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Die Digitalisierung der Hörfunkproduktion

Die Digitalisierung der Hörfunkproduktion
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Hannes Krummheuer
  • Abgabedatum: August 1999
  • Umfang: 61 Seiten
  • Dateigröße: 4,5 MB
  • Note: 1,1
  • Institution / Hochschule: School of Audio Engineering Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1814-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1814-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1814-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Krummheuer, Hannes August 1999: Die Digitalisierung der Hörfunkproduktion, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Audio, Digital, Rundfunk, Radio

Diplomarbeit von Hannes Krummheuer

Einleitung:

Die vollständige Umstellung eines Funkhauses auf digitale Produktion inklusive der Vernetzung aller Abteilungen ist ein immenses Projekt, das allen Verantwortlichen im Sender sowie den Mitarbeitern des beauftragten Unternehmens über mehrere Monate erhebliche Kopfschmerzen bereitet.

Aber stellen wir uns mal vor: Es macht erstens RUMMS, das Funkhaus ist digitalisiert, und zweitens funktioniert auch noch sofort alles wie es soll (beides wird natürlich niemals geschehen!).

Da steht nun der Redakteur mit Bobby und Schere vor einem Bildschirm, auf dem sich dubiose, wellenartige Formen auftun. Womöglich hat ihm der Techniker beim Kaffee mal von Hüllkurvendarstellung erzählt, aber der kann ihm im Augenblick bestimmt nicht helfen, denn nach dem Ausbau des offensichtlich defekten zweiten Ausspielkanals aus dem Sendepult ist ihm zur Zeit vollkommen unklar, wo auf dieser rätselhaften Platine er denn nun seinen Lötkolben ansetzen soll.

Was ist eigentlich schwieriger, der technische Umstieg oder der Umstieg in den Köpfen? Warum begeben sich funktionierende Sendeanstalten auf das "Minenfeld aus Jobängsten, Kompetenzgerangel und traditioneller Verbohrtheit?". In einer digitalisierten Welle ist nichts mehr wie es war.

Es ist ja nicht damit getan, daß Audiomaterial nunmehr in digitalisierter Form vorliegt, obwohl das schon genügend Probleme mit sich bringt:

Für den Techniker: Die auch für heutige Zeiten noch gewaltigen Datenmengen, die eine konsequent digitale Signalverarbeitung mit sich bringt, müssen in zuverlässigen Speichersystemen untergebracht, über schnelle Netzwerke übertragen werden und dürfen dabei keinerlei Qualitätsverluste erleiden.

Für den Redakteur: Für die Erstellung und den Schnitt von Beiträgen müssen neue Fähigkeiten erlernt werden, die gewohnten Sendemedien wie CDs und Carts sind höchstens noch als kleine Symbole auf einem Bildschirm existent (das auch nur dann, wenn der Softwareentwickler ein Menschenfreund war.) Die Digitalisierung des Audiomaterials zieht einen langen Rattenschwanz an Neuerungen hinter sich her, die auf jeden Fall das Arbeitsumfeld und womöglich noch viel mehr grundlegend verändern. Die Einführung einer neuen Technologie, nicht nur beim Radio, sondern überall, bedeutet immer zweierlei: Erstens müssen die Menschen den Umgang mit der neuen Technik lernen, und zweitens verändern sich innerbetriebliche Strukturen. Denn die logische Schlußfolgerung aus einer konsequent digitalen Signalverarbeitung ist die Vernetzung aller Bereiche und Arbeitsplätze im ganzen Funkhaus. Im Idealfall führt das zum band- und papierlosen Funkhaus: Sämtliche redaktionellen Arbeitsschritte von der Anforderung des Archivmaterials und der Erstellung eines Beitragskonzepts über den Schnitt und die Produktion bis zur Sendung des fertigen Beitrags oder der Vorlage einer vorbereiteten Moderation, ebenso alle administrativen Vorgänge wie Abrechnungen mit den Freien und den Verwertungsgesellschaften, und nicht zuletzt die innerbetriebliche Kommunikation werden computergestützt erledigt. Es wird deutlich: Digitale Hörfunkproduktion meint wesentlich mehr als eine Digitalisierung des Audiomaterials. Im Englischen spricht man nicht von "digital broadcasting" (damit ist digitale Ausstrahlung gemeint), sondern von "computer-aided broadcasting".

Inhaltsverzeichnis:

Einführung 3
1. Die Theorie: Anforderungen und Probleme 5
1.1 Beweggründe für die Digitalisierung 5
1.2 Digitalisiert - Vernetzt - Integriert 7
1.2.1 Integration: Privatradio vs. öffentlich-rechtlicher Rundfunk 8
1.3 Anforderungen an das digitale Funkhaus 12
1.3.1 Vernetzung - Die Verfügbarkeit von allem überall 12
1.3.2 Stabilität & Havariesicherheit 13
1.3.3 Die Schulung der Mitarbeiter 14
2. Das vernetzte Funkhaus 17
2.1 Netzwerktypen für den Rundfunk 17
2.2 Netzwerktopologie für den Rundfunk 19
2.2.1. Speicherhierarchie 20
2.2.2. Server-Struktur & Verbindungstypen 22
2.2.3. Zusammenfassung? 24
2.3 Broadcasting-Software 25
2.3.1. DigAS 26
2.3.2. dira! 27
2.3.3. D’ACCORD 28
2.3.4 Die Module zur Sendeablaufsteuerung 29
3. Digitale Audioverarbeitung 31
3.1 Die Digitalisierung des Audiomaterials 31
3.1.1. Digitalisierung der Archivbestände 32
3.1.1.1 Das Broadcast Wave Format (BWF) 32
3.1.2. Digitale Audiodaten im Redaktionsalltag 34
3.1.2.1. Das MUSICAM-Format 35
3.1.2.2. Kaskadierung (Tandem Coding) 37
3.1.2.3. Bewertung von Datenreduktions-Verfahren 38
3.1.3 Fazit 39
3.2 Digitale Schnittsysteme 40
3.2.1. Digitaler Schnitt mit datenreduziertem Material 41
3.2.2. Der ARD-Standard: Edigas 43
3.2.3. Die Alternative: CUTmaster 44
3.2.4. Das Produktions-System: ProTools 46
3.2.5. Nachteile des digitalen Schnitts? 49
4. Der Tontechniker im digitalen Funkhaus 51
4.1 Der "TiR", "Techniker in der Redaktion" 52
4.2 Der Welleningenieur 53
Resumée 54
Quellenverzeichnis 56

Arbeit zitieren:
Krummheuer, Hannes August 1999: Die Digitalisierung der Hörfunkproduktion, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Audio, Digital, Rundfunk, Radio

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