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Dienstleistungsnetzwerke im Gesundheitswesen (Medizinisch-praktischer Bereich)

Konzept, Schlaglicht sowie Gestaltungshinweise

Dienstleistungsnetzwerke im Gesundheitswesen (Medizinisch-praktischer Bereich)
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Maria Schälicke
  • Abgabedatum: August 2004
  • Umfang: 102 Seiten
  • Dateigröße: 1,1 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Leibniz Universität Hannover Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8468-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8468-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8468-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schälicke, Maria August 2004: Dienstleistungsnetzwerke im Gesundheitswesen (Medizinisch-praktischer Bereich), Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Gesundheitsreform 2004, Netzwerkbildung, Integrierte Versorgung, Kostendämpfung, Qualitätssteigerung

Diplomarbeit von Maria Schälicke

Einleitung:

Die strikte Trennung ambulanter und stationärer Versorgungsbereiche des deutschen Gesundheitswesens zieht seit einigen Jahren massive finanzielle und organisatorische Probleme nach sich. Trotzdem die Verzahnung der Sektoren „ambulant“ und „stationär“ bereits 1997 in den sozialgesetzlichen Grundlagen verankert wurde, konnten dem Trend eines Kostenanstiegs bei vergleichsweise geringer Qualität der Gesundheitsdienstleistungen bislang keine spürbaren Umkehrmaßnahmen entgegengesetzt werden.

Mit der Gesundheitsreform vom 01.01.2004 ist die Option direkter Vertragsverhandlungen zwischen Krankenkassen und Ärzten gültig. Seither wurden Vernetzungsmodelle unterschiedlichster Art entwickelt, deren gemeinsames Hauptziel die Überwindung von Effizienz- und Qualitätslücken in der Gesundheitsversorgung ist. In Bezug auf die formelle Netzwerkbildung bestehen jedoch bisweilen Unsicherheiten und Umsetzungsschwierigkeiten, welche größtenteils auf mangelnde Transparenz, Informationsdefizite sowie Interessenkonflikte zurück zu führen sind.

Die Studie beschäftigt sich mit der Ausgestaltung und ganzheitlichen Umsetzung eines Gesundheitsversorgungskonzeptes als Dienstleistungsnetzwerk. Im Vordergrund stehen dabei die mit einer formellen Vernetzung verbundenen Herausforderungen, Erfolgspotenziale und Managementaspekte. Diese tragen zur Verbesserung der Kommunikations- und Kooperationsprozesse zwischen medizinischen Leistungserbringern bei und bilden damit die Grundlage für mehr Effizienz und Effektivität im Gesundheitswesen.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis VI
Tabellenverzeichnis VII
Abkürzungsverzeichnis VIII
1. Dienstleistungsnetzwerke als strategische Gestaltungsoption zur Steigerung der Effizienz und Effektivität im deutschen Gesundheitswesen 1
1.1 Dienstleistungsnetzwerke in der Gesundheitsversorgung: Potenziale für den Veränderungsbedarf im Rahmen der Gesundheitsreform 1
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit: Konzeptualisierung und Ausgestaltung von Dienstleistungsnetzwerken im Gesundheitswesen 2
2. Der Netzwerkansatz im Gesundheitswesen: Genese einer konzeptionellen Basis 3
2.1 Begriffserschließung und Abgrenzung des Netzwerkkonstruktes 3
2.1.1 Kernelemente von Netzwerken sowie Einordnung von Ansätzen der Netzwerkgestaltung in die Organisationstheorie 3
2.1.2 Identifikation der Potenziale und Ziele einer Netzwerkbildung 5
2.1.3 Darstellung unterschiedlicher Netzwerkarten und -typen im Überblick 5
2.2 Dienstleistungsnetzwerke als mögliche Option für den Bedarf einer Strukturveränderung im Gesundheitswesen 7
2.2.1 Das Dienstleistungsnetzwerk als Organisationsform zur Optimierung des Leistungsangebots: Bergriffsklärung und Kernmerkmale 7
2.2.2 Darstellung erfolgskritischer Größen in dienstleitungszentrierten Netzwerken 8
2.3 Bestimmung des Bezugsobjektes „Gesundheitswesen“ als Grundlage der Entwicklung eines Dienstleitungsnetzwerkes zur Gesundheitsversorgung 9
2.3.1 Das Objektfeld „Medizinisch-praktischer Bereich“ im Gesundheitswesen: Erschließung und Eingrenzung der Akteure 9
2.3.2 Problemfelder sowie ungenutzte Potenziale im medizinisch-praktischen Dienstleistungsspektrum 11
2.4 Zwischenfazit: Dienstleistungsnetzwerke als organisatorischer Entwicklungsansatz für eine mögliche Strukturform im Gesundheitswesen 12
3. Der „Medizinisch-praktische Bereich“ des Gesundheitswesens als Dienstleistungsnetzwerk: Entwicklung eines Konzeptes 13
3.1 Überprüfung der Transferierbarkeit des Netzwerkkonzeptes auf Gesundheitsdienstleitungen im Kontext sozialstaatlicher Rahmenrichtlinien 13
3.2 Bestimmung der Beziehungsebenen für die strukturelle Ausgestaltung vernetzter Gesundheitsdienstleistungen: Eine akteurbezogene Betrachtung 14
3.3 Eruierung von Nutzenpotenzialen sowie Zielen aus Gesundheitsdienstleistungsnetzwerken: Eine multiperspektivische Sichtweise 18
3.3.1 Gesundheitswesen allgemein: Steigerung der Entwicklungs- und Wettbewerbsfähigkeit 18
3.3.2 „Lieferanten“ im Netzwerk: Optimierung von Zeit, Kosten und Qualität im Versorgungsangebot von Gesundheitsdienstleitungen 19
3.3.3 „Kunden“ im Netzwerk: Bedarfsgerechte und preislich adäquate Gesundheitsversorgung sowie optimaler Zugang zu Versorgungsleistungen 20
3.4 Skizzierung einer möglichen Aufbau- und Ablauforganisation von Dienstleistungsnetzwerken im Gesundheitswesen 21
3.4.1 Die Netzwerkarchitektur und ihre Elemente: Darstellung einer innovativen Organisationsstruktur im Gesundheitswesen 21
3.4.2 Visualisierung möglicher Austauschprozesse zwischen den Akteursgruppen im Netzwerk 23
3.4.3 Identifikation fokaler Netzwerkelemente: Erschließung der Träger von Steuerungsaufgaben für die ganzheitliche Netzwerkfunktion 25
3.5 Das Netzwerkmanagement als zentrales Element für die Steuerung von Dienstleitungsnetzwerken im Gesundheitswesen 27
3.5.1 Identifikation der Kernaufgaben fokaler Akteure für das Management von Gesundheitsdienstleistungsnetzwerken 27
3.5.2 Rollenanforderungen an Träger von Managementfunktionen in Gesundheitsdienstleistungsnetzwerken 29
3.5.3 Etablierung von Netzwerkinfrastrukturen als wichtige Elemente für die Steuerung von Netzwerken 30
3.5.4 Installation von Systemen zur Verbesserung der Kooperations und Kommunikationsqualität 31
3.6 Zwischenfazit: Dienstleistungsnetzwerke als mögliche Strukturform für die Sicherung von Qualität und Wirtschaftlichkeit in der Gesundheitsversorgung 33
4. Eruierung von Konzeptanforderungen sowie vorhandenen Gestaltungsformen von Dienstleistungsnetzwerken im Gesundheitswesen: Ein empirisches Schlaglicht 34
4.1 Untersuchungsdesign sowie Übersicht der Gesprächspartner 34
4.2 Analyse der Potenzial- und Zieldimension als Basis der Netzwerkbildung im Gesundheitswesen 36
4.3 Netzwerkumfang, -gestaltung und -steuerung als erfolgskritische Faktoren für die Umsetzung der Idee eines „Gesundheitsdienstleistungsnetzwerkes“ 38
4.3.1 Dienstleistungswerke im Gesundheitswesen: Ebenenvorstellung eines Netzwerkes nach Meinung von Experten der Gesundheitsversorgung 38
4.3.2 Netzwerkdesign: Anforderungen an Netzwerkarchitektur, Netzwerkteilnehmer und Austauschprozesse 39
4.3.3 Bedingungen für die zentrale Netzwerksteuerung aus Praxissicht 40
4.4 Träger der Managementfunktionen als wesentliche Erfolgsgröße für Dienstleistungsnetzwerke im Gesundheitswesen 41
4.4.1 Einschätzung zu wichtigen Netzwerksteuerungsaufgaben sowie Anforderungskatalog an das Management 41
4.4.2 Vertrauen, Kommunikations- und Kooperationsqualität als Steuerungselemente von Gesundheitsdienstleistungsnetzwerken 42
4.5 Zwischenfazit: Zeit-, Kosten- und Qualitätsoptimierung als Erfolgsgrößen in netzwerkzentrierten Gesundheitsdienstleistungen 43
5. Effektive und effiziente Strukturformen im Gesundheitswesen durch die Bildung von Dienstleistungsnetzwerken: Hinweise zur Gestaltung und Umsetzung 44
5.1 Komplexitätsreduktion als Maxime für die räumliche Ausgestaltung von Gesundheitsdienstleistungsnetzwerken 44
5.2 Umsetzung einer möglichen Aufbau- und Ablaufstruktur von Dienstleistungsnetzwerken im Gesundheitswesen 47
5.2.1 Netzwerkaufbau und -elemente: Übergreifende Kooperation der Akteure aus dem medizinisch-praktischen Gesundheitswesen 47
5.2.2 Die Netzwerkprozesse im Gesundheitswesen: Gestaltung einer dynamischen Qualitätsarena durch engagierte Leistungsträger 49
5.2.3 Fokale Organe als interdisziplinäres „Gatekeeper-Team“ für die Steuerung des Ressourcen- und Kompetenzpools im „Gesundheitsnetzwerk“ 51
5.3 Management von Gesundheitsdienstleistungsnetzwerken: Ein multiperspektivischer Ausgestaltungskatalog 53
5.3.1 Gemeinsam geteilte Qualitäts-, Zeit- und Kostenziele als Basis der Netzwerksteuerung 53
5.3.2 Koordinationsinstrumente zur Unterstützung fokaler Managementfunktionen in Gesundheitsdienstleistungsnetzwerken 55
5.3.3 Interdependenzen von Netzwerkkultur und Vertrauen als Option zur Komplexitätsreduktion der Managementaufgabe 58
5.3.4 Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung durch kontextgesteuertes Wissensmanagement 59
5.4 Perspektiven für die Netzwerkumsetzung: Beachtung möglicher Grenzen einer netzwerkzentrierten Gesundheitsversorgung 62
5.5 Zusammenfassung der entwickelten Handlungshinweise zur Ausgestaltung von Gesundheitsdienstleistungsnetzwerken 64
6. Dienstleistungsnetzwerke im Gesundheitswesen als zukunftsweisende Struktur für die Sicherung von Erfolg und Entwicklung der deutschen Gesundheitsversorgung 65
Literaturverzeichnis 67
Anhang A1

Automatisiert erstellter Textauszug:

31 tion von Kommunikations- und Kooperationsprozessen im Netzwerk und haben leitende und motivierende Wirkung auf die Partner in relativ komplexen Netzwerkstrukturen.145 Infrastrukturmechanismen können unter anderem durch die Gewährleistung eines relativ geschlossenen, gegenüber der Umwelt abgegrenzten Netzwerksystems, die Übernahme zentraler Steuerungsverantwortung durch fokale Steuerungselemente sowie durch die bewusste Schaffung gegenseitiger vertraglicher Abhängigkeiten bereitgestellt werden.146 Oftmals nimmt die Etablierung von Infrastrukturen jedoch sehr viel Zeit und Geld in Anspruch, so dass sich ihre unterstützende Funktion erst nach längerer Zeit auszahlt. Eine schnellere und zugleich kostengünstigere Variante ist die Möglichkeit zum Import von Infrastrukturelementen.147 Zu beachten ist, dass ausgeprägte Infrastrukturen ebenso Effizienz mindernden Einfluss auf die Organisationsstruktur haben können wie starke Bürokratien.148 Netzwerksteuerungselemente wie eine Infrastruktur dienen in erster Linie der Förderung von Austauschprozessen. Um diese nicht zu hemmen und das Netzwerk in seiner Flexibilität einzuengen, sind Infrastrukturmechanismen jederzeit wirtschaftlich und in angemessener Form bereitzustellen. [...]

Informelle Netze, wie sie in der Gesundheitsversorgung vorliegen, sind die Basis zur Entwicklung von formellen Netzwerkstrukturen als Organisationsform.142 Aufgrund hoher Komplexität und Dynamik können sich diese jedoch erst nach und nach zu einer ganzheitlichen formellen Netzwerkstruktur zusammenfügen.143 Der Entwicklungsprozess wird hauptsächlich durch verschiedene Infrastrukturmechanismen im Netzwerk unterstützt. Diese Steuerungselemente dienen der Reduktion kulturell bedingter Schnittstellen zwischen den Netzwerkakteuren (Versorgungsgruppen und gesetzlichen Krankenkassen), erleichtern die offene und interaktive Informationspolitik sowie die Entwicklung gemeinsamer Zielausrichtungen und forcieren wechselseitige Lernprozesse.144 Zudem helfen sie Netzwerkakteuren dabei, ihre Aufgabe und Position richtig einzuordnen und die eigene Identität nicht vollständig aufzugeben. Netzwerkinfrastrukturen unterstützen demnach die Organisa136 137 138 139 140 141 142 143 144 [...]

30 allem politisches und diplomatisches Geschick erforderlich.136 Da die Umsetzung von Strategien mittels Weisungserteilung in Netzwerken nicht möglich ist, sind ebenso politische Fähigkeiten notwendig. Es gilt, strategische Programme im Rahmen von Verhandlungen zu entwickeln und dabei einen Konsens zwischen den Netzwerkpartnern zu erlangen.137 Ebenso könnten stete Definitionen und Re-Definitionen der Verantwortungsbereiche zwischen den Netzwerkpartnern notwendig sein.138 Das Auseinanderfallen von Kompetenz und Verantwortung verstärkt diese Politisierung. Manager tragen systematisch Verantwortung für die Ergebnisse ihrer Netzwerkpartner, woraus ebenfalls Unstimmigkeiten resultieren können.139 Somit ist der fachkundige Umgang mit Konflikten zu beweisen und zwischen den verschiedenen Interessen zu vermitteln. Zu beachten ist, dass sich Netzwerkmanagement stets auf mehreren Ebenen vollzieht und ein Denken in Netzwerken verlangt.140 Netzwerkmanager haben daher sowohl die Versorgungsnetze, die ganzheitliche Netzwerkebene, die Individualebene als auch die Netzwerkumwelt zu berücksichtigen.141 [...]

Arbeit zitieren:
Schälicke, Maria August 2004: Dienstleistungsnetzwerke im Gesundheitswesen (Medizinisch-praktischer Bereich), Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Gesundheitsreform 2004, Netzwerkbildung, Integrierte Versorgung, Kostendämpfung, Qualitätssteigerung

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