es darum gehen, ob der deutsche Markt überhaupt in der Lage ist, eine deutliche Vermehrung der Angebote unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu tragen.

Zwar gibt es bereits und wird es im Werbemarkt auch diverse, ebenfalls erst durch die Digitalisierung mögliche, neue Werbeformen und somit neue Einnahmepotenziale geben, jedoch werden diese wohl eher zu Lasten bereits bestehender Werbespendings in klassischen Werbeformen (z. B. Spotwerbung) gehen.

Somit werden neue Formen der Finanzierung (z. B. Provisionen aus interaktiven, transaktionsbasierten Umsätzen), vor allem aber auch die konsequente Nutzung bereits bekannter und bislang nicht optimal ausgeschöpfter Einnahmequellen bei gleichzeitiger Reduktion der Kosten in nahezu allen Bereichen eine tragende Rolle in der digitalen Fernsehlandschaft der Zukunft spielen.

Ziel dieser Arbeit ist es, Eckpunkte der Veränderung und mögliche, durch die Digitalisierung bedingte Entwicklungstendenzen des deutschen Fernsehmarktes für alle Marktakteure aufzuzeigen und auch Vorschläge für deren Handlungsoptionen zu entwerfen.

Dazu befasst sich Kapitel sechs mit dem digitalen Fernsehmarkt aus Sicht der Rezipienten, Kapitel sieben legt seinen Fokus auf die technischen Distributoren und Kapitel acht versucht, Auswirkungen der Veränderungen im TV-Markt aus der Perspektive der Werbewirtschaft zu betrachten. Kapitel neun schließlich beschäftigt sich mit den Konsequenzen für künftige digitale Programmveranstalter.

Dies kann nicht ohne eine Berücksichtigung des aktuellen Status quo und die zur Zeit auf den TV-Markt und seine Akteure einwirkenden Faktoren geschehen. Dazu gehört sowohl eine Einführung in die technischen Grundlagen der Digitalisierung und die zugehörigen Begrifflichkeiten in Kapitel eins, als auch die Darstellung technischer Determinanten und Trends in Kapitel zwei. Das dritte Kapitel befasst sich mit rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen. In Kapitel vier werden einige ökonomische Parameter betrachtet und das fünfte Kapitel geht näher auf gesellschaftliche Aspekte ein.

Eine über die Skizzierung hinausgehende Betrachtung der Determinanten und Trends würde den Rahmen der vorliegenden Arbeit sprengen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit verfolgten die Verfasser lediglich das Ziel, mit den Erläuterungen die Vielfältigkeit der Einflüsse auf den heutigen Markt, der sich in der Übergangsphase zwischen analogem und digitalem Zeitalter befindet, zum Ausdruck zu bringen.

Die Komplexität der interdependenten Faktoren äußert sich beispielsweise darin, dass die großen deutschen Sender technisch schon seit einigen Jahren in der Lage sind, ihre Programme digital auszustrahlen und dies auch – praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit - tun. De facto gibt es hier also Markteinflüsse, die weit über die rein technische Realisierbarkeit hinausgehen.

Nur langsam setzt sich auf Rezipientenseite dieses „neue Medium“ durch. Die oben genannten und in den Kapiteln dieser Arbeit ausgeführten Aspekte sind ein wesentlicher Grund hierfür.

Mit Hilfe eines schriftlichen Fragebogens wurde außerdem die Meinung von Experten zu den Teilbereichen dieser Arbeit eingeholt. Die Ergebnisse finden sich an passender Stelle in den jeweiligen Kapiteln und in detaillierter, übersichtlicher Form unter ‚Auswertung der Rückläufe des Fragebogens’ im Anhang.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung 12
Digitales Fernsehen: Grundlagen und Rahmenbedingungen
1. Basiswissen digitales Fernsehen 15
1.1 Begriffsdefinition ‚Digitales Fernsehen' 15
1.2 Entwicklung des deutschen Fernsehmarktes in der Retrospektive 16
1.3 Technische Grundlagen 18
1.3.1 Übertragungstechnische Standards 18
1.4 Digitale Übertragungswege 37
1.4.1 DVB-T: Terrestrische Übertragung 37
1.4.2 DVB-C: Breitbandkabel-Verteilnetze 38
1.4.3 DVB-S: Satellitennetze 41
1.4.4 Konvergenz zwischen TV und Internet? 43
2. Technische Determinanten und Trends 49
2.1 Technologische Evolution: Digitalisierung im Consumer-Markt und im Segment der Professionellen Produktionsmittel 49
2.1.1 Die Digitalisierung im Consumer-Markt 49
2.1.2 Die Digitalisierung der professionellen Produktionsmittel 52
2.2 Frequenzknappheit in der Terrestrik und im Kabel 55
2.2.1 Knappe Frequenzen in der Terrestrik 56
2.2.2 Knappe Frequenzen imKabel 57
2.3 Konvergenz der Informations-, Kommunikations- und Rundfunktechniken 60
2.4 Techniken für eine mobile Gesellschaft: Neue Möglichkeiten für M-Commerce 64
3. Rechtliche und politische Rahmenbedingungen 71
3.1 Rechtliche Rahmenbedingungen 71
3.1.1 Urheberrecht 71
3.1.2 Rundfunkrecht und Medienrecht im digitalen Zeitalter 74
3.2 Politische Rahmenbedingungen 86
3.2.1 Zeitplan für den analogen Switch-off 86
3.2.2 Die Initiative ‚Digitaler Rundfunk' (IDR) 88
3.2.3 Sicherung wettbewerblicher Strukturen auf Seiten der Programmveranstalter 89
3.2.4 Frequenzverwaltung: Wie lassen sich Lizenzvergabeverfahren ökonomisch sinnvoll gestalten? 90
4. Ökonomische Determinanten und Trends 93
4.1 Weltwirtschaftliche Entwicklung 93
4.2 Auswirkungen der Konjunkturschwäche auf den Mediensektor 95
4.3 Verschärfung des Wettbewerbs hin zum Hyperwettbewerb 97
4.4 Fixkostendegression im Zuge der Digitalisierung 99
4.4.1 Durchschnittskostendegression 99
4.4.2 Größenvorteile (economies of scale) 101
4.4.3 Verbundeffekte (economies of scope) 102
4.5 Kosteneinsparungspotenziale generiert durch die Digitalisierung der Produktionsmittel 103
4.6 Marktsegmentierung, Geschäftsmöglichkeiten und Erfolgsfaktoren der interaktiven Breitbandwelt 107
4.7 Die digitale Wertschöpfungskette / Kosteneinsparungspotenziale durch die Digitalisierung 108
5. Gesellschaftliche Determinanten und Trends 114
5.1 Hedonismus, Selbstverwirklichung, Individualisierung, Cocooning: Herausforderung für die Milieuforschung 114
5.2 Mobilitätsansprüche 119
5.3 Entwicklung zur Wissensgesellschaft und Informationsflut 119
5.4 Demographie 120
5.5 Fehlendes Unrechtsbewusstsein bei Content-Piraterie 121
5.6 Fazit 123
Auswirkungen auf die Marktakteure
6 Der digitale Fernsehmarkt aus Sicht der Rezipienten 125
6.1 Einleitung: hoher Informationsbedarf über ‚Digital-TV' in der Bevölkerung 125
6.2 Die Angebotsseite: Angebotsspektrum des digitalen TV 128
6.2.1 Verbesserte Bild- und Tonqualität 128
6.2.2 Transparenz durch Programmführer und Navigatoren 129
6.2.3 Digitale Bouquets 135
6.2.4 Interaktives Fernsehen 141
6.2.5 Jugendmedienschutz im digitalen Fernsehen 156
6.3 Die Nachfrageseite: Marktverhalten der Konsumenten 159
6.3.1 Akzeptanz des digitalen Angebots 159
6.3.2 Heterogenität der Zuschauerpräferenzen 164
7 Der digitale Fernsehmarkt aus Sicht der technischen Distributoren 166
7.1 Marktstruktur und Rolle der technischen Distributoren in ausgewählten europäischen Ländern und in den USA 166
7.1.1 Marktstruktur und Rolle der Betreiber in ausgewählten europäischen Ländern 166
7.1.2 Marktstruktur und Rolle der Betreiber in den USA 168
7.2 Marktstruktur und Rolle der technischen Distributoren in Deutschland 174
7.2.1 Terrestrik: Revival eines totgeglaubten Ausstrahlungsweges? 175
7.2.2 Das Kabelnetz 184
7.2.3 Das Satellitennetz 202
7.2.4 Das Internet 215
7.3 Gatekeeper-Funktion der digitalen Netzbetreiber: Schlussfolgerungen zur Sicherung marktwirtschaftlicher Strukturen auf der Ebene der Programmdistribution 216
7.4 Fazit zur Entwicklung der Verbreitung der digitalen Übertragungswege in Deutschland und in Europa 218
7.4.1 Entwicklung des digitalen Fernsehens in Deutschland 218
7.4.2 Entwicklung des digitalen Fernsehens in Europa 221
7.4.3 Ergebnisse der Expertenbefragung 222
7.4.4 Abschließendes Fazit 222
8 Der digitale Fernsehmarkt aus Sicht der Werbewirtschaft 224
8.1 Basiswissen zum deutschen TV-Werbemarkt 224
8.2 Aktuelle Betrachtung des Werbemarktes Deutschland 226
8.3 Neue und alte Werbeformen im digitalen Fernsehen 229
8.3.1 Überblick über die neuen Werbeformen und die aktuelle Werberichtlinien 229
8.3.2 Fazit zur heutigen Rolle der Werbeformen und deren künftiger Bedeutung im digitalen TV-Zeitalter 238
8.4 Zukunftsszenario: Entwicklung des Werbemarktes im digitalen TV-Zeitalter 239
8.5 Ergebnisse der Expertenbefragung 246
9 Der digitale Fernsehmarkt aus Sicht der Programmveranstalter 247
9.1 Auswirkungen der Digitalisierung auf ökonomische Eintrittbarrieren, Wettbewerbsintensität und Konzentrationsverhalten 249
9.1.1 Marktstrukturelle Bedingungen des Oligopols auf dem deutschen Digital-TV-Markt und dessen Kostenentwicklung auf Programm- und Distributionsebene 249
9.1.2 Wettbewerbsintensität 252
9.1.3 Konzentrationsprozesse 253
9.1.4 Kostentwicklung auf der Ebene der Distribution 254
9.2 Veränderung der Finanzierungsoptionen durch die Digitalisierung 256
9.2.1 Entgeltfinanzierte Programmangebote 257
9.2.2 Werbefinanzierte Angebote 263
9.2.3 Transaktionsfinanzierte Programmangebote 266
9.2.4 Mischfinanzierung als meistgenutztes Finanzierungsmodell 274
9.2.5 Weitere Erlösquellen für Digital-TV-Veranstalter 276
9.2.6 Das US-Modell der contntorientierten(Abnahme-) Finanzierung durch die digitalen Netzbetreiber 283
9.3 Konsequenzen der Digitalisierung für das Programm der TV-Sender 289
9.3.1 Erhöhter Contentbedarf 289
9.3.2 Konsequenzen des erhöhten Programmbedarfs für Programmbeschaffung und Programmrechtehandel 291
9.4 Strategische Optionen der Sender und Sedergruppen auf dem Weg ins Digitale TV-Zeitalter 303
9.4.1 Konsequenzen der Digitalisierung für die öffentlich-rechtlichen Anstalten 304
9.4.2 Strategische Optionen von RTL und der RTL-Group 313
9.4.3 Strategische Optionen der ProSiebenSat.1 Media AG 316
9.4.4 Konsequenzen der Digitalisierung für das Pay-TV 319
9.4.5 Konsequenzen der Digitalisierung für einzelne bundesweit oder regional agierende Sender 321
Schlussbetrachtung und Ausblick 323
Abkürzungsverzeichnis 325
Literaturverzeichnis 329
Abbildungsverzeichnis 355
Tabellenverzeichnis 360
Anhang: Fragebogen und Auswertung 361

Arbeit zitieren:
Daul, Sebastian Mai 2003: Die Digitalisierung des deutschen Fernsehmarktes, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Fernsehen, Werbung, Zuschauer, Medienwirtschaft, Digitales Fernsehen

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