Digital Divide: Informations- und Kommunikationstechnologie in Entwicklungsländern
Voraussetzungen und Chancen
- Art: Bachelorarbeit
- Autor: Alexander Dechent
- Abgabedatum: Juli 2007
- Umfang: 87 Seiten
- Dateigröße: 1,4 MB
- Note: 2,2
- Institution / Hochschule: Hochschule der Medien (ehem. Hochschule für Druck und Medien Stuttgart (FH)) Deutschland
- Bibliografie: ca. 67
- ISBN (eBook): 978-3-8366-0483-3
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Dechent, Alexander Juli 2007: Digital Divide: Informations- und Kommunikationstechnologie in Entwicklungsländern, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Internet, Handy, Afrika, Entwicklungsland, Entwicklungshilfe
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Bachelorarbeit von Alexander Dechent
Zusammenfassung:
In der vorliegenden Bachelor-Thesis werden die Effekte von Informations- und Kommunikationsstrukturen (IKT) auf Entwicklungsländer und die bestehenden Voraussetzungen für eine Reduktion des Digital Divide untersucht. Als IKT wird in diesem Kontext vor allem das Internet, aber auch Mobilfunk und andere Dienste, verstanden. Bei der Betrachtung wird auf den afrikanischen Kontinent fokussiert, da die IKT dort am wenigsten eingesetzt wird.
Die Wahl des Themas ist maßgeblich beeinflusst durch mein Interesse an fremden Ländern und ihren Kulturen. IKT in Entwicklungsländern ist anders zu betrachten als im erprobten Umfeld und erfordert neue Perspektiven. Kombiniert mit dem Anspruch Informations- und Kommunikationsdienste an jedem Ort nutzen zu können, ergeben sich daraus interessante Fragestellungen, deren Beantwortung mein Blickfeld erweitert hat.
Damit überhaupt die Relevanz des Themas erkannt werden kann, muss die Frage nach dem Wert von IKT (in einem Entwicklungsland) gestellt werden. Diese wird beantwortet, indem Auswirkungen als direkte oder indirekte Folge der IKT identifiziert wurden. Um eine Aussage über den Nutzwert treffen zu können, wurden verschiedenste Dienste analysiert, von denen implizit der Wert für die Gesellschaft ableitbar ist. Sowohl positive wie negative Effekte wurden identifiziert. Ausgehend von dieser Bewertung stellt sich die Frage der Integration und den bestehenden Voraussetzungen dafür. Spezifische und allgemeine Voraussetzungen für die Integration von IKT in Entwicklungsländern konnten unter Berücksichtigung der dortigen kulturellen, sozialen, politischen und ökonomischen Eigenheiten festgestellt werden. Schließlich wird noch die Frage nach den derzeitigen Tendenzen der Entwicklung gestellt, welche durch die Betrachtung der allgemeinen Entwicklungshilfe und weiterer Initiativen wie beispielsweise des 100$-Laptop beantwortet wird.
Zur Beantwortung der Fragen wurde nach verschiedenen Beispielen sowie weiteren Indizien geforscht, welche einen empirischen Beleg darstellen können. Quellen hierzu waren einschlägige Literatur, aktuelle Berichte sowie Analysen von Organisationen. Darüber hinaus konnten durch ein Interview mit Sabrina Ferwagner (ehemalige Studentin der Hochschule der Medien, Stuttgart) weitere Indizien gesammelt werden.
Aufgrund der ganzheitlichen Betrachtung des Themas ist die vorliegende Arbeit nicht allein für Vertreter der IT-Branche interessant, sondern auch für viele andere Leser.
Inhaltsverzeichnis:
| Erklärung | 2 | |
| Danksagung | 3 | |
| Kurzfassung | 4 | |
| Abstract | 6 | |
| Inhaltsverzeichnis | 7 | |
| Abbildungsverzeichnis | 9 | |
| Tabellenverzeichnis | 9 | |
| Vorwort | 10 | |
| 1. | Einführung | 14 |
| 1.1 | Die Informationsgesellschaft | 14 |
| 1.2 | Was ist der Digital Divide? | 15 |
| 1.2.1 | Knowledge Gap - Theorie | 15 |
| 1.2.2 | Entstehung des Begriffs Digital Divide | 16 |
| 1.2.3 | Mikro- und Makro-Kluft | 19 |
| 1.3 | Was kennzeichnet ein Entwicklungsland? | 21 |
| 1.4 | Der Kontinent Afrika | 23 |
| 2. | Effekte von IKT auf Entwicklung | 25 |
| 2.1 | Hypothesen und Prognosen | 26 |
| 2.2 | Hilfreiche Dienste | 27 |
| 2.2.1 | E-Government | 27 |
| 2.2.2 | E-Education | 31 |
| 2.2.3 | E-Health | 33 |
| 2.2.4 | E-Commerce | 34 |
| 2.2.5 | E-Entertainment | 35 |
| 2.2.6 | E-Agriculture | 35 |
| 2.2.7 | Sonstige Dienste und indirekte Auswirkungen | 36 |
| 2.3 | Beispiele | 37 |
| 3. | Voraussetzungen für IKT in Entwicklungsländern | 39 |
| 3.1 | Akzeptanz in der Bevölkerung | 39 |
| 3.2 | Politisches Rahmenwerk | 40 |
| 3.3 | Energieversorgung | 43 |
| 3.4 | Fähigkeit der Benutzer | 44 |
| 3.5 | Konnektivität | 45 |
| 3.5.1 | Kabel-Netze | 47 |
| 3.5.2 | Mobilfunk-Netze | 48 |
| 3.5.3 | Satellitenkommunikations-Netze | 51 |
| 3.5.4 | Andere Wireless-Netze | 53 |
| 3.6 | Endgeräte | 58 |
| 3.7 | Software und Content | 59 |
| 4. | Aktuelle Initiativen zur Verminderung des Digital Divide | 61 |
| 4.1 | Beobachtungen in Deutschland | 61 |
| 4.2 | Internationale Entwicklungspolitik | 62 |
| 4.3 | Private Förderprojekte | 64 |
| 4.4 | 100$-Laptop | 65 |
| 4.4.1 | Technik | 67 |
| 4.4.2 | Inhalte | 70 |
| 4.4.3 | Kosten und Finanzierungsmodell | 70 |
| 4.4.4 | Potenzial | 71 |
| 4.5 | Kritik | 73 |
| 5. | Zusammenfassung und Fazit | 76 |
| Anhang A:Interview Sabrina Ferwagner | 78 | |
| Glossar | 83 | |
| Literaturverzeichnis | 87 | |
| Abkürzungsverzeichnis | 91 | |
| Stichwortverzeichnis | 92 |
Textprobe:
Kapitel 2., Effekte von IKT auf Entwicklung:
Wenn man nach Afrika schaut, dann denkt man primär an andere Probleme als an einen fehlenden Internetanschluss. Gegenüber den diversen Bürgerkriegen, den Hungersnöten, Epidemien und der Korruption erscheint dieses Problem wahrlich nicht sonderlich dringlich. Warum es dennoch Sinn machen könnte den Digital Divide zu bekämpfen, soll in diesem Kapitel aufgezeigt werden.
Die zentrale Frage ist:
Welche Auswirkungen hat Informations- und Kommunikationstechnik auf die menschliche Entwicklung und in der Folge davon auf die Lebensqualität?
Zur Beantwortung dieser Frage werden verschiedene Methoden verwendet. Da der Zusammenhang von menschlicher Entwicklung und der Verfügbarkeit von IKT nur schwer zu belegen ist und von sehr vielen Faktoren abhängt, werden einige Beobachtungen dargestellt, mit deren Hilfe sich eine Abhängigkeit ableiten (aber nicht beweisen) lässt. Sämtliche dargestellten Prognosen werden von entsprechenden Institutionen und Organisationen anerkannt und verwendet.
Darüber hinaus wurde untersucht, welche Dienste prinzipiell angeboten werden können. Der Fokus der Betrachtung liegt dabei auf dem Wert eines Dienstes für den Benutzer in Afrika. Dabei ist auch klar, dass es keinen Dienst geben kann, der für jeden Afrikaner sinnvoll ist. An dieser Stelle ist sehr zu bedauern, dass unglaublich viel Material zur theoretischen Betrachtung des Digital Divide produziert wird, aber gleichzeitig ein Mangel an echten Erfahrungswerten vorliegt. Berichte der Menschen vor Ort oder von Entwicklungshelfern aus erster Hand sind rar. Dies erschwert die Beurteilung eines bestimmten Dienstes und die Einschätzung des Nutzungswertes ist deshalb oft von eher hypothetischer Natur.
Am Ende des Kapitels werden noch einige Beispiele angeführt, welche belegen, dass IKT in der Vergangenheit bereits große Entwicklungsschübe ausgelöst hat.
Kapitel 2.1, Hypothesen und Prognosen:
Die Institutionen, die sich mit dem Digital Divide beschäftigen, prognostizieren, dass IKT den Wohlstand im Allgemeinen erhöht, da diese für Wirtschaftswachstum sorgt. Indikatoren hierfür sind die Beschäftigungsrate, die Steuereinnahmen des Staates und das Bruttosozialprodukt. Auf politischer Ebene kann IKT positive Auswirkungen auf die innere Stabilität eines Landes haben.
Für Individuen vergrößern sich direkt die soziale Integrität und die allgemeinen Partizipationsmöglichkeiten in der Wirtschaft, sowie indirekt die Lebenserwartung. Durch eine Durchdringung der ländlichen Gegenden mit IKT entstehen auch dort bessere und zusätzliche soziale und ökonomische Möglichkeiten.
Der Zusammenhang von allgemeiner Entwicklung und IKT ist allgemein anerkannt. So nennt Augusto Lopez-Claros, Leiter des Global Competitiveness Network, die Informations- und Telekommunikationstechnologie einen der wichtigsten Erfolgsfaktoren für Effizienz- und Produktivitätssteigerungen in der sich rasch wandelnden globalen Wirtschaft. Ansatzweise als Beleg für die positiven Auswirkungen von IKT kann ein Experiment angesehen werden, das vom Vater des 100$-Laptops, Nicolas Negroponte, durchgeführt wurde. Dabei wurden in einem abgelegenen Dorf in Kambodscha Laptops mit Zugang zum Internet an Schulkinder übergeben und diese mit der Nutzung der Geräte vertraut gemacht. Die schulischen Leistungen der Kinder nach einem halben Jahr werden als gesteigert beschrieben.
Darüber hinaus können viele verschiedene Erscheinungen als indirekte Folgen der IKT betrachtet werden. Als ein Beispiel dafür wird die Emanzipation der Frauen in den Entwicklungsländern gesehen. In den meisten Kulturen in LLDCs ist der Stellenwert der Frau immer noch deutlich geringer als der des Mannes. Soziologen sehen besonders das Internet als mögliche Plattform, mit dessen Hilfe sich ein gemeinsames Bewusstsein der Frauen entwickeln könnte.
Natürlich gibt es auch Risiken bei der gezielten Verbreitung von IKT. Es ist anzunehmen, dass sich die Kultur Afrikas durch die IKT verändern würde. Vorstellbar ist beispielsweise eine Vergrößerung der sozialen Distanz durch den gesteigerten Gebrauch von unpersönlichen Kommunikationsmöglichkeiten. Eine andere Folge ist möglicherweise die Annäherung der afrikanischen Kultur an den westlichen Raum. Damit ein afrikanischer Benutzer die IKT für den internationalen Austausch nutzen kann, ist es meistens notwendig, dass er sich auf Englisch verständigen kann. Auch negative gesundheitliche Folgen sind denkbar. Ähnlich wie in den USA und Zentraleuropa könnte eine Ausbildung von IKT dazu führen, dass Kinder sich weniger körperlich betätigen. Als Folge von Bewegungsmangel können Übergewicht und andere Beeinträchtigungen der Gesundheit resultieren.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836604833
Arbeit zitieren:
Dechent, Alexander Juli 2007: Digital Divide: Informations- und Kommunikationstechnologie in Entwicklungsländern, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Internet, Handy, Afrika, Entwicklungsland, Entwicklungshilfe



