Digitale Gefahr für den Video Star? Nutzung und Akzeptanz der Onlineangebote der Musikfernsehsender in Deutschland
Eine empirische Analyse
- Art: Magisterarbeit
- Autor: Christoph Koch
- Abgabedatum: Oktober 2001
- Umfang: 180 Seiten
- Dateigröße: 4,3 MB
- Note: 2,3
- Institution / Hochschule: Westfälische Wilhelms-Universität Münster Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5909-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5909-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5909-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Koch, Christoph Oktober 2001: Digitale Gefahr für den Video Star? Nutzung und Akzeptanz der Onlineangebote der Musikfernsehsender in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Multimedia, Internet, neue Medien, Musikvideos, MTV
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Magisterarbeit von Christoph Koch
Einleitung:
Musikfernsehen ist eines der wichtigsten Massenmedien für Jugendliche und junge Erwachsene. Von ihm gehen Impulse in Bereichen wie Musik, aber auch Mode, Stil und Lebenswandel, Politik und Konsum aus. Es liefert Gesprächsstoff und Produktinformationen ebenso wie eine Klang- und Bildtapete für Jugendzimmer und junge Wohngemeinschaften.
MTV – als der international bekannteste Vertreter des Musikfernsehens – ist längst mehr als nur ein weiterer Fernsehsender im überfüllten Kabelnetz. Es ist ein „allumfassender Vermittler der populären Kultur“ und – wie die Washington Post formulierte – das „vielleicht einflußreichste kulturelle Einzelprodukt“ der 80er Jahre. Es ist zu einer kulturellen Ikone geworden. Zu einem Markenzeichen, das für Postmoderne steht, für Hedonismus und Jugendkultur. Für schnelle Bildschnitte und den Starkult der pompösen ‚Video Music Awards’, aber auch für das soziale Bewußtsein von ‚Rock The Vote’.
Seit 1993 stehen sich in Deutschland die Konkurrenten MTV und VIVA gegenüber – begleitet von ihren Ablegern MTV2 und Viva Zwei. Der deutsche Musiksender VIVA ging 1993 auf Sendung und verfügt über die finanzielle Unterstützung mehrerer großer Plattenfirmen und Medienkonzerne (namentlich AOL Time Warner, EMI und Polygram).
Der Konkurrent MTV Deutschland gehört (wie alle anderen regionalen MTV-Programme) zur VIACOM-Gruppe und begann in den letzten Jahren sich mehr und mehr vom paneuropäischen Rahmenprogramm aus London (MTV Europe, das seit 1987 auf Sendung ist) zu verabschieden. Deutschland ist nach den USA und Japan der drittgrößte Musikmarkt der Welt und der größte Europas. Und obwohl es viele andere Möglichkeiten gibt, Musik zu bewerben und zu verbreiten (wie beispielsweise Radio, Printmedien, Clubs und Livekonzerte) ist Musikfernsehen heute eines der wichtigsten Medien um Musik einem Massenpublikum vorzustellen und zu verkaufen.
Gleichzeitig mehrt sich seit einigen Jahren Kritik an den klassischen Musikfernsehprogrammen: Die langen Strecken von kurz anmoderierten Videoclips, die den Sender MTV berühmt gemacht haben, sind weitestgehend aus dem Programm verschwunden und durch Spiel- und Talkshows, Reportagen und Magazinsendungen ersetzt worden. Die Plattenfirmen fürchten, ihren Einfluß auf das Programm zu verlieren und weniger ihrer Künstler im Programm plazieren zu können und zahlreiche Zuschauer beschweren sich über die Zunahme nichtmusikalischer Programme.
Vor diesem Hintergrund ist die Entwicklung neuer Verbreitungstechniken wie dem Internet besonders interessant. Da Musikvideos in der Regel nur wenige Minuten lang sind, eignen sie sich wesentlich besser für eine Distribution über schmalbandige Internetverbindungen als Spielfilme oder andere längere Formate. Durch einen immer stärker fragmentierten Musikmarkt ist auch eine genauere Ansprache der verschiedenen Zielgruppen notwendig, die unter Umständen von interaktiven Angeboten im Internet besser geleistet werden kann, als von klassischen Fernsehangeboten via Kabel oder Satellit. Momentan ist die Übertragung von Musikvideos über das Internet noch durch technische Barrieren (geringe Bandbreiten etc.) beschränkt. Die Musiksender versuchen dieses Problem zu lösen, indem sie extra für das World Wide Web konzipierte Videos anbieten und sich ansonsten auf zusätzliche Informationen rund um das Programm der Sender sowie über Musik und verwandte Themen konzentrieren.
Unter den Internetadressen versuchen die beiden großen Musiksender ihre Zuschauer auch im Internet an sich zu binden. Die bestehenden Homepages sollen nach und nach zu Musikportalen ausgebaut werden, auf denen die Benutzer Informationen zu musikalischen und nichtmusikalischen Themen (Kino, Mode, etc.) finden, sich mit Gleichgesinnten austauschen und Videoclips auf ihrem Computer ansehen können. Ebenso wie im Kabel- und Satellitennetz, konkurrieren die Musiksender jedoch auch im Internet mit vielen anderen Angeboten um Aufmerksamkeit. Daraus ergibt sich die Frage, wie erfolgreich sie mit dem Versuch sein können, ihr Publikum vom Fernseh- an den Computerbildschirm zu führen.
Wichtig ist dabei, sowohl das Phänomen Musikfernsehen als auch seine Onlineaktivitäten nicht nur als rein kulturelles Phänomen zu begreifen und beispielsweise die Musikvideos inhaltlich und filmtechnisch zu analysieren. Vielmehr muß sich auch mit den technischen und medienökonomischen Zusammenhängen auseinandergesetzt werden, um eine sinnvolle und ergiebige Analyse zu ermöglichen.
Wie aktuell und relevant das Thema ‚Musikfernsehen im Internet’ momentan ist, zeigen die gegenwärtigen Umwälzungen und Kooperationen, die sich auf diesem Gebiet vollziehen: Die MTVi Group, die die Onlineaktivitäten von MTV in Amerika bündelt geht eine Allianz mit den fünf großen Musiklabels ein, gleichzeitig beschließen in Deutschland AOL Time Warner und VIVA ein großangelegtes Joint Venture bezüglich der Onlinepräsenz www.viva.tv und des zweiten Fernsehkanals Viva+.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | VORWORT | 1 |
| 2. | THEMA UND GEGENSTAND DER UNTERSUCHUNG | 4 |
| 2.1 | Onlineangebote der Musiksender - Interaktive Variante des Musikfernsehens? | 4 |
| 2.2 | Die Nutzer - Zuschauer oder Akteure? | 7 |
| 3. | KOMMUNIKATIONSWISSENSCHAFTLICHER ANSCHLUSS | 10 |
| 3.1 | Diffusionsforschung | 10 |
| 3.1.1 | Diffusion von Innovationen | 11 |
| 3.1.2 | Die Stufen des Adoptionsprozesses | 14 |
| 3.1.3 | Die verschiedenen Adoptions-Typen | 16 |
| 3.1.4 | Das Konzept der kritischen Masse | 18 |
| 3.2 | Uses-And-Gratifications-Approach und Nutzenansatz | 21 |
| 3.2.1 | Bedürfnistypologien | 22 |
| 3.2.2 | Kritik am Uses-And-Gratifications-Approach | 23 |
| 3.2.3 | Konsequenzen für die Onlineangebote der Musikfernsehsender | 24 |
| 4. | ZIELSETZUNG UND VORGEHENSWEISE DER UNTERSUCHUNG | 26 |
| 5. | DIE ENTWICKLUNG DES MUSIKFERNSEHENS | 28 |
| 5.1 | Musik im Fernsehen: Die Vorläufer der Musikkanäle | 28 |
| 5.2 | Entwicklung des Musikfernsehens in den USA | 32 |
| 5.2.1 | Technische, politische und ökonomische Rahmenbedingungen | 32 |
| 5.2.2 | Die ‚Erfindung' von MTV | 34 |
| 5.2.3 | Die Phase der Etablierung (1981-1983) | 36 |
| 5.2.4 | Die Phase der Konsolidierung (1983-1985) | 38 |
| 5.2.5 | Die Phase der Expansion und Internationalisierung (1985-1996) | 42 |
| 5.2.6 | Die Phase der Digitalisierung und Diversifizierung (1996 bis jetzt) | 44 |
| 5.3 | Entwicklung des Musikfernsehens in Deutschland | 50 |
| 5.3.1 | Musiksendungen im deutschen Fernsehen | 50 |
| 5.3.2 | MTV Europe | 52 |
| 5.3.3 | MTV Germany | 54 |
| 5.3.4 | VIVA - Musikfernsehen aus Deutschland | 57 |
| 5.3.5 | Von VH-1 und Viva Zwei zu MTV2 und Viva+ | 63 |
| 6. | AKTUELLE ONLINEANGEBOTE DER MUSIKSENDER | 67 |
| 6.1 | www.mtv.de | 67 |
| 6.1.1 | Aufbau | 68 |
| 6.1.2 | Inhalte | 75 |
| 6.1.3 | Design | 75 |
| 6.1.4 | Besonderheiten | 76 |
| 6.2 | www.viva.tv | 78 |
| 6.2.1 | Aufbau | 79 |
| 6.2.2 | Inhalte | 82 |
| 6.2.3 | Design | 84 |
| 6.2.4 | Besonderheiten | 84 |
| 7. | FORSCHUNGSDESIGN UND METHODISCHES VORGEHEN | 87 |
| 7.1 | Forschungsfrage und Hypothesen | 87 |
| 7.2 | Aufbau und Inhalt des Fragebogens | 89 |
| 7.3 | Stichprobe und Befragungsdurchführung | 92 |
| 7.4 | Datenauswertung | 94 |
| 8. | ERGEBNISSE DER UNTERSUCHUNG | 95 |
| 8.1 | Demographische Daten | 95 |
| 8.2 | Nutzung der Onlineangebote | 97 |
| 8.3 | Bewertung der Onlineangebote und ihrer Funktionalität | 108 |
| 8.4 | Attraktivität und Relevanz zukünftiger Angebote | 117 |
| 8.5 | Internetnutzung | 124 |
| 8.6 | Verhältnis Internet und Fernsehen | 130 |
| 8.7 | Bedenken bei der Nutzung von Onlineangeboten | 136 |
| 8.8 | Überprüfung der Hypothesen | 138 |
| 9. | MUSIKFERNSEHEN DER ZUKUNFT: FAZIT UND AUSBLICK | 148 |
| ANHANG | 152 | |
| Literaturverzeichnis | 152 | |
| Fragebogen | 160 | |
| Kodierung | 168 | |
| Danksagung | 174 |
Zu nahezu allen Bereichen der Website von MTV, seien es die verschiedenen musikalischen Genres, die Moderatoren oder die im ‚Schichtwechsel’ angebotenen Jobs, gibt es für die User die Möglichkeit, sich in den dazugehörigen Foren auszutauschen und in Verbindung zu treten. Das Onlineangebot von MTV wurde im vergangenen Jahr mit dem Onlinepreis des Grimme-Instituts ausgezeichnet. In der Begründung anderem: „MTV Online bietet umfassende Informationen über den TV Sender und die zahlreichen Events - ein eigenständiges Angebot, das neben aktuellsten News und Infos über die Musikszene, einzelne Musikgenres, Bandfeatures, Community usw. auch das Medium TV und Internet verknüpft und die User durch innovative Konvergenzprogrammierung aktiv mit einbezieht.“67 für die Preisvergabe heißt es unter [...]
Nutzer können bei www.mtv.de nicht nur vorgefertigte Inhalte abrufen und rezipieren, sondern auch mit anderen Nutzern Kontakt aufnehmen und sich untereinander austauschen. Die sogenannte ‚Community’ des MTV-Onlineangebots trägt den Namen MTV Groupies und umfaßt derzeit rund 50.000 registrierte Mitglieder (Quelle: www.mtv.de, Stand: September 2001). Angemeldete User können sich bei MTV Groupies kostenlos an Chats beteiligen und in Foren zu verschiedenen Themen ihre Nachrichten und Meinungen veröffentlichen. Zusätzlich können sie ein Profil erstellen, in dem sie sich selbst, ihre Hobbies, Lieblingsmusik und ähnliches präsentieren. Über den sogenannten Matchmaker kann man andere Nutzer mit ähnlichen Interessen und Vorlieben finden und mit ihnen in Kontakt treten. Jeder User hat außerdem ein Gästebuch, in dem Nachrichten und Grüße hinterlassen werden können. [...]
Zusätzlich gibt es unter der Rubrik Veejays die Möglichkeit, sich Informationen zu den verschiedenen Moderatoren (auch ‚Video Jockeys’, VJs oder ‚Veejays’ genannt) des Clipkanals zu besorgen. Hier findet man Fotos der einzelnen VJs sowie persönliche Informationen zum Lebenslauf, ihren Vorlieben und den von ihnen präsentierten Sendungen. Der dritte Abschnitt der Website ist zweifelsohne der vielseitigste innerhalb des Onlineangebots von MTV. Unter der Rubrik Events bietet sich dem Nutzer die Gelegenheit, sich über verschiedene Veranstaltungen zu informieren: • MTV Events bietet Veranstaltungen, die direkt von MTV organisiert werden, zum Beispiel Preisverleihungen wie die MTV Video Music Awards oder die MTV Movie Awards. • MTV Presents listet verschiedene Veranstaltungen und Veranstaltungsreihen auf, die von MTV präsentiert und gesponsort werden. [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832459093
Arbeit zitieren:
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Schlagworte:
Multimedia, Internet, neue Medien, Musikvideos, MTV



