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Differenzierte Zielgruppenauswahl und Beziehungsaufbau im Medienbereich

Insbesondere Telekommunikationsdienste

Differenzierte Zielgruppenauswahl und Beziehungsaufbau im Medienbereich
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Torsten H. Breier
  • Abgabedatum: Dezember 1997
  • Umfang: 103 Seiten
  • Dateigröße: 559,9 KB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Universität Siegen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1210-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1210-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1210-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Breier, Torsten H. Dezember 1997: Differenzierte Zielgruppenauswahl und Beziehungsaufbau im Medienbereich, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Marketingstrategie, Telekommunikationsmarkt, Telekommunikationsmarketing, Wettbewerbsstrategie, Zielgruppenherleitung

Diplomarbeit von Torsten H. Breier

Einleitung:

Die Postreformen I und II haben auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt schon zu weitreichenden Veränderungen geführt. Entscheidend wird sich jedoch die Postreform III auf den Wettbewerb innerhalb der Telekommunikationsbranche auswirken: Der Markt für Telekommunikationsdienste wird vollständig liberalisiert. Die Deutsche Telekom AG (DTAG) wird ab dem 01.01.1998 ihre Monopolstellung verlieren und es werden sogenannte "neue Diensteanbieter" bzw. "alternative Carrier" oder "alternative Netzbetreiber" auf den Markt drängen. Dies bedeutet, daß sich die Nachfrager nach Telekommunikationsdiensten zwischen mehreren Anbietern entscheiden können bzw. müssen.

Die kommende Situation wird deutlich: Der ehemalige Monopolist DTAG wird zukünftig mit den neuen Diensteanbietern im Wettbewerb um den Kunden stehen. Dabei sind die Anfangsvoraussetzungen des etablierten und der neuen Marktteilnehmer grundverschieden: Die DTAG wird versuchen, ihre Marktanteile zu verteidigen, während die neuen Anbieter das Ziel haben, ihr Marktanteile abzunehmen.

Mit anderen Worten: Es geht um den privaten und professionellen Kunden und damit um seine zukünftige Auswahl des Telekommunikationsdiensteanbieters.

Zunächst stehen die beiden "Parteien" jedoch vor unterschiedlichen Problemen: Die DTAG muß ihr Image als schwerfällige, kundenunfreundliche Behörde ablegen. Sie muß erkennen, daß der Markt nicht aus "Abnehmern", sondern aus Kunden besteht, die unterschiedliche Ansprüche haben und auch individuell behandelt werden wollen. Die Überwindung dieses Marketing-Timelags wird für die Deutsche Telekom AG zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor. Nichtmarktgerechte Preisstrukturen, beschränkte Produkt- und Diensteangebote und das damit verbundene Image der Kundenferne sind im kommenden Wettbewerb nicht länger durchhaltbar , da sich der Verkäufermarkt binnen kurzer Zeit zu einem Käufermarkt wandeln wird und deshalb die Schaffung von Kundenzufriedenheit als Schlüsselfaktor für eine dauerhafte Kundenbindung im Wettbewerb anzusehen ist.

Gegenüber dem bisherigen Monopolisten müssen sich die alternativen Netzbetreiber erst noch auf dem Markt etablieren. Es gilt, den Bekanntheitsgrad gegenüber der auf dem Markt bisher dominierenden DTAG zu entwickeln und auszubauen. Während die DTAG noch ihre interne Behördenmentalität ablegen muß, können die neuen Wettbewerber ihr Image und ihre interne Struktur sofort an einer stark markt- und kundenorientierten Wettbewerbshaltung ausrichten.

Dagegen haben die DTAG und die alternativen Netzbetreiber eines gemeinsam:

Sie müssen aufgrund der neuen Marktsituation und den damit verbundenen Anforderungen die für sie relevanten Zielgruppen erkennen und selektieren, um sie im nächsten Schritt gezielt ansprechen zu können. Weiterhin müssen sie frühzeitig Maßnahmen ergreifen, um zu diesen Zielgruppen eine intensive Geschäftsbeziehung aufzubauen, da diese junge Dienstleistungsbranche dem Kunden gegenüber nicht abschlußorientiert, sondern in hohem Maße leistungs- und serviceorientiert entgegentreten sollte. Es gilt weiterhin, sich innerhalb der Gruppe der Anbieter durch Merkmale zu unterscheiden, die durchhaltbar und - wegen des Wettbewerbs - zusätzlich auch schwer zu kopieren sind. Die Wettbewerbsanalyse und die Zielgruppenanalyse sowie die Kundenbedarfsanalyse werden darum zu den Kernpunkten eines zukunftsfähigen Marketings in der Telekommunikationsbranche gehören, um einen auf spezifische Zielgruppensegmente gerichteten operativen Marketing-Mix zu entwickeln.

Die Fragestellung und Zielsetzung dieser Arbeit besteht somit darin, die Notwendigkeit einer Zielgruppenauswahl und eines Beziehungsaufbaus anhand der Besonderheiten des Telekommunikationsmarktes und der der Telekommunikationsdienstleistung darzustellen und hierzu ausgewählte Konzepte und Voraussetzungen zu erläutern.

Bezüglich der Problemstellung und Zielsetzung dieser Arbeit ist die - wenngleich auch etwas überspitzte - Formulierung von Beger sehr treffend: "In der Regel muß davon ausgegangen werden, daß die Zielgruppen der Unternehmenskommunikation im allgemeinen schlecht informiert, nicht besonders interessiert, vorurteilsbehaftet, skeptisch, wenn nicht sogar feindselig sind. Deshalb ist auch der Prozeß, eine gewählte Zielgruppe zu beeinflussen, immer nur als langfristiger Versuch zu sehen. Dieser erfordert ein langfristiges Konzept... Zur Durchsetzung ihrer Zielsetzungen müssen Unternehmen deshalb langfristig gute Beziehungen zu ihren Zielgruppen entwickeln und deren Einstellungen und Wertevorstellungen identifizieren.".

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis IV
1. Einführung 1
1.1 Problemstellung, Fragestellung und Ziel der Arbeit 2
1.2 Definitionen und Themenabgrenzung 4
1.2.1 Definition Medienbereich 4
1.2.2 Definition Zielgruppenauswahl 5
1.2.3 Definition Beziehungsaufbau 6
2. Generelle Kennzeichen der Telekommunikation 7
2.1 Bedeutung und strategische Rolle von Telekommunikationsdiensten 9
2.2 Besonderheiten der Telekommunikationsdienste 11
2.2.1 Singulärgüter 11
2.2.2 Netzeffektgüter 12
2.2.3 Systemgüter 12
2.3 Diffusion von Telekommunikationsdiensten 13
2.3.1 Die Bedeutung der Kritischen Masse bei Telekommunikationsdiensten 18
2.3.2 Marktwiderstände 18
3. Marktforschung als Basis der Zielgruppenauswahl und des Beziehungsaufbaus 23
3.1 Erforschung der Umweltdimension (externe Analyse) 24
3.2 Unternehmensinterne Analyse 27
3.3 Erforschung der Konkurrenten 29
3.3.1 Elemente der Konkurrentenanalyse 30
3.3.2 Informationsbeschaffung 32
3.4 Erforschung der Zielkunden 35
3.5 Zielgruppenauswahl nach dem Stakeholder-Ansatz 36
4. Externer und interner Beziehungsaufbau im Telekommunikationsbereich 37
4.1 Kundensegmentierung als Grundlage für den externen Beziehungsaufbau 37
4.1.1 Segmentierung der privaten Nachfrager 40
4.1.2 Segmentierung der professionellen Nachfrager 42
4.2 Externer Beziehungsaufbau durch Customer Care 48
4.3 Externer Beziehungsaufbau durch Aufbau einer Markenpersönlichkeit 53
4.4 Externer Beziehungsaufbau durch Konfrontation oder Kooperation 57
4.5 Interner Beziehungsaufbau durch eine durchhaltbare Unternehmenskultur 61
5. Synopse 72
6. Schluß 78
Anhang 80
Aufbau der Arbeit: 80
Der Wandel einer Persönlichkeit: Die Evolution vom Monopolisten zum Wettbewerber - eine Vision 81
Liste mit persönlichen Gesprächskontakten 85
Literaturverzeichnis 86
Eidesstattliche Erklärung 93

Automatisiert erstellter Textauszug:

• Art der Nutzung: rein privat, privat und geschäftlich • Höhe der monatlichen Fernmelderechnung • Gesprächshäufigkeiten in festgelegten Zeiträumen • Durchschnittliche Gesprächsdauer • Anlässe der Gespräche: Diskutieren, Unterhalten, Geschäftliches erledigen, Kurzanfragen etc. • Geographische Aspekte: Orts- oder Ferngespräche Der Vorteil dieser sehr feinen Marktsegmentierung liegt auch in der relativ leichten Gewinnung der Daten z.B. über Marktforschungsinstitute oder über eine direkte On-LineMessung, welche eine besonders wirtschaftliche Datenerhebung wäre.148 Hierdurch wird eine gezielte Ansprache der unterschiedlichen Nutzerpersönlichkeiten möglich, denen somit ein speziell abgegrenztes, ihren Bedürfnissen entsprechendes Dienste- und Servicesortiment angeboten werden kann.149 4.1.2 Segmentierung der professionellen Nachfrager Die Besonderheit des Nachfragerverhaltens auf der professionellen Ebene ist, daß es sich bei der Adoptionsentscheidung in der Regel um eine „kollektive Einkaufsentscheidung, die durch mehrzentrige Willensbildung gekennzeichnet ist“150 handelt. Eine Segmentierung dieser Zielgruppe sollte daher nach folgenden fünf Merkmalsausprägungen erfolgen, die zum einen das externe Erscheinungsbild (Makrosegmentierung), aber auch interne Vorgänge (Mikrosegmentierung) berücksichtigt:151 • Größenbasierte Kriterien: Mitarbeiterzahl, Wachstumsrate, Standorte • Branchenbasierte Kriterien: Art der Branche, Konkurrenzintensität, Konjunktur der Branche • Anwendungsbasierte Kriterien: vorhandene Infrastruktur, Nutzungshäufigkeit von Produkten und Diensten [...]

Dienst nachgefragt wird oder nicht: so ist z.B. ein 20-jähriger Student, der BAFöG empfängt, in der Regel kein Käufer von Mobilfunk-Diensten (E-Plus will durch seinen „Studenten-Tarif“ dennoch diese Kundengruppe erreichen.). Die Segmentierung nach psychographischen Merkmalen ist insofern problematisch, da sie nur schwer meßbar und darum auch nur schwer zuzuordnen sind.145 Trotzdem lassen sich anhand von Persönlichkeitsbildern - in Anlehnung an die Adopter-Persönlichkeiten (siehe Punkt 2.3) - bestimmte Merkmale wie z. B. Innovationsfreudigkeit oder Technologieaufgeschlossenheit erkennen. So läßt sich seit einiger Zeit auf dem Mobilfunkmarkt ein neuer Trend feststellen: E-Plus hat im Frühjahr 1997 eine aufladbare Handy-Karte im Markt eingeführt, für deren Nutzung keine Vertragsbindung oder Grundgebühr nötig ist. Es ist anzunehmen, daß diese Markteinführung stattfand, um das Segment anzusprechen, das aufgrund seiner Einstellung keine Vertragsbindung eingehen will, aber dennoch mobil telefonieren möchte. Daß die konkurrierenden Netze D1 und D2 kurze Zeit später ein gleiches Produkt im Markt einführten, läßt den Rückschluß zu, daß dieses Segment eine nicht zu unterschätzende Marktrelevanz besitzt. Durch den Charakter der Telekommunikationsdienste als Systemgut, ist es weiterhin notwendig, eine Segmentierung nach den Merkmalen des beobachtbaren Kauf-, Anschlußund Nutzungsverhaltens durchzuführen. Diese Segmentierung läßt eine besonders differenzierte Einteilung der relevanten Nachfragergruppen zu. Aus der Analyse des bisherigen Verhaltens lassen sich Annahmen über das zukünftige Kauf-, Anschluß- und Nutzungsverhaltens schließen146 und es werden Anhaltspunkte über die Struktur der Anwender erkennbar. Für eine sinnvolle telekommunikationsspezifische Einteilung kommen folgende Kriterien in Frage:147 • Ausstattung mit Telekommunikation: Art des Anschlusses, Zahl der Telefonapparate im Haushalt, Komfortmerkmale der Telefonapparate, Anrufbeantworter, Telefax-Gerät • Nutzung anderer Dienste außer Sprach-Telefondienst: Telefax, Mobilfunk, Datenfernübertragung, Kabelanschluß [...]

4.1.1 Segmentierung der privaten Nachfrager Im Segment der privaten Nachfrager lassen sich nach Freter141 folgende allgemeine Erklärungsmuster als Segmentierungsmerkmale heranziehen: • Sozio-demographische Kriterien: (geographische Kriterien: Größe von Städten, Regionen, Ländern; Familien-Lebenszyklus: Geschlecht, Alter, Familienstand, Haushaltsgröße; soziale Schicht: Einkommen, Beruf, Ausbildung, Wohnort) • Psychographische Kriterien: (angebotsspezifische Kriterien: Wahrnehmungen, Motive, Einstellungen, Präferenzen und Nutzenerwartungen; allgemeine Persönlichkeitsmerkmale: Lebensstil, Lebensgewohnheiten) Aufgrund der Besonderheiten der Telekommunikationsdienste als Systemgut (siehe 2.2.3) sind zudem auch die Kriterien des beobachtbaren Kauf-, Anschluß- und Nutzungsverhaltens (Nutzungsintensität und -volumen, Mediennutzung bei der Informationsbeschaffung, Diensteanbietertreue und -wechselbereitschaft usw.) zur Segmentierung geeignet. Eine Einteilung nach geographischen Kriterien ist insbesondere für die alternativen Diensteanbieter von Relevanz, da ihre Telekommunikationsnetze und somit auch die Versorgungsmöglichkeiten mit ihren Diensten weitgehend noch nicht flächendeckend angeboten werden können.142 Private Nutzer sollten deshalb in den „geographischen Lücken“143 weniger intensiv angesprochen werden, damit der Diensteanbieter nicht verspricht, was er nicht einhalten kann und so sein Image schädigt. Weiterhin ist es sehr kritisch zu beurteilen, wenn sich ein Diensteanbieter als „Allround-Anbieter“ für Privatkunden bezeichnet, dessen Geschäftsführung jedoch in einem Interview sagt, daß ihr „einige Hunderttausend Kunden, die viel und weit telefonieren“ lieber sind „als einige Millionen, die nur gelegentlich...um die Ecke anrufen.“144 Die sozio-demographischen Merkmale sollten aufgrund ihrer guten Meßbarkeit, der leichten Informationsgewinnung, der hohen zeitlichen Stabilität sowie aufgrund der guten Zugänglichkeit zur Segmentbildung angewandt werden. Diese Merkmale können schon zu einer relativ feinen Segmentierung führen, da sich Aussagen darüber machen lassen, ob der [...]

Arbeit zitieren:
Breier, Torsten H. Dezember 1997: Differenzierte Zielgruppenauswahl und Beziehungsaufbau im Medienbereich, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Marketingstrategie, Telekommunikationsmarkt, Telekommunikationsmarketing, Wettbewerbsstrategie, Zielgruppenherleitung

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